mp3 versus atrac

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Startbeitrag#1
Hallo ihr Wissenden,
kann mir jemand verraten, ab welcher Bitrate bei mp3 ich ungefähr das gleiche Qualitätsniveau hinkriege wie bei atrac4? Sind atrac und mp3 bei Profis überhaupt diskutabel? Minidisc (atrac) scheint sich ja immerhin durchgesetzt zu haben, obwohl es immernoch Billiggeräte mit atrac3 gibt, das ja wohl beim IRT durchgefallen ist... Also: ab welcher Bitrate kann man bei semiprofi-Ansprüchen mit mp3 arbeiten und mit welcher atrac-Version?
Thx
Tesla
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Antwort#2
Hallo Tesla,
alle verlustbehafteten Datenreduktionen sind problematisch. Dazu gehören demnach z.B. MP3, AC3, Atrac4. Ein Vergleich ist klanglich wirklich sehr schwierig, weil es dabei immer auf die Art des Original-Musiksignals ankommt.
Für Originalaufnahmen sollte man unbedingt immer nur eine verlustfreie (lossless) lineare digitale Aufzeichnung nehmen. Je höher die Bitzahl und je höher die Samplingrate, um so besser. Ich denke 24 bit und 96 kHz reichen für höchste Ansprüche aus.
Natürlich kann man für Heimzwecke im lauten Auto bei geringem Anspruch mit stark datenreduzierenden Verfahren leben, denn das ist auch viel billiger. Und in diesem Falle ist es sicher egal welches System man benutzt. Wer hört dabei schon den Unterschied.
Die Frage welches schlechte Telefon quäkt denn am wenigsten schlecht, ist doch uninteressant. Auf der guten Seite ist diese Frage dagegen wieder interessant. Welches Digital-System klingt ohne Artefakte.
Maya
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Antwort#3
Meine Meinung zu MP 3, mit Atrac 4.5 habe ich keine Erfahrung.
Ich höre sehr oft, dass viele Jugendliche MP-3-Files aus dem Internet (meist 128kb/s) sammeln und sie dann auf CD brennen. Es gibt auch das Gerücht, dass man keine Unterschied zu einer CD-Aufnahme hören kann. Glauben diesen Blödsinn wirklich manche, bei einer Kompression von etwa 10:1? Das habe ich getestet, vielleicht trifft das auf Schrott-Aufnahmen zu. Aber mit guten Aufnahmen z.B. nur Madonna-Singles oder bestimmten Synthesizer-Songs von J. M. Jarre ist der Unterschied eindeutig hörbar, auch bei Anlagen unter dem Tausend Euro-Bereich und bei geringeren Kompressionsraten, wie z.B. 192 kb/s. Man merkt aber deutlich den klanglichen Anstieg bei größer werdenden Datenraten und aufwendigeren Algorithmen (quality). Allerdings gibt es klangliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Algorithmen, z.B. der Original-Fraunhofer-Codierung, dem ISO-MPEG und dem Software XING-MP3, den es als Rechner-Tool gibt. Ich habe es mit jemandem, der "klanglich unerfahrenen" ist, getestet und er hörte den Unterschied ebenfalls sofort bei 128kb/s.
MP-3 ist ein recht gutes Komprimierungsverfahren, aber mit hochwertiger HiFi-Wiedergabe hat das nichts zu tun. Das ist in Sachen HiFi ein Schritt zurück. Diese ganzen MP3-CD-Player sind nur eins: überflüssig! Denn dieser Algorithmus speichert nicht den Verlauf des Signals, sondern enthält Beschreibungen, welche Charakteristika das Signal enthält, so gibt es bei einem Musiksignal auf jeden Fall Abweichungen. Nur weil einige meinen, das klingt besser als der billige Walkman, hat das nichts mit CD-Qualität zu tun.
Wer es nicht glaubt, kann ja mal eine Frequenzanalyse am Rechner machen und sich das Ergebnis bei 128kbps selbst mit maximaler Quality anschauen, da ist bei 15...16kHz Schluss, obwohl das darüber noch im CD-Format enthalten ist.
Praktisch heißt das: 128kb/s ist inakzeptabel, 192kb/s ist von der Qualität (abhängig von der Musik) her meist OK, 256kb/s würde ich als optimalen Kompromiß bezeichnen, da bei üblicher Musik die Unterschiede sehr gering sind. 320kb/s verbessert das ganze noch einmal und kommt dem Original hörmäßig recht nahe. Das gilt hier nur für den Original-Fraunhofer-Codec mit maximaler Qualität und Intensity-Stereo.
