Phantomversorgung für Mikrofon am Camcorder

Erstellt 10 Antworten11 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich möchte 2 Rode NT5 an meinen Camcorder Mikrofoneingang (unsymmetrisch !!) anschließen, und benötige eine Schaltung für eine portable (also batteriebetriebene) Phantomversorgung (ca. 24V).
Kann mir da jemand weiterhelfen?
Gruß
Markus
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Antwort#2
Hallo Markus,
Das Hauptproblem liegt darin, daß Du die Phantom-Speisespannung vom Recordereingang abblocken mußt. Wenn das Mikrofon phantomgespeist ist, ist davon auszugehen, daß das Signal als symmetrisches Signal heraus kommt. Du mußt dann den einen Pin mit einem entsprechend großen Kondensator (so 100...220 µF) nach Masse schalten und den anderen Pin - ebenfalls über einen Kondensator - auf den heißen Pol des Mik-Eingangs der Kamera. Bei Vewendung von Elkos auf die Polarität achten. Die 24 Volt wird dann wie gewöhnlich über die beiden Speisewiderstände dem Mikrofon zugeführt. Hierüber wurde in der Vergangenheit schon oft geschrieben. Bitte mal die Suchmaschine des Forums anwerfen.

Grüße
Rainer
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Antwort#3
Hi,
warum keine 48 Volt? Aus dem Instruction Guide der NT5: "The NT5 requires a power supply which for optimum results should be a ´P48` standard, 48 Volt DC Supply"
Gruß Günter
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Antwort#4
Ueber die erforderliche Spannung bei Phantomspeisung sollte man kritisch nachdenken. Bei Elektretmikrofonen (mit "eingefrorener" Ladung) dient die Phantomspeisung nur zur Versorgung des Verstaerkers (Impedanzwandlers) und darf dann oft deutlich kleiner als 48 V sein (AKG C 1000 kann mit 9 V betrieben werden).
Das Rode NT 5 wird aber (wie das Neumann KM 184) aus der Phantomspannung polarisiert, diese darf dann nicht zu klein werden. Im Datenblatt zum Rode NT 5 findet man dazu: "P48 Supply (38V - 52V), P24 Supply (20V - 26V)". Bei vielen anderen nicht-elektret Kondensator-Mics fordern die Datenblaetter oft: 48V +-4V
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Antwort#5
Hallo KLN,
Rode NT4 und NT5 benutzen denselben Kapseltyp.
Das Rode NT4 arbeitet wahlweise phantomgespeist oder ueber 9V-Batterie im Schaft. Im Vergleich ist kein klanglicher Unterschied bei kleinen und mittleren Pegeln, wohingegen der Grenzschalldruck fuer 1% Klirr bei Phantomspeisung deutlich hoeher ausfaellt.
Das NT5 arbeitet mit voller Spezifikation von 18V aufwaerts:
"Power Requirements: 4mA, P48 Supply (38V-52V), 2mA, P24 Supply (20V-26V). The Microphone operates with full specifications down to a minimum of 18V. It will operate with some performance degradation below 18V.' (Zitat Rode-Handbuch)
Das KM184 ist fuer P48 spezifiziert, allerdings arbeitet es auch mit kleineren
Spannungen - wieder mit reduzierter Spezifikation.
Im Vergleich dazu tut sich bei meinen Sennheiser MKH40s unter 40V nicht viel, und dass, obwohl diese als HF-Kondensatormikrophone keine Polarisationsspannung brauchen...
Gruss
Micha
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Antwort#6
Hallo Micha,
Die Sennheiser-MKH-Mikrofone arbeiten nach dem Hochfrequenzverfahren und benötigen daher keine Polarisationsspannung, weil die Kapsel Bestandteil eines HF-Schwingkreises ist.
Hast Du mal die MKH-Mikrofone mit den Neumann verglichen? Ich habe bei Mikrofonvergleichsaufnahmen immer wieder festgestellt, daß mir die Sennheiser etwas dumpfer erscheinen als alle anderen Mikrofone von anderen Herstellern. Das soll kein Werturteil sein, sondern nur eine Feststellung. Wie sind da Deine Erfahrungen?

