Nochmals z. Thema "Livemitschnitte": Geräusche in Pausen, Huster etc. ...

Erstellt 6 Antworten7 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo Kollegen,
Angeregt durch die Frage von MartinP (siehe Thread weiter unten) mal eine Frage an die die Liveaufnahmen machen.
Wer oft Liveaufnahmen macht wie z.B. kleine Theaterstücke, (Bach)Kantaten oder opernähnliche Darbietungen etc. kurz gesagt: Werke, bei denen zusammenhängende Teile vorkommen (im Gegensatz zu einem Liederabend wo nur eine Reihe Lieder dargeboten werden) kennt das Problem: immer zwischen 2 Rollen (z.B. zwischen Erzähler und Darsteller) treten Publikumsgeräausche auf, die oftmals sehr störend sind und oftmals auch noch in einen verklingenden Nachhall fallen.
Wie macht Ihr hier Eure Gestaltung der Zwischenpausen? Welches Geräusch baut Ihr bei der Nachbearbeitung am Schnittplatz o.ä. ein? Ich finde nämlich die Zwischenpausen mit "digital Null" aufzufüllen zerreißt das Werk und läßt es abgehckt erscheinen.
MfG
Rainer
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Antwort#2
Hallo Rainer !
Also ich hab' jetzt bestimmt nicht die Ideallösung, aber ich mache entweder über die "Publikumsgeräusche" (also ab Ende des Nutzmaterials) einen langen Fade-Out (exponentiell oder S-Curve) und fade das neue Teil ebenso wieder ein (d.h. das Hintergrundgeräusch wird quasi "geduckt" und wieder langsam reingezogen --> kann man u.U. auch mit einem Expander mit langer Release automatisieren). Oder ich nehme vor der Veranstaltung den leeren Zuschauerraum ein paar Minuten auf (ja auch der klingt nach irgendwas, auch wenn eigentlich nichts passiert) und verwende das dann in den Pausen.
Schönen Gruß
Martin
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Antwort#3
Hallo Rainer,
ich mache es ebenso wie MartinP, ich nehme die Pausengräusche, loope sie (soweit möglich) auf die richtige Länge und schneide sie dazwischen.
Das funktioniert, finde ich, wenn Du den Loop nicht zu auffällig gestaltest (nicht zu kurz, deutliche Geräusche vermeiden etc.) und wenn Du die Geräusche unmerklich fadest. So langsam wie möglich leiser werden und dann rechtzeitig wieder langsam hochziehen. Das ist übrigens analog ein nicht enden wollender Spaß. Klappt das Eine, ist das Andere Sch.... (schlecht gelungen).
Schönen Gruss
Wolf
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Antwort#4
"Oder ich nehme vor der Veranstaltung den leeren Zuschauerraum ein paar Minuten auf (ja auch der klingt nach irgendwas, auch wenn eigentlich nichts passiert) und verwende das dann in den Pausen."
naja, so hat man ja wenigstens keine totale stille, sondern immerhin die geräusche von lüfter und klimanlage... :)
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Antwort#5
Hallo Wolf & Matin,
das mit dem loopen habe ich auch oft schon so gemacht. Mitunter findet man nur eine kurze Zeitspanne wo das Publikumsgeräusch erträglich ist und keine auffälligen Einzelheiten enthält.
Ich dupliziere dann die Teile (arbeite mit SADiE), setze sie dann aneinander und lasse sie mit möglichst langen Crossfades ineinander übergehen. Anschließend das ganze bouncen, kopieren und dann mehrmals zeitversetzt untereinander legen und anschließend wieder bouncen, das ganze dann wieder kopieren und rückwärts abspielen und das rückwärts abgespielte zum vorwärtz dazumischen. Irgendwelche Periodizitäten treten dann nicht mehr störend in Erscheinung. Zum Schluß mit dem EQ passend entzerren. Auf diese Weise habe ich mir schon Pausen gebaut die ich nach Belieben "von der Stange" abschneiden konnte.
Was meint Ihr zu dieser Vorgehensweise?
Bei der Gelegenheit mal noch eine Frage zu den Crossfades: Was nehmt Ihr eigentlich für Crossfadekurven zum aneinaderfügen von einzelnen Musikteilen (z.B. wenn innerhalb eines Titels nur ein paar einzelne Takte ausgetauscht werden müssen). Ich nehme in aller Regel Cosinus/Sinus-Übergänge wegen der gleichbleibenden Lautheit während des Schnittes.
