Hallo Forum! An Pfingsten findet in Koblenz ein ökumenischer Kirchentag statt. Unteranderem wird es verschiedene Podien (Plural von Podium?) geben. Nun zu meiner Frage: Das Podium welches ich mit vorbereitet habe, soll in einer Kirche statt finden. Es wird 4 Leute geben, die auf dem Podium sitzen. Wie beschalle ich nun am Besten das Publikum? In der Kirche existiert natürlich eine ELA-Anlage. Genug Mikros sind auch vorhanden. Ist es nun sinnvoller die Beschallung über die Ela-Anlage vorzunehmen, oder sollte ich sinnvoller eine Anlage mieten? Wie sollte diese Mietanlage dann aufgebaut sein? Danke im Vorraus Tim Weinert
Hi, ist die ELA-Anlage zufällig von Steffens? Das ist meistens die Standardausstattung in Kirchen. Mir gefällt das System zwar überhaupt nicht(!), aber in der Regel sind die Anlagen auf die Räume eingemessen, insofern solltest du damit die besten ergebnisse erzielen (wenn da vernünftig gearbeitet wurde)
Ach ja, nochwas: bei Steffens mußt du dir genau die Konfiguration der Anlage anschauen. Bauseitig mußdie Anlage auch für 4 Mikros ausgelegt sein, für jeden Kanal brauchst du einen eigenen Baugruppeneinschub. externe Mischer mögen die Dinger meiner Erfahrung nach nicht. Theoretisch müßte die Gemeinde ja Bescheid wissen, was ihre Anlage leisten kann, aber leider ist das höchst selten der fall. Am besten unter möglichst realen bedingungen ausprobieren...
Tag, die Hausanlage zu nutzen ist in der Regel in Kirchen eine gute Idee. Geh doch mal zu einem Gottesdienst und hör zur Probe. Ich hatte noch nie Probleme mit einem Submixer auf die Ela Anlage zu kommen. Mit einer passiven DI nach dem Mono Out des Pultes hat es immer geklappt. Größere Probleme hatte ich mal in der Kirche in einem anderen Zusammenhang. Es war niemand vor Ort, der wirklich mit der Anlage ( war damals so gut wie neu ) vertraut war. Der Zuständige Mensch hat immer nur alles "an" bzw. alles "aus" geschaltet. Das hiessin meinem Fall, im ganzen Dom, vom Altar bis zum Seitenschiff waren alle Mikrofone ständig geöffnet. Da ich einen höheren Pegel benötigte als sonst üblich, summierte sich ein unerträgliches Delay zu dem Nutzsignal. Mir blieb letzlich nichts anderes übrig, als den gesamten Dom nach Mikrofonen abzusuchen, und alle abzustecken. ( Der Schaltschrank wurde eisern durch den zuständigen Mönch bewacht ) Seit her kalkuliere ich immer min. 1 Stunde mehr Zeit ein, um die Anlage zu überprüfen und handeln zu können. Manche Kollegen vertreten auch die Auffasung, einen Mono Cluster in die Kanzel zu stellen. Archietektonisch sind die Kirchen ja für diese Sprechposition optimiert. Denn der Pastor habe ja früher auch für alle verständlich von dort aus unverstärkt gesprochen. Die Methode funktioniert in kleineren Kirchen auch ganz gut. Ich ziehe trotzdem für Sprachbeschallung die ELA Anlagen vor. So das sich der Extra Aufwand in Grenzen hält. Es lohnt sich evtl. eher in die Mikrofontechnik zu investieren. Viele Grüße, t
Zu T´s Posting: Mixer über DI geht mit einer Handvoll Adapter (ggf. Klein- oder groß- DIN, auch als Tuchel bekannt)immer. Ich kenne leider die Kirchengeometrie, -Akustik und-Anlage nicht. Im Normalfall würde ich mir für die 1. Reihe Beschallung noch ca 2-4 hochwertige Kleinlautsprecher (> 8"/1") auf Stativen nebst anständigem EQ mitnehmen und das Kirchensystem über einen extra EQ + Delay zusätzlich bedienen. Was ich auf jeden Fall auch noch dabei hätte, wäre ein Kompressor, da viele Kirchen mit wechselnder Lautstärke auch anders klingen. Viel Erfolg. Jörg Kirsch
Hi Monoton, ich habe auch schon öfter vor solchen Anlagen gestanden, Einschubkassetten und dann ab auf einen 100V Verstärker und die Zeilen. Da war aber nichts groß eingemessen. Hat sich da was geändert? Wenn ja, was ? Gruß Jörg Kirsch
Das Problem an den Anlagen ist, das sie "zu Genau" konfiguriert werden (jedenfalls bei den 5 Anlagen, die ich kenne) und 100%ig "küsterkompatibel" sind. d.h. bloß kein Knopf zuviel, am besten nur EIN/AUS : Wenn in der Kirche nur zwei Mikros stehen (1x Altar, 1x Kanzel), gibt es auch nur 2 MIK-Einschübe. Die laufen über DIN (jedenfalls noch bis 1998), Gain &CO sind nicht von der Frontplatte erreichbar, 48V (ich glaube, es sind sogar nur 24V) läßt sich nicht deaktivieren. Tape IN/OUT läuft ebenfalls über DIN, hat viel zu wenig headroom und natürlich auch kein EQ etc. 5 Mikros am externen Mischer werden da echt zur Qual! in 90% der Fälle (normale Gottesdienste) reicht das ja auch, aber man hat keine Möglichkeit, das Setup irgendwie zu ändern oder zu erweitern. Laut "Bedienungsanleitung" ist die Anlage auf den Raum eingemessen und hat eine "automatische Rückkopplungsunterdrückung", die nur quälent langsam runterregelt. Wenns trotzdem fiept, hat man keine möglichkeit vernünftig einzugreifen... keine Inserts, nur master- und Mic-Fader. Bei jeder etwas aufwändigeren Kirchenbeschallung muß ich dem Veranstalter erklären, warum ich eine 2. PA aufbaue (und vermiete), "obwohl wir doch diese tolle und soo teure Ton-Anlage haben..." und spätestens wenn man dann dabei ist, kisten zu schleppen und kabel zu verstecken, obwohl die vorhandene Anlage eigentlich ausreichend wäre, ist das RICHTIG ärgerlich!