Man sollte aber 2 Channels, also kein Intensity-Stereo beim Komprimieren verwenden. Das ist nötig, damit die Phasenunterschiede zwischen den Kanälen nicht verlorengehen. Dadurch muß die Datenrate jedoch weiter ansteigen, um klanglich auf das gleiche Niveau zu kommen, so sind dann 320kb/s Pflicht, selbst bei noch höheren Datenraten (512kb/s) wären sicher noch Verbesserungen hörbar!
Dazu noch eine Ergänzung: Ich habe nicht untersucht, was besser oder schlechter klingt, sondern ob irgendwelche, Unterschiede im A/B-Vergleich hörbar waren. Im Einzelfall kann es sogar dazu kommen, daß die komprimierte Fassung (empfunden) besser klingt als das Original, da einige unharmonische Töne etwas verweicht werden.
foellnk



Surroundseite
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Antwort#4
Hallo,
foellnk schrieb zur Qualität (oder auch nicht) von MP3 und anderen Komprimierungsverfahren:
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Ich höre sehr oft, dass viele Jugendliche MP-3-Files aus dem Internet (meist 128kb/s) sammeln und sie dann auf CD brennen. Es gibt auch das Gerücht, dass man keine Unterschied zu einer CD-Aufnahme hören kann. Glauben diesen Blödsinn wirklich manche, bei einer Kompression von etwa 10:1? Das habe ich getestet, vielleicht trifft das auf Schrott-Aufnahmen zu. Aber mit guten Aufnahmen z.B. nur Madonna-Singles oder bestimmten Synthesizer-Songs von J. M. Jarre ist der Unterschied eindeutig hörbar, auch bei Anlagen unter dem Tausend Euro-Bereich und bei geringeren Kompressionsraten, wie z.B. 192 kb/s. Man merkt aber deutlich den klanglichen Anstieg bei größer werdenden Datenraten und aufwendigeren Algorithmen (quality). Allerdings gibt es klangliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Algorithmen, z.B. der Original-Fraunhofer-Codierung, dem ISO-MPEG und dem Software XING-MP3, den es als Rechner-Tool gibt. Ich habe es mit jemandem, der "klanglich unerfahrenen" ist, getestet und er hörte den Unterschied ebenfalls sofort bei 128kb/s.
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Ich habe schon immer die Luft angehalten um nicht zu platzen, wenn ich wieder diesem Unfug von "CD-Qualität" bei Komprimierung gehört oder gelesen habe, weil ich dises Gerede noch nie glauben konnte. Und ich habe lange einen weiten Bogen um die ganze Geschichte gemacht, konnte also auch keine eigenen Beobachtungen dazu beitragen.
Bis ich dann vor kurzem mal angegangen bin, einige kurze Stücke zu komprimieren, um sie ins Internet stellen zu können. Ich habe es mir OGG Vorbis probiert und mit dem Lame-MP3-Encoder. Lame wird von manchen Leuten als der z.Zt. beste MP3-Encoder bezeichnet, und OGG wird manchmal als verlustfrei bezeichnet, was aber Unsinn ist, denn sie selber bezeichnen OGG ja als "lossy".
Ausprobiert habe ich das ganze mit "Lang scho nimma g'sehn" von Haindling. Sehr gute, transparente Aufnahme mit irgendwelchen exotischen (?) akustischen Instrumenten und Gitarre, etc.
Fazit: OGG ist um einiges besser, einmal hin- und herkonvertiert, und es fällt doch relativ wenig auf. - Vorausgesetzt, daß man eine hohe Bitrate (>150) verwendet.
MP3 dagegen hört sich immer an wie dogshit, ganz egal, ob 48/22,05 oder 160/44,10 oder irgendwas dazwischen. Den Anstieg in der Qualität bei höhere Bitrate finde ich eindeutig marginal. Was dagegen eindeutig ansteigt, ist die Filegröße. (Dagegen hilft wiederum der Wille zu Mono...)
Ich höre übrigens "nur" mit meinen Dynaudio BM6A in einem normalen Raum ab, also sollte man in einem Studio mit besserer Abhöre noch mehr Unterschiede hören können.
Fazit also: OGG Vorbis kann man empfehlen, der Rest:????
Für Infos über verlustfreie Komprimierung:
http://ghido.shelter.ro/
und
http://home.wanadoo.nl/~w.speek/comparison.htm
Grüße,
Christian
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Antwort#5
Vielen Dank erstmal für eure Beiträge!
