Hallo! Hatte neulich mal eine Analogaufnahme vom Band auf einem PC mit "Creative Soundblaster Audigy"-Karte ueberspielt, um davon CDs zu brennen. Dies war fuer mich der erste Versuch einer solchen Aktion unter Verwendung einer PCI-Soundkarte, und ich war (negativ) ueberrascht, dass erstens die Karte keine hohe Aussteuerung (Eingangssignalpegel) vertraegt, da ansonsten der Eingang verzerrt. Trotzdem konnte ich auch bei maximal eingestelltem Software-Mischer der Karte im Aufnahmeprogramm keine 0 dBfs Aussteuerung erreichen, da die Karte bereits zuvor (!) eingangsseitig verzerrte, was in der Grafikdarstellung der Audiodatei auch deutlich zu sehen war in Form von "flachen Stellen", die aber schon bei etwa 94 % der Maximalaussteuerung lagen und nicht am normal "ueblichen" Limit von 100 %. Da ich bisher nur mit ISA-Soundkarten gearbeitet habe, bei denen die erste Verzerrung immer erst dann eintrat, wenn man das tatsaechliche Limit im Aufnahmeprogramm erreichte, habe ich es mal auf einem Standard-PC mit einer billigen PCI-Soundblasterkarte probiert. Diese liess nicht einmal 80 % der Maximalaussteuerung zu, ehe sie bereits verzerrte, und diese Verzerrungen sahen noch unschoener aus als die der "teureren" Soundblaster, denn sie wirkten wie "Spannungseinbrueche". Ist dies ein allgemeines Problem von PCI-Soundkarten, oder sind einfach nur die Soundblaster-Karten untauglich fuer solche Zwecke? Aber selbst mit einfacheren ISA-Soundblastern hatte ich nie derartige Probleme. Liegt das an der Spannungsversorgung des PCI-Bus? Irgendwo hatte ich mal was in der Richtung gelesen, weiss es aber nimmer genau. Ich frage deshalb, da ich selber mal ueberlegt habe, evtl. die Terratec EWX 24/96 zu kaufen, die ohne weiteres Eingangspegel von +4dBu verarbeiten koennen soll - aber tut sie das denn wirklich, und kann man mit der dann auch die Vollaussteuerung ausnutzen? Andererseits: wenn es bei bestimmten Karten geht, warum verhalten sich dann die Eingaenge der guenstigen Karten anders? Es muss doch moeglich sein, mittels geeignetem Spannungsteiler am Eingang auch hohe Pegel vernuenftig umzusetzen!?? Vielen Dank im voraus fuer hilfreiche Antworten! Gruss, Hansi
Das hat nix mit PCI zu tun, sondern mit der Karte. Man bekommt was man bezahlt. Kauf dir eine digitale Karte (ADAT, S/PDIF, AES/EBU) und einen guten externen Wandler. Oder ein Karte mit externer Wandlereinheit. Aber notfalls gehen auch Karten mit Wandlern drauf. Diese müssen nicht schlecht klingen aber man hört u.U. die Grafikkarte arbeiten.... Soundblasterkarten stehen nicht in dem Ruf besonders für Musikaufnahmen zu sein....
