Guten Nachmittag,
auch ich kann mit Rainer nur vor Photomaterialien warnen und zwar bis in die Linhof-Ebene meiner tontechnischen Frühzeit hinein. 3/8"-Reduzierstücke und -Schrauben sollten mindestens die Messingebene erreichen, weil man sonst beim hektischen Schrauben (wir kennen das...) allzuleicht Gewinde abreißt, ja aufgeschraubte 'Gegenstände'abstürzen; dabei wird dann aus entsprechender Höhe selbst ein CMC5-MK2 Jörg Wuttkes zum tödlischen Hammer.
Fotoreduzierstücke sind häufig aus Alu gedreht, um die Gewinde in den Kameragehäusen zu schützen; sie enden auf jeden Fall bei Rotgusslegierungen.
Der Selbstbau von 3/8-Zoll-Verschraubungen hingegen hat sich bei mir sehr bewährt:
-Herkömmliche 3/8"-Schrauben auf der Drehbank nach Bedarf kürzen,
-unter dem (bei mir halbrunden) Kopf Gewinde auf einigen Millimetern Schaftlänge ausdrehen, damit die Schraube in den Traversenlöchern frei gedreht werden kann,
-in die Schraubenkopfnut eine stählerne Beilagscheibe entsprechender Stärke und geeignetem Durchmesser einlöten (Messing-Hartlötung), nachdem man sie entlang einer Sekante so abgeschnitten hat, dass die Sekantenlänge dem Kopfdurchmesser entspricht.
Das sieht ordentlich aus und kann -endlich einmal ohne Werkzeug- zuverlässig zu- und danach auch wieder aufgegedreht werden. Leider sind 3/8"-Schrauben nicht immer und überall in Zentraleuropa verfügbar. (Sagte da einer was von M-Gewinden und ihrer Verfügbarkeit in den USA?)
Traversen sind ein eigenes Problem, namentlich im Hinblick auf die vergrößerten Mikrofonbasen bei A-B, wenn man einen Center realisieren will (egal ob Surround oder herkömmlich 2-kanalig, Decca-Tree oder OCT). Man braucht Basen über einem Meter, für die der Handel offenbar (??) nichts vernünftiges oder allzu spezielles bereitstellt. Über 50 cm wird das Angebot sowieso dünn.
Hier habe ich zum einen einen örtlichen Spengler/Schmied eine u-profilierte Hartaluminium-Leiste (Länge 140 cm. Stärke 4 mm) anfertigen lassen, die in regelmäßigen (symmetrischen) Abständen die notwendigen Löcher trägt, deren Abstand zur Mitte wiederum an den Löchern notiert wurde, damit man die Klangkörperausdehnung nach den Arbeiten meiner Freunde Michael Williams und Helmut Wittek (Besuchstip:
www.hauptmikrofon.de mit dem Image-Assistenten 2.0 und einer Reihe schöner Texte!) ohne Zuhilfenahme eines Zollstockes kalkulieren kann.
Eine weitere Möglichkeit nutze ich gelegentlich für ABC-Aufstellungen: Einen der mittleren K&M-Galgen quer auf den Ständer und drei K&M-240/5 aufklemmen (Gewindewinkel dafür um 90° drehen). Diese Kombination ist aber bereits mit Mikros und Kabeln so schwer, dass nur ein absolut sicher stehendes Stativ hohen Eigengewichts die ganze Mimik tragen kann, die beliebten Foto-Alu-Dinger reichen hier nicht mehr hin, wenn einem Leib und Leben von Interpreten, pot. Zuhörern beim Live-Mitschnitt oder auch nur diejenigen im Eigenbesitz lieb sind...
Vielen Dank für die Geduld. Vielleicht nützt es ja dem einen oder anderen.
Hans-Joachim