Hilfe ! Knistern und Rauschen bei Soundcraft Live 4 II

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich habe Problem mit meinem Pult,
ab und zu knistert und rauscht das Teil. Leise zwar, aber in Pausen trotzdem gut hörbar. Leider kann ich den Fehler trotz langer Suche und etlichen Tipps vom deutschen Service nicht finden.
Ich versuche mal das Phenomän zu beschreiben.
1. Der Fehler tritt sporadisch auf.
2. Der Fehler ist auf ALLEN Ausgängen, L/R, Subgruppen, Aux, Matrix.
3. Die jeweils erste LED von allen sechs LED Ketten (L/R und Gruppen) geht mit dem Fehler an. Absolut unabhängig vom Routing.
4. Der Fehler ist nur bei geöffnetem Fader, bzw. Aux Master zu hören, die LED`s flackern aber auch bei geschlossenem Fader.
Das laesst auf ein Problem in der Versorgungsspannung schliessen.
5. Der Fehler ist mit dem Scope auf der Spanungsversorgung sichtbar
(allerdings nur bei so hoher Empfindlichkeit des Scope das das auch Sonneneruptionen sein koennten)
6. Der Fehler ist absolut unabhaengig vom Routing, tritt auch auf wenn alles was man muten kann gemutet ist.
7. Das Netzteil schliesse ich mittlerweile aus, der Fehler tritt auch auf wenn ich ein Labornetzteil anklemme.
8. Die Eingangskanäle schliesse ich auch aus, habe sie abgeklemmt, Fehler tritt trotzdem auf. Bleiben also die Gruppen, die Master Platinen und das Buskabel dazwischen.
Das Buskabel habe ich ziemlich genau gecheckt, glaube ich eigentlich nicht dran, zumal der Fehler absolut nicht auf mechanische Bewegung reagiert.
Hat Jemand eine Idee ?
Danke im Vorraus an alle die bis hier gelesen haben
und einen schönen Gruss
Claus
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Antwort#2
Hallo Claus....
schau doch einmal in den Schaltplan und check dann das Potentiometer, das in
allen von Dir beschriebenen Signalwegen liegt. Hatte in einem Verstärker
das Problem, der führte unter anderem dazu, dass die Lautstärke sich ohne
mein Zutun veränderte. Denke, dass dies in Deinem Fall dazu führt, dass die Verstärkung maximal angehoben wird und damit dann auch das Verstärkerrauschen hörbar und über die Aussteuerungsanzeige sichtbar wird.
Hoffe, das hilft weiter
Dave
der Verstärkung führt und damit auch die Aussteuerungs-LED´s
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Antwort#3
Hallo!
Danke für die Info´s, ich habe nämlich auch mit dem Gedanken gespielt, das Pult anzuschaffen. Hast Du den Fehler bei einem neuen oder gebrauchten Pult?
Wenn der Service von Soundcraft den Fehler nicht finden kann, wird es mit der Ferndiagnose natürlich sehr schwierig.
Knistern und Rauschen ggf. durch Fehlanpassungen, offene Eingänge: Stecker und -kontaktflächen prüfen. dto. Poti´s, Abschirmungen von Kabeln und ggf. Abschirmbleche.
Ansonsten: Blockschaltbild und Schaltplan besorgen und nachgucken, an welcher Stelle so ein Fehler überhaupt auftreten könnte, der auf allen Ausgängen gleichzeitig festzustellen ist. Hier kommst Du nur mit absoluter Logik weiter, auch wenn´s schwierig ist.
Die Fehlersuche kannst Du ggf. auch dadurch unterstützen, dass Du die Baugruppen nicht nur abklemmst, sondern zusätzlich die Eingänge der nachfolgenden Baugruppen kurzschließt. Das hilft gegen offene Eingänge, die sonst vielleicht zufällig den Fehler nochmal simulieren könnten.
Ansonsten kann ich Dir aus der Ferne auch nicht weiterhelfen.
Aber teil mir mit, woran es letztendlich gelegen hat.
Wolfgang.
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Antwort#4
Hallo,
Danke erstmal fuer die Antwort,
hat leider nicht geholfen, das hatte ich schon alles durch,
Schaltplaene habe ich natuerlich auch und die Leute von Service kann ich eigentlich auch nur loben, haben mir auf Anhieb eine Menge Erfahrungen mitgeteilt. Aber mein Fehler ist wohl besonders tricky.
Um dich zu beruhigen, mein Pult ist ziemlich alt, hat schon einiges gesehen und da hat auch schonmal jemand ziemlich drin rum geschweinigelt.
Ansonsten kann ich das Pult eigentlich empfehlen, bin sehr zufrieden und habe ausser dieser einen Sache keine Probleme damit. Ist meiner Meinung nach ziemlich ordentlich gebaut. Kein Vergleich mit LX7.
Das 4 II ist voll modular aufgebaut, d.H. alle Kanaele sind auf einzelnen Platinen. Die Eingangskanaele sind identisch mit dem Live 8 (steht auf den Platinen und im Schaltplan) Die Gruppen und Master sind andere Platinen, da hier anstelle der Meter die Returns erweitert wurden.
Den Fehler habe ich immer noch nicht, habe ihn aber auf die Masterplatinen eingeschraenkt. Da muss irgendwas mit der Versorgungsspannung passieren, im Signalweg kann der Fehler nicht sein, weil es dann keinen logischen Zusammenhang gibt.
Gruss
Claus
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Antwort#5
Hallo Claus,
hast Du das Störsignal schon mal direkt oszilloskopiert? Könnte es sich um eine HF handeln?
Die Idee mit der Versorgungsspannung gefällt mir schon recht gut, schau doch mal nach, ob die auf einer der auserkorenen Platinen nochmal herunterstabilisiert o.ä. wird.
