Hallo zusammen! Bin gerade dabei, mit einem Freund ein kleines Studio aufzubauen. Würde daher gerne von Euch wissen, welche Nahfeld-Monitore und Pulte Ihr benutzt. Desweiteren interessiert mich, was ich tun muß, um mit dem Studio nebenberuflich Geld zu verdienen. Vielen Dank im voraus. Phil
Bin gerade dabei, mit einem Freund ein kleines Studio aufzubauen. Würde daher gerne von Euch wissen, welche Nahfeld-Monitore und Pulte Ihr benutzt. Desweiteren interessiert mich, was ich tun muß, um mit dem Studio nebenberuflich Geld zu verdienen.
Als echte Nahfeld-Monitore eignen sich die Genelec 1030. Allerdings würde ich dann doch eher auf die etwas größeren 1031 oder noch besser die 1032 zurückgreifen. Aber Du wirst hier von zehn Leuten mindestens zwölf Meinungen hören. Es gibt auch andere Lösungen. Und bedenke, dass Nahfeldmonitore nur eine Ergänzung darstellen und es in erster Linie auf die Hauptmonitore ankommt. Noch unerschöpflicher ist der Markt bei Mischpulten. Da würde ich vielleicht sogar was gebrauchtes suchen, ganz nach Platz und Geldbeutel. Es muss ja nichts digitales sein. Gute analoge Pulte sind noch viele Jahre einsetzbar. Das ist natürlich eine ganz andere Frage. Es gibt schließlich kaum Studios in Deutschland... :-)) Aber mal im Ernst: Das hängt einzig und allein davon ab, ob es Dir gelingt, Auftraggeber zu finden, die genau Dich und Dein Studio belegen wollen. Das ist eine rein unternehmerische Frage, die übrigens eher in de.etc.beruf.selbstaendig gut aufgehoben ist. Ich denke mir zwar, dass dieser Markt vollkommen abgegrast ist, aber vielleicht findest Du ja eine Nische, mit der sich was verdienen lässt. Deine Mitbewerber haben sehr gut ausgestattete Studios, die zum Teil sehr günstig arbeiten. Du müsstest Dir also zunächst mal über Deine Zielgruppe im Klaren werden. Matthias
Nahfeldmonitore: Stimmts, ihr wollt Nahfeldmonitore, weil ihr euch grössere nicht leisten könnt...;-) Ernsthaft, sie haben ihre Vorteile aber so richtig befriedigend sind sie auf Dauer nicht. Weil sie halt keine Reserven sowohl vom Pegel als auch Frequenzen (nach unten) haben. Die ersten Monitore mit denen ich sehr gut zurechtkomme und die ich mir leisten kann (ist ja auch ein wichtiger Punkt) sind die JBL LSR32. (3Wege passiv Midfield 12"-Bass) Die Genelecs sind nicht schlecht aber sie "schönen" _mir_ zu sehr. Allerdings kann das auch an der Raumakustik des Studios gelegen haben. Ansonsten bin ich Fan der JBL Control 1. Aber das ist keine Monitor den du als alleinigen zum Mischen nehmen willst... Zum Pult: gar keins!!!! Falls ich mal mehr als 8 Preamps brauche, borge ich mir ein Allen&Heath Wizzard. Mit einem PA-Verleih an der Hand (mein Vermieter) konnte ich mich noch nicht durchringen eins stationär zu kaufen. Weil man braucht die 3-4 preamps mehr ja nur für die Schlagzeugaufnahmen. Also relativ selten... Das AH finde ich besser als die kleinen Mackies. Vorallem da die Mackies nur ein Band param EQ haben (also nur einen 1Band EQ...). Zum Geld verdienen, d.h. _richtig_ Geld verdienen und davon leben: Viel Glück! *hähä* Praktisch unmöglich. Man verdient Geld mit einem Studio in dem man keins zu mieten braucht für seine eigenen Projekte. Oder man ist sehr gut, die Leute wissen das(!) und sind bereit dafür zu zahlen. Was bei kleinen unbekannten Studios und deren Klientel am Anfang nicht möglich ist. Denn wie gesagt: es gibt ja kaum Studios...
Hallo, ThomasT! Bist ja ein ganz witziges Kerlchen... Meine Frage zum Thema nebenberuflich mit dem Studio Geld zu verdienen bezog sich eigentlich auf Gewerbe anmelden und so`n Zeugs. Habe mich wahrscheinlich falsch ausgedrückt, sorry. Ach, und zum Thema Nearfield Monitore: Ich möchte mir meinen Mix nicht schön hören, sondern über Monitore abhören, die einen Klang von Durchschnitts-Hifi-Lautsprechern darstellen. Denn genau das ist der Sinn und Zweck der Nahfeldmonitore. Wenn der Mix auf diesen Speakern gut klingt, kann über die Mainmonitore eigentlich nix mehr schief gehen, oder?! Phil.
