Wie mischt ihr Live-Keyboards?

Erstellt 20 Antworten21 Beiträge
Startbeitrag#1
Im Live-Forum bei www.keyboards.de gab's vor kurzem eine Diskussion darüber warum Keyboards häufig zu leise gemischt werden, sodaß man (auch bei professionellen Bands) das ganze Konzert durch den Keyboarder mehr sieht als hört.
Seht ihr das auch so? Wenn ja, warum sind Keyboards häufig im Mix so leise, evtl. ZU leise?
Harald
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Antwort#2
Hi Harald,
Mischen ist leider recht subjektiv und nicht jeder hat ein Ohr dafuer. Der eine haette es lieber lauter, dem anderen ist es zu laut.
Also ich mische jedes Instrument nach den Kriterien, ob es eine lead Aufgabe uebernimmt, oder ob es "nur" im Hintergrund steht. Wenn das Keyboard also irgendwelche Pads zur unterstuetzung spielt, dann werde ich die nicht so druecken, wie wenn das Keyboard gerade ein Rhodes Solo spielt.
Am besten ist, mal die Augen schliessen und versuchen ohne sich durch das Visuelle beeinflussen zu lassen hinzuhoeren. Wenn der Mischer nicht komplett ohne Ahnung mischt, dann solltest Du das Keyboard auf jeden Fall heraushoeren koennen. Aber wie gesagt: Geschmackssache (manchmal auch politik, der Keyboarder ist garnicht so gewuenscht, am n laesst ihn aber machen, und dreht ihn halt runter, aber ist dann extrem)
Gruss,

HaJo
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Antwort#3
hallo!
ich unterhalte mich oft mit unserem keyboarder über dieses problem.
du hast ganz recht, auch in unserer gegend hörst du nur selten mal das keyboard bei einer cover-band. natürlich ist es mit zunehmender kanalzahl schwieriger den mix durchsichtig bzw. transparent klingen zu lassen. mir scheint einige machen sichs hier sehr leicht oder merken es einfach nicht dass hier jemand umsonst auf der bühne steht. wenn wir mal eine videoaufzeichnung ansehen,
mußte ich mir allerdings schon mal anhören von ihm anhören: oh gott ist die hammond laut. du siehst, es gibt auch das gegenteil.
gruß, thomas
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Antwort#4
Hallo,
das Problem zu leiser keyboards liegt manchmal auch am keyboarder selbst. Ich hatte schon öfter mit dem Problem extrem unterschiedlich lauter Keyboard-sounds zu kämpfen. Man stellt dann bei den zu lauten Sounds runter, irgendwann schaltet der keyboarder dann wieder einen leisen Sound ein (oder spielt an seinem Volumenregler rum, ein beliebtes Keyboarder-Hobby) und ist dann im Mix fast weg. Der Tontechniker hat aber noch den brüllenden Sound von vorher im Ohr und traut sich daher nicht wieder laut zu machen, da sonst womöglich gleich der nächste Schock (Soundwechsel auf laut, oder aufreissen des Volumenreglers am keyboard) kommt. Das Keyboard dann im ganzen Set leiser zu fahren ist somit das geringere Übel, weil diese unvorhersehbaren, rausstechenden zu lauten Soundwechsel doch sehr auffällig störend sind.
Dies mal als mögliche Erklärung aus meiner Erfahrung.
Gruss
Detlef
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Antwort#5
Hallo,
also meines Erachtens liegt das Problem (natürlich :-) bei den Keyboardern, die problemlos 20 dB Pegelunterschied pro Soundumschaltung anliefern, und erwarten, das man das Glöckchen im Intro genausogut hört wie den zwanzigfach gelayerten Schiebesound im Refrain. Dazu stellen sie daheim noch ihre Effekte so ein, das das Keyboard solo saugut klingt, live aber alles andere zumatscht.
