Hallo! Wieweit macht es sinn, ein Mikro mit einem Y-Kabel zu splitten? Wie professionell ist das? Wenn ich ein Mikro mit z.b. nennimpedanz 600 ohm habe und das mit y-kabel aufteile (parallelschaltung), habe ich impedanz am mic-preamp 300 ohm, dafür aber 6db (oder 3?) weniger signal, oder? da ich die halbe impedanz habe, bleibt der pegel aber gleich, oder? wieweit hinunter arbeiten mic-preamps (impedanztechnisch)? ab wann erzeuge ich einen kurzschluß? sind (generell gesagt) dynamische mikros ca. 600 ohm und kondensator ca. 50-200 ohm? ist es auch bei einem split auch schon wirklich sinnvoll, mit einem übertrager zu arbeiten? wieviel mA gibt eine phantomspeisung normalerweise? kann ich ein mikro und eine DI-Box von *einer* Phantomspeisung fahren? falls ich die phantomspeisung überbelaste, fällt dann für alle kanäle die speiung aus, oder wird die nötige stromstärke gemeinsam gespeist (d.h. 72 mA phantomsp. bedeutet 3mA auf 24 Kanälen und die Kanäle bedienen sich, wie sie brauchen, man muß nur unter den 72 bleiben)? wenn ich galvanisch mittel übertrager splitte, geht die phantomspeisung bei der induktion nicht mit, oder? bei jeder galvanischen trennung ist der pin1, der schirm, getrennt, oder?
Wer splittet mit y-kabeln, wer mit übertragern (passiv) und wer aktiv - und wieso? Danke an alle, Hermann.
Also so direkte KAbel splitts kann mann gut und gerne bis zu 6 mal machen. hier spielen natürlich immer die eingangsstufen der pulte und die kabel strecken mit rein. meist hält sich die sound oder einstreuungs einbussen in grenzen. eleganter ist natürlich ein aktiv. oder passiv splitt.
Hallo nochmal! Nach überlegungen ist mir klar geworden, daß die nominale impedanz des mikros sich nicht durch die splittungen ändert, richtig? das würde heißen, daß sich nur der pegel bei einer 2er splittung halbiert, oder? impedanz-technisch würde das mikro doch bei jeden mic-preamp die nominal öhmer anzeigen, oder? jedoch wäre der pegel bei zweiteilung -3db zum einfachen kabelweg, oder? das würde heißen, ein passiver split macht eigentlich nichts anderes als der y-kabelsplit außer einer galvanischen trennung bei pin1 aufhebung?? danke für die technischen antworten, hermann
Hallo Hermann, Um es in einem Satz zu sagen: Die Methode ist in jeder Hinsicht unprofessionell und sollte tunlichst vermieden werden. Mikrofone mit 600 Ohm gibt es heute kaum noch, höchstens billige Amateurmikrofone. Alle hochwertigen dynamischen Mikrofone haben heute 200 Ohm, Kondensatormikrofone können 200 Ohm haben oder auch wesentlich weniger. So haben beispielsweise die Mikrofone von Schoeps bis runter auf 35 Ohm. Der Wert des Lastwiderstandes (= Eingangswiderstand des Mikrofonverstärkers) mit dem ein Mikrofon belastet wird sollte mindestens das 5-fache seiner Nennimpedanz betragen, also 1000 Ohm. Die Eingangsimpedanzen der gängigen Mikrofonverstärker liegen alle um die 1000 Ohm. Wenn Du ein Mikrofon auf 2 oder mehrere Eingänge splittest so vermindert sich der Lastwiderstand für das Mikrofon gemäß den Gesetzen der Parallelschaltung von Widerständen. Bei gleichen Eingangsimpedanzen ist er bei Splittung auf n Verstärker um den Faktor n kleiner. Außerdem wird bei zu niedriger Belastung des Mikrofons dessen Frequenzgang ungünstig beeinflußt, vor allem im Tiefenbereich. Zur Phantomspeisung: Geh mal in die Suchmaschine des Forums, da ist in der Vergangenheit schon eine ganze Menge geschrieben worden. Der Kurzschlußstrom eines normgerechten Phantoms mit 48 Volt beträgt ca. 14 mA und Du solltest auch Mikrofone und DI-Boxen auf keinen Fall aus der selben Buchse Ph-speisen. Wenn Du einen Übertrager zwischen Mikrofonverstärker und Mikrofon hängst, muß die Phantomspeisung über eine künstliche elektrische Mitte wieder neu ausgegeben werden. Das funktioniert theoretisch zwar schon, aber praktisch ist es nicht zu empfehlen, da der Quellwiderstand der Phantomquelle dann zu hochohmig wird. In solch einem Fall hilft nur ein spezielles Phantomspeisegerät zu verwenden. Gibt es bei allen Mikrofonherstellern zu kaufen. MfG Rainer
also Rainer das mag zwar akademisch alles stimmen. aber praktisch wird es so gemacht. div. passive splits Phantomspeisung von einem Pult aus. und alles wird gut. ich hatte da praktisch nohc nie probleme.
