Bühnenmikros wie hoch abhängen??

Erstellt 12 Antworten13 Beiträge
Startbeitrag#1
hallo,
ich habe mal wieder eine musicalproduktion am hals und weil auf der Bühne viele Kids rumlaufen und -sprechen, die noch nicht sonderlich stimmgewaltig sind, haben wir (für sprechszenen) einige Bühnenmikros aufgehangen: an der Bühnenkante stehen 2x AKG C 391, 2x Oktava MC 012 2x Sennheiser ME-Irgendwas; 6m über der Bühne hängen 4x Okatava MC 012 alles Nierencharakteristiken. Aus Budget-gründen sind keine anderen/weitere Mics möglich.
Leider koppeln sämtliche Mikros viel zu schnell mit der Saal-PA, vom Bühnen-Monitor ganz zu schweigen.. (geflogenes d&B System; Hausanlage) Mit der Parametrik am Pult (A&H GL4000) bekommt man beim Einpfeifen zwar einiges mehr an pegel aber trotzdem sind die Bühnenmiks zur zeit noch gar nicht nutzbar, da sie, sobald sie brauchbares Signal liefern, auch schon koppeln.
OK, die Mikros müssen also tiefer hängen. Leider habe ich da keine Erfahrungswerte, ab wann es dämlich aussieht und jedes Umverkabeln dauert irre lange, da am selben Zug noch Oberlicht und Scanner hängen... wenn ich das also noch dreimal ändern muß, ist der Zeitplan komplett daneben...
Gibt es zufällig irgendwelche Standardwerte, die ihr von anderen Produktionen kennt? Ist es OK, die Mikros auf 3m zu hängen? oder wird das dann fürs Publikum unzumutbar?
danke für eure (hoffentlichen) antworten
MonoTON
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Antwort#2
Hoi
Thia, das ist ein Problem. Bei Musicals mit erwachsenen Laienschauspielern habe ich die Erfahrung gemacht, dass 2M mit einem 393er AKG Superniere das äusserste Maximum ist. Mit Kids bin ich noch viel näher ran. Beispl. Szene an einem Tisch mit 2 Pers mit einem C391 Abstand ca 60cm. Das war schon knapp. Bei bewegten Szenen hasst du nur mit Headsets eine Chance. Für abgehängte Mik's gilt das gleiche. Mit dem CK47AKG Hyperniere habe ich gute Erfahrungen gemacht aber auch mit dem wird über 1.50 nichts mehr gehen. Da kommt wieder das Problem der Optik.Beim letzten Musical mit Teens das ich begleitet habe, haben wir schon von Anfang an den Kid's lautes und deutliches sprechen eingehämmert. Beim Auftritt selbst wurden dann überall noch Plakate mit so Karikaturen für das Publikum unsichtbar aufgehängt. Es hat funktioniert.
Mäge
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Antwort#3
Hallo,
das erste was du tun solltest, ist die Mikros über der Bühne DEUTLICH weiter nach unten zu hängen, so weit runter wie irgend möglich. Bei 6m Höhe über der Bühne bist du warscheinlich deutlich näher an der PA als an den Darstellern. Außerdem sollte es bei Sprechszenen nicht notwendig sein, die offenen Mikros auf die Monitore zu geben. Und was das "dumm aussehen" angeht, da kann man zum einen kleine Kapseln verwenden, und zum anderen, wenn das alles Kids auf der Bühne sind, und die Mics hängen an den entsprechenden Stellen auf 2m oder 3m über der Bühne, dann lenkt das wohl nicht zu sehr von den Akteuren ab, zumal sich die Mics ja nicht bewegen. Wenn sich der Hintergrund nicht ändert kann man auch noch ein farblich passendes Kabel verwenden, dann fällts von weiter hinten gar nicht mehr auf. Außerdem gehts im Zweifelsfall nicht anders, und was nützt die schönste Optik wenn man leider kein Wort versteht... Vielleicht kann man auch Mikros geschickt in Kulisstenteilen oder Requisiten "verstecken". Wenn das in der Choreographie berücksichtigt werden kann, stehen in kritischen Situationen die Leute nah an nem Mikro... dürfte aber auch eine nette Konzentrationsübung sein, die Pegelverhältnisse bei solchen Spielchen im Griff zu behalten.
Bei den großen Produktionen haben ja so ziemlich alle ein Lavaliermic oder Headset, aber ich schätze mal so eine Investition fällt hier aus. Es wäre also zu überlegen, ob man für die Sprechszene ausgewählten Leuten ein Lavaliermic mit Kugelkapsel verpasst. Wenn die sprechenden Leute in Gruppen zusammenstehen und die Lavaliers richtig verteilt sind, dann sind alle Sprecher auf die Tour immer noch näher an einem Mikro als mit der abgehängten Variante, und wenn das Mikrofon nicht zu weit oben an der Kleidung getragen wird, nimmt es nah am Träger stehende Personen auch nicht viel leiser auf als den Träger selbst. Ist ne Notlösung, klar, aber noch eher machbar als eine "Globalverkabelung".
Die beste "Lösung" ist natürlich, die Kids auf deutliches und lautes Sprechen zu drillen. Denn freilich ist immer gern der Techniker "schuld" wenns nicht so geht wie gedacht, aber du kennst ja die alte Regel: GIGO (Garbage IN, Garbage OUT). Wenn die Leute so ambitioniert sind, ein Musical aufzuziehen, dann gehört Sprechtraining eben auch dazu. Das würde ich beim Regisseur im Vorfeld auch mal anbringen. Grade Laienspieltruppen sehen in der Mikrofonierung schnell das Allheilmittel und vergessen, daß bei so etwas die Anlage eigentlich nur als Stütze fungiert....
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Antwort#4
Musical mit Kids ist immer schwierig.
Den Kids musst du einhämmern, dass sie immer ins Publikum sprechen.
und die ersten 4 Reihen mit ihrer eigenen Stimme erreichen müssen.
Das muss aber auch vom Regisseur kommen denn er stellt die Bezugsperson dar nicht der Techniker der mal geschwind auf taucht.