Leider waren sie bisher praktisch alle nur zu mp3. Zu Atrac und seinen verschiedenen Versionen hat niemand was Substanzielles geschrieben. Das würde ich gern noch vertiefen, weil ja nunmal Minidisc und Atrac untrennbar verbunden sind. Also: Welchen Gebrauchwert hat Minidisc? und wie ist der Unterschied zwischen Atrac3 und Atrac4 einzuschätzen? Einbeziehen möchte ich auch das Musicam-Verfahren, das ja für Astra-Digital-Radio verwendet wird. Immerhin wird ADR heute von allen ARD-Anstalten für ihre Programmdistribution benutzt, da kann es ja eigentlich nicht so schlecht sein, oder? Atrac und Musicam scheinen mir nahe verwandt zu sein, jedenfalls sind ja wohl beide von Sony.
Tesla
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Antwort#6
Hallo Tesla,
im Internet ist über die Minidisc mit starker Datenreduktion (die immer harmlos mit Kompression bezeichnet wird) nichts über hörbare Klangunterschiede und Artefakte zu finden, dagegen nur uneingeschränkter Jubel, weil das Produkt ja in Mengen verkauft werden soll. So ein Gerät ist in der Anwendung wirklich praktisch und eben besser als eine MusiCassette, dessen Nachfolge die MD angetreten hat. Es gibt immer weitere Verbesserungen beim ATRAC-Algorithmus, jetzt ist wohl ATRAC 4,5 dran, aber über ATRAC 3 ist eine hörmäßige Verbesserung nur noch ganz sehr schwer auszumachen und das ist von der Signalart abhängig.
Kurze Erklärung zu ATRAC: Da eine MD real nur gut 120 MB Speicherplatz bietet, ersannen die Sony-Ingenieure ein psychoakustisches Verfahren, das die zu speichernde Datenmenge deutlich und damit die Klangqualität gleich mit reduzierte. Man gab dem System den attraktiven Namen ATRAC (engl. Abkürzung für Adaptives, TRansformierendes Akustisches Codierverfahren) und stellte es in direkte Konkurrenz zu MP3. Psychoakustische Audiokomprimierungsverfahren beruhen auf der Erkenntnis, dass das menschliche Ohr nicht in der Lage ist, den physikalischen Informationsgehalt eines Audiosignals wahrzunehmen, sondern je nach Frequenz unterschiedlich aufmerksam ist. Am empfindlichsten ist das Ohr bei Frequenzen um 4 kHz, da in diesem Bereich die gerade wahrnehmbaren Töne in anderen Frequenzen ignoriert werden. Im Allgemeinen werden also zwei gleich dynamische Sounds in unterschiedlichen Frequenzen vom Zuhörer unterschiedlich laut wahrgenommen. Ein weiterer Effekt ist das sogenannte ´Masking´, wobei ein lauter Ton einen leisen verdeckt und dieser gar nicht mehr oder zumindest nicht mehr so detailliert wahrgenommen wird. Um dieser Erkenntnis Rechnung zu tragen unterteilt das ATRAC-Verfahren ein Signal (in den jüngsten Versionen mit Datenraten von bis zu 24 Bit bei 44,1 kHz) mit Hilfe einer FFT (schnelle Fourier-Transformation) pro Stereo-Kanal in 52 Frequenzbänder, wobei die niederen Frequenzen feiner unterteilt sind als die hohen. Nach einem von Sony patentierten Algorhitmus werden nun die psychoakustisch nicht wahrnehmbaren Elemente entfernt und das Datenaufkommen um 80 % reduziert. Also handelt es sich - und das ist eine gravierende Erkenntnis - bei ATRAC um ein Verfahren, bei dem Klanginformation unwiderruflich verloren (!) geht. Es werden nur diejenigen Bits auf der MD gespeichert, die gerade akustisch wahrnehmbar sind. Ob du jedoch den Sony-Ingenieuren zutrauen möchtest zu wissen, was "deine" Ohren hören, bleibt dir überlassen, denn jeder hört eben anders. Es gibt nicht nur fingerprints, sondern auch earprints.
Leider werden reduzierte MD-Aufnahmen (über Analogwandlung) auf DAT-Recorder kopiert und der Toningenieur wird aufgefordert, die etwas trockene Musik nachzuverhallen und mit Filtern die fehlende Präsenz einzustellen. Natürlich wird die MD-Quelle als Originalmaster verschwiegen. Was klanglich dabei rauskommt ist sicher doch jedem klar.
