Hallo Tontechniker und Tontechnikerinnen, ich besitze ein Kompressor der Firma Behringer. Der Klang dieses Gerätes lässt sehr zu Wünschen übrig; so klingt zum z.B. die Kompression sehr schlecht: dumpf, gedrückt und irgendwie "leidet" das Material erheblich. Deshalb auch meine Frage: Wer hat schon ähnliche Erfahrungen mit Behringer-Kompressoren gemacht?
Habe bereits ähnliche Erfahrungen (live) gemacht mit einem Multicom (4-fach Kompressor). Irgendwie verliert der Klang an Druck. In vielen Ridern steht daher (oder vielleicht noch aus anderen Gründen), daß keine Behringer-Geräte zugelassen sind. Allerdings muß ich zur Verteidigung auch sagen, daß der Preis der Geräte weit unterhalb derjenigen liegt, die dann in der Praxis eingesetzt werden. Abgesehen davon sind bestimmte Sachen von Behringer nicht wirklich so schlecht wie ihr Ruf. Ich selber setze zum groben vormischen ein 28-Kanal-Pult ein und für die Kontrolle der Mixe habe ich einen Ultracurve im Rack, mit dem ich die RT-Analyse betreibe (den EQ verwende ich allerdings nicht). Ich möchte jetzt auch keine große Diskussion anzetteln, letztendlich kommt es doch immer auf's gleiche raus, wer mehr zahlt, bekommt auch mehr. D.h. man muß genau wissen, für welchen Einsatzzweck man welche Geräte wirklich benötigt und da sehe ich durchaus Gebiete, auf denen Behringer vom Preis/Leistungsverhältnis unschlagbar ist. viele Grüße, Frank
Melanie schreibt: "Ich besitze einen Kompressor der Firma Behringer. Der Klang dieses Gerätes lässt sehr zu Wünschen übrig; so klingt zum z.B. die Kompression sehr schlecht: dumpf, gedrückt und irgendwie "leidet" das Material erheblich. Deshalb auch meine Frage: Wer hat schon ähnliche Erfahrungen mit Behringer-Kompressoren gemacht?"
Hi Melanie, diese Erfahrungen kann man genauso mit Kompressoren/Limiter anderer Firmen machen. Wie stark das Musikmaterial "leidet" hängt von der intelligenten Einstellung der Parameter ab. Ohne eigene Ohren geht es dabei nicht. Die Stellung "Automatik" ist nicht immer automatisch richtig. In den Bedienungsanleitungen sollte man sich über die Funktionen der Begriffe: Attack- und Release-Zeiten, Ein- und Ausgangspegel, Threshold, Ratio, Gain Reduction, Dynamic Enhancer, Brickwall, Soft Knee u.s.w vertraut machen, um dann durch vorsichtiges Verändern der Einstellungen und Hören, die störenden Nebeneffekte gering zu halten. Besonders in der Mischungssumme ist der Einsatz eines Limiters ziemlich problematisch, weil man dabei das Gerät nicht auf bestimmte Frequenz- und Attack-Bereiche einzelner Instrumente optimierend einstellen kann. Auch sollte man mit der Höhe der Gain Reduction recht vorsichtig sein. Also 6 dB ist schon sehr viel. Ein Compressor/Limiter kann häufig mehr klangzerstörend, als nutzbringend sein. Da mussten wir alle mal durch. Ein Rezept für ideale Grundeinstellungen, die man sich mal kurz hier sagen lässt, um dann den Compressor einzustellen und für immer zu vergessen, gibt es nicht. Viele Grüße ebs Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik: http;//www.sengpielaudio.com
Das die Behringer allgemein schlecht klingen kann ich wirklich nicht sagen. Vielmehr klingen sie halt leider alle unterschiedlich, und auch die Qualitaet und damit Haltbarkeit scheint mir von Serie zu Serie, ja sogar auch innerhalb der Serien sehr unterschiedlich zu sein. Ich habe einige Behringer Geraete, die sind Qualitativ Top, und auch klanglich wirklich O.K. (sofern ich das beurteilen kann), hatte aber auch schon welche die waren schlicht Schrott. Lange Zeit hiess es die Pro Serie sie komplett sehr schlecht, aber mittlerrweile scheint das wohl so auch nicht mehr zu stimmen. D.h. ausprobieren ! Bzgl. Kompressoren kann ich sagen, das ich einen aelteren Multicom (nicht Pro)habe, der fuer mich sehr aehnlich klingt wie ein dbx166, waehrend z.B. ein Composer (nicht Pro), welcher allgemein als eines der besseren Behringer Teile gilt, mir klanglich ueberhaupt nicht gefallen hat. Der war aber nicht dumpf, eher sehr "ehrlich". Fuer Summenbearbeitung ganz O.K., aber fuer die Stimme gefaellt mir halt dieser weiche amerikanische Sound der dbx, und den konnte der nicht. Ist aber Geschmacksache, schlecht war der nicht. Anders ein Composer Pro den ich mal getestet habe, der machte schon im Bypass (obwohl es ja angeblich ein Hard Bypass mit Relais ist) eine deutliche Klangverfälschung, mit der Kompression konnte ich garnix anfangen und beide Kanäle klangen unterschiedlich. Das Teil war flammneu. Ich hoffe das hat dir jetzt mehr geholfen als es verwirrt. Gruss Claus
Ein Kollege und lieber Freund meinte mal zu mir: es ist doch eine qual der Wahl: jedes Pult hat doch einen spezifischen Klang. Aber bei Behringer klingt sogar jeder Kanal anders...
