Universal-Mikrofonschiene

Erstellt 12 Antworten13 Beiträge
Startbeitrag#1
Ich brauche eine Mikrofonschiene mit der sich unterschiedliche Aufnahmeverfahren realiesieren lassen: XY, ORTF, Klein-AB.
Dies bedeutet ja, daß die Mikrofone sowohl in den Abständen, als auch in der Höhe (XY für eine Übereinander-Anordnung) variabel sein müssen.
Mir ist bekannt, daß von der Firma Schoeps so etwas zu einem sehr hohen Preis angeboten wird.
Gibt es so etwas günstiger, oder läßt sich so etwas auch selbst konstruieren.
Für Tips oder Ratschläge bin ich dankbar.
Vielen Dank AndreasK
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Antwort#2
Lieber Andreas,
ja, es gibt andere Mikrofonschienen, von AKG oder K&M zum Beispiel, allerdings bieten die alle nicht den vorteil der "Standardmarkierungen" die die Schoeps-Schiene hat, die Du Dir aber durchaus dann selber auf die Schienen malen kannst.

Die Schoeps-Schiene ist zwar wirklich schweineteuer, aber sie ist so ein art Schweizer Messer für kleine Hauptsysteme - farbcode einstellen, micros reinklemmen, aufs stativ schrauben und aufnehmen - alle Winkel & Abstände passen.... kein herummessen, kein nachprüfen mit Schablonen etc. notwendig - dieser wirkliche Luxus muss halt mit Geld abgegolten werden.
WEnn Du aber mit einer Drehbank und Feile etc. umgehen kannst, kannst Du Dir sicher so etwas auch selber konstruieren - es ist eigentlich ein Querträger auf dem zwei verschiebbare Reiter sitzen, die arretiert werden können. Auf diesen Reitern ist dann eine drehbare und verstellbare Mikroklammer oben- that's it.
Herzlichen gruß
Georg




Tonzauber - einfach klassisch
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Antwort#3
Hi,
mir viel gerade dazu ein, dass in der photographie (sorry fuer die alte Schreibweise) aehnliche Schienen eingestzt werden. (ich glaube die Schrauben fuer die Kamera sind die gleichen wie die Europaeischen Mikrofonstaender Gewinde) Ich habe mal ein System fuer eine Blitz gehabt, wo man Blitz und Kamera raufschrauben konnte und dann halt individuel verscheiben konnte. Halt da einfach mal nachschauen, vielleicht findest du da was guenstigeres.
Gruss,

HaJo
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Antwort#4
Hallo zusammen,
bin auch auf der Suche nach einer solchen Schiene. Wenn ihr das Schoeps-Teil als teuer beschreibt, um welchen (ungefähren) Betrag handelt es sich denn und um wieviel ist dann AKG und Konsorten billiger?
Grüßle
Andy
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Antwort#5
Vielen Dank für die Tips.
Zum Preis der Schoeps Schiene kann ich nur den Listenpreis von ´99 nennen der ohne Mehrwertsteuer bei 499.-DM lag.
Gruß AndreasK
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Antwort#6
Hi,
soweit ich weiß, sind die Fotogewinde kleiner als 3/8 Zoll, aber ich glaube, daß es auch Adapter dafür gibt (weiß aber nicht wo).
Gruß Uvo
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Antwort#7
Hallo zusammen,
US-Standardgewinde ist 1/4", Euro-Standard war 3/8".
Profi-Geraet (Stative, etc.) koennen beides, fuer andere gibt es in jedem guten Photoladen Adapter - in beide Richtungen...
Stativmaterial ist nicht billig, aber im Vergleich zur Schoeps-Loesung sehr ertraeglich.
Gruss
Micha
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Antwort#8
Hallo,
Vorsicht mit dem ganzen Photozubehör und überhaupt mit den Gewindeadaptern. Ich habe da keine guten Erfahrungen.
Diese 1/4"-Photoarmaturen sind oftmals für Mikrofonbefestigungen zu schwach (könnten brechen). Die übrigen Adapter von einer Gewindegröße auf eine andere sind auch teilweise miserabel schlecht verarbeitet. Mir sind schon ein paarmal welche abgebrochen und das 1 Stunde vor eine Liveaufnahme. Bei vielen ist das "Fleisch" zwischen Innengewinde und Außengewindeansatzt einfach zu dünn - an dieser Stelle bricht das Ding dann. Ich habe mir dann für meine Ständer in einer ortsansässigen Dreherei entsprechende Einsätze drehen lassen.