Zur tiefe der Mikros
hänge sie mit Nylon fäden und Schwarzen Mickabeln evtl dünneres auf max. 1,5m ab.
und dann solltest du nätürlich eher mittig in der Bühne sein.
je mehr micros mit Hypernieren charakteristik um so besser.
Auf den Monitoren nur einspiel musik und solisten und reigie.
Die monitore auch gut positionieren bitte nicht links und rechts auf die Bühnen ecke vorne stellen ,sondern schön mittig
wenn du die möglichkeit hast dann nimm z.b. viele D&B E3 oder K&F 106 ist klein
und reicht für sprache allemal.

Dann noch zu den Micros. ich würde mir aus Plexiglas ein paar grenzflächen bauen.
je grösser die Fläche desto tiefer die aufgenommene Frequenz. hier kannst du entweder ein AKG C391 drauf richten
oder Besser ein Grenzflächen Mikro verwenden. Audiotechnika Shure SM 91 oder günstig und gut Monacor ECM 302B kostet ca. 240DM VK
Dann noch Headsets Monacor HSE 110 inc. Beltspeiseteil kostet 300DM VK
So warum empfehle ich jetzt Monacor ersten sind sie relativ günstig zweitens recht schnell verfügbar und es gibt auch ein paar Perlen.
Insofern du Händler bist ist der Preis deutlich günstiger.

Das Headset lief mir bei einer VA für ein grösseres AV unternehmen über den Weg
und ich fand es live tauglich.
Am grünen tisch hab ich dann die ganze Range über Shure WCM 116 TQ... Beyer NEM 192 Sennheiser EW serie etc. mit dem Monacor verglichen.
klänglich war das Beyer immer noch das schönste wobei live finde ich es im vergleich mit den anderen etwas koppel empfindlicher.

Ich hoffe das hilft dir mal weiter.
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Antwort#5
Tag,
Leider koppeln sämtliche Mikros viel zu schnell mit der Saal-PA, vom Bühnen-Monitor ganz zu schweigen.. (geflogenes d&B System; Hausanlage) Mit der Parametrik am Pult (A&H GL4000) bekommt man beim Einpfeifen zwar einiges mehr an pegel aber trotzdem sind die Bühnenmiks zur zeit noch gar nicht nutzbar, da sie, sobald sie brauchbares Signal liefern, auch schon koppeln.

schreib doch mal genauer, aus welchen Komponenten die Saal Pa besteht.
Wenn evtl. Bässe mit im Spiel sind, können diese während der
Sprechszenen schon mal aus.
D&B Controller bieten meist die Möglichkeit den Frequenzgang nach unten zu begrenzen.
Wieviele Besucher erwartet die Produktion ?
Schreib mal die Eckdaten, vielleicht lässt sich noch was optimieren.

