Querflöte - wie mikrofonieren?

Erstellt 9 Antworten10 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo an alle,
demnächst soll ich ein Ensemble mir Querflöte aufnehmen. Da ich mit diesem Instrument noch keinerlei Erfahrung habe, wäre es schön, wenn ich auf diesem Weg ein paar Tipps bekäme. Bei Michael Dickreiter kann man lesen, daß hier mit zwei Mikros gearbeitet wird, eins über den Klappen und eins vor dem Mundstück. Hat das schon jemand probiert. (Mikrofone sind in allen Varianten und ausreichender Menge vorhanden).
Vielen Dank im Voraus,
Martin
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Antwort#2
die mikrofonierung nach dickreiter hat bei mir sehr gut funktioniert.
Thomas Görne (Mikrofone in Theorie und Praxis) ist noch etwas ausführlicher:
"Das Mikrofon sollte bei gestreckten Holzblasinstrumenten nicht in der Rohrachse, sondern quer zum Rohr aufgestellt werden. im Winkel von 45-60° ist der Frequenzgang einigermaßen ausgeglichen. [...] Speziell bei der Querflöte kann durch Mikrofonabstand und -ausrichtung der Anteil des Anblasgeräusches verändert werden. Weitere Gestaltungsmöglichkeiten gibt es durch den Einsatz von zwei Mikrofonen, wobei eins quer vor dem Rohr in der Nähe des Mundstücks und eins vor dem Trichter angebracht wird."
Am Mundstück habe ich mehr von oben mikrofoniert, damit der Flöter nicht direkt ins Mikro bläst. Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich den "Bewegungsdrang" der Flötisten. fast schon ein herumzappeln, das zu hörbaren pegelveränderungen führte, ein paar mal ist der typ sogar ans mikro gestoßen...
da hätte ich gerne 2 breite nieren ausprobiert, aber mit AKG C 391 B gings auch ganz gut.
ich hoffe, das hilft dir weiter
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Antwort#3
Hi,
das anscheinend ganz normal bei denen, daß die beim spielen so einen argen Bewegungsdrang haben. Ich hab vor kurzem ein Weihnachtskonzert ner Schule beschallt, auch mit zwei Soloflötistinnen.....als mal mußt ich mir das lachen wirklich verkneifen.Aber naja, verdenken kann mans ihnen ja net, siehe Guitarristen, Sänger, und was für gewöhnlich sonst noch so auf der Bühne kreucht und fleucht.
Als Mikro hatte ich ein AKG C300B mit Baß-Roll-Off on. Aufgestellt 90° zum Rohr und auch von schräg oben über dem Mundstück. Wenn se mal da stehengeblieben ist wo auch das Mic war hat sich das ganz passabel angehört.
Gruß
Andreas
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Antwort#5
Martin schreibt:
Demnächst soll ich ein Ensemble mir Querflöte aufnehmen. Da ich mit diesem Instrument noch keinerlei Erfahrung habe, wäre es schön, wenn ich auf diesem Weg ein paar Tipps bekäme. Bei Michael Dickreiter kann man lesen, daß hier mit zwei Mikros gearbeitet wird, eins über den Klappen und eins vor dem Mundstück. Hat das schon jemand probiert?

Als Ergänzung zu MonoTon möchte ich anmerken, dass die innere Vorstellung, die der Flötist von der Komposition und seinem dazu passenden Flötenklang hat, sehr wichtig ist. Ob die Komposition von Friedrich dem Großen oder von Cage ist, ob der Flötenklang intim im Wohnzimmer oder in einem Dom sein soll, ob Anblasgeräusche kompositionswichtig sind - oder eben nicht, sollte klar sein. Diese Gedanken führen eher zu einer angemessenen Mikrofonaufstellung. Z.B erreicht man wenig Anblasgeräusch, wenn man die Mikrofone (ich denke an 30 cm Klein-AB mit Kugeln) von hinten oben kommen lässt. Natürlich erhält man dann auch weniger Obertöne - die Flöte klingt dann auch entfernter. Anblasgeräusche erhält man sicher, wenn man von vorn und nah in Flötenhöhe die Mikrofone stellt - die Flöte klingt dann auch direkt und nah. Die Komposition und der Flötist bestimmen letztendlich den Klang.
Die Bewegung des stehenden Flötisten ist immer ein Problem. Wenn die Flöte sitzt, könnten die Bewegungen etwas geringer sein. Der Raum selbst und besonders der Abstand der Mikrofone vom Instrument gehen stark auf den Klang ein.
Es ist gut, etwas über die Dipol-Abstrahlcharakteristik der Flöte zu wissen. Unter URL: http://www.sengpielaudio.com
Vorlesungs-Unterlagen 5 gibt es ein pdf-Blatt mit dem Titel "Schallabstrahlung der Flöte".
Jedenfalls weiß man dann, wohin man die Mikrofone nicht stellen sollte. Und nicht wundern, wenn es Tonleute gibt, die berichten, dass bei einer Mikrofonaufstellung gerade dort - die Flöte den subjektiv schönsten Klang hatte. Viel Spass beim Finden des "richtigen" Flötenklanges.
Viele Grüße
ebs

Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
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Antwort#6
Hallo Martin,
Als Ergänzung zu den Ausführungen von ebs, möchte ich noch auf ein Buch verweisen von Jürgen Meyer: "Akustik und musikalische Aufführungspraxis".
Prof. J. Meyer befaßt sich mit der Akustik der Musikinstrumente an der PTB Braunschweig und ist auch regelmäßgier Referent auf den Tonmeistertagungen.
In diesem Buch sind sehr anschaulich die Richtcharakteristiken der gängigsten Musikinstrumente angegeben, woraus man sich je nach Aufgabenstellung (siehe ebs' Posting) auch Gedanken machen kann zur Mikrofonanordnung.

MfG
Rainer
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Antwort#7
Danke für die prompte Bedienung, ich seh schon, da werde ich, wie immer, nicht um´s Probieren herum kommen. Da aber Spuren genug da sind, ich werde also die Flötistin mit Mikrofonen einzäunen, sofern sie sich dadurch nicht gestört fühlt.
Gruß
Martin
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Antwort#8
Martin schreibt:
Danke für die prompte Bedienung, ich seh schon, da werde ich, wie immer, nicht um´s Probieren herum kommen. Da aber Spuren genug da sind, ich werde also die Flötistin mit Mikrofonen einzäunen, sofern sie sich dadurch nicht gestört fühlt.

Vielleicht mailst Du uns nach Beendigung der Aufnahme mal kurz Deine endgültige Mikrofonaufstellung und welche Haupttitel aufgenommen wurden. Auch sind verworfene Mikrofonaufstellungen mit Begründung von allgemeinem Interesse.
Auch eventuell verwendete Halleinstellungen sind hilfreich.
Viele Grüße
ebs
Bei Flöten-Aufnahmen von klassischer Musik klingen mit Hallgeräten verhallte starke Anblasgeräusche "lustig" unnatürlich. Das geht leicht zu vermeiden, indem extra Hallanwahlmikrofone nicht zu nah aufstellt werden.


Mikrofonaufnahmetechnik
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Antwort#9
Hallo Martin,
ich bin, wie leider sehr oft hier, ziemlich spät dran. Trotzdem kann ich Dir noch eine Möglichkeit der Mikrofonierung vorstellen, die meist überraschend gut funktioniert: Kleb dem Flötisten ein Lavallier Mikro an den Haaransatz (genauso wie es oft am Theater ist) und hör Dir mal das Signal an....Eine andere Möglichkeit ist die, ein Headset-Mikro zu benutzen, allerdings UNTER der Flöte. Ich habe schon beides Live gemacht und hatte wirklich brauchbaren Input am Pult.
Wie gesagt, ich bin mal wieder spät, aber vielleicht kannst Du was mit anfangen.
Auf jeden Fall wünsche Ich Dir viel Erfolg
Jörg Kirsch
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Antwort#10
Danke Jörg, leider verfüge ich weder über ein Lavalier noch über ein Head-Set (da habe ich wohl zu dick aufgetragen mit meiner Auswahl), aber ich werde versuchen, ein AKG-Klemmmikro (C409) irgendwo zu befestigen.
Voraussetzung ist natürlich, daß mich die Flötistin nicht beißt bei soviel Mikrofonannäherung...
Jedenfalls allen nochmal vielen Dank, ich werde über das Ergebnis berichten. Die Aufnahme findet allerdings erst Mitte März statt und umfasst sage und schreibe ein bis zwei Titel!?!
Gruß
Martin
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