Martin schreibt:
Demnächst soll ich ein Ensemble mir Querflöte aufnehmen. Da ich mit diesem Instrument noch keinerlei Erfahrung habe, wäre es schön, wenn ich auf diesem Weg ein paar Tipps bekäme. Bei Michael Dickreiter kann man lesen, daß hier mit zwei Mikros gearbeitet wird, eins über den Klappen und eins vor dem Mundstück. Hat das schon jemand probiert?
Als Ergänzung zu MonoTon möchte ich anmerken, dass die innere Vorstellung, die der Flötist von der Komposition und seinem dazu passenden Flötenklang hat, sehr wichtig ist. Ob die Komposition von Friedrich dem Großen oder von Cage ist, ob der Flötenklang intim im Wohnzimmer oder in einem Dom sein soll, ob Anblasgeräusche kompositionswichtig sind - oder eben nicht, sollte klar sein. Diese Gedanken führen eher zu einer angemessenen Mikrofonaufstellung. Z.B erreicht man wenig Anblasgeräusch, wenn man die Mikrofone (ich denke an 30 cm Klein-AB mit Kugeln) von hinten oben kommen lässt. Natürlich erhält man dann auch weniger Obertöne - die Flöte klingt dann auch entfernter. Anblasgeräusche erhält man sicher, wenn man von vorn und nah in Flötenhöhe die Mikrofone stellt - die Flöte klingt dann auch direkt und nah. Die Komposition und der Flötist bestimmen letztendlich den Klang.
Die Bewegung des stehenden Flötisten ist immer ein Problem. Wenn die Flöte sitzt, könnten die Bewegungen etwas geringer sein. Der Raum selbst und besonders der Abstand der Mikrofone vom Instrument gehen stark auf den Klang ein.
Es ist gut, etwas über die Dipol-Abstrahlcharakteristik der Flöte zu wissen. Unter URL:
http://www.sengpielaudio.comVorlesungs-Unterlagen 5 gibt es ein pdf-Blatt mit dem Titel "Schallabstrahlung der Flöte".
Jedenfalls weiß man dann, wohin man die Mikrofone nicht stellen sollte. Und nicht wundern, wenn es Tonleute gibt, die berichten, dass bei einer Mikrofonaufstellung gerade dort - die Flöte den subjektiv schönsten Klang hatte. Viel Spass beim Finden des "richtigen" Flötenklanges.
Viele Grüße
ebs
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