Maya
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Antwort#7
Es gibt auch das Gerücht, dass man keine Unterschied zu einer CD-Aufnahme hören kann. Glauben diesen Blödsinn wirklich manche, bei einer Kompression von etwa 10:1? Das habe ich getestet, vielleicht trifft das auf Schrott-Aufnahmen zu. Aber mit guten Aufnahmen z.B. nur Madonna-Singles oder bestimmten Synthesizer-Songs von J. M. Jarre ist der Unterschied eindeutig hörbar,
jemandem, der "klanglich unerfahrenen" ist, getestet und er hörte den Unterschied ebenfalls sofort bei 128kb/s.
Gerade bei rein elektronischer Musik hört man den Unterscheid nicht. Gerade JMJs synthie-klänge sollten ideal für den Komprimierungsalgorithmus sein.
Ich habe es selbst mit mehreren Stücken getestet:
- Originalstück von CD in Wavelab importiert
- ca. 30s relevatens Stück herausgeschnitten
- dieses als wav, mp3(128mbit/s) und mp3(256mbit/s) exportiert
- die mp3s wieder importiert und als wav expotiert
- ein pythonscript geschrieben welches die drei unterschiedlichen wav-dateien
umbenennt in blabal_1.wav, blabla_2.wav etc. per Zufallsgenerator. Gleichzeitg aber eine Logdatei schreibt, welchs nun was war.
- alle varianten auf CD gebrannt (original, 1, 2, 3)
- nun fröhlich geraten was denn nun 1, 2, 3 waren
Es war schwer! Und teilweise nicht eindeutig.
Nur bei vielen "natürlichen" Instrumenten (orchester, drums) ist der Unterscheid sofort hörbar. Zwischen 128er mp3 und CD. Zwischen 256er und 128er bzw. 256 und original teilweise auch nicht.
Der Unterschied war umso besser hörbar je schlechter die Boxen waren.
Ich kann dir gerne die CD schicken. Aber nur hören! Nicht auf die Zeit achten, da mp3s leicht unterschiedlich zum Original sind. (hatte ich nicht bedacht)
Gerade das glaube ich nicht! Welches Musikmaterial? Wie getestet?
Mp3 ist jedenfalls um Längen besser als LP!
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Antwort#8
Mp3 ist jedenfalls um Längen besser als LP!

Ich würde gern darauf antworten. Leider liege ich seit einer halben Stunde lachend unterm Tisch. Sorry.
Marcel
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Antwort#9
mir gehts ähnlich.
Äpfel sind auch um längen besser als Orangen - oder?
Oder steht die Abkürzung "LP" für etwas Anderes als die schwarze Vinyl-Scheibe?
Georg


Tonzauber - einfach klassisch!
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Antwort#10
Tesla schrieb: "Atrac und Musicam scheinen mir nahe verwandt zu sein, jedenfalls sind ja wohl beide von Sony."
MUSICAM ist definitiv nicht von Sony. Wenn die Japaner so etwas behaupten, dann befinden sie sich auf illegalem Terrain.
MUSICAM (Masking Universal Subband Integral Coding And Multiplexing, so weit ich mich noch erinnnern kann) ist definitiv MPEG 1, Audio Layer 2
MP3 ist MPEG 1, Audio Layer 3 (Kurzform geht aus dieser bezeichnung hervo) und
PASC (Pattern Adaptive Subband Coding, wurde von Philips für die DCC verwendet) ist MPEG 1, Audio Layer 1.
Im Wintersemester 1994/95 hat Frau Prof. Dr. Brigitte Ribbeck, an der FH Niederrhein (Krefeld) zuständig für digitale Audiotechnik, in ihrer Vorlesung die Datenreduktion bei digitalen Audiosignalen erläutert. Dabei konnte sie einzig Angaben zu den MPEG-Verfahren machen. Mehrfach hatte sie bei verschiedenen Stellen von Sony wegen technischer Informationen zu ATRAC nachgefragt, aber nirgendwo eine Reaktion erhalten.
Nett von Sony, inzwischen die Zahl 52 genannt zu haben. Und das sind schon mehr Frequenzbänder als bei MPEG (hab' die Unterlagen nicht griffbereit ... waren's 24 oder 32 ...?)
Viele Grüße
Michael
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Antwort#11
Hallo ihr beiden Karnevalisten!
Äpfel sind auch um längen besser als Orangen - oder?