Gruß,
t
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Antwort#6
also, diese Produktionen gibt es alle 2 Jahre, das ist bereits das 9. Musical, ich bin zum 4. mal dabei, also schon fast Routine. Das Grundsetup steht, wir sind schon beim Feintuning. Im saal sitzen 700 Leutchen x 8 Vorstellungen, also so ganz klein ist die Produktion nicht. um noch weiter zu protzen: 60 Mann Orchester, 10 Bläser, 8x Off-Chor und Band im Orchestergraben, alles mirkofoniert. Insgesamt etwa 100 Kanäle 5 Submischern... ca. 3km NF-Kabel.....
50 Tänzer, Akteure etc. auf der Bühne...
wir nutzen dieses Jahr zum 1. die Hausanlage, unsere Apogee war sehr viel unproblematischer. Die Haustechniker haben natürlich wenig ahnung, haben aber erhebliche Bauchschmerzen, uns an die Controller zu lassen, angeblich ist alles perfekt eingemessen... (was natürlich nicht der Fall ist!) Auf der PA-Seite läßt sich also nicht verändern :-(
Solisten, Sänger und sonstige wichtige Leute sind natürlich einzeln mikrofoniert, da haben wir 16 Headsets und Handhelds, bei den Gesangspassagen gibts also keine Probleme. Die Kids (die "Masse" 14-22 Jahre; Hauptdarsteller semiprofessionell mit Gesangsausbildung) bekommen seit einem halben Jahr Gesangs- und Sprecherziehung - ein wenig potential ist also da, aber die sprechszenen sind unplugged doch etwas mickrig.
heute nacht werde ich mal die mikros umhängen und den oktavas die hypernierenkapseln verpassen (darauf bin noch nicht gekommen DANKE!)
mal schauen, wieviel headroom dabei herauskommt.
danke für eure antworten, ich halte euch auf dem laufenden
cu
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Antwort#7
Hmmm,
die Haus"techniker" scheinen wirklich keine Ahnung zu haben. An nem d&b Controller-Amp kann man nix "kaputtmachen", es gibt halt je nach Lautsprecher mal nen CUT Taster, oder ne Funktion zur Anpassung des HF Frequenzganges, bei den EPACs noch ne Delay-Funktion, das wars. Ist also nicht sonderlich schwer, da den Überblick zu behalten, es gibt sogar Leute die sich sowas aufschreiben...
Und fairerweise muß ich sagen, an den Locations, wo ich eine d&b Hausanlage vorgefunden habe, war diese durchaus vernünftig installiert.
Vielleicht kannst du uns ja mal kurz beschreiben, was für Material da genau drinhängt und vor allem wo (auch wenn das nur von analytischem Interesse ist, umhängen wirst wohl nichts dürfen *g*).
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Antwort#8
da die amps, boxen und controller ja "forbidden Area" sind, kann ich gar nicht genau sagen, welches system da hängt. Zudem habe ich heute meinen day off und kann auch keine details in erfahrung bringen... (habe im vorbeigehen nur gesehen, das im AMP-Schrank auch ein behringer composer hängt..., das könnte allerdings auch für die Foyer-beschallung sein))
PA wird komplett geflogen; 1 Baß, 1Mid/Hi- Einheit pro seite, MonoCluster in der Bühnenmitte.
die gesamte Anlage klingt unheimlich mittig und schiebt wahnsinnig bei 100Hz. wir mußten in allen 3 wegen stark EQen und nehmen bei 100-250HZ ca. 3-5db raus (wenn ich das noch richtig im kopf habe...) entsprechend der hörgewohnheiten des gemeinen theaterpublikums wird ab ca. 10KHz etwas begoostet (bis zu 4db)
Hinter dem Master-EQ klingts jetzt schön rund und ausgewogen, die Anlage ist wohl eher für Sprachbeschallung eingemessen. (die selbe Firma, die auch die Kölnarena vermessen hat, der name ist mir gerade entfallen)
