Im Rahmen einer Diskussion kam die Frage auf welche Pegeldifferenzen hörbar sind. a) zweitlich nacheinander b) im direkten Vergleich links - recht (nicht korrelierte signale, also keine Stereoabbildung) Die Pegelabhängigkeit und Frequenzabhängigkeit. Oder anders ausgedrückt. Wie fein (in dB) müssen die Stufen eines (Master-)Faders sein?
Hallo Thomas, Im direkten Umschaltvergleich sind Pegelunterschiede von 0,5 dB durchaus wahrnehmbar. Pegelunterschiede von kleiner 0,5 dB im Umschaltvergleich sind zwar nicht als Läutstärkesprünge wahrnehmbar, sondern täuschen oftmals Klangunterschiede vor. Gerade dieses Phänomen ist es worüber diese ganzen Hifideliker häufig stolpern. Ein Masterfader sollte m.E. im Arbeitsbereich (also der Bereich von -20...+15 dB) ein Pegelauflösung von kleiner 0,5 dB (besser 0,1 dB) haben. Die ganz alten Rundfunkpegelsteller der Baureihe W*90 waren feinstufige Pegelsteller und hatten im Arbeitsbereich eine Auflösung von - soweit ich es noch auswendig weiß - 0,3 dB, im Bereich unterhalb -20 dB wurde dann die Stufendämpfung größer und im Ausblendbereich ging dies bis 2,5 dB. Wenn Du eine ältere Ausgabe des Buches "Tonstudiotechnik" von Johannes Webers hast, lies mal da nach, da stehen die genauen Stufendämpfungen drin von den alten W90-Reglern.
Hallo! Vorgetäuschte Klangunterschiede durch Pegeländerung fallen mir häufig bei Kompressoren auf. Meistens dreht man ja so lange, bis es einfach nur lauter geworden ist. Hört man dann später mit einer anderen Lautstärke ab, regelt man ganz schnell nochmal nach. Gerade im A/B Vergleich von z.B. zwei Geräten sollte vor der Beurteilung unbedingt die gleiche Lautstärke eingestellt werden. Ich bin schon allzuoft darauf hereingefallen, dass dieses oder jenes "besser" klingt, nur weil der Ausgang mehr Pegel bringt. Und dann kommt da natürlich noch dazu, dass unser Ohr bei niedrigen Lautstärken mittiger hört. Deswegen ja die schrecklichen Loudness Tasten. Viele Grüße Carsten
Deswegen hab ich mir angewöhnt mit Kompressor(oder auch SPL charisma) auch etwas leiser abzuhören. Klingt es dann immer noch besser dann klingt es besser. Wenn nicht, dann ist es nur der Lautstärkeeffekt.
ThomasT schreibt: "Deswegen hab ich mir angewöhnt mit Kompressor(oder auch SPL charisma) auch etwas leiser abzuhören." Ich konnte mir bei Bob Katz mal seine Schaltung anhören, bei der er den Pegel, den er vor dem Compressor dB-weise heraufsetzen kann, am Ausgang des Begrenzers mit dem gleichen Schalter dB-weise herabsetzt. Hierbei hört man sofort (!), wenn das "Leben" aus der Musik rausgeht. Man wird nicht durch lauteren Pegel hörmäßig "irritiert" - denn lauter scheint ja immer "besser" zu sein. Wer das mal so hören konnte, versteht Bob's Warnung vor zu leichtfertiger Compression, die viel kaputt machen kann, weil man sich täuschen lässt. Viele Grüße ebs Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik: http://www.sengpielaudio.com
ThomasT schreibt: "Deswegen hab ich mir angewöhnt mit Kompressor(oder auch SPL charisma) auch etwas leiser abzuhören."
Ich hatte diesbezüglich vor nicht allzulanger Zeit noch ein verstärkendes Schlüsselerlebnis. Ich hatte ein bischen mit dem MindPrint T-Comp rumgespielt. Der hat ja so eine Röhrenschaltung. Jetzt hatte ich den Kompressor so eingestellt, dass er eigl. nicht komprimieren sollen (threshold hoch) trotzdem war ein Sound-Unterschied zu hören (mit/ohne). Dann Röhrenansteuerung komplett niedrig. Immer noch klang es mit etwas breiter und klarer. Ratio auf 1:1, alles so dass eigl. nix passiert. Pegel (->Anzeige) natürlich auch gleich. Trotzdem war mit T-Comp der Sound immer anders (besser). Dachte schon die machen da irgendeinen "Schweinskram" mit einer Art Exiter etc. bis ich mal den input und output _exakt_ auf 0dB gestellt hatte anstatt nach Sicht den Pegel anzugleichen. Plötzlich war kein Unterschied mehr zu hören!