Hallo Hansi, Ich mache immer wieder die Beobachtung, daß viele die mit Soundkarten hochwertige Tonbearbeitungen machen wollen zu Billigprodukten greifen. Auch wenn es finanziell weh tut: Kauft Euch mal die Soundkarte "Lynx One". Die kostet zwar um die 850 Eu, aber dann weiß man auch was man hat. Die hat nur digitale Eingänge. Ich würde sowieso davon abraten, das analoge Signal direkt in den Computer zu führen, denn die Einflüsse durch Störungen sind einfach zu groß. Nimm einen externen AD/DA-Wandler und gehe dann mit den AES/EBU-Schnittstellen an die Soundkarte. Alles andere ist unprofessionell. Wenn man qualitativ hochwertige Tonbearbeitungen machen will/muß, dann sollte man nicht an der Soundkarte sparen. Auch die viel zitierte Terratec ist nicht der Weisheit letzter Schluß, die o.g. "Lynx One" ist bisher das beste was ich je gesehen habe und die Installation ist kinderleicht: Karte eistecken, Diskette ins Laufwerk und das Installationsprogramm starten, der Rest geht von selbst. Die Karte lief bei mir auf Anhieb ohne Probleme. So gut ließ sich bisher keine Soundkarte installieren. Die Soundblaster & Co. sind nach meinem Ermessen einfach Spielkarten, aber alles andere als für professionelle Tonbearbeitung zu gebrauchen. MfG Rainer
Hallo Rainer! Vielen Dank zunaechst mal fuer Deine Antwort. Ich sagte ja, daá es nicht meine persoenliche Soundkarte ist, sondern ich muáte damit an dem PC eines Bekannten arbeiten, habe aber trotzdem gehofft, daá das besser funktionieren wuerde. Rein subjektiv hat sich die Karte auch gar nicht mal so schlecht geschlagen, da keine hoerbaren Stoergeraeusche auftraten und das Grundrauschen (ohne sonderliche hervorstechende Frequenzen) laut dem Aussteuerungsanzeiger des verwendeten Programms bei -80dB lag, was mir mehr als gereicht hat, da in der Aufnahme (Live-Mitschnitt) alles andere eh wesentlich lauter war (Pegel bei -55 dB). Insofern hat mich dieses Uebel mit dem Eingang umso mehr geaergert, da ich es technisch nicht nachvollziehen kann, warum ein Eingang, der mit "Line" beschriftet ist, nicht auch einen entsprechenden Pegel vertraegt. Selbst mit dem Augang eines normalen "Hifi"-Cassettenrecorders ist es nicht moeglich, 0dBfs zu erreichen, ohne daá der Eingang vorher uebersteuert, was bei einem Pegel von etwa -1,5dBfs der Fall ist - mehr gibt die Karte nicht her. Diesen Vergleich probierte ich, da ich mal davon ausgehe, daá mindestens dafuer diese Karte geeignet sein muá. Was laesst sich denn trotz allem ueber die Terratec sagen? Ich benoetige halt einen Preis-Leistungs-Kompromiá ;-) Aber bei dem ganzen Gelaester ueber Behringer ist mir eins klar: ein Behringer-Geraet stoert weniger als ne Billigsoundkarte ;-) Gruá, Hansi
Also Karten mit denen ich bisher ganz gut gefahren bin sind die Interfaces von RME, hier kenn ich allerdings nur die reinen digital-Interfaces ab der 32/8 aufwärts... Meiner Erfahrung nach laufen die Dinger vomn treiber sehr stabil, und auch die installation ist nicht komplizerter als bei der Lynx....Sie verstehen leider kein Aes/Ebu (aber das besorgt mir meine v8 ;) ) Und "dank" der ADAT-Schnitstelle (auch nicht der WEissheit letzter schluss, aber praktisch und weit verbreitet) oder SP/Dif so ziemlich zu allen digitalen geräten kompatibel... und Wandler mit Adat-Schnitstelle gibts von billigen bis zu high end geräten in jeder PReisklasse...
