Der Ohrgewöhnungseffekt

Erstellt 9 Antworten10 Beiträge
Startbeitrag#1
Hi, habt ihr beim mixen/mastern spezielle Tricks um eure Objetivität zu bewahren? Früher hab ich den Song den ich für fertig hielt mal eine Woche ruhen lassen und oft genug hab ich danach alles wieder umgeschmissen. Jetzt wo ich unter Zeitdruck arbeite und die Kunden den Mix gleich mit nachhause nehmen wollen, fällt es mir schwer nach 3 x 13 Stunden Frequenzschlacht noch objektiv zu sein. Das Problem ist, dass sich nach eine Weile Soundtechnisch alles gut anhört weil sich das Ohr wohl dran gewöhnt. Höhrt ihr euch zwischendurch noch referenz Mixe an? Oder darf man vieleicht nicht so perfektionistisch sein? Eigendlich sagen immer alle das es gut klingt aber ich hör immer noch was mir nicht gefällt.
Bin gespannt auf eure Antworten.
Gruß Kai
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Antwort#2
Hi, habt ihr beim mixen/mastern spezielle Tricks um eure Objetivität zu bewahren?
fällt es mir schwer nach 3 x 13 Stunden Frequenzschlacht noch objektiv zu sein. Das Problem ist, dass sich nach eine Weile Soundtechnisch alles gut anhört weil sich das Ohr wohl dran gewöhnt.
Oder darf man vieleicht nicht so perfektionistisch sein?
Eigendlich sagen immer alle das es gut klingt
- Mindestens eine Woche Zeit lassen, zwischen letztem Take und Mixen
- Pausen machen und dabei keine Musik hören
- Pausen machen und dabei mal die Musik aus den Nebenzimmer hören
- zwischendurch Referenz-CDs hören,
- Abhörlautstärke (kurzzeitig) ändern
- Wenn Fundament einfach mal nur mono hören oder nur rechts, nur links
(wirkt Ermüdung sehr entgegen)
- andere Monitore verwenden (zur Kontrolle)
- nie länger als 8h/Tag mischen
Kenn ich. Gerade wenn man mehrer Tage hintereinander immer das gleiche hört gewöhnt man sich dran, man findet dann selbst beim Tracking den Roughtmix top...
Deswegen Pause zwischen Recording, Mix und Mastering. Je länger, desto besser.
Man muss perfektionistisch sein, um wenigsten was einigermassen auf die Reihe zu kriegen. Ist bei mir so.
Das sagen sie nach einer Weile immer. Es gibt einige psychologische Tricks um Musiker zu täuschen. Aber man hat ja interesse daran, dass es den Musikern auch noch in einigen Tagen gefällt, dehalb sollte man schon aufpassen und nicht blind den anderen Vertrauen.
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Antwort#3
Hi, habt ihr beim mixen/mastern spezielle Tricks um eure Objetivität zu bewahren? Früher hab ich den Song den ich für fertig hielt mal eine Woche ruhen lassen und oft genug hab ich danach alles wieder umgeschmissen. Jetzt wo ich unter Zeitdruck arbeite und die Kunden den Mix gleich mit nachhause nehmen wollen, fällt es mir schwer nach 3 x 13 Stunden Frequenzschlacht noch objektiv zu sein. Das Problem ist, dass sich nach eine Weile Soundtechnisch alles gut anhört weil sich das Ohr wohl dran gewöhnt. Höhrt ihr euch zwischendurch noch referenz Mixe an? Oder darf man vieleicht nicht so perfektionistisch sein? Eigendlich sagen immer alle das es gut klingt aber ich hör immer noch was mir nicht gefällt.
Bin gespannt auf eure Antworten.
Gruß Kai
Und wie geht es euch ohrgeprügelten Live-Tontechnikern ?
Sind ja schöne Arbeitsbedingungen:
zB.
-Bierzelt mit 94 dB Geräuschpegel des Publikums ohne Musik und der Kreis/Ordnungs-amt-Beauftragte mit der Messgurke für Lärm hinter dir (FOH-Platz) /

