Mikrofon

Erstellt 32 Antworten33 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo!
Etwas weiter unten im Forum war ein Thread über Vokal-Mikros.
Ich war schon überrascht, wie groß teilweise die Soundunterschiede sind.
Über ein Jahr benutzte ich das AKG4000B und war sehr zufrieden.
Ein bekannter leihte mir dann für die Doppel-Kickdrum 2 EV-RE27 aus.
Was liegt näher als dieses auch einmal für den Gesang auszuprobieren und ich war wirklich sehr überrascht. Beim 4000er kam ich mit deutlich weniger EQ-ing aus. Ist für mich jetzt schwer zu sagen, ob des eine von sich aus mehr mehr EQ macht oder vom Klang her hochwertiger ist. Beim Radio wird das EV ja recht häufig eingesetzt, wie sieht das eigentlich in Studio`s aus (speziell für den Gesang)?
Gruß, Thomas
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Antwort#2
Das dynamische Hypernieren-Mikrofon EV-RE27 oder das bekanntere RE20 wird im Studio für Gesang nie benutzt, so wie dort für Gesang sehr selten überhaupt dynamische Mikrofone eingesetzt werden. Wenn im Fernsehen Bilder von Gesangsaufnahmen gezeigt werden, dann sieht man große Neumann-Kondensator-Mikrofone mit dem kreisförmigen Spuckschutz davor und niemals dynamische Shure-Mikrofone.
Etwas anderes ist die Bühne, da werden wegen der Robustheit gerne dynamische Mikrofone eingesetzt, auch die bekannten Shure-Mikrofone. Nur der verstärkte Klang über eine PA muss eine andere Klang-Qualität haben, als eine Aufnahme für eine Studio-Produktion.
Didi
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Antwort#3
...wobei Grönemeyer nach eigener Aussage die "bleibt alles anders" komplett mit sm 58 eingesungen hat.
Grüßle
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Antwort#4
Bei einem amerikanischen Radiosender habe ich es schon gesehen,
aber die singen ja auch seltenst.
Von BPM gibt es doch so einen Neumann-Nachbau. Kennt das Jemand?
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Antwort#5
Hmm,
ich dachte mal gelesen zu haben, dass lediglich einige Tracks damit eingesungen wurden. Sei's drum, immer noch ein Beweis dafür, dass es so auch geht, wenn man will.
Janko
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Antwort#6
Wie aus ziemlich unsicherer Quelle im Internet verlautet, hat Grönemeyer neue Songs wie "Lache wenns nicht zum Weinen reicht" oder "fast" das ganze "bleibt alles anders " Album im studio mit einem SM58 eingesungen.
I read an interview with Herbert Grönemeyer, that he recorded one of his last albums except for one song with a Shure SM58, not standing in the vocals cabin in the studio, but directly besides the mixer with full-blown monitors on, to get the real feeling on the track. And I think his production quality is beyond any doubt... but be comforted: "Usually he also uses Neumann microphones."
Gottseidank gibt es diesen Nachsatz.
Das ist alles zu schön um wahr zu sein. Jeder Toningenieur würde unbedingt das Singen im Regieraum bei lauten Lautsprechern verhindern - auch beim Star Grönemeyer. Und das kann er ihm auch gegünden.
Aber solche wirklichen Märchen halten lange und werden weiter erzählt. Und jetzt wollen anderen Sänger das unbedingt auch so machen, damit es eine super Platte wird. Aua!
Gruß
Didi
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Antwort#7
Leute, kauft das Rock-Mikrofon SM 85 S von Shure für 125 Euro, um dann bei einer CD-Produktion im Mix-Raum zum Playback über Lautsprecher zu singen - wie Grönemeyer. Das ist ein Gefühl, wie live auf der Bühne. Und ohne Kopfhörer. Dann muss es ein Hit werden.
Und das wird wirklich geglaubt.
Besser hätte das ein Marketing Manager von Shure auch nicht einfädeln können. Und Thomann freut sich. Macht schnell, die Dinger sind bald ausverkauft.
Murkel
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Antwort#8
Wie schnell die Leute in Deutschland zu verarschen sind, sieht man doch schon an dieser Superstars-Geschichte.
Aber vor den Monitoren einzusingen könnte schon lustig werden.
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Antwort#9
Das ist alles zu schön um wahr zu sein. Jeder Toningenieur würde unbedingt das Singen im Regieraum bei lauten Lautsprechern verhindern - auch beim Star Grönemeyer. Und das kann er ihm auch gegünden.
Aber solche wirklichen Märchen halten lange und werden weiter erzählt. Und jetzt wollen anderen Sänger das unbedingt auch so machen, damit es eine super Platte wird.
Gut, es ist nicht ideal. Aber funktioniert!
Selber schon gemacht, allerdings im Proberaum für ein Demo, mit nicht mal schlechter Qualität. Und das Mikro war ein X-Ray...
Das nur mal man Rande...wenn die Produktion schlecht ist, lags mit Sicherheit nicht am Equipment. Auch nicht wenn es mit B beginnt.
