Akustik-Stellwand selber bauen

Erstellt 11 Antworten12 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo Leutz,
kann mir vielleicht jemand sagen, wie man solch variable Akustik-Stellwände selber baut ? Ich habe im Netz nicht viel Infos gefunden. Ich weiß nur, auf der einen Seite Schaumstoffmatten - Noppen oder Pyramiden (vielleicht Illbruck Pyramiden-Schaumstoffmatten), auf der anderen Seite diese gelochten, Schrankrückwandähnlichen Holzplatten (Baumarktware), alles in einem Holzrahmen. Aber was ist zwischen dieser Lochplatte und den Schaumstoffmatten ?
Wie dick sollten die einzelnen Schichten sein ?
Hat vielleicht jemand eine Anleitung zum Bau solcher Wände ?
Beste Grüße
Christian-2
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Antwort#2
Fertige Stellwände gibt es über www.mbakustik.de, sowohl mit einseitiger Dämmung (ca. 400 Euro) als auch doppelseitiger (ca. 750 Euro).
Für den Eigenbau würde ich Spanplatten nehmen, Eisenwinkel als Füße, nicht direkt außen, sondern so, daß die Füße sich nicht berühren, wenn man die Wände im rechten Winkel zusammenstellen will. Interessant ist natürlich, was dann noch darauf kommt. Am einfachsten Schaumstoff-Noppenmatten 10 cm (siehe www.schaumstoff.com) mit Bitumenpappe dazwischen (auch www.schaumstoff.com).
Oder hat wer noch einen besseren Vorschlag?
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Antwort#3
Sind jemandem Bezugsquellen / Sites / Bücher etc. für Sprecherkabinen-Bauanleitungen bekannt? Gibt es einen Unterschied zwischen Gesangs- und Sprecherkabinen ? Möglicherweise hat jemand Erfahrung mit Selbstgebautem und möchte seiner (Un-)Zufriedenheit Ausdruck verleihen.
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Antwort#4
Hi,
würde zwischen Noppenschaumseite und Lochplatte stink normale Mineralfaserwolle packen.
Gruß
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Antwort#5
Hmm, wäre eine Idee, ich wede das mal austesten.
Danke
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Antwort#6
Ikea Büro ausstattung machts möglcih
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Antwort#7
Das kommt immer darauf an, was Du erreichen willst. Einen reinen Absorber, oder eine Wand mit diffussstreuenden Eigenschaften, oder resonierenden Eigenschaften (
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Antwort#8
Ich habe so eine Kabine gebaut (2mx3m etwa) und bin damit sehr zufrieden. Ich hatte aber auch nicht mehr Platz. Es ist eine Holzkonstruktion nach der Methode Raum in Raum, wobei der Zischenraum zur Aussenwand und zur Trennwand Regie mit Dämmaterial Rockwool verfüllt ist. Der Boden besteht aus Panelen (inzischen mit Teppichbiden verkleided) und liegt auf dem ursprünglichen Boden isoliert auf.
Ich habe eine Doppelverglasung (6mm Scheiben) und zwei normale Wohnraumtüren als Abtrennung - der Optik wegen. Innen liegt der Pegel vor 1kHz knapp 40dB niedriger als Aussen, für 100% sind es immerhin noch gut 30dB. Für Sprache ist das bestens geeignet aber auch Instrumente lassen sich aufnahmen : Wenn man die Musik zuspielt hört man im späteren Vocaltrack praktisch ausschließlich das Kopfhörersignal leise mitlaufen - das gleiche Signal über die Abhöre dringt nicht durch. Der Störschall kommt in jedem Fall durch die Türen und nicht durch die Scheiben. (ist auch logisch !)
Der Innenraum ist mit aufstellbaren Absorbern (Illbruckwaffeln und dem bekannten Pyramidenschaum) daemmbar. Klanglich passt es für Sprache prima (Hörspiele habe ich schon darin produziert). Man erhält eben einen sehr trockenen Klang, passend für weitere Bearbeitung. Für Gesang ist das manchmal unpassend, weil sich kein tragender klang entwickeln kann und gerade klassische Sänger sich doch oft davon irritieren lassen. Dann räunme ich die Schaummatten raus. Der Klang wird dann ein wenig holziger.
Obwohl derart kleine Räume für Instrumente eigentlich weniger passen, klingen Holzinstrumente so etwas voller und der Klang wird von erfahrenen Musikern sogar gelobt. Zum Teil räume ich sogar absichlich noch weitere Illbrucker raus. Irgendwann schwingt der Raum aber dann zu dominant mit, sodaß man fast am Equalizer etwas machen muss. (Fauler Kompromiss, ich weiss). Ein Cello bringt dann den gesamten Raum zum erbeben.
Genrell nehme ich dort mit Nieren auf.
Fazit :
1) Sprache Top, auch gleichzeitges Stereo über ORTF klappt prima
Popmusikgesang und RAP auch Top !
2) Getragender, klassischer Gesang rein klanglich gut, sofern Tenörlein oder Sopranchen robust und unempfindlich gegen mittelmaessige Akustik ist, ansonsten musikalisch manchmal problematisch. Auf Gesang.de gibt es einen Thread dazu "Singen in kleinen Räumen" in dem beschrieben wird, daß Demoaufnahmen in Studios fast nie gelingen. Allerdings wird dort auch beschrieben, daß viele SängerInnen ihre volle musikalische Ausrucksfähigkeit nur vor Publikuum erzielen.
