Hi, einem Kollegem und mir kam heute die Frage, ob es denn mal analoge Delays gab, die aber nicht auf Tonband basierten? Da wir uns beide zur digitalen Generation zaehlen, hatten wur uns nur mal gefragt. Gruss, HaJo
Hi Redi, ja die gab es, es waren Analoge Schieberegister, waren damls so richtig teuer (so um die 50 DM eins, mit 512 Stationen). Da konnte man ein Analogsignal mit verzögern. Hatte so ein Delay, hat so 300ms gemacht, bei (glaub ich) so 3kHz. Tomy
Hallo Hajo, zum analogen Delay ohne Tonband (Echolette und Dynachord) fällt mir das Wort "Eimerkette = bucket brigade" ein. Anfang der achziger Jahre waren mit elektronischen Bauteilen kleinere Verzögerungen möglich. Je länger, um so schlechter war die Qualität. Im "Elektor" wurde darüber berichtet. Siehe: http://www.video-4-all.info/glossar/eimerkette.html Gehe zum Link "Eimerkette" unten. Viele Grüße Eberhard Sengpiel Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik: http://www.sengpielaudio.com
Beim PAL und SECAM Farbfernsehen wird im PAL und SECAM decoder ein Verzögerungsglied benötigt. Zwar nur 64us aber quasi ein analoges Delay (früher). War irgendson ein Quarz/Piezo-teil. Die Amplitude am Ausgang war aber lausig. Nur so ein Gedanke. Vielleicht hat man ähnliches auch mit Audio gemacht. Am Rande: Bei PAL wird das V-Signal aus dem der aktuellen Zeile und dem der vorhergehenden gebildet. Damit werden Farbfehler in Sättigungsfehler umgesetzt. Bei SECAM wird in jeder Ziele nur das U- bzw. V-signal übertragen, das entsprechende andere kommt auch hier aus der vorherigen Bildzeile. Wegen der für das Halbbildverfahren notwendigen ungeraden Zeilenzahl hat sich bei SECAM erst nach zwei Halbbildern die Periode wiederhold. SECAM war daher ungeeigenet zum schneiden. Deswegen habe in der DDR die Fernsehstudios auch mit PAL gearbeitet und nur auf den Sender ging ein SECAM codiertes Bild...
Hallo HaJo, unten wurden schon die sog. "Eimerketten"-IC's genannt. Ich habe ein solches Verzögerungsgerät mal als Diplomarbeit an unserer Hochschule bauen lassen. Hat auch funktioniert, allerdings mit gewaltigen Nachteilen und Problemen: 1. rauschen die Dinger ziemlich stark und zwar umso mehr, je mehr man in Kette schaltet. Man war also gezwungen, vor und hinter das Gerät einen Telcom C4 oder ähnliches Rauschminderungssystem zu schalten um auf annehmbare Qualtiät zu kommen. 2. gab es im Frequenzgang bei ca. 4 kHz eine Überhöhung, die wir uns nicht erklären konnten. Selbst die Firma Valvo, von der damals die IC's stammten, konnte sich dieses Phänomen nicht erklären. Fazit: Es macht wenig Sinn, mit dieser Technik eine Verzögerungseinrichtung aufzubauen, weil einfach die Qualität zu wünschen übrig läßt. Ich glaube die IC's gibt es auch gar nicht mehr.
Servus, den Link von ebs hab ich angeschaut, und dort steht (u.a.):
One significant difference is that the particular frequency and overload contours of well-designed analog delay devices generally provide smoother, more natural series of echoes than digital delay units. Another difference is that the echoes of a digital delay are static because they are the same sound repeated over and over, whereas a bucket brigade device itself imparts a warm, organically evolving timbre to the echoes.
Hatten wir sowas nicht schon oft? Was bitte schön soll bei einer Eimer(!)kette(!!) natürlicher klingen als bei einer (guten) digitalen Verzögerung - mal abgesehen vom (analogen) Rauschen??? redi
Redi schreibt: Hatten wir sowas nicht schon oft? Was bitte schön soll bei einer Eimer(!)kette(!) natürlicher klingen als bei einer (guten) digitalen Verzögerung - mal abgesehen vom (analogen) Rauschen? Na sicher. Wenn man volle Eimer mit Wasser schnell weiterreicht, geht schon mal etwas verloren. Man muss das nur werbemäßig clever ausdrücken und dieses positiv verkaufen. Darum wird einfach erklärt, dass diese analoge Echofolge viel natürlicher und wärmer klingt, als ein statisches kaltes starres digitales Delay. Verschwiegen wird dabei, dass die übertragene Bandbreite recht klein ist und dafür das Rauschen recht hoch. Gruß ebs Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik: http://www.sengpielaudio.com
Wir haben seit 20 Jahren ein Analog Delay von Ibanez ( Ibanez AD 202 ) im Studio und benutzen es auch tatsächlich hin und wieder noch. Es war damals "State of the Art" und auch heute kann man es durchaus noch hören. Besonders Modulationseffekte klingen "anders" als bei digitalen Pendants (soll nicht heißen besser oder schlechter, sondern eben anders). Einen schönen Link mit Hörbeispielen dazu gibts hier: http://www.modezero.com/ibanez-ad202.htm Fazit: Auch Eimerketten können funktionieren
Auch heute wird in einigen Passiven Lautsprechern noch ein analoges Delay verwand. Nennt sich dann Allpass. Hinter einer Endstufe sonst auch nicht anders zu machen...