Hallo leuts! Ich habe folgendes Problem: Wenn ich ein Datband neu überspiele, dann werden die alten IDs, sowie Endpunkte etc. behalten. Wie kann ich ein Datband komplett neu formatieren, also unbespielt machen. Meine Datrecorder sind Tascam Da20 Mk2, Fostex D-5, und Sony 60ES. besten Dank schon mal
Wie bitte? Das kann doch nicht sein. Wenn Du ein DAT-Band neu aufnimmst, werden alle vorherigen Informationen vollständig überschrieben, auch die Timecodes und sonstige Subdaten, also auch die Start-, Skip- und End-ID's. Und selbst wenn Du das Band nicht bis zum Anfang zurückspulst sondern irgenwo zwischendrin einsteigst, werden ab dieser Stelle sämtliche Daten überschrieben. Dabei ist es gleichgültig welchen Recorder Du benutzt. Das Band wieder junfräulich zu machen geht nur mit einem speziellen Bandlöschgerät, welches mit einem starken Wechselmagnetfeld das Band vollständig entmagnetisiert. Es einfach nur neu formatieren dazu brauchst Du nur ganz von Anfang in die Aufnahme zu schalten und am besten am digitalen Eingang des Recorders ein "Digital-Null"-Signal anzulegen (kann man z.B. aus einen HDR-System gewinnen). MfG Rainer
Wie mir bekannt ist, werden bei Neuaufnahme das Audioprogramm, der Timecode und die neu gesetzten IDs frisch aufgezeichnet und damit die an diesen Stellen befindlichen Daten überschrieben, aber bei End-Search oder beim Anspringen von späteren IDs mit Next werden die Daten der vorigen alten Aufnahme gefunden. Das kann im Eifer einer Aufnahmesitzung beim Hin- und Herspulen zu Irrtümern führen. Ein Bulk-Eraser, das ist eine Kiste mit der von oben und von unten analoge kommerzielle Tonbänder gelöscht werden, ist für das Löschen von "durchmagnetisierten" Digitalsignalen viel zu schwach. Auch die üblichen Tonkopf-Entmagnetisierer, auch Löschdrosseln genannt, können den digitalen Daten nichts anhaben. Mir ist kein superstarkes Löschgerät bekannt, das z.B. DAT-, Umatic-, Hi-Acht- oder Betamax-Cassetten löschen könnte. Das reißt dann auch das Kleingeld und die Armbanduhr vom Körper. Meine Primitiv-Lösung wäre, in Echtzeit das Digital-Band in Stellung Aufnahme durchlaufen zu lassen - so wie man ja auch üblicherweise seine Tascam-Bänder formatiert, wenn man Take-Aufnahmen machen muss. Viele Grüße ebs
Hallo Eberhard, Zu den Bandlöschgeräten: Ich habe das auch schon probiert mit einer Löschdrossel ein DAT-Band zu löschen - ging nicht. Jedoch wurde die Magnetisierung beeinträchtigt, die Fehlerkorrektur des DAT-Gerätes sprach sehr häufig an, teilweise mit "rot" (also unkorrigierbarer Fehler). Mich würde mal interessieren wie hoch die Digitalbändern i.A. magnetisiert werden, gegenüber den bei Analogbändern üblichen 320 bzw. 514 nWb/m. Ich vermute mal daß die digitalen weit in die Sättigung ausgesteuert werden, wahrscheinlich haben diese Bänder auch eine stark rechteckige Hysteresekurve. Wie sieht das dort konkret aus? Grüße Rainer
Hallo Rainer, da ich einen der o.g. Bulk-Ereaser mein Eigen nennen darf, habe ich damit auch schon DAT-Bänder "gelöscht". Auf meinem Sony Konsumer-DAT-Recorder gaben diese nichts mehr von sich, was aber noch lange nicht heißt, daß nichts mehr drauf war. Ein Experiment mit Deinem Edel-DATgerät wäre interessant. Nach einer älteren Auskunft der Fa. BASF bestehen digitale Bänder aus einer anderen Magnetschicht und werden tatsächlich in der Sättigung betrieben. Vor einigen Jahren bekam ich mal einen Schwung 1/2 " Computer-Bänder geschenkt und betrieb diese auf einer 8-Spur Maschine. Das Ergebnis: ca. 10dB zu wenig Pegel und ein Tiefenabfall. Aus diesem Grund erkundigte ich mich bei BASF. Weil ich kein 1/2" Messband besitze, wollte ich an der Maschine auch nicht rumschrauben, ich denke aber, daß man 10 dB sowieso nicht ausgleichen kann. Gruß Martin
Hallo Rainer und die anderen Mitleser, folgende interessante URL habe ich zum Thema Speicherung und Haltbarkeit digitaler Daten gefunden (Siehe auch unten): http://www.uni-muenster.de/Physik/DP/Seminare/VertiefungWS2000_01/Kobbe_DatenspeicherungVertWS00_01.pdf Beim Überschreiben der gespeicherten Informationen wird ein ausreichend hohes Gegenfeld angelegt, das zur Ummagnetisierung führt. Aus dem Mechanismus der Datenspeicherung ergibt sich die Auswahl des magnetischen Materials. Es sind nur Materialien mit steiler und breiter Hysteresiskurve, das heißt mit großer Remanenz geeignet, da diese ihre Magnetisierung erst bei großen Gegenfeldern wieder verlieren. Rainers Vermutung ist richtig, daß digitale Bänder weit in die Sättigung ausgesteuert werden und eine stark rechteckige Hysteresekurve haben müssen. Man sagt, dass man normale Studiotonbänder für analoge Aufnahmen besser nicht auf Lautsprecher legen sollte. Mit alten Bändern haben wir das mal versucht, es ist uns so nicht gelungen Bänder irgendwie anzulöschen. Aber mit einer Löschdrossel mal quer über einen Bandwickel fahren hinterlässt einen ziemlichen Bums bei jeder Umdehung. Wir hatten einmal so eine "Sabotage" - die Aufnahme musste daraufhin wiederholt werden. Als wir bespielte U-matic-Bandkopien den Tonmeisterstudenten an der HdK-Berlin schenken wollten, sagte der Chef mal so: Aber vorher unbedingt löschen. Das war sehr leicht gesagt. Auch bis 1000 nWb/m übersteuerte normale Analogbänder aus dem Popbereich lassen sich problemlos im Bulk-Eraser vollständig löschen. Man soll die Bänder zweimal in den Kasten legen und dabei um 90° verdrehen. Also so eine Quadratpappe von der einen Seite und dann von der anderen Seite reinschieben. Viele Grüße ebs
zum löschen stecke ich einfach alle Dat-Tapes in die Waschmaschine, schmeiß noch ein paar Dauermagnete und Eisenpulver rein, und rühr das dann bei 1200 Touren ne halbe Stunde durch. Damits danach auch mit dem Timecode passt, empfehle ich eine Nachspühlung mit mehreren Uhren oder Weckern. Die Timecode-Probleme lassen sich eventuell auch mit viel Alkohol beseitigen. Einfach eine halbe Flasche Wodka trinken und den rest nach betätigung der "OPEN"-Taste in das Kassettenfach langsam eingießen. Viele Grüße, und viel Spaß wünscht Max Magnetband