Verstärkung "längerer" Multicore-Signale

Erstellt 15 Antworten16 Beiträge
Startbeitrag#1
Frage eines Kaufmannes,
wenn die Zuleitung von Mikrofon zu lange ist, dann sollte man ja einen Verstärker dazwischen schalten - so habe ich das jedenfalls bisher verstanden. Wie verhält sich das, wenn ich vor dem Mischpult und einer 100m-Multicore-Leitung einen Funkempfänger meines Zeck-Daisy-Systems habe? Das sollte ja dann eine Line-Signal sein - muss ich das auch verstärken, oder kann ich das über den Pegelregler am Empfänger machen?
Gruss, Wolff-Dietrich
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Antwort#2
Das DAISY hat doch einen symmetrischen XLR-Ausgang, oder? Ich hatte auch mal so ein Teil und mit 70 m Multicore dazwischen gab's keine Schwierigkeiten. Ich glaube nicht, daß die 100 m ein Problem sind, wenn Dein Kabel vernünftige technische Daten aufweist und entsprechend abgeschirmt ist.
Thomas
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Antwort#3
Hallo Ihr beiden,
Ich benutze bei meinen Außenaufnahmen durchweg Kabeltrommeln mit 120 Metern, 10-paarig abgeschirmt und das ganze Bündel nochmals gemeinsam abgeschirmt. Keine Probleme.
Wenn man niederohmige Mikrofone benutzt, 200 Ohm oder weniger, können bedenkenlos bis zu 200 Meter angeschlossen werden.
Bei längeren Leitungen würde ich empfehlen, den Mikrofonverstärkersatz direkt an Ort und Stelle zu stellen und dann mit hochpegeligen Signalen über Multicore ins Mischpult zu gehen.
Ideal wäre: Auf der Bühne ein Mehrfachmikrofonverstärkersatz mit A/D-Wandler, dann mit Glasfaserleitung zum Pult und dort direkt digital weiterverarbeitet, zumal man bei Glasfaserleitung auch keinerlei Probleme hätte wegen Brummschleifen. Aber das ist momentan noch teuer.

MfG
Rainer
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Antwort#4
Hallo Rainer,
so 'ne Art Digital-Multicore schwebt mir schon lange vor. Problem ist, dass die Bauteile wohl zu akzeptablen Preisen einzukaufen waeren, aber es an der Umsetzung hapert. Ich hatte mal 'nen Kollegen, der mir ne grobe Materialliste für so'n Digi-Core gemacht hat. Das war aber vor vier Jahren. Damals scheiterte es dran, mehrere Lichtwellensignale auf einen Lichtleiterstrang zu multiplexen und am anderen Ende in Echtzeit wieder so zu trennen, dass die Latzenzzeit in akzeptablem Rahmen bleibt (wobei man hier wohl < 8 ms schon ansetzen müßte, oder?).
Hast Du schonmal so eine fertige Lösung gesehen? Zu welchem Preis?
Gruss Thomas
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Antwort#5
Schau mal bei www.hosa.com.
Kann die Seiten leider grad nicht erreichen, aber wenn ich mich richtig erinnere haben die einen Adapter von ADAT auf richtige Glasfaser und zurück.
Damit kann ein ADAT-Signal ( ==8 kanäle) über längere Distanzen geführt werden.
Auf der Bühne ein ADI-8 oder so, dann da durch zum digitalen Pult.
Bei mehr Kanälen eben entsprechend mehrere Glasfaser.
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Antwort#6
Ja, es gibt sowas auch als "fertiges" Produkt, heisst Optocore und funktioniert genial - allerdings ist es auch genial teuer... weitere infos unter www.optocore.de
Hezrlichen Gruß aus Wien
Georg

