hallo, habt ihr in der neuesten Production Partner den Bericht über das Sara K. Konzert gelesen? Ich glaubs ja nicht, was ich da lese! der Tontechniker hat sein besonderes Netzkabel dabeigehabt, um "Rauhigkeiten" im Stromnetz zu kompensieren...... Ich zitiere mal kurz: [...] Viele Digitalgeräte, insbesondere solche mit Schaltnetzteil, klingen an verschiedenen Tagen erstaunlicherweise unterschiedlich, es gibt an manchen Tagen Rauhigkeiten, die auch von Kollegen bemerkt werden - die einzig sinnvolle Erklärung hierfür ist das Stromnetz! Ich habe daraufhin bei der Produktion von Sara K. das "Ferromag Powercord"-Netzkabel ausprobiert, bei dem jeder Leiter mit einer Weicheisen-Pulvermasse ummantelt ist, und das Problem war behoben. Physikalisch betrachtet werden hier hier die HF-Anteile, die sich um die Kupferleiter verwirbeln, durch Molekularbewegung in Wärme verwandelt, wozu eine Länge von etwa 7 Metern genügt - die Klirr-Corona fällt beim Einsatz dieses Netzkabels weg. [...] Quelle: Production Partner 8/2002, S. 40 Autor: Jörg Küster Titel: Audiophile Beschallung bei Sara K. Also ich finds ziemlich seltsam!! Und Rainer springt bestimmt schon im Dreieck :-)
nun, nicht nur Rainer! Wobei rein theoretisch ist da sogar was wahres dran - ich bezweifle allerdings dass man die erhoffte Wirkung ohne aufwändige Glätter etc... wie sie in jedem Funkhaus stehen, nur mit einem "Spezialkabel" erledigen kann.... Ich würde aber jedem den folgenden Artikel von Fritz Fey (Studiomagazin) empfehlen.... http://www.studio-magazin.de/edi/tuning.htm Aber wenn die Audiophilen Geld dafür haben - lassen wir ihnen doch den Glauben (jeder Mensch braucht einen Glauben) - wir Musikschaffende haben zumeist zuwenig Geld um in derartigen Esotherik-Szenen mitmischen zu können... Herzlichen Gruß Georg
Hi Tobias, Ich habe die neueste Ausgabe noch nicht, kommt vielleicht erst nächste Woche bei mir an, folglich kann ich nichts dazu sagen was den Redakteur betrifft. Von daher ist es fraglich, ob das auch die Meinung der PP-Redaktion ist. Ich weiß nur, daß es auch im Profibereich so einige Baalspriester gibt, die jeden Quatsch glauben den sie irgendwo hören/lesen. Ich frage mich immer wieder, was denn die letzten 2...5 Meter geschirmte Netzleitung bringen sollen, wenn doch die davorliegenden Kilometer zum E-Werk offen sind und wie Antennen für jegliche Art HF wirken. Auf jeden Fall kann man - unabhängig ob nun wirklich eine hörbare Wirkung erzielt wird oder nicht - sagen, daß ein Gerät das ein externes Netzfilter nötig hat, von vornherein mangelhaft konstruiert ist. Ein gut durchkonstruiertes Gerät hat eingebaute Netzfilter und läßt somit erst gar keine HF in das Gerät hinein und auch keine intern erzeugte heraus. Man sehe sich nur mal Meßgeräte von der Firma Rohde&Schwarz an: Da findet man grundsätzlich auwendige Netzfilter vor dem Netztrafo. Meine Geräte die ich selbst entwickelt und gebaut habe, haben grundsätzlich von vornherein Mu-gekapselte Ringkernnetztrafos mit statischer Schirmwicklung zwischen Primär- und Sekundärwicklungen und ggf. auch noch zusätzliche Netzfilter die in das Gerät eingebaut sind. Das in dem Zitat erwähnte Kabel mit Ferritummantelung gibt es und Du wirst lachen: Ich überlege mir schon längere