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Antwort#10
Hi ThomasT,
du schreibst: Selber schon gemacht, allerdings im Proberaum für ein Demo, mit nicht mal schlechter Qualität. Und das Mikro war ein X-Ray...

Musstest du denn davon eine kommerzielle CD mischen?
Das ist doch das Problem, da klingt das Schlagzeug, weil es in das Gesangsmikrofon kommt, dann topfig und alles andere wird auch verwaschen. Einen Compressor kann man nicht mehr in den Gesangskanal geben.
Mal zur Probe zu einem Playback Karaoke zu singen ist kein Problem. Aber Grönemeyers Fistelhusten mit voll aufgedrehtem Playback über ein Shure-Mic im Regieraum aufzunehmen ... Neeeeeee.
Dieter
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Antwort#11
Musstest du denn davon eine kommerzielle CD mischen?
Natürlich nicht. Aber ein Demo oder Preproduktion. Wie gesagt im Proberaum. Quick and Dirty.
Stimmt es klingt teilweise topfig. Deswegen muss man die Geangsspuren gaten oder besser noch per Hand jede eigl, stille Stelle rausschneiden. Wenn Gesang da geht es auch mit Kompressor.
Live ist ja eine ganz ähnliche Situation und da stört es auch keinen!
Was ich sagen wollte ist, dass man nicht drüber schmunzeln sollte wenn eine gute Produktion mit SM58, Eurodesk etc. gemacht. wurde. Neumann und ein guter Preamp kann helfen aber sie machen nicht alles aus und sind schon gar keine Garantie für guten Sound.
Und fürs Feeling ist es auch besser anstatt nebenan mit den Kopfhörer zu stehen.
Und das ist nicht zu unterschätzen.
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Antwort#12
hey, es geht hier glaube ich nicht um die frage, mit welcher aufnahmetechnik man einen hit produziert. im interview mit g, das ich gelesen habe, ging es ihm und seinem produzenten um das live-feeling (auf einem der songs, nicht auf allen oder fast allen). künstlerische freiheit? herumprobieren? der zweck heiligt die mittel?
glaubt wirklich jemand, das das ein rezept fürn hit sei?
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Antwort#13
Yoda meint: Glaubt wirklich jemand, dass ein SM 58-Mikrofon und eine Aufnahme des Gesangs im Regieraum bei Lautsprechergebrüll ein Rezept für einen Hit sei?
Da musst du mal bei Thomann nachfragen, ob der Verkauf der SM 58 seit diesem Märchen gestiegen ist. Der Umsatz ist sicher gestiegen.
Und du musst mal in Studios bei den Aufnahme-Ingenieuren nachfragen, wieviele Gesangssolisten jetzt auch so wie Grönemeier aufnehmen wollen, um mit diesem Live-Gefühl sicherer einen Hit zu landen. Das wir sicher so sein.
Es ist schwer, diesen großen Aufnahme-Schwachsinn jetzt wieder aus einigen Köpfen raus zu bekommen.
Didi
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Antwort#14
didi schreibt, es wäre schwierig, diesen aufnahme-schwachsinn wieder aus den köpfen so mancher leute zu bekommen.
ja, da glaube ich auch dran. allerdings sehe ich das mit dem aufnahmeschwachsinn nicht so drastisch. sologesang in einer kabine mit gutem mic und gutem preamp (und dann mit gutem compressor und gutem hall zu mischen, usf.) aufzunehmen ist doch kein selbstzweck. das mach ich doch, um es eben edel klingen zu lassen (was ja auch schon wieder subjektiv ist, mir fallen da ein paar aktuelle popsongs ein, bei dem das einatmen des sängers genauso laut zu hören ist, wie der gesang. das zum beispiel nervt *mich*, weils total unnatürlich klingt, außer der sänger ist astmatiker... :-)
wenn es jemand nach sm58 klingen lassen will, sollte er, um die sache einfach zu gestalten, ein sm58 nehmen. das ist auch nix anderes, als zum beispiel einen gitarrenamp mit mikros einzubauen, einen wüsten mix davon herzustellen und sich nicht um die phasen der signale zu scheren, wenns so klingt, wie gewünscht.
um damit zur am anfang stehenden frage zurückzukommen: jemand hat mal gesagt, mikros seien die besten filter. wenn ich also die charakteristik eines micros X möchte, sollte ich es verwenden. das ist einerseits der grund, warum man bestimmte mics eher für nur wenige anwendungen verwendet (ev-re27). und andererseits der grund dafür, dass es immer wieder leute gibt, die diese künstlichen beschränkungen durchbrechen (jumpy?), um zu sehen, was dabei herauskommt. eine lanze für den pioniergeist :-D
"es wird immer weiter geh'n - musik als träger von idee'n"
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Antwort#15
sologesang in einer kabine mit gutem mic und gutem preamp (und dann mit gutem compressor und gutem hall zu mischen, usf.) aufzunehmen ist doch kein selbstzweck. das mach ich doch, um es eben edel klingen zu lassen
Also ich hatte schon sehr oft den Effekt, dass ich mir das erstbeste (oder übriggebliebene) Mik für irgendwas gegriffen habe und es dann fast perfekt klang. Da viele Leute zuerst ihr gutes Mik, ihren guten Preamp etc. wählen denken sie dass es _nur_ daran liegt. Der Einfluss des Miks wird oft überbewertet. (man darf es aber auch nicht unterbewerten, klar) Andererseit kann er aber auch entscheident sein.