Grüße
Rainer
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Antwort#9
Hallo Rainer,
Deiner Aussage kann ich nur teilweise zustimmen.
Wenn man billiges Aluminium- oder Aluminium-PVC/ABS-Material benutzt, dann stimmt, was Du sagst - aber das bricht dann auch, wenn man die schwere Kamera oder Optik daran befestigt.
Benutzt man Markenware (z. B. Linhof, Novoflex, Bogen, Slik, Gitzo, Manfrotto, Losmandy, ...), sieht dies anders aus - ein Satz Schienen, Schrauben oder Adapter, welche eine Linhof Technika 8*10" Fachkamera, einen grossen Betacam Camcorder oder ein 2,8/400 mm Tele mit Profigehaeuse und Motor im Feldeinsatz tragen koennen, _ist_ robust - im Vergleich dazu sind Mikrophone selbst mit Kabelzug (vom Musiker, der daruerberfaellt) eine einfache Last.
Also bitte nicht pauschalisieren.
Gruss
Micha
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PS: Ich benutze eine Justierschiene fuer eine Fachkamera als Traeger fuer AB.
Man kann je Reiter an der Schiene 50 kg Masse aufhaengen...
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Antwort#10
Hallo,
der Schoeps-Schiene UMS 20 kostet derzeit EUR 255,13 zzgl. USt.
Gruesse, Thomas
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Antwort#11
Hallo Micha,
Mein Augenmerk richtete sich dabei in erster Linie auf die Gewindereduzierstücke. Da habe ich Bedenken in vielen Fällen. Vor allem dann, wenn man z.B. ein 1/2"-Gewinde am Ständer hat, und dann mit einem Reduzierstück auf 3/8" gehen muß wo ein Galgen angeschraubt wird. Da sind mir solche Reduzierstücke schon paar mal gebrochen. Deswegen habe ich bei den in der Phototechnik üblichen 1/4"-Gewinden erst recht Bedenken.