Grüße
Rainer
P.S.: Werde mich mal am WE an die Rekonstruktion des Schaltplans der Stereomatrix machen.
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Antwort#7
Hallo Rainer,
Du sagst:
: Die Sennheiser-MKH-Mikrofone arbeiten nach dem Hochfrequenzverfahren und
: benötigen daher keine Polarisationsspannung, weil die Kapsel Bestandteil
: eines HF-Schwingkreises ist.
Das war mir klar - siehe meine Aussage von zuvor:
: ...obwohl diese als HF-Kondensatormikrophone keine Polarisations-
: spannung brauchen...
Ich mag das Konzept an sich sehr gerne - es ist nach dem physikalischen Prinzip deutlich eleganter als die Standardmethode mit intern oder extern polarisierter Kapsel. Nur faellt die Elektronik schon bei geringer Unterschreitung der Nennspannung (P48) aus, was nicht verwunderlich ist...
Den Vergleich mit den anderen Mikros werde ich sicher machen - und auch veroeffentlichen.
Nur sind die Neumaenner noch auf dem Versandweg - daher habe ich noch keinen direkten Vergleich machen koennen...
Allerdings habe ich ebenfalls tendentiell das Gefuehl, dass die Sennheisers -
wenn auch nicht dumpf - im Vergleich zu manchen anderen Mikrophonen tendentiell trocken klingen.
Im Parallelbetrieb A/B-verglichen habe ich sie allerdings nur mit AKG C451B - selbige haben eine leichte Praesenzanhebung (4dB zwischen 9 und 15kHz), und fallen dann ab. Ein solcher Buckel ist bei den MKH40s nicht vorhanden - die sind bis 20 kHz linealglatt. Die Sennheisers klingen tendentiell dunkler, und etwas trockener (ein mithoerender Freund nannte das 'den WDR-Hoerspiel-Effekt'... nicht sehr wissenschaftlich (:->).
Gruss
Micha
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Antwort#9
Die Phantomspannung ist dabei wahrscheinlich nicht das einzige Problem, der unsymmetrische Camcordereingang erwartet vermutlich Linepegel, d.h. Du brauchst auch noch eine entsprechende Verstärkung. Deshalb würde ich eher zu einem fertigen Preamp mit Phantomspeisung raten als zu einer Bastellösung.
Ingo
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Antwort#10
Hallo Ingo,
alle mir bekannten Camcordereingaenge sind fuer unsymmetrische (oder bei professionellen Camcordern manchmal auch symmetrische) Mikrophonpegel ausgelegt.
Manche Camcorder haben sogar eine Umschaltung von Mikrophon- auf Linepegel (Line
ist in diesem Falle ueblicherweise -10dBV).
Allerdings rauschen die Mikrophoneingaenge oft nicht unerheblich, und es lohnt sich, ausser der Phantomspeisung einen kleinen VV vorzusehen - mit bis zu 20 dB
Verstaerkung - wenn das Mikrophon unempfindlich ist. Allerdings ist Vorsicht geboten - oft sind die Eingaenge auch nicht besonders pegelfest.
Mit dem Rode NT-4 und Sony (semi)professionellen Hi8- bzw. MiniDVCam-Geraeten geht es auch ganz gut ohne VV und Phantomspeisung - allerdings ist XY nicht immer eine sinnvolle Mikrophonanordnung fuer ambience...
Gruss
Micha
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Antwort#11
Hallo Micha,
Zitat: ""Ich mag das Konzept an sich sehr gerne - es ist nach dem physikalischen Prinzip deutlich eleganter als die
Standardmethode mit intern oder extern polarisierter Kapsel. ""
Dasa sehe ich nicht so, denn das HF-Verfahren ist eigentlich ein technischer "Umweg". Es wurde entwickelt aus der Not heraus, als die ersten Transistoren aufkamen und man die hochohmigen Eingangswiderstände der Halbleiter noch nicht realisieren konnte. Erst als die FET's zur Verfügung standen, konnte die klassische Schaltung wieder angewandt werden.
Vor- und Nachteile haben beide Verfahren: kommt es bei der NF-Schaltung auf gute Isolationseigenschaften der Kapsel an, ist das HF-Verfahren sehr empfindliche gegen Temperaturschwankungen und man muß dabei für entsprechende Stabilität sorgen.
Grüße
Rainer
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