Tonzauber - einfach klassisch
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Antwort#7
Hallo Thomas,
die Lösungen die mir bekannt sind, sind alle aus dem Bereich der großen Mischpulte wie sie beim Rundfunk üblich sind (beim SWF habe ich das mal gesehen, an einem Neve-Pult was dort im Probebetrieb lief).
Das Kabel an sich mit mehreren Glasfasern dürfte weniger das Problem sein, denn im Prinzip kann man über eine einzige Faser ja Bandbreiten im GHz-Bereich leiten. Da sind 48 Kanäle kein Problem sondern die Umsetzer von elektrisch nach optisch und umgegekehrt.
Grüße
Rainer
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Antwort#8
Das optocore-System hab ich glaub ich vor zwei Jahren damals noch als Prototyp auf der Messe in Frankfurt gesehen, kannte die Firma aber nicht.
Tja, wenn ich so was sehe und die Preise lese, da sagt mir mein geschäftstüchtiges Inneres, daß man sowas doch bestimmt auch billiger haben kann (und dann verkaufen könnte...).
Modular aufgebaut, und als Krönung das ganze über eine Funkstrecke im GHz-Bereich. Einfach hingeh'n, on Stage und am FoH ne Antenne aufbauen und los. Nie mehr dicke analoge Multicores, keine Kabel mehr... Mann, wäre das schön ;-)))
Hat jemand Interesse am Bau von so 'nem System?
Thomas
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Antwort#10
Ich glaube nicht, daß sowas jemals über Funk laufen wird. Erstens kann keiner garantieren, daß es funktioniert (von absichtlichen Störungen mal abgesehen: Jetzt neu bei Conrad - der Backstreet Boys Konzert - Killer....). Und zweitens würde man niemals mehr so billig an erstklassige Bootleg-Mitschnitte von großen Acts kommen, schließlich steht nirgendwo, daß man die Signale nur einmal pro Gig empfangen kann... ;-)
Janko
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Antwort#11
Kommt drauf an, wie man's macht. Wenn die Hardware genug Power hat, könnte man die Sache ja auch verschlüsseln. Außerdem glaub ich nicht, dass ein Konzertbesucher auf die Idee kommt, 'nen Gigaherz-Empfaenger mit Demultiplexingfähigkeiten dabei hat....
Jedenfalls wär' das ein interessantes Projekt.
CU Thomas
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Antwort#12
Grüsze!
Es ist unmöglich per Funk etliche, hochwertige Digitalstreken aufzubauen, man kommt mit der zulässigen Bandbreite nicht klar! (meine letzten Infos)
Bzw. würde ich lieber ein Kabel verlegen als mich vor jedem Auftritt mit irgendwelchen Funkbehörden rumzustreiten :-)
mfg
JF
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Antwort#13
Du hast völlig recht was das Genehmigungszeugs und die Betriebssicherheit angeht. Aber man wird ja wohl noch ein wenig träumen dürfen... ;-)))
Thomas
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Antwort#14
Ich frag' mich grad, wie siehts mit Infrarot aus?
Was kann man denn da alles so drüberjagen?
Sichtverbindung Bühne-FOH besteht ja meist.
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Antwort#15
Hallo Thomas,
Das Problem mit Infrarot ist keineswegs einfach zu lösen wenn man am IR-Empfänger noch genügend Leistung haben will und dazu noch bei diesen Bandbreiten. Ich habe an unserer Hochschule vor ein paar Semestern eine Diplomarbeit angeregt - die auch ausgeführt und mit einem Preis des VDE ausgezeichnet wurde - bei der das AES/EBU-Protokoll über eine IR-Strecke übertragen wurde. Die ganze Sache war sehr aufwendig, vor allem was den Sender betraf. Es mußte nämlich auch ein breiter Abstrahlwinkel erreicht werden.
Nun stelle man sich vor, das ganze von 2 auf 32 oder mehr Kanäle auszudehnen. Bei 2 Kanälen sind von vornherein 1,5 MHz ÜT-Bandbreite notwendig.

MfG
Rainer
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Antwort#16
Hallo,
ich halte die IR-Lösung als zu fehleranfällig - stell Dir mal vor, der Kollege vom Licht nebelt Dir die Bühne voll und die Nebelschwaden ziehen vor deinen Sender. Dann is Feierabend.... Ich glaub, 'ne Funkstrecke im GHz-Bereich wäre eher zu realisieren (obwohl ich kein Nachrichten- oder E-Techniker, sondern Informatiker bin...).
Thomas
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