Zeit, ob ich nicht die interne Verkabelung mit diesen Netzkabeln ausstatte, vor allem diejenigen Geräte die vom Hersteller aus keine großartigen Netzfilter haben. Allerdings mache ich das dann nicht so dilettantisch wie dieser Tonmensch von Sara K., sondern etwas fachmännischer: Ein zentrales Gerät mit aufwendigem Netzfiltersystem (wo auch gleichzeitig noch der FI-Schalter drin sitzt und Überspannungsschutz) versorgt die gesamte Anlage. Die interne Anlagenverkabelung muß dann konsequenterweise mit diesen Spezialnetzkabeln ausgeführt werden, sonst wird durch die einfachen ungeschirmten Kabel die Netzfilterwirkung wieder zunichte gemacht. Was VOR diesem Netzfiltergerät ist, ist völlig egal. Allerdings soll bitte niemand glauben, daß dann irgenwelche "klanglichen Verbesserungen" zu erwarten wären, wie es die Hifi- und Highendszene immer felsenfest behauptet. Dies ist und bleibt hanebüchener Blödsinn. Die Behauptung, daß manche Geräte an verschiedenen Tagen unterschiedlich klingen würden entbehrt daher jeder physikalischen Grundlage, sondern ist eher auf den Gefühlszustand des Anwenders zurückzuführen. Zu dem Teilzitat: ""Physikalisch betrachtet werden hier hier die HF-Anteile, die sich um die Kupferleiter verwirbeln, durch Molekularbewegung in Wärme verwandelt, wozu eine Länge von etwa 7 Metern genügt - die Klirr-Corona fällt beim Einsatz dieses Netzkabels weg. [...]"" Ein solcher Satz zeugt schon von physikalischer Unkenntnis der Leitungstheorie. Die Ferritumspinnung der Cu-Leiter erhöht die Leitungsinduktivität und damit wird das Kabel zu einer Art "Pupinkabel" (Erklärung: siehe fernmeldetechnische Fachliteratur) und bekommt Tiefpaßcharakteristik. Und der Begriff "Klirr-Corona" scheint aus der unendlichen Vielfalt der highfidelen Phantasiebegriffe zu stammen. Überhaupt rümpfe ich mir immer die Nase, wenn irgendwo der Terminus "audiophil" verwendet wird. Ich sage den Leuten immer: Es gibt weder audiophile Schaltungen, noch a. Bauteile, noch audiophile Aufnahmen oder was auch immer, sondern nur audiophile Spinner. Und leider macht diese Seuche auch in manchen Profikreisen nicht halt. Die beste Medizin gegen diesen Unfug ist ein solides Fachwissen. Halbwissen und angelesenes Prospektwissen verhilft nur den audiophilen Unfug in der großen Masse zu nähren und damit ist jeglicher Scharlatanerie Tür und Tor geöffnet.
Hallo Tobi, soweit ich weiß, wird die Sara K-Tour von B&W und diversen Hifi-Publikumsmagazinen stark unterstützt. Da dürfte es kein Wunder sein, wenn die Pressemitteilungen mit Esoterikäußerungen gespickt sind, wie sie in diesem Umfeld nunmal üblich sind. Daß eine Publikation wie PP sowas abdruckt, ist hingegen ziemlich peinlich, da sind wir völlig einer Meinung. Gruß, M.
tja, PP hat wohl auch ein sommerloch, die letzten Ausgaben waren auch schon reichlich dünn...... Du hast recht, das Konzert wurde sogar mit Hifi-Boxen (B&W Nautilus 801) und -Endstufen beschallt und EQ oder Dynamics gabs natürlich auch nicht. Ist ja Teufelszeug... wie gesagt, der artikel ist echt lesenswert, Sara K. war fast nur störendes Beiwerk, die HiFi-Jünger haben in 1. Linie die Boxen bestaunt, die besser ausgeleuchtet waren als die Bühne..... GRRRRR, da könnte ich jetzt noch in die Tischplatte beißen!