Ich vergleiche hier zwei Schallspeichermedien. Der Dreck den sowohl Vinyl als auch mp3 produzieren ist sicherlich Unterschiedlich.
Ich bleibe dabei. Der Im Zweifel würde ich mp3 der LP vorziehen.
Das ist mein subjektiver Geschack. Vielleicht gefällt euch LP besser.
Aber auch objektiv dürfte MP3 besser sein.
Es behauptet niemand, dass bei akustischen Instrumenten (Jazz, Klassik etc. )
128mbit/s-mp3 mit dem Original vergleichbar wäre. Bei elekronischen Klängen oder auch der plattkomprimierten Rockmusik sind die Unterschiede marginal. Bei 256mbit/s gar nicht mehr wahrnehmbar.
Ansonsten scheint mir eure Einstellung sehr voreingenommen zu sein. Mp3 kann einfach nicht gut sein... So hab ich auch mal gedacht. Bis ich es getestest habe im Blind(!)test.
Schon interessant dass das so eine emotionale Diskussion ist...
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Antwort#12
....dann mache sich einer die Mühe die Entropie der LP auszurechnen. Wenn die Bitrate von MP3 kleiner ist, ist die Antwort klar. Ich denke dass über den Daumen gepeilt das Nutzsignal einer LP eine höhere Bitrate als 128kbit braucht. Über Geschmack lässt sich streiten, über seriöse Berechnungen nicht.
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Antwort#13
Jetzt vergleichst du aber Äpfel und Birnen miteinander.
Eine LP wird sicherlich eine höhere "Datenrate" haben als ein mp3.
Auch nach rausrechnen der Redundanz.
Aber bei mp3 ist ja auch noch ziemlich viel Irrelevanz beseitigt.
D.h. "Daten" die man nicht wirklich hört sind nicht mehr enthalten. Bei der LP aber immer noch.
LP hat dafür höhere Verzerrungen, schlechteren Frequenzgang.
Sicherlich ist es auch materialabhängig (und auch geschmacks-) welches Medium besser klingt. Bei meiner Musik (und das ist nunmal hauptsächlich Metal) würde ich das mp3 jederzeit vorziehen.

Gerade bei letzterem Genre ist mir aufgefallen, dass seit der Zeit ab der nur noch für CD produziert wird, die Produktionen viel druckvoller geworden sind.
Überhaupt geht ja selbst bei "normaler" Rockmusik die Tendenz zu tiefergestimmten Gitarren etc. Es gibt zumindest eine Korrelation zwischen dem Übergang LP->CD und dem Sound. Und mp3 kann bei allen Nachteilen zumindest den Frequenzgang voll übertragen ohne dass eine Nadel springt...
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Antwort#14
Der Vorwurf von Äpfeln und Birnen geht fehl. Jedes System muss sich der Signaltheorie unterwerfen, und die gilt eben für "lineare" als auch für datenreduzierte Systeme. Auch MP3 macht Verzerrungen, und der Frequenzgang ist "verhandelbar", nämlich signalabhängig. So, und wer mehr Entropie hat, ist halt besser. So einfach ist das. Das ist eben nicht Geschmackssache, sondern Gegenstand seriöser wissenschaftlicher Untersuchungen.
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Antwort#15
Nochmal. Es geht nicht darum, _wieviel_ Information vorhanden ist, sondern _welche_. Ist bei gleicher Informationsmenge bei mp3 mehr relevante Informationen vorhanden als bei LP (wo auch mehr verdeckte Informationen noh vorhanden sind) dann ist mp3 besser. Da es so entwickelt wurde, ist das auch anzunehmen. Ich möchte ja das mp3 nicht weiter bearbeiten und Informationen rausholen, die man eh nicht hört. Bei LP wäre dies möglich.
Du musst das Gesamtsystem Wiedergabemedium->Wiedergabekette->Gehör betrachten.
Gerade letzteres wirkt sehr selektiv. Und bei der Wiedergabekette dürften auch die DA-Wandler weniger Müll produzieren als ein mechanisches Nadelsystem. D.h. mal unabhängig davon was auf einer LP _drauf_ ist. Es muss auch gelesen werden.
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Antwort#16
So ist es. Das Gesamtsystem muss betrachtet werden. Bei der Entropie fallen alle Signalbestandteile unter den Tisch, die vorhersagbar sind. Das sind unter anderem Teile die durch die Übertragungsfunktion (nadel, wandler) bedingt sind, denn die ist ja bekannt. Das was übrigbleibt ist die Entropie, also der tatsächliche Informationsgehalt. Also bitte nicht ohne Bandbreitenbetrachtung über Qualität mutmaßen!