Daher habe ich auf den Keyboards meist einen 5:1 Kompressor und geh auch schon mal auf die Bühne und versuche ihn zu überzeugen, das er die Effektmaschine lahm legt.
Tomy

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Antwort#6
kann ich so nicht ganz nachvollziegen. klar sind pegelunterschiede bei keyboarder und effektgitarristen ein problem, aber wenn ich eine feste band als mischer habe dann muß ich mit dem musiker reden und ihm klarmachen dass es so nicht geht. unser keyboarder hat schon noch pegelunterschiede in den sounds aber für was bin ich denn mischer? sollten diese zu krass sein muß er sie eben anpassen.
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Antwort#7
Hi Jumpy!
Also, ich bin der Meinung, das es als Mischer NICHT meine Aufgabe sein sollte, Schwächen in der "Pegelstruktur" von Keys (oder welchen Eingängen auch immer) auszugleichen! Das ist essentielle (!!) Aufgabe des Musikers! Muß ich das als Tech doch tun, fehlt einfach die Zeit sich um die kreative Mischung und die tausend anderen Aufgaben während des Auftrittes zu kümmern. Bands mit denen ich arbeite haben am Anfang unserer Zusammenarbeit oft ( oder immer? :-)) dieses Problem, merkwürdigerweise wird das im Laufe weniger bis einiger Gig's immer besser, je nach Lernfähigkeit der Musiker.
Besonders kraß zeigt sich diese Problematik auch bei Musicals mit Headsets. Da hilft dann nur der mutige Kompressoreinsatz und das Intercom zum Stagetech, der die Mic's bei Gelegenheit neu richtet.
Eine generelle Frage sehe ich im Zusammenhang damit im Selbstverständnis von uns
Tech's: wie sehe ich mich selbst und wie gestalte ich die Zusammenarbeit mit Musikern, Veranstaltern, anderen Tech's.......irgendwelche Anmerkungen dazu? Wär
interessant.... Das Ohr
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Antwort#8
du sagst es wäre nicht deine aufgabe die pegelunterschiede anzupassen. da möchte ich dir ja sehr gerne recht geben. ich hätte da nämlich das schönste leben. 50% meiner arbeit hinterm mischpult liegt darin die gitarren- und keyboardsounds lautstärkemäßig anzupassen. das ist gerade im bereich der covermusik notwendig, wo bei jedem stück andere sounds gefahren werden. klar wird es mit der zeit besser weil ich mit den kollegen auf den podesten ab und an mal rede (wenns denn sein muß). liegt vielleicht einfach auch an meiner band. wenn ich mir andere tonis ansehe, frage ich mich schon wieso die so wenig zu tun haben.
zum zwischenmenschlichen kann ich sagen dass sich hier die musiker schon mühe geben und sich des problems bewußt sind, allerdings richtiger aufwand das zu verbessern wird auch nicht betrieben.
ist ein kompressor auf den keys wirklich verbreitet?

gruß, thomas
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Antwort#9
Also ich zumindest hab keinen Comp auf den Keys, mußte aber in einem Fall bei ner Band die ich regelmäßig "mache" dem Keyboarder (zum Glück mit Erfogl) den Fußschweller ausreden. Er hat den nach dem Klangeindruck in seinem Monitor benutzt, was ja schön ist, aber leider mit meiner Arbeit "nach vorne" nicht wirklich zusammenpaßt. Ergo war auf den Board Tapes (à propos, wieviele von euch lassen die Band die Pultsumme eigentlich aufnehmen, da gibts ja auch höchst unterschiedliche Meinungen?) teilweise kein Keyboard mehr zu hören, zumindest am Anfang des Songs (Schweller zu), dann hab ich hochgezogen, er aber gleichzeitig auch, violà, hier sind die angesprochenen 20dB (wenns reicht), ich also wieder runter, er dann natürlich auch weil er sich ja kurzzeitig extrem über die Front gehört hat.... den Rest könnt ihr euch denken.