hallo thorsten! splittest du passiv mit übertragern oder y-verkabelung? im übrigen habe ich bei dickreiter, band 2 nachgelesen unter anpassung/überanpassung, sogar er erlaubt einen 2er split mit y-kabel (mehrfach rechnen). wenn ein mikro 200 ohm hat, der mic pre eingangsimpedanz 3kohm. parallel also 1,5 kohm - dann habe ich immer noch die 7-fache überanpassung (5-fach sollte es zumindest sein). aber hast du nicht ein problem beim y-kabel, wenn die längen unterschiedlich sind (multicore zum monitor und foh). dann sollte sich doch durch andere kabelwiderstände ein schöner brummmmmm ergeben, oder? danke, hermann
Hallo Ihr beiden, Brummprobleme dürften auch bei unterschiedlichen Leitungslängen nicht auftreten, da ja das eigentliche Mikrofonsignal nicht über den Schirm läuft, sondern über die beiden Tonadern. Sorgt man dann noch dafür, daß sich Monitor und FOH auf dem selben Netzstromkreis befinden, kann eigentlich michts schief gehen bez. Störsicherheit. Ansonsten halte ich nichts - zumindest nicht viel - von jeglichem Splitten und schon gar nicht rein galvanisch, auch dann nicht wenn die Forderung nach den Lastwiderständen eingehalten wird. Die sauberste Methode sind immernoch Entkoppelverstärker. Es braucht bei gesplitteten Leitungen nämlich nur eine von den abgehenden Leitungen einen Kurzen zu haben und schon bricht das ganze Singal zusammen, auch dann wenn man transformatorisch splittet. Der Spannungszusammenbruch ist umso größer, je hochwertiger (!) die verwendeten Übertrager sind, weil ihre Wicklungen besseren Kopplungsfaktor haben als bei minderwertigen Übertragern. Das passiert bei Entkoppelverstärkern nicht. Eine noch brutalere Methode ist die Parallelschaltung zweier Mikrofone und laut Aussagen der Mikrofonhersteller gibt es auch unter Profis tatsächlich welche die das machen. Ich glaube zu diesem Unfug braucht man keine Worte zu verlieren, denn wer sowas macht tritt die Physik mit Füßen! MfG Rainer
hallo rainer! ich glaube dir gerne, wenn du behauptest, daß eine parallelschaltung "pfusch" ist. aber ich verstehe dann nicht, daß die überanpassung so hoch ist, daß es möglich ist, parallel zu schalten. das rechenbeispiel mit 3kohm gilt z.b. für den 01v, dessen micpres haben 3kohm einganswiderstand. wieso wird dann dieser so hoch gewählt? willst du damit sagen, daß dickreiter (2. band, s. 96) die physik mit füßen tritt? (keiner ist perfekt ;-) auch das "tonstudio handbuch" von hubert heine (s. 67) hält eine parallelschaltung für zulässig. ist dein argument aus sicherheitsgründen (zusammenbruch beider signale) oder wegen dem frequenzgang. ist bei einer halbierung des eingangsseitigeen widerstandes bereits eine veränderung des klangs hörbar? diese entkoppler von denen du sprichst stellen eine aktive splitbox dar, oder? danke und schönes wochenende, hermann
Hallo Hermann, Ich meinte bei "Physik mit Füßen treten" den Fall der nicht entkoppelten Parallelschaltung von Mikrofonen oder allgemeiner ausgedrückt: Die Parallelschaltung von Spannungsquellen. Spannungsquellen parallelschalten geht nur, wenn beide gleiche Innenwiderstände haben, gleiche Phasenlage und folglich auch gleiche Frequenzen. Das lehren die Grundlagen der E-Technik. Und diese Kriterien sind bei der Parallelschaltung zweier Mikrofone niemals gegeben, sodaß sich sich gegenseitig belasten. Warum wählt man den Eingangswiderstand von Mikrofonverstärkern so hoch? Antwort: Weil man eine möglichst gute Spannungsanpassung erreichen möchte. Dynamische Mikrofone reagieren empfindlich vom Frequenzgang her auf zu hohe Belastung, aber auch vom Klirrfaktor her ungünstig. Aber auch Kondensatormikrofone reagieren je nach Bauarte der Ausgangsstufe stark unterschiedlich auf die Belastung. Hierzu gibt es von der Firma Schoeps Untersuchungen. Zur Belastung von Studioverstärkern: Die Vorgaben des IRT-Pflichtenheftes 3/5 lauten hier: Kurzschlußausgangswiderstand (Quellwiderstand) bei 15 kHz soll
Ich möchte mal abgesehen von der Physik behaupten, dass Y-Splits kein ernstes Problem darstellen. Vorausgesetzt es bleibt beim max. 2-Fachen Split. Ich verwende seit Jahren eine passive 24er-Splitbox um Micsignale für Liverecording abzuzweigen. Problematisch wird es erfahrungsgemäß wirklich erst wenn zB. FOH&MON ebenfalls passiv gesplittet sind. Prof. Verleiher sind jedoch sowieso meistens mit Trenntrafos "entkoppelt". Also nichts für Ungut. Aber ich denke ich bin nicht der einzige der dieses "Elektronische Verbrechen" begeht. Gruß Zifko