Liebe Melanie, liebe Zauberer, Potters und wer sich sonst noch interessieren mag, ich benütze zwar keine Behringer-Geräte, dennoch wäre ich mit solch drastischen Verdikten wie mein Vorredner etwas vorsichtig, denn meine Erfahrungen mit diesen Gerätschaften und ihrer Nutzergruppe sind andere. Unbeschadet einer gewissen Chargenstreuung, die man bei Behringer halt akzeptieren muss, liegen die Probleme der Behringer-Geräte nach meinen Erfahrungen primär im Nutzerkreis, der sich vom jeweiligen Gerät zum Taschengeldpreis angezogen fühlt. Durch den niedrigen Preis wagen sich nämlich Kollegen an die Benutzung durchaus komplexer Einheiten, die vielleicht in die Bedienung solcher untiefengeladenen Gerätschaften doch noch präziser eingewiesen werden sollten, als das beiliegende 'Betriebsanleitungen' besorgen können. Allein gelassen wundern sich jene Kollegen dann über die Folgen partieller (oder gänzlicher) Fehlbedienungen. Dies ist letztlich bereits die Botschaft Eberhard Sengpiels, die man sich aber bitte nochmals auf der Zunge zergehen lassen möge... Von meiner eben gemachten Aussage fühle sich bitte niemand der hier Diskutierenden angegriffen, denn ich kenne aus diesem Kreise niemanden. Meine Erfahrungen rühren aus persönlichen Anfragen und praktischen Hilfen, die mir in den letzten Jahren auf meinen Wegen begegnet sind. Mir geht es lediglich darum, den oben beschrieben eigentümlichen Zusammenhang noch einmal deutlicher als Eberhard anzusprechen und jeden Nutzer zu bitten, die für den angemessenen Einsatz eines erworbenen Gerätes notwendige Umsicht zu erwerben. Erfahrung und Hinhören ist (fast) alles. Ein schönen Abend noch...
Liebe Kollegen, ich möchte Behringer auf keinen Fall schlecht machen - mein erstes Mischpult war ein behringer 1604 A und hat mir 2 Jahre lang absolut zuverlässig treue dienste geleistet (dann bin ich wegen der angenehmeren fader auf ein Soundcraft spirit folio umgestiegen). Eine interessante Aussage habe ich auch vor einiger Zeit von einem Verkäufer der Beschallungs-Profi-Liga gehört: ER wäre Behringer sehr dankbar, weil erst durch die geräte dieser Preisklasse ein leichter(er) Einstieg in das geschäft möglich sei. Wenn man sich dann etabliert hätte, würde man schon auf andere Geräte umsteigen, wichtig sei es aber _erfahrungen_ zu sammeln und "einen fuss in die tür" zu bekommen. Man darf bei keinem Produkt den agestrebten kundenkreis aus den Augen verlieren, der natürlich bei Behringer ein anderer sein wird als bei DBX, der wiederum ein anderer ist als z.B. Manley. Auch wenn auf allen geräten "Kompressor" draufsteht, und sie im prinzip auch alle die Funktion eines ebensolchen erfüllen, so hat jeder doch seine Spezifica und Besonderheiten. Sicherlich ist es aber auch so, dass ein Gerät zum "Taschengeldpreis" irgendwo den Preisunterschied zu einem "Monatsgehaltspreisodermehr"-Gerät einsparen muss, sei dies in den verwendeten bauteilen, in der Verarbeitungsqualität (=Qualitätssicherung) oder im Service. Eines muss man Behringer jedoch zu gute halten - die Bedienungsanleitungen sind sehr angenehm und wirklich verständlich aufgebaut. Da könnte sich so mancher Hochpreisanbieter etwas abschauen. "Erfahrung und Hinhören ist (fast) alles" - dem ist nichts mehr hinzuzfügen.