Ich gebe zu, es ist für nen Keyboarder ziemlich schwer, die Lautstärkeverhätlnisse seiner Sounds untereinander abzuschätzen, bzw. die "spektrale Brauchbarkeit" - Glocken, die nur ganz ganz hoch zing, zing, zing machen können ja zuhause wahnsinnig filigran klingen, aber für live dürfens ruhig ein paar Harmonische mehr sein, aber links im Spektrum, bitteschön. Rausdrehen kann ich die dann immer noch, aber reindrehen halt nicht, wenn nix da war.
Auch kennt wohl jeder das übliche "Mega-Bass-Problem" mit Keyboardsounds, die dann beim Gang zum Pult dem Keyboarder stets einen beleidigten Kommentar abnötigen ("Warum drehst du mir die Wärme aus den Sounds? - Weil Bassdrum und Bass auch noch was spielen wollen...").
Ich sag mal, wenn man ne "Stammband" hat, dann läßt sich leicht feststellen, was denn immer zu laut, leise, dick oder dünn ist - und ein bißchen social engineering macht den Rest. Mit "Neu- und Einzelkunden" hab ich natürlich am liebsten sagen wir mal 2 Mono-Signale von seinen zwei Tischupen (es soll ja Leute geben, die bestreiten auch ein Coverprogramm sehr erfolgreich aus einer Kiste, Kompliment, hab ich auch schon gesehen), da ist man sehr schnell Herr der Lage. Was mit weniger gefällt sind auf der Bühne "vorgemischte" Stereosummen, die "schon total abgestimmt sind, da muß man nix mehr machen" (=da kann man auch nix mehr machen, meistens), das geht eigentlich auch nur bei langjährigen Stammkunden richtig gut.
Ansonsten hilft nur möglichst schnell sein und hoffen das der Sound nicht allzu gräßlich ist. Ich erinnere mich an einen Fall, da hatte die Band (eine Zeit lang recht bekannt, der Name klang so ähnlich wie "Andi aus Tirana und die original Fürstlichen") zwei Keyboarder mit je zwei Keyboards, die meist mit dem gleichen Sound das gleiche gespielt haben ("schön fett, ne?") - also immer schön Darwin spielen, bei jedem Song in beide reinhören, einen weg und hoffen daß grade der kein Solo spielt...
...shit happens and it does not get easier!
Bleibt in Phase,
Janko
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Antwort#10
dem kann ich nichts mehr hinzufügen!
das war wohl fast schon poetisch, aber leider blanke realität.
gerade das von dir angesprochene "ICHSELBSTDIELAUTSTÄRKEREGELNWOLLEN" geht
meist in die hose.
keine macht den samplern!
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Antwort#11
Also gerade mit Headsets hab ich schon sehr "erfreuliche" Erfahrungen gemacht.
Mit einer Laiengruppe wurde ein Musical inszeiniert, ich war sowohl kompositorisch als natürlich auch technisch invovliert. Insgesamt hatten wir 26 Darsteller und nur 24 Headsets - 4 darsteller mussten sich ein headset teilen, was aufgrund der Struktur des Stückes kein Problem sein sollte (wechseln während der Pause vom 1. zum 2. Akt...)
Bei den Proben wurde auch ausführlich im Skript vermerkt wann wer mit welchem Headset auf der Bühne war, um auch ´wirklich immer ´das richtige Headset offen zu haben... Dachten wir. Schmecks.
Meine lieben Darsteller hatten es sich wohl zum Vergnügen gemacht, uns am Mischpult ein wenig mit einem "Bäumchen (oder besser Headset) -wechsle-Dich"-Spielchen zu unterhalten... Oder überhaupt ihr Headset abzuschalten, und sich dann aufzuregen dass das "Glump" nicht funktioniert....´
Lustig waren dann auch die Sachen, wo wir das vermeintliche HEadset aufgedreht haben, und es dann zu einer wunderbaren liveübertragung aus der Garderobe kam " Mein gott hast Du gehört wie sch***** der XY heute gesungen hat..." weil der Sänger wiedermal n anderes Headset hatte...