Phil meint: Wenn der Mix allein mit kleinen billigen Nahfeld-Lautsprechern gut klingend gemacht wird, dann muss über größere teuere Studiomonitore automatisch immer alles viel besser klingen - oder? Deine Meinung ist weit verbreitet, weil man das gerne so hätte, aber das ist falsch. Du ahntest das schon, darum dein nachgeworfenenes "oder?". Durch diesen üblichen Glauben hat es schon viele klangliche Enttäuschungen gegeben. Eigentlich ist es umgekehrt besser. Über anständige Studiomonitore sollte man mischen und hin und wieder mal über die "Auto"-Stereoanlage abhören. Dann kann man Entscheidungen treffen, was auf einer Billiganlage nicht so gut kommt und dann auf den Studiomonitoren weitermischen. Maya
Bist ja ein ganz witziges Kerlchen... Meine Frage zum Thema nebenberuflich mit dem Studio Geld zu verdienen bezog >sich eigentlich auf Gewerbe anmelden und so`n Zeugs. Ach, und zum Thema Nearfield Monitore: Ich möchte mir meinen Mix nicht schön >hören, sondern über Monitore abhören, die einen Klang von Durchschnitts-Hifi-Lautsprechern darstellen. Denn genau das ist der Sinn und Zweck der Nahfeldmonitore. Wenn der Mix auf diesen Speakern gut klingt, kann über die Mainmonitore eigentlich nix mehr schief gehen, oder?!
Kommt drauf an. Gewöhnlich werden Witze in Postings ernst genommen und umgekehrt...Ausserdem schreibe ich selten Smilies... Gewerbe anmelden. Hat 30DM gekostet. Hauptarbeitgeber fragen und Nebentätigkeit schriftlich erlauben lassen. Gut. Das ist genau was wir ja alle wollen. Von schlechten Nahfeldmonitoren, ja. NFM sind für die Nähe. Der Vorteil ist der Raum ist nicht so wichtig. Grössere Monitore stehen weiter weg (einmal aus Platzgründen, zum anderen weil nahe stehende grosse Monitore nicht mehr dem Ideal einer Punktschallquelle entsprechen. Was die Ortung der Phantonschallquellen vermatscht. Aber kleine Speaker haben halt keinen "Wumms". Ein Subwoofer ist sehr zu empfehlen. Nicht unbedingt. Z.B. dann nicht wenn du die Fehler der Hifi-Speaker kompensierst. Als Gegenprobe sind sie ideal. Auch hört man z.B. teilweise besser die Spiel-Fehler raus. Als alleiniger Mixmonitor sind sie nicht so zu gebrauchen. Ein schlechter Mix muss auf guten Monitoren nicht gut klingen. Wohl klingt aber ein guter Mix auf schlechten Monitoren auch noch gut. Die Umkehrung gilt also nicht! Man kann nur Mischen was man hört.
Hallo Phil, Pult weiß ich nicht, aber als Abhöre kann ich dir die Dynaudio empfehlen. Ich habe die BM 6A (gibe es zur Zeit bei Music City für 1490/Paar). Lies mehr unter: http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/17136.htm . Ich kann immer wieder nur sagen: Dänen lügen nicht ;-) Beste Grüße, Christian
Hallo Phil, Deine Aussage ""Wenn der Mix auf diesen Speakern gut klingt, kann über die Mainmonitore eigentlich nix mehr schief gehen, oder?!"" ist ganz lapidar ausgesprochen falsch, wie auch die anderen Kollegen schon gesagt haben. Gerade das Thema "Abhören im Studio" wird leider von sehr vielen Kollegen völlig falsch angegangen. Man muß sich hier über eines klar sein: Mit der Abhöre will ich ja meine Arbeit die ich letztendlich ja verkaufen will BEURTEILEN. Und dazu kann ein Lautsprecher nicht neutral genug sein. Das physikalische Ideal gibt es nicht, aber es muß angestrebt werden, den Abhörlautsprecher so gut wie nach dem gegenwärtigen Stand der Technik zu bauen. Letztendlich ist der Abhörlautsprecher wie ein Meßinstrument zu betrachten mit dem man feststellt ob das Produkt auch stimmt. Wenn ich ein Werkstück aus einem Metallblock drehen oder fräsen will, dann brauche ich genaue Meßwerkzeuge um auch die Maßhaltigkeit die der Konstrukteur vorgibt zu überprüfen. Genauso ist es mit dem Abhörlautsprecher: Ich muß ein verläßliches "Meßwerkzeug" haben, um zu überprüfen ob meine Mischung stimmt, ob keine Klangverfärbungen aufgetreten sind, ob keine Störgeräusche auf der Aufnahme sind und vieles andere mehr. Von daher versteht sich von selbst, daß ein Lautsprecher der irgendwelchen geschmacklichen Neigungen des Tonverantwortlichen nachkommt einfach ausscheiden muß. Ich möchte mal ein Analogon zur Photografie ziehen: Wenn ich ein Bild auf Farbechtheit untersuchen will, dann muß eine definierte Farbtemperatur im Betrachterraum vorherrschen und ich darf keine Brille mit getönten Gläsern benutzen. Anderenfalls wird die Farbbeurteilung nicht korrekt ausfallen. Also: Benutze das hochwertigste Abhörequipment was Du Dir leisten kannst. Finger weg von irgendwelchen Brüllerkisten mit Küchensound. Wenn auf einem "amtlichen" Studiomonitor der Mix gut klingt und keine sonstigen aufnahmetechnischen Mängel festgestellt werden, dann erübrigt sich eine zusätzliche Abhörsitzung von irgendwelchen Küchenquäken oder sonstigen fragwürdigen Gebilden. Ein alter Studiohase (heute im Ruhestand) hat mir vor etlichen Jahren mal gesagt: Aufnahmen die technisch schlecht sind, wurden in den meisten Fällen falsch abgehört!. Ich muß ihm da recht geben. Grüße Rainer
Ich möchte mal ein Analogon zur Photografie ziehen: Wenn ich ein Bild auf Farbechtheit untersuchen will, dann muß eine definierte Farbtemperatur im Betrachterraum vorherrschen und ich darf keine Brille mit getönten Gläsern benutzen. Anderenfalls wird die Farbbeurteilung nicht korrekt ausfallen. Wenn auf einem "amtlichen" Studiomonitor der Mix gut klingt und keine sonstigen aufnahmetechnischen Mängel festgestellt werden, dann erübrigt sich eine zusätzliche Abhörsitzung von irgendwelchen Küchenquäken oder sonstigen fragwürdigen Gebilden. Ein alter Studiohase (heute im Ruhestand) hat mir vor etlichen Jahren mal gesagt: Aufnahmen die technisch schlecht sind, wurden in den meisten Fällen falsch abgehört!. Ich muß ihm da recht geben.
