Probleme mit Hallgerät

Erstellt 7 Antworten8 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo zusammen,
ich bin seit einiger Zeit für das Soundmixing in unserer Band zuständig und habe mich umfassend mit dem Equipment und dessen Handling befasst. Leider habe ich keine elektrotechnischen Kenntnisse und bin daher auf Eure Hilfe angewiesen.
Wir spielen über ein Soundcraft Spirit Live Mischpult (älteres Modell, 2 param. EQ + Hi, 4 Aux, 24 Kanäle) und verwenden als Hallgerät das SPX990. Bei den Ansagen (SPX auf Bypass) ist mir schon oft aufgefallen, daß die Stimme etwas komisch klingt - wie durch ein Rohr. Daher habe ich mich häher mit dem Problem befaßt. Fakt ist: Wir schleifen über Aux mono in das Hallgerät und über die Stereo Returns zurück. Der SPX ist so programmiert, daß nur das Hallsignal durchgeht, ohne Anteile an Originalsignal (steht auf 100% Balance, Equalizer linear). Ich habe mit einem Kopfhörer jeweils das Originalsignal und das über Bypass durch den SPX geschleifte Signal meiner Stimme abgehört. Die hören sich beide identisch und gut an. Wenn ich aber beide bei gleicher Lautstärke gleichzeitig abhöre, hört es sich wieder nach Rohr an - was ich auch über die PA höre.
Es liegt demnach weder an der PA noch an der Equalizereinstellung am Mischpult, wie ich zuerst vermutet hatte. Das Signal, das aus dem SPX kommt, ist auch gut, also liegt es nicht an dessen Programmierung. Aber irgendwie passen Originalsignal und Signal aus dem SPX nicht zusammen. Auch eine Rückführung über Einzelkanäle bringt nichts. Jetzt kommen für mich noch Kabel und Anschlüsse in Frage. Wir verwenden unsymmetrische Klinken. Vielleicht hat von Euch jemand eine Erklärung oder dieses Equipment und kann es ausprobieren.
Normalerweise dürfte dieses Phänomen doch nicht auftreten, auch wenn mit höherem Hallpegel gefahren wird als normal?
Auf jeden Fall schon im voraus vielen Dank für Eure Unterstützung
Grüße, Phil
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Antwort#2
Hallo
Das Problem entsteht dadurch, dass sich das Originalsignal und das Signal aus dem Fx überlagern. Da das Signal aus dem Effekt minimal verzögert ist, kommt es zu Frequenzauslöschungen (Kammfiltereffekte).
Lösung 1: Einige Geräte können so programmiert werden, dass ein Umschalten auf Bypass, die Ausgänge vollständig trennt und also auch das Originalsignal nicht ins Pult zurückkommt. Ob das 990 diese Möglichkeit bietet kann ich nicht sagen (>Bedienungsanleitung).
Lösung 2 (ohnehin die bessere/üblichere): Anstatt den Bypass zu betätigen: die Ausgänge des Fx auf Einzelkanälke des Mischpultes zurückführen und die entsprechenden Kanäle einfach ausschalten, wenn der Hall nicht gebraucht wird.
Trench
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Antwort#3
Ich habe mit einem Kopfhörer jeweils das Originalsignal und das über Bypass durch den SPX geschleifte Signal meiner Stimme abgehört.
_wo_ hast du abgehört?
Fragen dazu:
1.wenn du den AUX zudrehst also nur Original zu hören ist, wie klingts es da über die PA?
2.wenn du nur Hall hörst (Fader zu, AUX auf prefader) wie klingts es da?
3.Sind die Aus/Eingänge die du benutzt des Pultes symetrisch?
4.Sind die Aus/Eingänge die du benutzt des FX symetrisch?
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Antwort#4
Danke Euch beiden für die schnelle Antwort.
Ok: Wenn eine minimale Verzögerung auftritt, dann leuchtet mir das ein.
Das mit der Rückführung über die Einzelkanäle kommt bei uns übrigens nicht in Frage, da wir das Mischpult, wie übrigens viele Stimmngsbands auf unserer Schiene, meist auf der Bühne stehen haben und ich selber auch mitspiele. Daher ist für uns die Bedienung des Bypass mittels Fußschalter die Methode der Wahl.
Da werde ich nochmals in der Bedienenungsanleitung stöbern, obwohl ich schon gezielt geschaut habe.
Dann möcht ich gleich noch eine Frage anschließen: Wie sieht es denn dann mit dem eigentlichen Hallsignal aus? Treten da grundsätzlich auch Frequenzauslöschungen mit dem Originalsignal auf? Zum Beispiel bei Trompeten setzen wir manchmal relativ viel Echo mit drauf (z.B. Moderne Volksmusik). Hier hat sich das ganze dann aber auch eher unnatürlich angehört bzw. wie wenn Originalsignal und Hall nicht zusammenpassen, obwohl wir linear durch den SPX gefahren sind. Das sollte aber doch normal nicht der Fall sein? Zumindest kenne ich das von anderen Bands nicht. Hat hierbei evtl. Lexicon (MPX1 oder MPX500) gegenüber dem SPX Vorteile?
Grüße, Philipp
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Antwort#5
ist für uns die Bedienung des Bypass mittels Fußschalter die Methode der Wahl.
Dann möcht ich gleich noch eine Frage anschließen: Wie sieht es denn dann mit dem eigentlichen Hallsignal aus? Treten da grundsätzlich auch Frequenzauslöschungen mit dem Originalsignal auf?
Dann musst du das FX so einstellen, dass bei Bypass ausgeschaltet wird. Wie schon gesagt. Andere Möglichkeit wäre sich ein FX-Programm zurechtzubastel was nichts produziert, also nur stille erzeugt (ganz leise oder so). Und dann auf das Programm umzuschalten. Geht aber nur wenn du sowieso Programme über MIDI umschalten kannst.