Da wir der sache nicht herr wurden und keinerlei Disziplin von den Darstellern zu erwarten war, haben wir ihnen die Headsets nach der Premiere komplett abgenommen und stattdessen 6 farbig codierte Funkhandgurken zur Verfügung gestellt (seeeehr attraktiv), damit wir zumindest eine visuelle Kontrolle hatten was jetzt aufzudrehen war...
vielleicht ist es dieses doch ziemlich prägende Erlebnis gewesen, dass mich zum Schluss gebracht hat nie mehr Beschallung zu machen :)
Herzlichen Gruß aus Wien
georg
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Antwort#12
Hallo,
ich hab mal gelesen, dass die Amis total auf voll kompremierte Keyboardsounds stehen. Ich hab so ne Band, wo der Keyboarder von Sphärenklängen bis zum Rock&Roll Hammondsound alles spielt.
Und da hab ich einfach die besten resultate wenn ich ihn ziemlich 'platt' mache. Man hört immer was von ihm, aber er 'hüpft' nicht nach vorne.
Tomy
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Antwort#13
hey tomy!
bei uns gehts auch über die ganze bandbreite, aber ich hab den vorteil dass die
hammond auf einer seperaten stereosumme daherkommt und somit ziemlich leicht zu handeln ist. mit den samplesounds aus dem emu schaut es schon etwas anders aus.
ich werds mal mit kompressor drauf probieren.
gruß, thomas
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Antwort#14
oder spielt an seinem Volumenregler rum, ein beliebtes Keyboarder-Hobby
Oh jaaa. Vorallem im Proberaum beim Soundaussuchen.....(Hallo Chr. W....)
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Antwort#15
Interessant...ich bin bei Kindertheaterproduktionen für musikalische Einstudierung zuständig und der Vermittler und Organisator zwischen Regisseurin und Mischer. Beim letzten Stück war ich für den Mikrofonplan zuständig, damit der Weg jedes Mikrofons genau nachvollzogen werden kann (Seitenbühne links, rechts, auf der Bühne in der Dekoration lassen, etc.). Hat letztlich auch nicht einwandfrei funktioniert, mangels Konzentration und Disziplin der Darsteller (was angesichts der Stresssituation aber nachvollziehbar ist - trotzdem muß man gegenarbeiten).
Ich hatte beinahe schon gedacht: OK, jeder sein eigenes Headset, dann ist das Problem gegessen...offensichtlich nicht unbedingt, wenn ich deinen Erfahrungsbericht höre.
Harald
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Antwort#16
Bist du zufällig Harald-Kaiser??
Wenn nicht vergiss dieses Posting einfach wieder....
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Antwort#17
Also ich kann nur sagen wie wir das als Band machen. keyboardsound aussuchen und Pegelmässig angleichen dauert fast geauso lang wie die Keyboardparts zu komponieren. Pro Song gehen schon mal 3 Proben dafür drauf.
Günstig ist, wenn die Anlage im Proberaum ziemlich nahe an der live situation ist. Unsere klingt relativ bescheiden. Aber wenn es dort gut und ausgewogen klingt, dann klingt es auch live fast immer ausgewogen.
Aber es stimmt es ist sehr schwer Keyboardern abzugewöhnen die Bässe von Bassdrum, Bass und Rhtmusgitarre spielen zu lassen.
Allerdings muss man dann ungekehrt wenn der Keyboarder mal fette Sounds spielen will, die anderen Instrumente auch mal zurückfahren. Erfahrungsgemäss kommt der Aha-Effekt erst bei der Aufnahme. Selbst bei selbstgemachten Stücken.
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Antwort#18
...von der Hamburg-Mannheimer? ;-)
Nein, mein Nachname ist Schollmeyer.
Harald
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Antwort#20
Hallo Namensvetter,
hast du es schon mal probiert?
Tomy
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