3) Instrumente teilweise sehr gut, manchmal aber auch schlichtweg zu dumpf !
Für mich reicht es, weil ich meine eigenen akustischen Sachen eh nur "sample" und dann in den Mix mit allerlei plugins reinplaziere. Eine Subbassflöte hatte ich kürzlich - kam so einigermassen, aber ich konnte den hierfür optimalen Mikabstand (über 1Meter !!!) gerade so eben hinbekommen. Der diesem Instrument eigene Unterton entwickelte sich nicht so, wie erwünscht. Kleine Flöten (auch noch Alt!) passen prima, Querflöte wird wieder dumpf, auch Violinen fehlt bei größerem Mikabstand teilweise etwas die Suesse.
4) Drums und Klaviere kriege ich natürlich nicht rein. (Und akustisch würden sie auch sicher furchtbar klingen). Vibraphon geht ganz gut (aber nur in XY), Xylophon super, Metallophon demnächst auf meiner Webseite.



studio96
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Antwort#9
Hallo Jürgen,
ich dachte an eine Stellwand, die auch MB-Akustiks anbietet:
http://www.mbakustik.de/home.htm
Also eine Seite Absorbierend, die andere Resonierend. Wie dick würdest Du die einzelnen Schichten machen ? (Pyramieden-Schaumstoff | Mineralwolle | Lochplatte - oder andere Materialien ?)
Grüße
Christian-2
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Antwort#10
HM, das ist etwas diffus erklärt, denn die Löcher und deren Abstände auf der REsonatorseite sind ganz massgeblich dafür WELCHE Frequenzen betont werden. Was das an der Rückseite der Absorber zu suchen hat, ist unklar - vermutlich einfach , weil man eh ein Teil kauft und die Rückseite noch frei ist. De facto sind das 2 komplett verschiedene Anwendungsfälle , denn bezüglich der Vorderseite wird ja mit Absorbtion argumnetiert, die den Mikros wörtlich den Rücken freihaltn soll. Ich mache das auch manchmal, wenn zu viel (schlechter Hall, Raum-Refelx) einfällt. Wozu brauche ich noch minimalen Einfluss auf die Raumakustik ?
Was Resonatoren angeht : Irgendwo gab es mal eine Seite, die sich mit sowas befasst hat. Suche mal nach Helmholtz-Resonator. Das ist ein bischen was anderes, führt Dich aber ebentuell auf sinnige Seiten. Sieh auch mal auf www.solastudio.de -> da findest Du meine Diffusoren. Mit Diffusoren und Resonatoren kann man im Regiebereich einiges drehen, um stehende Wellen zu unterdrücken. Ich habe an meiner Studiorückwand einiges dran.
Zu den Absorbern :
Ich habe mir einfach jeweils 3 Illbruckwaffeln von Musikproduktiv (die tiefsten,die man kriegen kann) auf eine Sperrholzkonstruktion geklebt. So halten die zusammen und werden einfach vor die Wand gestellt / eingehängt!
Allerdings dämpfen die überwiegend die Höhen weg, den eigentlichen Schallschutz besorgt die Kabine selber ! Ich habe auch noch zwei dieser blauen BAB von der obigen Seite (auch über Musikproduktiv). Sind aber nicht so effektiv !
Wenn Du sowas frei im Raum hinter die Mikros aufstellst, erhälst Du erstmal im Bereich der Mikros weniger Reflexionen und auch im gesamten Raum knallt es noch etwas weniger - viel leiser wird dadurch nichts. Wenn es das ist, was Du willst ?
Die Waffeln kleben gut auf Holz mit Pattex Sprühkleber vom OBI. Nimm aber ja nicht den Sprühkleber von UHU - das ist ein Sauzeugs ! Auf Styropor klebt man mit dem blauweissen Styroporkleber vom OBI (ist eine 250ml Plastikdose zu 4 Euro) Ich würde die dann so etwa 10-15 cm vor eine Wandstellen, daß verbesser die Tiefendämmung. Noch besser wird es, wenn man schwere MDF-Platten benutzt : Je schwerer das Material, desto besser.
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Antwort#11
Hallo Jürgen,
leiser will ich es nicht machen, das geht mit solchen Wänden ja auch nicht. Ich möchte einfach noch etwas Einfluss auf die Raumakustik haben, sprich, wenn es mal was trockener sein soll, oder nicht so trocken. Dazu halt die beiden verschiedenen Seiten der Stellwand.
Weiter finde ich deine Erfahrungen zum Schallkabinenselbstbau recht Interessant. Könnte ich vielleicht später mal auf deine Erfahrungen zurückgreifen, wenn ich mir eine Solche Kabine bauen will ?
Grüße
Christian-2
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Antwort#12
Du kannst gerne fragen. Wenn ich nicht so eingespannt wäre, haette ich ja schon längst mal etwas dazu im Netz. Allerdings bin ich kein Akustikprofi. Ich bin zwar Ingenieur, habe aber nur als Student mal kurz im Studioplanungsbereich gearbeitet. Wenn man sowas gut hinbekommen will, geht's nicht ohne präzises Vermessen und Simulation. Die Vorgehensweise der Portabilität ist daher absolut sinnvoll und enorm wichtig. So kann man wenigstens jonglieren.
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