Grundsätzlich ja, wie immer wenn sich zwei Frequnzgemische überlagern. Aber bei einem Reverb hat das zweite Signal (der Hall) prinzipiell nichts mehr mit den Original gemein. Das Original wird statistisch wiederholt, die Auslöschungen sind zu jedem Zeitpunkt anderes. Dazu kommt das es rechts und links auch noch unterscheidlich ist. Bei billigen Reverbs die nicht aufwändig dafür sorgen, dass es keine Korrelationen zwischen den Signalen gibt klingts dann auch blechern.
Bei längeren Verzögerungen (Delay, Echo) treten zwar theoretisch auch Auslöschungen auf aber so dicht nebeneinander, dass die Kammfilterkurve schon wieder quasi glatt ist. (kann man das so gelten lassen?)
Also bei einem Delay von 50ms gibt es Auslöschungen bei 10Hz, 20Hz, 30Hz....
Also ein statischer Ton mit der Grundfrequnz von n*10Hz wird sich wohl auslöschen.
Aber normalerweise sind aber Klänge ja nicht statisch und verändern sich sehr stark innerhalb der 50ms so dass sie sich auch nicht auslöschen. Das kommt dann noch dazu.
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Antwort#6
Hallo Phil,
daß dieser Kammfiltereffekt beim Bypass-Betrieb normal ist, konntest Du ja bereits lesen.
Mein konkreter Lösungsvorschlag:
Du nimmst einen Fußschalter mit abgeschirmtem Kabel und verbindest ihn mittels eines Y-Kabels mit dem Eingang des Effektgeräts, welchen Du dadurch kurzschließt. Eleganter ist natürlich ein Kästchen mit einem Relais, welches den Eingang kurzschließt und gleichzeitig die Verbindung zum Pult auftrennt, das ist meine persönliche Variante und mit bescheidenen Bastelkenntnissen problemlos durchzuführen. Mit etwas Geschick kann man dabei auch noch eine LED im Fußschalter zum Leuchten bringen, wenn der Effekt an ist, ohne daß dafür eine weitere Leitung erforderlich ist.
Warum den Eingang?
1. Du mußt nur eine Leitung bearbeiten.
2. Wenn Du nach Ende des Liedes den Hall absschaltest, kann die Hallwolke noch aussklingen, während die Ansage schon trocken durch die PA kommt. Klingt um Klassen bessser und professioneller als abgeschnittene Hallwolken (ist meine persönliche Meinung).
Bei dieser Methode ist es außerdem unerheblich, ob Du den Effektausgang an einen Return oder zwei Kanalzüge anschließt.
Ich hoffe, daß ich Dir helfen konnte
Martin
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Antwort#7
Danke Martin,
das muß ich gleich ausprobieren. Da wäre mir SEHR geholfen.
Tschau!
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Antwort#8
Danke Martin,
das muß ich gleich ausprobieren. Da wäre mir SEHR geholfen.
Tschau!
Hallo,
keine Ursache, solltest Du noch Fragen haben, auf meiner HP gibt´s die Kontakt-Adresse
Gruß
Martin

http://mk-musikproduktion.de/
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