Hi MonoTon, danke für Deine fixe Antwort. Also, was das Steffens Processing angeht, habe ich auch nicht sehr viel mehr erwartet. Das ewige Feedback hört sich im besten Fall nach einem Frequenzshifting von ca 5 Hz an, das sind die Maßnahmen, die ich von den Kirchenkollegen so als Processing oder "Einmessung"kenne. Den Rest erledigen sie meist über Ihre Pegelsteller an den 100V Zeilenlautsprechern. Ich würde mich jetzt über tierisches Gemecker von etablierten Kirchen-Akustik Dienstleistern freuen und sofort meine E-Mail Adresse für Beschwerden veröffentlichen. So Long Jörg Kirsch
hab in den letzten jahren ne unmenge kirchen "gemacht" (nicht das ich SOO gläubig wär**gg**) und stelle immer mehrere delays. kleine 12/2 oder 8/2er boxen auf stativ an die säulen gestellt und sorgfältig eingestellt....dann sind auch 8 sec nachhall kein problem! ob musik oder sprache, in einer kirche spielt das nur eine untergeordnete rolle, der hall und die damit verbundene schlechte verständlichkeit sind es. und da wirkt eine dezentrale beschallung wunder......
Danke für die Antworten. Werde mir demnächst mal die Anlage in der Kirche anschauen, und dann weitersehen. Falls noch Fragen bestehen, wende ich mich einfach ans Forum. Tim
Hallo MonoTon, ich kann Eure Äußerungen betreffend der Ela-Anlage von diesem Hersteller nur unterstreichen, und die sind wenn man dort anruft auch nicht sehr Kooperativ was den technische Support versteht, d.h. du wirst darauf verwiesen das oder jenes Modul zu kaufen...., wobei das eigentliche Problem nicht gelöst ist. Im zuge dessen die Frage, ob jemand von Euch technische Unterlagen zu diesen Anlagen hat, vor allem interessieren mich die Mikro-einschübe. Wenn ich die Anlage mit den von orginal Mirkos betreibe geht alles gut, und wenn ich ein XLR Kabel, welches genormt ist dazwischenhäne und sie mit z.b. einem SM 58 betreiben will pfeift es, oder ich habe das signal auf der Anzeige, jedoch nicht im Lautsprecher zu hören. Die Phantomspannung beträgt ca. 24 Volt und dürfte eigentlich egal sein, oder ? Nach herauslöten einer 0 Ohm Brücke gehts dann, jedoch nur mit den Dynamischen auf xlr Kabel, jedoch nicht mehr mit den Orginalen der Anlage, dann pfeift es dort. Mus irgendwie mit dem vorgelagerten OP als Mikroverstärker liegen, hab jedochj noch nicht so viel zeit investiert um das richtig herauszufinden und würde mich freuen wenn jemand von Euch mir weiterhelfen könnte? Danke. Gruß Hannes
Argh, das die sich nicht mal an die "billigsten" Normen halten, wußte ich noch gar nicht... Könnte es sein, das die vielleicht noch mit Tonaderspreisung rumsauen?? (ist nur ein schuß ins blaue) Wie gesagt, ich hab dann immer schnell die eigene PA aufgebaut und mich um den kram nicht mehr gekümmert. (zudem dürfte es der veranstalter wohl auch nicht besonders mögen, wenn ich seiner ELA-Anlage rumlöte :-) ) im netz habe ich noch keine näheren Infos gefunden und der wisch der "bedienungsanleitung" schimpft, gibt auch keine technische details preis, ich kann dir leider nicht weiterhelfen... Aber wenn du eine möglichkeit findest, den krempel umzurüsten, wäre ich dir zutiefst zu dank verpflichtet... Kann man die Firma aufgrund von "tontechnischen Unfug" verklagen oder sowas? ;-)