für einen Testaufbau habe ich mir bei Reichelt eine "Elektret Mikrokapsel" bestellt (Bestell nr. MCE 201) Nun liegt das Ding vor mir, ich bin aber relativ ratlos, wie es weitergehen soll... bin leider elektronisch nicht sonderlich auf der höhe. Angaben von Reichelt: Subminiatur-Ausführung, integrierter FET, Kugelcharakteristik Frequenzbereich: 20 - 16000 Hz Empfindlichkeit: 7,9mV/PA/1KHz Ausgangimpedanz: 1 - 2 KOhm Koppelkondensator: 0,1 - 4,7 MikroFarad Stromversorgung: 1,5 - 10V / 0,5mA Wie muß der kram aber jetzt verdrahtet werden? Am mikro ist ein kurzes Kabel, 1 Ader + Abschirmung. Strom, Kondensator und Mikro in Reihe oder wie? Kann ich nach der Verdrahtung das Mikro an einem Mikrofonvorverstärker betreiben oder brauche ich noch irgendwelche Verstärker, Impedanzumsetzer oder sowas? Ich habe leider überhaupt keine Ahnung. Kann mir jemand weiterhelfen? DANKE!
Also, das Mikro kannst du wie folgt betreiben: Von der Ader einen Widerstand (ca. 1.5k Ohm) nach Plus, d.h. du brauchst irgendwo eine Spannung her, z.B. 9 V Block etc. Auch von der Ader ein Elko weg (Plus zum Mikro/Ader), an der anderen Seite liegt dann das Signal an. Masse ist Masse für die Versorgungsspannung. Ausgangssignal zwischen Minusseite Elko und Masse. Für gute Resultate die Versorgungsspannung noch mit Elko 100u und 100n auf Masse blocken. Damit du an einen Mikrovorverstärker kannst, eine DI (passiv genügt normalerweise) verwenden, oder noch einen Symetrierer schnitzen.. Tomy
Hallo Speedy, zwei Sachen möchte ich noch ergänzen: 1. Zwischen den Minuspol des Elkos (Signalleitung) und Masse würde ich noch einen Widerstand in der Größenordnung 47-100 Kiloohm schalten, dadurch wird das Gleichspannungspotential an diesem Punkt sicher auf Masse gezogen und kann im nachvolgenden Verstärker keinen Blödsinn anrichten. 2. Beim Betrieb an einem Mikrofonvorverstärker mit symmetrischem Eingang einfach Pin 3 der XLR-Buchse auf Masse legen, Signal an Pin 2 und - gaaanz wichtig: Bloß keine Phantomspeisung einschalten, denn dadurch wird der FET in Deiner Kapsel höchstwahrscheinlich zerstört. Viel Erfolg beim "Basteln" Martin
ächz, ist das alles kompliziert... :-( ich bin mir leider nicht ganz sicher, ob ich das alles richtig begriffen habe. besonders das "mit 100n uns 100u gegen Masse blocken" von Tomy habe ich -glaube ich- nicht so ganz gepeilt. Habe ich das so richtig gemalt? Ich hoffe, man kann das auf dem Bild einigermaßen erkennen... nochmal danke für eure Hilfe uups, isn bißchen groß geworden... *Grins*
Hallo Martin und die anderen, Wenn man ja sicher wäre, daß dem FET ein kurzer Impuls aus einer 48-V-Phantomquelle keinen Schaden zufügen würde, hätte ich eine Lösung für das Mikrofon es an einem symmetrischen Eingang mit Phantomspeisung zu betreiben. Das sähe so aus: Pin 1 des XLR-Steckers und Mikrofonkapsel-Kabelschirm auf Masse. Vom Pin 3 ein Reihen RC-Glied aus 100 Ohm + 4,7µF auf Masse. Von Pin 2 ebenfalls ein Reihen RC-Glied von 100 Ohm+4,7µF an den aktiven Pol des Mikrofons. Desgleichen vom Aktiven Pol des Mikrofons einen Arbeitswiderstand von ca. 1,5... 2,2 kOhm legen und dann über einen Widerstand mit 75 kOhm an die beiden 6,8 kOhm-Phantomspeisewiderstände auf die Pins 2 und 3 des XLR. Zischen dem Arbeitswiderstand und dem 75 kOhm nochmals mit ca. 10 µF nach Masse abblocken. Dann hat man ein pseudosymmetrisches Mikrofon was an eine Phantomquelle betrieben werden kann. Aber wie gesagt: Die Gefahr ist der Moment wo die 48 V angelegt werden, dann nämlich fließt ein Ladestrom zum Kondensator der zwischen FET und über 100 Ohm mit dem Pin 2 XLR verbunden ist und der nur durch den 100 Ohm und den einen 6,8 kOhm sowie durch den anderen 6,8 kOhm im Mikrofonverstärker begrenzt ist. Die Ladung dauert dann ca. 150 msec. bis sie vollständig abgeklungen ist. Wenn es der FET aushält müßte das gehen.
Grüße Rainer P.S.: Mit dem Kopieren des Berichts hat es noch nicht geklappt, da Probleme mit den Kopiermaschinen. Kommt aber noch.
Die Kondensatoren müssen nicht in Reihe, sonder parallel geschaltet werden. Versuche mal die Schaltung die ich ober verbal beschrieben habe aufzumalen.
Hallo Rainer, ich würde den 75k wesentlich kleiner machen, bzw. ganz weglassen, und zur Sicherheit noch eine 12V Z-Diode parallel zum Elko (und dazu noch einen 100n Parallel). Ansonsten der Hinweis, dass die Elkos 63V aushalten sollten, und mit dem Pluspol zur Buchse müssten. Tomy
Hallo Tomy, wenn man eine Z-Diode (6-10 Volt) reinschaltet, muß dahinter unbedingt noch ein RC-Glättungsglied, denn die Diode rauscht relativ stark. Ansonsten funktioniert die Schaltung schon, habe ich (fast genau gleich) schon des öfteren so gemacht. Der 100Ohm Widerstand am Pin 3 kann auch durch `ne Brücke ersetzt werden. Martin
Hallo Martin, ich würde den 100 Ohm-Widerstand vom Pin 3 lassen, dann hat man eine bessere Symmetrie als wenn man eine Brücke rein schaltet. Allerdings sehe ich keinen großen Sinn darin, eine Zenerdiode zu verwenden. Ich bin bei der Festlegung des 75 kOhm-R davon ausgegangen, daß die Mikrofonkapsel 0,5 mA zieht, dann würde bei 10 Volt an dem Gebilde Kapsel - 1,5 kOhm-R 10 Volt anstehen und die restlichen 38 Volt müssen vernichtet werden. Das ergibt dann - wenn man mal den Spannungsabfall über den 6,8 kOhm-R's vernachlässigt, ungefähr 75 kOhm. Damit wäer auch ThomasT's Frage beantwortet. Der 1,5 kOhm-R den Tomy vorschlägt dürfte ein Erfahrungswert sein.