Die Realität ist aber, daß die Richtcharakteristiken frequenzabhängig sind und je nach dem ob das Mikrofon groß- oder kleinmembranig ist, ist dann auch die Änderung der Gesamtcharakteristik bei seitlichem Schalleinfall. Gerade das besagte SM 69 von Neumann (Großmembrankapsel) zeigt in Stellung Kugelcharakteristik bei hohen Frequenzen eine deutliche Empfindlichkeitsabnahme
bei seitlichem Schalleinfall.
Folglich wird beim Einsatz von Schalgzeugabnahem der Höhenanteil zu den Overheads abnehmen. Dagegen bei X/Y-Anordnung wo die Kapseln mit der 0°-Achse auf die OH gerichtet sind, wird die Höhenwiedergabe besser sein. Aus diesem Grund rate ich bei Abnahme von Schlagzeug zur X/Y-Anordnung.
Die M/S-Anordnung eignet sich generell besser bei Aufnahmen großer Klangkörper, die X/Y dagegen bei Aufnahmen kleiner Klangkörper.
Widersprechen muß ich Dir allerdings bezüglich der tieffrequenten Anteile bei M/S: Gerade hierbei ist die Tiefenwiedergabe besser als sonst, weil man ja für den M-Anteil einen Druckempfänger verwenden kann und der hat einen weit besseren Tiefenfrequenzgang als ein Druckgradientenempfänger. Daher auch meine Überlegung kürzlich, eine Bassdrum mit einem Kugelmikrofon aufzunehmen.
Aber auch ein als Kugel geschaltetes Doppelmembranmikrofon geht tiefer runter ohne Pegelabfall.
hi rainer,
bezgl. druckempfänger,
das sm69 ist doch kein druckempfänger, sondern eine elektr. erzeugte kugel.
Ich habe damals eine mkh 30 (achter) und das mkh 40 (nire) genommen.
Um einen vergleich zwischen den verfahren zu vollziehen, habe ich für das NOS verfahren die mkh 40 genommen.
damals kam ich zu den besagten klangergebnis. mag sein, daß die theorie der praxis manchmal widerspricht, aber tieffrequente anteile fehlten einfach, bzw die ausgewogenheit der frequenzanteile (linearität) war nicht da. kurz gesagt klang das schlagzeug in natura viel besser. mit dem nos verfahren kamen wir der sache näher. ich habe aber wie gesagt kein druckempfänger ausprobiert, da wir verschiedene stereo verfahren testen wollten und nicht verschiedene mikros.
ein äquivalenz verfahren ist leider mit dem sm69 auch nur möglich, wenn man zwei davon hat. ich habe dann später für kommerzielle zwecke anstelle der mkh 40, zwei shoeps Nieren kleinmembraner (bez. vergessen, die mit der auswechselbaren kapsel), aber dann wurd´s richtig ekelig. Es kann ja auch nicht sinn der sache sein, widerwillen, mit langem gesicht auf die mkh´s zurückzugreifen, weil die shoeps nur geliehen waren und nicht länger zur verfügung standen.
;)
Alle waren sich jedenfalls einig, daß das MS Verfahren im klassischen berreich seine vorteile hat und als overhead für die schlagzeugmikrofonierung eher ungeeignet ist. Aber bei zeiten werde ich es gerne nochmal mit einem druckempfänger probieren.
wenn du das ms verfahren aufnimmst, nimmst du das achter signal gleich invertiert auf einer seperaten spur mit und panst sie rechts, entgegengesetzt des achtersignals in phase, welches sich demzufolge links befindet oder
zeichnest du nur auf zwei spuren auf und erstellst die ms konfiguration (invertiertes rechtes achter signal) hinterher am mischer ?
War mal diskussion im studio. wir haben es nicht probiert, also gibt´s auch keine schlussfolgerungen der unterschiede, sondern nur thesen.
gruß racker