Um bei dem Analogon zu bleiben es gibt Farbadaption und auch noch andere EInflüsse. Es z.B. unmöglich sowohl im Kino, im Fernsehen und in den Druckmedien den gleichen Farbeindruck zu erzeugen. Selbst wenn die Farbräume messtechnisch korrekt umgerechnet wurden (was auch nur annähernd geht und Problematisch ist bei subtraktiven Farbmischungen). Auf Ton übertragen: ab einer gewissen Zeit gewöhnt man sich auch an schlechten Sound und ist nicht mehr objektiv. Ja wenn dann einst. Aber bis dahin ist es oft ein langer Mischweg. Und ab und an Rast an einer Küchenquäke oder Autoanlage kann da enorm helfen den Weg zu finden. Ich auch. Ich merk(te) an mir selber.
Hallo Matthias, wir hatten die Diskussion ja schonmal, trotzdem: Die von Dir empfohlenen Genelec 1031 und 1032 sind als echte Nahfeldmonitore nicht geeignet (obwohl zuweilen als solche benutzt). Es ist leicht ersichtlich, daß der große Abstand der akustischen Zentren (Tief+Hochtöner), verbunden mit einer Trennfrequenz mitten im Formantbereich, einen Einsatz bei kleinen Hörabständen verbietet. Meine Erfahrung ist, daß die Gen 1031 allermindestens 1,5m Hörabstand und die 1032 sogar 2m benötigen. Es sind also klassische Mid-Field-Monitore, die in kleineren Studios durchaus auch als Hauptabhören fungieren könnten. Zum Nahfeldhören eignet sich die 1030 viel besser, mit dem Mangel an Tiefbaß muß man leben. Gruß, Malte
Der Schlosser schrieb ordentlich aufklärend: Es gibt keine "Meßwerkzeuge", sondern nur Werkzeuge und "Meßzeuge". Das ist gut zu wissen. Aber die Praxis ist sicher interessanter. Gehe mal in Google und gib das unübliche Wort "Messzeuge" ein. Da bekommst du wirklich nur schwache 1 060 Meldungen angezeigt. Bei dem falschen Wort "Messwerkzeuge" hingegen kommen höre und schreibe 19 500 Meldungen! So falsch kann das also gar nicht sein. Bei Glühbirnen bekommst du 28 100 Meldungen, auch wenn dieses das falsche Wort ist. Jedenfalls ergibt die Eingabe vom richtigen Wort "Glühlampe" etwas bessere 32 700 Meldungen. Mit "Glühlampe" habe ich noch mal "Glück" gehabt, aber du mit deinem "Messzeug" wohl etwas weniger - auch wenn du im Prinzip Recht hast. :-) Gruß Maja
Du hast schon Recht - die 1030 ganz nah und dann bei der 1031 und der 1032 jeweils den Abstand etwas vergrößern. Die Übergänge sind nun mal fließend... :-)) Matthias
Dadurch daß viele Leute denselben Fehler machen wird er keineswegs richtiger! (Leute fresst Scheiße, Millionen Fliegen können sich nicht irren!) Der Schlosser
Hallo Matthias, wollte nur darauf hinweisen, weil gerade bei Versandhändlern oft Boxen wie die 1031/1032 als "Nahfeldmonitore" verkauft werden, was sie definitiv nicht sind. Ich würde sogar sagen, von sehr großen Monitoren abgesehen, sind diese definitiv am ungünstigsten für den echten Nahfeldeinsatz, mäßig große 3-Wege-Lautsprecher (K+H O300C) sind wiederum erheblich geeigneter. Gruß, M.