Viel wichtiger ist die Performance und die Einbettung in den Mix. Letzteres wird man wohl kaum ohne EQ erreichen. Und ob man da mal ein bischen mehr oder weniger drehen muss ist doch schliesslich dann egal.
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Antwort#16
Yoda, du schreibst: "sologesang in einer kabine mit gutem mic und gutem preamp und dann mit gutem compressor und gutem hall zu mischen ist doch kein selbstzweck. das mach' ich doch, um es eben edel klingen zu lassen."
Ich glaube du hast hier vergessen, dass das Märchen den Solisten im Regieraum singen lässt, bei voll aufgedrehten Monitoren, um das Live-Band-Gefühl herzustellen. Was hilft dir dann noch dein guter Compressor und dein guter Hall beim Mischen? Da gibt es ja nichts edel zu mischen.
Außerdem habe ich die Frage, warum sperrt man einen Sänger, wenn er nicht im Regieraum singt, beim Synchronisieren mit Kopfhörern ohne Live-Band, denn in eine Kabine? Wovor muss er klanglich isoliert werden? Der Sänger muss raus aus der Kabine in einen größeren Raum - dann erst klingt die Stimme frei und nicht kabinen-topfig!
Maya
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Antwort#17
Hi Didi!
Hörte ich hier einen Hauch von Ironie betreffend meines Pioniergeistes :-)
Ich ertappe mich immer wieder dabei nach einem gewohnten Schema zu mischen. Klar ist man bestrebt eine Stimme edel klingen zu lassen, aber warum kaufen dann viele Leute Lenny Kravitz Platten. (gut, vielleicht besser hören) Es kann eben auch "interessant" bzw. ungewohnt klingen und nicht unbedingt edel.
Das ist doch das Schöne an der Tontechnik. Es gibt keine Grenzen und was gefällt ist erlaubt!
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Antwort#18
was ist daran so schlimm ein sm58 für gesang im studio zu benutzen und vor allem es einfach mal auszuprobieren, vor den monitoren mit unserm guten alten sm58 zu singen.
ist es nicht eher bedenklich, wenn wir als tontechniker so einen versuch von anfang an abblocken und mit unseren ganzen datenblättern, erfahrungen usw. ankommen.
ich möchte in diesem zusammenhang nur kurz an eine britische band erinnern, die mit dem rücken zum mikro, schwingend, drehend usw. gesungen, gespielt usw. haben. und ich glaube ohne diesen experimentier geist wäre wohl einiges, was heut selbstverständlich ist, nie entstanden.
nur ein kurzer einwurf...
jens
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Antwort#19
Hi Jens,
Danke für deinen kurzen Einwurf. Man sollte unbedingt mal ausprobieren vor den brüllenden Abhörmonitoren ein Playback zu besingen. Aber ob das gerade mit dem SM 58 Mikrofon sein muss, was ja suggeriert wird, ist eine andere Frage. Wenn man dieses gemacht hat, so wird man ein für allemal kuriert sein! Darum Leute macht das mal.
Und wenn es sein muss, probiert mal mit dem Rücken zum Mikrofon schwingend und drehend zu singen. Es stimmt - ohne diesen Experimentiergeist wäre einiges, was heute selbstverständlich ist, nie entstanden.
Gruß
Johnny
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Antwort#20
Man sollte unbedingt mal ausprobieren vor den brüllenden Abhörmonitoren ein Playback zu besingen.
Ein zartes Stimmchen vor voll aufgedrehten Monitoren wird wohl nicht der Bringer sein. Aber ansonten: ich habe es schon gemacht und es ging!
Sollte sich bei einer wichtigen Produktion herausstellen, das der Sänger so viel besser singt dann wird so gesungen und fertig. Notfalls mit 10Euro Mikro aus dem Mediamarkt. Braucht er ein abgedunkeltes Zimmer und Kerzenschein und will/kann nur mit U87, dann bekommt er auch das.
Die Psyche der Musiker ist wichtiger als der Rauschabstand des Mikros.
Desewegen sind ja viel Aufnahmen heute so schlecht: weil versucht wird mit teurer Technik können wegzumachen. Selbst bei mir war die erste Produktion mit neuer Technik nicht so besonders. Dagegen habe ich ein Demo von mit neulich beim Ausmisten gehört was ich einst mit einer geliehenen 4Spur-Tascam-Kassettenmaschiene (eilg. waren es dann 8spuren) aufgenommen habe und dann im Uni-Studio mit Soundcraftpult, LPX-5 und Compressor (dbx?) abgemischt habe.
Fett. Trotz nur zwei Gitarren links-rechts.
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