Grüße
Rainer
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Antwort#12
Hallo Rainer,
die Sache mit den Uebergaengen 1/4" auf 3/8" stimmt, wenn man mit Aluteilen
und 1/4"-Technik arbeitet. Billigware ist nicht empfehlenswert - das geht bei schwerer Last oder hartem Gebrauch ins Auge...
Meine Ertel- und Losmandy-Schienen sind alle mit 3/8"-Gewinden versehen, und
die Frage nach fragilen Erweiterungsstuecken stellt sich dann nicht.
Wenn man unbedingt mit 1/4"-Grundmaterial arbeiten will, sollte man die Aluschrauben durch gute Stahl-Zylinderschrauben mit 1/4"-20-Gewinde ersetzen,
und professionelle Uebergaenge aus Messing oder Stahl verwenden, wie sie z. B.
von Linhof und Slik angeboten werden. Oder man kann auch die Bohrungen aufweiten (natuerlich mit guten (Gewinde)bohrern) und dann 3/8"-Zylinderschrauben benutzen. Fuehrt beides _sicher_ zum Ziel.
Auch wenn Du - offensichtlich aus schlechter Erfahrung mit billigen Materialien - skeptisch bist - sei versichert, dass die Materialien aus der professionellen Phototechnik (oder auch aus der Amateurastronomie) stabil genug sind, um selbst rohen Feldeinsatz zu ueberstehen.
Zwei Beispiele:
(1) Meine Bildverstaerker-Kamera: AEG PZB-200 - hat eine festverbaute 280mm/f:1,5(!)-Optik von Kern/CH und nachgeschaltete Kameraroehre mit Bildverstaerker - das Ganze ist in einen schlagfesten Aluminiumzylinder eingebaut und wiegt mit Streulichtblende 28 kg. Befestigung auf dem Stativ-Schwenkkopf ueber eine Adapterplatte - diese ist mit vier 1/4"-Schrauben am Kameragehaeuse befestigt (nicht formschluessig, daher tragen die Schrauben das Gewicht) - der Anschluss des Adapters an den Schwenkkopf benutzt natuerlich 3/8" und ist formschluessig. Das verwendete Stativ ist von Ertel/Muenchen und natuerlich ein wenig stabiler als uebliche Amateurphotostative...
(2) Pentax 400mm/f:4-Optik mit Mittelformatanschluss. 8 kg - wird ueber _eine_ 1/4"-20-Verbindung am Stativ befestigt, und selbige haelt Kameragehaeuse und Optik - zusammen schlappe 10,5 kg. Ich hatte anfangs grosse Bedenken damit - die sind inzwischen weg, da das Ganze doch ueber einige Jahre harten Einsatz hinweg gehalten hat. Selbstredend benutze ich Stahl-Zylinderschrauben zur Befestigung.
Kauft man solche Ware neu, ist sie preisweise durchaus vergleichbar mit den angesprochenen Bauteilen aus der Tonstudiotechnik.
Andererseits findet man 'Mechanik' aus der professionellen Film- und Phototechnik oft _sehr_ preiswert im Gebrauchtgeraetehandel oder auf Photoboersen.
Dies mag fuer Profis uninteressant - weil zu wenig vorhersagbar - sein, sollte allerdings dem urspruenglichen Frager helfen, da das Geld fuer die Mikrofonschiene offensichtlich ein Problem darstellt oder zumindest als solches gesehen wurde.
Ich rate in diesem Falle nicht zu einer Blitzschiene, sondern zu einer optischen Bank, wie sie fuer Balgenauszuege oder Fachkameras benutzt wird. Durch den unsaeglichen 'Siegeszug' der digital imagers bleiben viele Photohaendler auf solchem Geraet sitzten, und die Amateure stossen Balgengeraete und aehnliches ab - was die Preise auf ein angenehmes Mass drueckt...
Gruss
Micha
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Antwort#13
Guten Nachmittag,
auch ich kann mit Rainer nur vor Photomaterialien warnen und zwar bis in die Linhof-Ebene meiner tontechnischen Frühzeit hinein. 3/8"-Reduzierstücke und -Schrauben sollten mindestens die Messingebene erreichen, weil man sonst beim hektischen Schrauben (wir kennen das...) allzuleicht Gewinde abreißt, ja aufgeschraubte 'Gegenstände'abstürzen; dabei wird dann aus entsprechender Höhe selbst ein CMC5-MK2 Jörg Wuttkes zum tödlischen Hammer.
Fotoreduzierstücke sind häufig aus Alu gedreht, um die Gewinde in den Kameragehäusen zu schützen; sie enden auf jeden Fall bei Rotgusslegierungen.
Der Selbstbau von 3/8-Zoll-Verschraubungen hingegen hat sich bei mir sehr bewährt:
-Herkömmliche 3/8"-Schrauben auf der Drehbank nach Bedarf kürzen,
-unter dem (bei mir halbrunden) Kopf Gewinde auf einigen Millimetern Schaftlänge ausdrehen, damit die Schraube in den Traversenlöchern frei gedreht werden kann,
-in die Schraubenkopfnut eine stählerne Beilagscheibe entsprechender Stärke und geeignetem Durchmesser einlöten (Messing-Hartlötung), nachdem man sie entlang einer Sekante so abgeschnitten hat, dass die Sekantenlänge dem Kopfdurchmesser entspricht.
Das sieht ordentlich aus und kann -endlich einmal ohne Werkzeug- zuverlässig zu- und danach auch wieder aufgegedreht werden. Leider sind 3/8"-Schrauben nicht immer und überall in Zentraleuropa verfügbar. (Sagte da einer was von M-Gewinden und ihrer Verfügbarkeit in den USA?)
Traversen sind ein eigenes Problem, namentlich im Hinblick auf die vergrößerten Mikrofonbasen bei A-B, wenn man einen Center realisieren will (egal ob Surround oder herkömmlich 2-kanalig, Decca-Tree oder OCT). Man braucht Basen über einem Meter, für die der Handel offenbar (??) nichts vernünftiges oder allzu spezielles bereitstellt. Über 50 cm wird das Angebot sowieso dünn.
Hier habe ich zum einen einen örtlichen Spengler/Schmied eine u-profilierte Hartaluminium-Leiste (Länge 140 cm. Stärke 4 mm) anfertigen lassen, die in regelmäßigen (symmetrischen) Abständen die notwendigen Löcher trägt, deren Abstand zur Mitte wiederum an den Löchern notiert wurde, damit man die Klangkörperausdehnung nach den Arbeiten meiner Freunde Michael Williams und Helmut Wittek (Besuchstip: www.hauptmikrofon.de mit dem Image-Assistenten 2.0 und einer Reihe schöner Texte!) ohne Zuhilfenahme eines Zollstockes kalkulieren kann.
Eine weitere Möglichkeit nutze ich gelegentlich für ABC-Aufstellungen: Einen der mittleren K&M-Galgen quer auf den Ständer und drei K&M-240/5 aufklemmen (Gewindewinkel dafür um 90° drehen). Diese Kombination ist aber bereits mit Mikros und Kabeln so schwer, dass nur ein absolut sicher stehendes Stativ hohen Eigengewichts die ganze Mimik tragen kann, die beliebten Foto-Alu-Dinger reichen hier nicht mehr hin, wenn einem Leib und Leben von Interpreten, pot. Zuhörern beim Live-Mitschnitt oder auch nur diejenigen im Eigenbesitz lieb sind...
Vielen Dank für die Geduld. Vielleicht nützt es ja dem einen oder anderen.

Hans-Joachim
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