-Hard/Metal/Gothic/sonst noch was-rock mit 115 dB Durchschnittspegel auf der Bühne beim Monitor-Tisch und das 2 Tage durchgehend von 13 bis 24 Uhr oder länger/
Messejobs 6 Tage durchgehend mit 5 mal am Tag immer die die selbe nervende Firmeneinschaltung und Moderator ohne Mikrofonführerschein...
Wie schafft Ihr das, eure Gehörschnecke immer sauber zu halten?
Plagt Euch schon der Tinnitus oder lasst Ihr euer Gehör regelmässig überprüfen?
Bin sehr interessiert
dechnikusch
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Antwort#4
ich hab mir mal meinen mix auf cd gebrannt und mit in meine stammkneipe genommen. war wirklich interessant was die unterschiedlichsten personen
dazu gesagt haben.
bei mir bekommt die band eine gebrannte cd, die sie 1-2 wochen anhören können.
sollte es ihnen auch dann noch gefallen, ist der job abgeschlossen.
gruß
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Antwort#5
hallo dechnikusch,
ich versuche so oft es geht, meine ohrem zu schonen. d.h., ich höre zu hause kaum musik, auto besitze ich nicht mehr (-> kein autoradio), lasse pausen zwischen den buchungen und trage auf jobs so oft wie irgend möglich meine hearsafe gehörschütze (-15 db). da ich industrie- und rock´n roll veranstaltungen mische, ist die belastung bei mir geringer, als bei reinen bandmischern. auch monitor mische ich oft genug mit moulds. dies setzt natürlich ein gründliches arbeiten voraus, aber wenn das adrenalin bei den jungen leuten nach 3 songs wieder runtergeht, kann man das verantworten. beim babysitten (egal ob foh oder mon) trage ich sie IMMER. dadurch kann ich die fernsehbildröhre (ca.16 khz) sowie grillen im sommer noch gut hören..
allerdings habe ich mit den bierzelt-kollegen oft mitleid, weil sie in stinkender, lauter atmosphäre den ganzen tag schadensbegrenzung betreiben müssen. zum glück habe ich solche jobs schon ewig nicht mehr gemacht..
gruß
willi
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Antwort#6
hallo dechnikusch,
ich versuche so oft es geht, meine ohrem zu schonen. d.h., ich höre zu hause kaum musik, auto besitze ich nicht mehr (-> kein autoradio), lasse pausen zwischen den buchungen und trage auf jobs so oft wie irgend möglich meine hearsafe gehörschütze (-15 db). da ich industrie- und rock´n roll veranstaltungen mische, ist die belastung bei mir geringer, als bei reinen bandmischern. auch monitor mische ich oft genug mit moulds. dies setzt natürlich ein gründliches arbeiten voraus, aber wenn das adrenalin bei den jungen leuten nach 3 songs wieder runtergeht, kann man das verantworten. beim babysitten (egal ob foh oder mon) trage ich sie IMMER. dadurch kann ich die fernsehbildröhre (ca.16 khz) sowie grillen im sommer noch gut hören, und auch verschiedene gespräche in der kneipe gut orten, ich glaube, das ist ein gutes zeichen..
allerdings habe ich mit den bierzelt-kollegen oft mitleid, weil sie in stinkender, lauter atmosphäre den ganzen tag schadensbegrenzung betreiben müssen. zum glück habe ich solche jobs schon ewig nicht mehr gemacht..
gruß
willi
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Antwort#7
Hallo Kai,
ich mache es so, dass ich den Soundcheck einer Band immer am aufmerksamsten bin, was die Frequenzen etc. betrifft, da ich da immer am objektivsten bin. Klingt es beim Soundcheck sehr gut, dann ist es ein Kinderspiel weiter zu mischen. Folgen mehrere Bands aufeinander, so kann man die Ruhepause zur Wiederherstellung der Objetivität benutzten. Schlimm wird es, wenn man beim Soundheck und der ersten halben Stunde keinen guten Sound hinbiegen kann, dann findet das Ohr den Sound langsam OK.
Dirk
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Antwort#8
findet das Ohr den Sound langsam OK.
Die Zuschauer aber auch!
Ich habe oft festgestellt, dass im Laufe eines Konzerts der Sound besser wird.
War das nun der Mischer, der es geschafft hat oder war es Gewöhnung?
Meist beides schätze ich.
Im Porberaum ist es ähnlich. Man findet den Sound gut. Wenn man lange nicht geprobt hat (un vielleicht sogar schlimmer seine eigenen Lieder im Studio/CD gehört hat) und probt dann wieder: fürchterlicher Sound!
Nach spätenstens einer Stunde ist es dann ok. (ohne was dran zu drehen!)
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Antwort#9
Hi, habt ihr beim mixen/mastern spezielle Tricks um eure Objetivität zu bewahren? Früher hab ich den Song den ich für fertig hielt mal eine Woche ruhen lassen und oft genug hab ich danach alles wieder umgeschmissen. Jetzt wo ich unter Zeitdruck arbeite und die Kunden den Mix gleich mit nachhause nehmen wollen, fällt es mir schwer nach 3 x 13 Stunden Frequenzschlacht noch objektiv zu sein. Das Problem ist, dass sich nach eine Weile Soundtechnisch alles gut anhört weil sich das Ohr wohl dran gewöhnt. Höhrt ihr euch zwischendurch noch referenz Mixe an? Oder darf man vieleicht nicht so perfektionistisch sein? Eigendlich sagen immer alle das es gut klingt aber ich hör immer noch was mir nicht gefällt.
Bin gespannt auf eure Antworten.
Gruß Kai
Hallo Kai,
Ich mach meine Mixe mit einem Kopfhörer und habe später beim abhören auf einer Hitechanlage gemerkt das es gut war im Klang.Nur auf das zuhören selbst kommt es an.Ich brauche keine Abhörboxen dafür.Der Kopfhörer bringt es voll und ganz.Man kann sich viel besser dabei konzentrieren auf die Musik u. auf den Klang.
Auf das Feeling kommt es an!
Gruß Kalle


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Antwort#10
Ich kann mit Kopfhörern nicht mischen. Ich kenne aber einen Musiker, der Mixe immer im Kopfhörer beurteilt und auch richtig beuteilt (Hall, Stereo, Bass).
Trotzdem hast du auch hier den Gewöhnungseffekt.
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