Grüße, Tonmaus
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Antwort#17
Gestern habe ich die Anzahl der Subbänder bei PASC, MUSICAM, MP3 nicht gewusst. Jetzt habe ich nachgeschaut:
Bei MPEG Audio sind es 32 Teilbänder mit je 750 Hz Breite (konstant).
Viele Grüße
Michael
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Antwort#18
Hallo Tonmaus!
Du machst den Fehler und berechnest den reinen theoretischen Informationsgehalt. Das geht aber nicht, da das Gehör diese Informationen bewertet. Und selbst da ist reine Information (wenn du das Gehör rausrechnen würdest, was eigl. unmöglich ist) nicht so wichtig wie die Art der Information.
Extremes Beispiel: System A hat Information gleichmässig im Bereich von 100Hz-10kHz. System B hat doppelt soviel Informationen aber nur im Bereich von 15kHz-20kHz. Nach deiner Rechnung müsste System B besser sein. Ist es aber nicht. A ist wesnetlich brauchbarer.
Anderes Beispiel: ein Sinus von 200Hz meinetwegen braucht nur Amplitude, Phase und Frequenz und Dauer um eindeutig zu. Ganz wenig Information also. Trotzdem ist es nicht egal ob er 1s oder 1min erklingt.
Man kann auch mit wenig Information viel Nutzsignal erzeugen. Und es kommt nicht auf die enthaltene Informationsmenge an, sondern auf das was _da ist_.
Bei Schall - der viel Redundanz und einiges an Irrelevant enthält - kommt es nicht unbedingt auf die Informationsmenge an.
Zum anderen kannst du die Übertragungsfunktionen der Wandler nicht vernachlässigen. Sie fügen zwar keine Information hinzu. Aber sie vernichten Information und fügen Dreck hinzu.
Beim Vergleich zweier Audiomedien kann man nicht die Informationsmenge heranziehen.
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Antwort#19
Es ist eingermaßen schwierig zu argumentieren, wenn jemand konsequent nicht zur Kenntnis nimmt, was Entropie bedeutet. Sie ist im signaltheoretischen Sinn nämlich mit dem Informationsgehalt ident. Der Vergleich unterschiedlicher Bandbreiten ist ja nun völlig in die Hose gegangen, denn abhängig von der Kanalcodierung lassen sich in Beispiel 2 eben doch mehr Informationen übertragen. Da ist wohl ein Verfechter der Digitaltechnik in seine eigene Grube gefallen! Auch Redundanz und Irrelevanz gehen in die Entropiebetrachtung nicht ein, da der Informationsgehalt eben niedrig ist, und lassen sich bei entsprechender Codierung prima aus dem Kanal fernhalten. Beispiel 2 ist übrigens nicht Theorie, sondern Praxis: Siehe DSL. Dort wird in einem für die Sprachübertragung irrelevanten F.-Bereich eine Menge Information über das selbe Kabel geschickt. [Sie baden gerade Ihre Hände darin...:-)]
Tonmaus
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Antwort#20
Hallo!
Wir reden konsequent aneinander vorbei.
Was ich in dem Bandbreitenbeispeiel ausdrücken wollte ist etwas anderes.
Wenn ich ein System mit sagen 100Hz Bandbreite habe, also z.B. Audio von 0-100Hz. Dann ist dieses nicht sonderlich brauchbar.
Wenn ich ein anderes System habe, was _zur Übertragung_ auch nur 100Hz Bandbreite benötigt da viel Redundanz etc., dann ist System 2 besser.
Der reine übertragene Informationsgehalt ist irrelevant. Entscheident ist wie genau auf der Empfängerseite das Original rekonstruiert werden kann. Im Falle des Sinus habe ich wenig Information. Trotzdem kann ich - wenn das Original ein entsprechendes Signal war - mit sowenig Informationen das Original 100%ig rekonstruieren. Inkl. aller Redundanz.
Anderes Beispiel wenn ich ein System habe welches von 300Hz-4kHz arbeitet, dann ist es fürs Telefonieren gut brauchbar. Habe ich ein System was von 20300Hz bis 2,4kHz arbeitet, dann ist es unbrauchbar. Trotz gleicher Übertragungsbandbreite.
Nur den Informationsgehalt bei der Qualitätsbeurteilung von Audiomedien heranzuziehen ist ungefähr so als würde ich nur mittels Klirrfaktor den Klang von Gitarrenamps beurteilen.
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