Hast Du beim Anschluß des Labornetzteils das Original-Netzteil abgeklemmt?
Wurde das Labornetzteil nach der kompletten Stabilisierung angeschlossen?
Ich hatte schon öfter den Fehler, daß so ein Stabilisierungs-IC rauscht oder undefiniert schwingt.
Puuuh, mehr fällt mir im Moment nicht ein, aber wir werden dem Schwein schon töten.
Bis auf weiteres,
Martin
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Antwort#6
Hallo Martin,
da hast du glaube ich genau den Punkt getroffen.
Als ich das Netzteil als Quelle ausgeschlossen habe, hatte ich ein Labornetzteil direkt im Pult angeklemmt, aber den Netzteilstecker nicht abgezogen, das original Netzteil war zwar nicht an, aber hing halt noch mit dran. (ich koennte mich treten)
Heute morgen habe ich das dann nochmal ohne original Netzteil probiert und der Fehler trat nicht auf (heisst zwar nix, laesst aber hoffen).
Ich Schltplan fand ich auch eine Erklaerung , da gibt es naemlich, meiner Meinung nach ziemlich ungewoehliche, Dioden antiparallel ueber den Spannungsreglern. D.h. wenn am Ausgang des Netzteil eine Spannung anliegt und am Eingang nicht sind die Regler trotzdem in Betrieb und koennen Unfug treiben.
Tippe jetzt also auch auf auf die Regler und werde die als naechstes tauschen.
Wenn das nicht sein sollte muss es Vodoo sein, ich habe mittlerweile der Reihe nach ALLE Platinen komplett rausgebaut und den Fehler trotzdem gehoert ??!
Danach bin ich dann auf die Idee gekommen doch nochmal beim Netzteil anzufangen.
Auf dem Scope kann man den Fehler sichtbar machen, deuten kann ich da aber nix, ist halt Rauschen.
Gruesse und Danke fuer die Antwort
Claus
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Antwort#7
Hallo Claus,
diese Dioden kenne ich auch, wozu die da sind, konnte mir noch keiner verbindlich sagen, vielleicht weiß es ja ein Mitleser.
Allerdings würde ich jetzt nicht überstürzt die Stabis austauschen, sondern noch die Gegenprobe machen, ob die´s wirklich sind. Wichtig ist auch, daß vom Stabi-Ausgang nach Masse ein Kondensator sitzt. Dieser sollte entweder aus Tantal oder Keramik sein, damit er keine Induktivität besitzt. Außerdem muß er baulich sehr nahe am IC sitzen. Er wird benötigt, um die Schwingneigung des Stabis zu unterdrücken. Der Wert ist nicht so dramatisch, irgendwas zwischen 100nF und einigen µF.
Mehr fällt mir heute dazu nicht ein, abe vielleicht reicht das.
Es wäre nett, wenn Du mich auch dem Laufenden halten könntest
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Antwort#8
Der Sinn dieser Dioden steht im Datenblatt des LM317.
Wenn man am Ausgang des Stabilisators einen etwas groesseren Kondensator hat, koennte es passieren das bei kurzgeschlossenem Eingang ein kurzer, aber hoher Strom durch den Stabilisator fliesst und diesen zerstoert. Eine antiparallele Diode wuerden diesen Strom uebernehmen.
Hmm hmmm,
normalerweise sind die groesseren Kapazitaeten eher VOR dem Regler, und die Kurzschluesse eher dahinter, ist wohl eine einfache Loesung fuer einen eher esoterischen Fall. Daher sieht man das so selten.
Auch sind die Spannungs/Kapazitaets Werte in meinem Netzteil so nierdrig das diese Schutzbeschaltung, laut Datenblatt, noch lange nicht notwendig ist.
Wie auch immer, ich werde jetzt als erstes mal das Netzteil, so wie es ist, bis auf Anschlag belasten und die Ausgangsspannungen beobachten. Wenn`s die Regler sind muesste man dann ja irgendwann mal den Fehler auf dem Scope sehen koennen.
Gruss
Claus
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Antwort#9
Hallo Claus,
gestern beim Messpraktilum hatte ich diese Geschichte mit den Prof´s diskutiert, nachdem einrer meiner Kollegen eine ähnliche Geschichte aufgetischt hat. Er sagt, daß beim Ausschalten ein Strom rückwärts über den Stabi fließen könnte, wenn sekundär höhere Kapazitäten seien als primär. Das ist natürlich theoretisch mögliche, wenn auf jeder der nachfolgenden Baugruppen bei jedem IC ein Entkopplungselko mit 10 µF sitzt. Bei 100 IC´s kommen dann auch 1000 µF zusammen. Wenn der Siebelko vor dem Stabi nun viel kleiner wäre (???), könnte dieser Strom beim Ausschaltvorgang tatsächlich fließen. Dagegen spricht allerdings die Innenbeschaltun eines solchen Stabis. Da sitzt ganz oben ein Leistungstransistor, der in Kollektorschaltung betrieben wird (Längstransistor). Ich habe noch nie gesehen, daß durch einen so beschalteten Transistor der Strom auch rückwärts fließt....
Na ja, lassen wir´s am besten gut sein.
Das mit der Belastung des Netzteils ist nicht schlecht, ich würde diese jedoch variieren, da nicht unbedingt bei der höchsten Belastung auch die größte Schwingneigung zu erwarten ist.
Ebenso würde ich per Regeltrafo mit der Eingangsspannung spielen, ich hatte mal ein Netzteil, welches zu schwingen anfing, als die Eingangsspannung kleiner wurde, sprich der Stabi gerade mal so zu stabilisieren anfing.
Gruß
Martin
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