@ Martin:
Nochmals zu Deinem Problem von neulich mit den Hustern. Ich habe das auch oft bei Liveaufnahmen wo so ein Jockel direkt nach der Endsilbe eines Liedes in den anschließenden Hall hinein hustet. Ich schneide dann radikal ab, auch wenn die Endsilbe noch etwas in Mitleidenschaft gezogen wird. Ein anschließend künstlich angefügter Nachhall der etwa um den Betrag der Nachhallzeit vor dem Schnitt beginnt läßt dann den Schluß recht natürlich erscheinen. Meist fällt es nicht auf, daß was korrigiert wurde, zumindest dann nicht, wenn man es nicht weiß daß was korrigiert wurde.
Grüße
Rainer
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Antwort#6
Anschließend das ganze bouncen, kopieren und dann mehrmals zeitversetzt untereinander legen und anschließend wieder bouncen, das ganze dann wieder kopieren und rückwärts abspielen und das rückwärts abgespielte zum vorwärtz dazumischen. Irgendwelche Periodizitäten treten dann nicht mehr störend in Erscheinung. Zum Schluß mit dem EQ passend entzerren. Auf diese Weise habe ich mir schon Pausen gebaut die ich nach Belieben "von der Stange" abschneiden konnte.
Bei der Gelegenheit mal noch eine Frage zu den Crossfades: Was nehmt Ihr eigentlich für Crossfadekurven zum aneinaderfügen von einzelnen Musikteilen (z.B. wenn innerhalb eines Titels nur ein paar einzelne Takte ausgetauscht werden müssen). Ich nehme in aller Regel Cosinus/Sinus-Übergänge wegen der gleichbleibenden Lautheit während des Schnittes.
@ Martin:
Nochmals zu Deinem Problem von neulich mit den Hustern. Ich habe das auch oft bei Liveaufnahmen wo so ein Jockel direkt nach der Endsilbe eines Liedes in den anschließenden Hall hinein hustet. Ich schneide dann radikal ab, auch wenn die Endsilbe noch etwas in Mitleidenschaft gezogen wird. Ein anschließend künstlich angefügter Nachhall der etwa um den Betrag der Nachhallzeit vor dem Schnitt beginnt läßt dann den Schluß recht natürlich erscheinen. Meist fällt es nicht auf, daß was korrigiert wurde, zumindest dann nicht, wenn man es nicht weiß daß was korrigiert wurde.
Das ist gut! Rückwärts abspielen und dazumischen... Auf diese Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Ich musste mal für ein Theatherstück eine feste Länge Applaus zusammenstellen, hatte aber nur einen kleinen Teil davon. Wäre ich da auf die Idee mit dem Rückwärts drüberlegen gekommen, hätte es mir wahrscheinlich eine Menge Arbeit und Ärger erspart. Beim Applaus war es so, dass immer so ein Hirni lauter Klatschte als der Rest hier nicht den Loop-Effekt zu hören war nicht leicht.
Ich benutze Samplitude. Hier gibt es die Möglichkeit, einen Sin/Cos-Crossfade einzustellen. Das ist wahrscheinlich der, den Du meinst. Er ist mir der Symnpatischste.
Manchmal ist es schon gut, in den Fade einen Effekt einzulegen, um den Hörer, der den Fade Live nur einmal hört, vom Geschehen abzulenken. Das geht allerdings nur, wenn man so einen Schnitt für Live-Präsentationen macht. Hier können die Leute nicht zurückspulen und nochmal genau hören.
Es ist mir schon mal gelungen, einen vorhergehenden echten Hall zu kopieren und an einen Schnitt dranzuhängen. Selber hört man es meistens, aber der Unbedarfte merkt es wirklich oft nicht.
Mal eine Frage, ich bin auch unbedarft: Ist Samplitude "Studio" in Profiaugen ein brauchbares Programm oder gibt es in dieser Preisklasse besseres? Blöde Frage. Ich arbeite wenig mit Midi, ich transferiere meistens DA-Spuren in den Rechner und bearbeite sie hier, also mein Schwerpunkt liegt auf "Original"-aufgenommenen Sachen. Die Optik des Programmes finde ich recht gelungen. Beim Mixen habe ich allerdings öfter feststellen müssen, dass die beigefügten Effekte etwas "hölzern" klingen, vielleicht liegt das aber an mir. Ein externes Effektgerät war mir bisher immer lieber.
Schönen Gruss
Wolf
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Antwort#7
Hallo Wolf,
zu Samplitude kann ich selbst nichts sagen, da ich es nicht besitze. Ich hatte nur mal eine Demoversion da, ist aber schon lange her. Was ich aber vom Hörensagen von Kollegen weiß, sind die Erfahrungen mit diesem Programm recht gut. Mein Schwerpunkt liegt ebenfalls auf Original-aufgenommener Musik.
Grüße
Rainer
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