Hallo alle! Hab da ein Problem... Ziel: An das O2R 8 zusätzliche XLR-Eingänge mit 48v Phantom bauen! Problem: Original Zubehör von Yamaha gibt es, aber ein Preis von ca. 3000.-EURO ist mir doch etwas zu teuer... Das übersteigt fast den Wert des schon 3 Jahre alten Pultes! Idee: Ich habe mit einem einfachen Phantomspeiser von Sennheiser (eigentlich für Kamera EB-Teams gedacht) ein Shure SM99 angeschlossen: Mic > Speiser > symetrischer Klinken Eingang am O2R. Das hat auch wunderbar funktioniert, der Sound war auch absolut gut. Allerdings kostet so ein Ding ca. 280,- Euro, womit ich bei 8 Kanälen fast wieder bei dem Preis für Original-Zubehör bin. Meine Farge: Kennt jemand von Euch ein Gerät das mir 8x eine Phantomspeisung bietet (im Sinne von Mic > Speiser > Pult)das preislich erschwinglich ist? ODER: Da ich durchaus löten und schrauben kann vielleicht einen Schaltplan oder so von einer Phantomspeisung mit externer Stromversorgung. An dem Pult selber möchte ich nur sehr, sehr ungern etwas verändern. Vielen Dank... Flo-Wer
Lieber Flo-Wer, genial schon..., kostet aber auch durchaus heftig Euronen. Außerdem ist nach Kollegenerfahrungen gewisse Vorsicht am Platz, weil die Speisungskiste an den Stereoklinken der Eingänge 9-16 hängt. Ich habe noch vor Schierbeckers Problemlösung selbst zum Löterich gegriffen und eine Stagebox zusammengelötet und -geschraubt, die nicht nur die notwendigen Tantaltrennkondensatoren mit Speiseweichen enthält (vgl. die acht regulären phantomgespeisten Eingänge), sondern auch noch die ganze unselige Stereoklinkenwirtschaft in der Analogsektion des 02r beendet. Diese Box steht auf dem Boden und quält daher das Pult mechanisch nicht. Die eigentliche 48-V-Phantomspeisung nach Norm (!) besteht für die Kanäle 9-16 aus zwei in Serie liegenden 24-Volt-Stabilisierungen an einem Trafo und einem Gleichrichter-Siebelkosatz und wurde in einem größeren Steckernetzteil untergebracht. Das geht seit Jahren tadellos und -offenbar auch für Dritte einsehbar- so gut, dass ich aufgrund eines Diebstahls bereits eine zweite Generation in Betrieb nehmen musste/durfte... Übrigens gleichen sich die Schaltungskonzepte der Eingänge 1-16 und 17-24 im 02r zur Gänze; man kann daher 17-24 mit Minimalaufwand ebenfalls auf Mikrofonempfindlichkeit umstellen. Weiterhin lassen sich ja an die über die digitalen Steckkarten (AES-EBU z.B) zugänglichen Line-Eingänge zwei achtkanalige Wandler einer Fremdfirma anschließen, womit das Pult nicht weniger 40 Mikrofon-Kanäle zu verwalten gestattete. Über die acht Busses einer weiteren AES-EBU- oder TDIF-Steckkarte bekäme man sogar einen Surroundmix digital nach draußen auf den Speicher... Ich setze dabei voraus, dass der Tonverantwortliche bei derlei Betriebsversuchen seine Gedanken beeinander hat, sonst wird's bei den Bedienungskonzepten der Billig-Digitalen ja dramatisch... Dennoch: Diese Leistungsdichte auf transportablen nur 70x70cm kann durchaus beeindrucken. Allen Lesern einen schönen Feierabend! Hans-Joachim
Hallo Flo-Wer, Man kann ohne großen Kostenaufwand das O2R auf allen Kanälen mit P-Speisung ausrüsten. Das eigene Netzteil hat genug Leistung um auch 24 Mikrofon mit Spannung zu versorgen. Man muß nur auf einen ganz wichtigen Punkt achten: Die Eingangselkos der bisher nicht P-gespeisten Kanäe müssen nach dem "phantomisieren" umgepolt werden, sonst bricht die P-Spannung zusammen und die Elkos gehen kaputt. Wie Hans-Joachim schon schreibt: Man kann alle Eingänge auf Mikrofonempfindlichkeit bringen, denn die Topologie der Eingagnsschaltung ist auf allen Kanälen gleich. Lediglich die Dimensionierung der Widerstände ist unterschiedlich. Ich habe das bei meinem O2R auch gemacht und habe somit 24 Eingänge mit Mikrofonempfindlichkeit und P-Speisung. mfG Rainer
Lieber Rainer, darf ich noch eine kurze Ergänzung zu deinen Ausführungen anhängen? Ich habe in meinem Gerät die Umpolung der Eingangskondensatoren unterlassen und lediglich die Tantals wie in den Eingangsstufen 1-8 vorgeschaltet, zumal die Polarisationsspannung der originalen Eingangselkos 9-24 nur 16 V beträgt. Durch meinen Umbau gleichen sich nun alle Eingänge 1-24 schaltungstechnisch, sieht man von der Einfügung der HF-Saugkreise ab, die bei meinen Kanälen 9-24 nicht unmittelbar der Eingangsbuchse folgen, sondern zwischen den Tantals (10µ/50 V) und den Verstärkereingangselkos 10µ/16V angeordnet sind. Unerfreulichkeiten aufgrund dieser 'Änderung', die ja auch meine Eingänge 9-16 betrifft, konnte ich bisher nicht beobachten. In meinem Posting unten vergaß ich im Zusammenhang mit dem Einsatz der Schnittstellenkarten zur Einbindung zusätzlicher Mikrofonverstärker auf die dann zu berücksichtigenden eigenen Latenzzeiten hinzuweisen, die zu ermitteln sind, um Kammfiltereffekte zu vermeiden bzw. deren Ursache eindeutig zuweisen zu können. Das war's. Gruß Hans-Joachim