Die oberen Ränge (Reihe 16-20; leider steht in der 20 auch die FOH) kriegen leider keine Höhen mehr ab, da ist wohl das Geld ausgegangen... Die Ausgangssituation für die Mischerei ist also nicht ideal, aber es geht, evtl. brauchen wir an der FOH noch Monitore. (@thomasT: die Rennerei die Hölle! mir fallen abends die Füße ab, von der Kletterei in den Orchestergraben und auf Lichtbrücken, Gallereien etc. mal ganz zu schweigen)
Ansonsten ist die PA wirklich klasse! unheimliche Reserven, kein grundrauschen, bis zur besagten reihe 16 alles schön gleichmäßig beschallt und wenn man wollte hätte man bei 40HZ einen richtig schönen, knackigen baß.
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Antwort#9
Nach deinen Ausführungen würde ich mal versuchen, unter den wachsamen Augen der "Techniker" natürlich, das Center Cluster zu muten, wie sich das auf den erreichbaren Pegel mit den Overheads auswirkt. Vielleicht kann man das sogar separat beschicken (ich weiß, das wird die Angestellten dort wirklich strapazieren), mit deutlich weniger oder keinem Signal bei den Sprechszenen.
Und auch ein prüfender Blick auf den Composer wäre nicht schlecht, sofern er in die Saalbeschallung eingeschliffen ist. Der hätte da nämlich nicht wirklich was verloren. Zu laut wirst du als verantwortlicher Mensch den Sound nicht fahren und als "Schutz" für die Anlage ist er zumindest an d&b Holz völlig unnötig, das machen die Controller-Amps schon selber (und besser).
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Antwort#10
vielleicht auch für dich eine kleine Hilfe.
Arbeite in einem kleinen Kulturlokal (
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Antwort#11
Hallo MONOton,
klingt irgendwie total bekannt, dein Problem. Kann es sich hierbei ums Forum in Niederberg handeln ...?
Hatte eigentlich gedacht, dass du der Oberprofi bist + Produktionen, bei der stets über 5.000 Leute erwartet werden, immer alles im Griff hattest. Sollte ich mich jetzt so getäuscht haben :-(
Du arbeitest mit 5 Submischern? Das schreit ja schon nach Problemen per se. Und wenn schon ein Centercluster hängt, sollte man den doch seperat anfahren können. Das wäre deinen beschriebenen Problemen doch sehr zuträglich.
Ich wünsche dir noch viel Spaß - auch diese Produktion wird ein Erfolg!
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Antwort#12
forum in niederberg??? der gentleman genießt und schweigt...
zu den submischern: die gesamte produktion ist in diesem jahr sehr eng budgetiert, an equipment muß das genommen werden, was da ist/gesponsert wird/bezahlbar ist, da bleibt eine gewisse frickelei einfach nicht aus... natürlich wäre es mir lieber, alle signale von der foh aus im griff zu haben, aber das ist nunmal einfach nicht möglich...
der cluster kann natürlich einzeln angefahren werden und wird in den sprechszenen (fast) gemutet. ich hatte bei den bühnenmics einfach weniger Probleme erwartet.
ich bin wahrlich nicht DER Oberprofi, falls du jemand bestimmten meinen solltest, sonst würde ich ja auch kaum am Samstag abend im Netz rumhängen... ;-)
bin der 2.Mann bei diesem Job, das reicht mir auch schon voll und ganz!
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Antwort#13
@thomasT: die Rennerei die Hölle! mir fallen abends die Füße ab,
Wobei ich eigl. was anderes meinte. Nämlich dass sich manche Mischer keinen Zentimeter vom Pult bewegen, lieber EQ und Kompressor und Gate auf die Bassdrum geben als mal das Mikro (wieder) richtig hinzustellen. Oder auch mal im Saal umhören wie es klingt. Ich kenne einige Locations, die haben teilweise füchterliche Resonanzen bei ca. 150Hz) in manchen Nischen. Alles so Sachen halt.
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