Harmonium (Tipps für Aufnahme und Abmischen)

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Startbeitrag#1
Folgendes Problem:
Ich habe meinen Opa (85) davon überzeugt, dass ich seine Harmonium-Künste (das ist eine Art Akkordeon) aufnehmen darf. Leider habe ich mit diesem Instrument keine Erfahrung.
Ich bin sowohl an der richtigen Aufnahmetechnik als auch an Tipps fürs Abmischen interessiert. An Mikros stehen zur Auswahl (Rockband-Equipment): 2x AKK CK391, 1x AKG C1000, 1x AKG D3600, mehrere AKG D 3500, 1xAKG D112, 1x Shure SM 57, 1 besseres Audio-Technica Gesangsmikro. Ich weiß, das Ausprobieren alles ist, aber mein Opa wird nicht die nötige Geduld mitbringen. Ich bin daher an allem interessiert: Mikroausrichtung, Abstand ... (Ich würde es zunächst mit den beiden CK 391 als Overheads versuchen.)
Zur Not würde ich auch passende gute Mikros mieten (AKG C414???).
Soll ich lieber in einem "Wohnzimmer" (teils Holzverkleidet) oder lieber in einem rundum teppichbedämpften Proberaum aufnehmen?
Wie mischt man ein solches Instrument ab?? (vor allem EQ und Kompressor (überhaupt?))
Ich nehme mit einer Hoontech DSP 2000 auf.
Bin für jeden Hinweis dankbar.
Martin H.
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Antwort#2
Hallo Martin,
Ist ja ein Wunder, daß jemand dieses Instrument aufnehmen will!
Es gibt sogar ein Musikwerk von G. Rossini, wo ein solches Instrument verwendet wird, es ist die Messe "Petite Solenelle" (nicht zu verwechseln mit der Overtüre "Solenelle 1812" von Tschaikowski!).
Die besagte Messe ist besetzt mit 2 Klavieren und 1 Harmonium. Ansonsten Chor + Gesangssolisten.
Ich hatte auch die Ehre, dieses Werk mehrmals aufzunehmen.
Zu der Problematik des Harmoniums:
Overhead-Mikrofone bringen da nichts, weil die Schallabstrahlung nicht nach oben erfolgt wie man es bei einem geöffneten Klavier hat.
Die Töne werden ja durch Zungenstimmen erzeugt, die waagerecht in der Mitte des Instruments sitzen. Du solltest also die Mikrofone etwa in der Mitte des Instruments anbringen und zwar sowohl vorne (Spieltischseite) als auch hinten.
Nicht zu nahe austellen, sonst hast Du zu viel Windgeräusche.
Eignen tut sich da jedes Kondensatormikrofon aber auch gute dynamische M. sind geeignet.
Wenn Du näheres über dieses Instrument wissen willst, geh mal in den untenstehenden Link. Dort ist auch was über das "Seelensuchgerät" , oder auch Hallelujapumpe (so nennen Orgelbauer verächtlich das Harmonium) zu finden.
MfG
Rainer

Gesellschaft der Orgelfreunde
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Antwort#3
Hallo Martin,
zum Aufnahmerum:
Nimm am besten da auf, wo sich Dein Opa wohl fühlt, denn nur dort kann er auch ungezwungen und damit gut spielen. Es ist (zumindest in der Volksmusik) eine Zeiterscheinung der 80er und frühen Neunziger, daß zu Gunsten des Akustik- und Technik- Purismus die Musikalität in den Hintergrund gestellt wurde. So wurden dann zum Teil Gitarren-Trios per Playbackverfahren mit Kopfhörern in dunklen Kabinen aufgenommen. Der klang der einzelnen Instrumente war zwar perfekt, der Ensemble-Charakter und die musikalische Lebendigkeit (Groove) gingen jedoch verloren. Mittlerweile geht man wieder dazu über, vor allem Nichtprofis dort singen und spielen zu lassen, wo sie frei und ungezwungen sind, was an das Abmischen zwar höhere Anforderungen stellt, das Ergebnis ist aber in aller Regel wesentlich musikalischer, und darauf kommt es ja eigentlich an.
Lange Rede-kurzer Sinn: Ich würde das Harmonium da stehen lassen, wo es immer steht, sollte der Raum zu stark hallen, können ein paar Wolldecken Wunder wirken. Je weniger der Opa mitbekommt, daß aufgenommen wird, umso besser wird das Ergebnis.
Was Deinen Mikropark angeht, so würde ich auch die C 391 favorisieren, allerdings u.U. mit Windschutz, Rainer hat ja schon darauf hingewiesen.
Gruß
Martin
Gruß
Martin
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