Hi! Beim E-Gitarrenrecording bekomme ich manchmal einen Radioempfang (über die Git?), der dann natürlich auch mitaufgenommen wird. Wie kann ich das denn unterbinden?
Hallo Stef, nimm auf jeden Fall ein gut abgeschirmtes Kabel von der Gitarre zum Verstärker und achte darauf, daß der Schirm auch an der Verstärkermasse aufliegt und auch korrekt an der Masse des Git-Tonabnehmers. Unfreiwilliger Radioempfang ist oftmals auch Folge eines nicht HF-dichten Vorverstäkers. Abhilfe kann man schaffen, indem man vor die erste Verstärkerstufe ein HF-Filter setzt, bestehend aus einer HF-Drossel und einem Kondensator nach Masse. Irgendwelche Werte für die Bauteile zu nennen ist allerdings schwierig wenn man die Eingangsschaltung nicht kennt. Am besten solltest Du Dich da an den Hersteller des Verstärkers wenden, oder an eine kompetente Fachwerkstatt die dieses Phänomen kennt. Mehr kann ich dazu im Moment nicht sagen. Grüße Rainer
ich hatte das problem auchmal mit meinem alten jcm 800. der techniker aus der werkstatt sagte dass das gerade bei röhrenamps oft vorkommt, aber durch eine kleine modifikation behoben werden kann. das wird dann auf rainers posting mit dem hf-filter rauslaufen. frage an rainer: mir ist bis jetzt nichts aufgefallen... aber wirkt sich der hf-filter nicht auf den klang aus? mfg ben
Hallo Stef, nimmst Du eine aktive oder passive Gitarre? Das müsste zuerst geklärt sein, damit man weiß, von wo die HF ferngehalten werden soll. Gruß Martin
Hallo Ben, bezüglich HF-Filter: Die Eckfrequenz des HF-Filters muß so gewählt werden, daß sie außerhalb des Hörbereiches liegt. I.A. wählt man diese so bei 50 kHz. Dann werden auch im Hörbereich noch keine Beeiflussungen stattfinden. Andererseits stören hörbare Einstreuungen von 50 Hz und deren Oberwellen oder gar das Hintergrundgequatsche eines fremden Senders viel mehr, als wenn bei 15 kHz der Frequenzgang um 1 dB abfällt. Letzteres hört man - wenn überhaupt - nur im direkten Umschaltvergleich. Grüße Rainer
Wo ist denn bei Gitarre noch was bei 15kHz? Clean sowieso nicht, da dämpfen die Kabel mehr. Und selbst verzerrt kann man einen Lowpass bei 12-14kHz setzen ohne, dass man viel merkt. Teilweise kann man bis zu 8kHz runtergehen ohne dass es dann am Gesamtsound wirklich fehlt (wenn noch Keyboards und Highhat da ist).
Ich habe nicht gesagt, dass es mit Lowpass bei 8kHz supertoll klingt. Aber für eine Demo (bessere Proberaumaufnahme) geht das schonmal. Und wenn mehrere Gitarrenspuren da sind fällt das noch nichtmal bei guten Produktionen auf. Die eigl. Aussage war nur, dass 1dB Absenkung bei 15kHz nun wirklich völlig irrelevant ist. Der Rest waren nur Beispiele.
Es ist bekannt, dass E-Gitarristen eine bestimmte sehr eigenwillige Klangvorstellung haben, die nur so aufzunehmen ist, indem man den eingestellten Wunsch-Klang mit Mikrofon vor dem Gitarrenverstärkerlautsprecher aufnimmt oder am Lautsprecher selbst direkt mit einem Spannungsteiler abnimmt. Sauberen Klang direkt ab Gitarre in eine DI-Box zu geben und im Mischpult zu bearbeiten, hat dabei wenig Sinn. Ich hatte mal einen amerikanischen Jazz-Gitarristen, der mit seinem 117-Volt Röhren-Verstärkerchen ankam. Der Verstärker klang sehr kaputt, weil er verzerrte auch keine Höhen über 5 kHz kamen. Ein Angebot, einen Fender- oder Marshall-Verstärker zu nehmen, lehnte er ab. Es gehört häufig zur Soundgestaltung bei E-Gitarren, einen warmen Ton zu bekommen, in dem wenig Höhenanteile enthalten sind. Auch ein Wegnehmen der Höhen (6 dB bei 10 kHz) am Mischpult ist dabei oft nicht hörbar. Die starke Präsenz zwischen 2 und 4 kHz, die man mit Gitarren-Effektgeräten einstellen kann, ist mit Studiomischpult-Equalizern nicht einzustellen. Viele Grüße ebs Forum für Mikrofonaufnahmen und Tonstudiotechnik: http://www.sengpielaudio.com
Hallo Thomas, es ging mir dabei weniger speziell um die Gitarre, sondern allgemein um die Frage bei welcher Frequenz es zu hörbaren Beeinträchtigungen kommen kann.
Hallo Stef, da die passive Gitarre resp. das Kabel zwar einen Radiosender empfangen, ihn aber nicht demodulieren kann, muß verhindert werden, daß die HF in den Amp gelangt. Ich weiß natürlich nicht, wie fit Du im Elektronikbasteln bist, aber ich habe folgende Rezeptur schon des Öfteren erfolgreich angewandt: Direkt an der Eingangsbuchse Deines Amps wird die heiße Signalleitung unterbrochen und eine Drosselspule mit ca 100 uH (z.B. Conrad Katalog Seite 1184 links oben Nr. 53 54 19-22) eingeschleift. Nach der Spule kommt ein Kondensator mit ca. 33 pF zwischen den heißen Leiter und die Masse. Einen Versuch ist´s wert, die Erfolgsgarantie kann ich leider nicht geben, die Wege der HF sind hin und wieder unergründlich. Viel Spaß beim Basteln Martin