tretet mich von mir aus jetzt alle: aber von terratec gabs mal für 40? ne karte, hieß glaube ich "128pci" oder so: da konnte ich bis zum grenzpegel aussteuern ohne großartige, eigentlich fast gänzlich ohne merkliche verzerrungen. bei der "dmx-fire" von terratec für 100? dagegen war das klangergebnis zum weglaufen. was sagt ihr dazu? ich nutze die billig-karte heute übrigens immer noch ab und zu. warum auch nicht? mfg
Bei Terratec läufst Du immer Gefahr im Treiberchaos zu versanden. Die Unterstützung der Karten ist eine Katastrophe, reibungsloses Arbeiten reine Lotterie. Ich habe gerade meine DMX, die ich nur wegen dem Digitaleingang gekauft hatte, geschrottet, weil sie nicht zuverlässig zum Laufen zu bringen war. Da war z.B. im mitgelieferten Treiber der Digitaleingang gar nicht ansprechbar ('Diese Funktion ist noch nicht implementiert'), ein halbes Jahr nach Erscheinen der Karte war auf der Terratec-Site für Win98 nur ein Beta-Treiber verfügbar. Die Karten mögen für das Geld gut sein, aber was nützt das ohne vernünftige Treiber. Ich habe jetzt eine billige MIDIman Digitalkarte (DIO2448, 135Euro) und nach ersten Tests scheint die keine Probleme zu machen. Ich würde allerdings auch empfehlen außerhalb des PCs zu wandeln. Marcel
Hi Hansi ! Ich kann mich den meisten meiner Vorrednern nur anschließen und Dir Digitale I/O Karten mit externen Wandlern empfehlen. Im Nachhinein bist Du hier auch sehr viel flexibler, was das nachträgliche tauschen der Wandler anbelangt. Die Lynx, die Rainer erwähnt ist sicher sehr gut, Preiswerter und extrem Betriebssicher ( Treiber super stabil, schnell und kompfortabel ) sind aber auch die Karten von RME. Ich kenne hier die Digi 32/8 als Preiswertes Modell ( hat mal so um 500 DM gekostet ), die Hammerfall hat 3 x Toslink. Liebe grüße vom Don
Hallo Christian, danke für diesen Beitrag, der einen ermutigt, auch mit Kompromissen zu leben, ohne immer das Alibi zu benötigen "habe das teuerste Gerät". Als Privatmann kann und will ich mir eigentlich keine so sehr teure Soundkarte leisten, denn weder sind 300 dB Rauschabstand nötig noch ein Frequenzgang bis 200 kHz, denn ich bin nicht Fledermausbeschaller oder sowas ;-) Auch bin ich zumindest im Audiobereich kein so wahnsinniger Conputerfanatiker, sondern die Einspielerei in den PC ist ein notwendiges Übel, weil das Endergebnis nunmal auf CDs draufsollte. Für Erstaufnahmen und Livemitschnitte verlaß ich mich nur auf eins, nämlich einen guten und zuverlässigen Analogrecorder, der mir dann auch mal mehr als 2000 DM wert ist - aber nicht eine Soundkarte ;-) Digitaltechnik ist ja eh das Billigste für die Industrie, da es im Gegensatz zu Analogtechnik nicht wirklich so auf Präzision ankommt bei der Herstellung... (gut, vor allem bei den Abspielern - im hochwertigen Bereich möchte ich das dann doch eher nicht unterstellen :-) Viele Grüße und vielen Dank auch für all die anderen Antworten, auf die ich aus Zeitgründen nicht alle eingehen kann. Hansi
Hallo nochmal, hatte heute die Moeglichkeit, nochmal mit der Soundkarte zu arbeiten. Interessant ist dabei, dass es komischerweise bei 48kHz Abtastrate einwandfrei funktioniert. Bei 44,1 kHz jedoch treten so komische Probleme auf, dass gerade in der Naehe der Vollaussteuerung die Verhaeltnisse von Pegelanstiegen u.a. nicht mehr stimmen, so wie eben auch schon beschrieben, dass die Pegelanzeige nicht mehr stimmt. Kann das denn theoretisch auch am Aufnahmeprogramm liegen, das schon etwas aelter ist (1996-1997)? Die neueren Karten haben ja alle eine feste Abtastrate (die maximale), darunter wird nur interpoliert. Aber das duerfte doch die Software nicht beeinflussen, oder? Gruss, Hansi
Manche Karten arbeiten in Wirklichkeit ausschliesslich mit 48kHz. Arbeitet man mit 44.1kHz dann machen die hardwaremässig eine qualitativ fragliche Sampleratenkonvertierung. Da könnten die Probleme stecken.