Erfahrungsbericht mit KEM970

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Startbeitrag#1
Liebe Forumsteilnehmer
Im Interess aller, so hoffe ich jedenfalls, möchte ich berichten wie es mir im März 03 ergangen ist mit den KEM's von Microtech Gefell.
Wie bereits beschrieben habe ich die zwei Mikrofone benutzt, um eine Chor von 100 Personen aufzunehmen. Diesem Chor vorgelagert, war ein Orchester mit ca. 40 Personen und zwei Solisten.
Das Resultat ist sehr zufriedenstellend ausgefallen. Die KEM's haben den Chor sehr schön eingefangen und das Orchester war in den zwei Kanälen genug ausgeblendet um - bei Bedarf - den Chor lauter zu machen. Zudem waren praktisch keine Einzelstimmen der Sänger im Chor zu vernehmen. Vielmehr ist der Chor sehr homogen eingefangen worden. Das einzige Problem, dass man dieser Art von Choraufnahme eventuell ankreiden kann ist, dass die vier Einzelstimmen B. T. A. S. nur begrenzt in der Lautstärke nachgemischet werden können. Das heisst also, der Chor sollte in sich selber bereits ausgewogen sein. Was er in dieser Produktion auch glücklicherweise der Fall war.
Vor einigen Tagen habe ich wieder eine konventionelle Aufnahme mit Chor, Flügel und einer Sopranistin gemacht. Den Chor habe ich mit vier Schoeps MK4 eingefangen, und das Resultat gefällt mir weniger gut, da man näher ran muss, um eine genügende Trennung zu erhalten und dafür einzelne "Schreihälse" wieder raushören kann.
Zu der Kritik von ebs:

"zwei Mikrofone für einen recht breit aufgestellten 100-Personen-Chor (plus Orchester) werden den Chor nicht richtig packen - Wortverständlichkeit,
Ausgeglichenheit der Stimmen und Darstellung der Chorgröße. Da helfen auch keine Erfahrungen mit KFMs mit Spezial-Richtcharakteristik, denn die
bringen es nicht. Die können zwar den Orchesterschall etwas ausblenden, aber nicht dem Chorklang helfen."
möchte ich anfügen, dass ich diese Meinung nicht teile. Der Chorklang ist sehr schön und (ev. mit Glück) ist die Ausgeglichenheit der Stimmen gut.
Wenn die guten Stücke nicht so teuer wären (ca. 5800?/Stck), hätte ich nun bereits zwei gekauft. Aber eben, soviel verdient man nicht mal in der guten Schweiz.
Meine Empfehlung für euch deutschen Tontechniker und Tonmeister:
Mietet die Dinger mal und macht eure Erfahrungen, es lohnt sich!
Auf meiner Seite unter Tonaufnahmen sind zwei Bilder der Produktion platziert:
- BKO mit Chor und zwei Solisten
- BKO mit Chor detail Mikrofonierung

Wenn sich der eine oder andere wirklich dafür interessiert, kann ich mit Klangbeispielen dienen.
Liebe Grüsse

Thomas



http://www.proton-davos.ch
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Antwort#2
Hallo Thomas,
ich habe mir mal die Bilder in Deinen Links angesehen wo Du die KEM's vor dem Chor stehen hast und ich stelle fest, daß Du die Mikrofone gegenseitig doch relativ stark distanziert hast. Meine Frage dazu: Wie sieht das Stereopanorama aus ? Gibt es da nicht zu sehr ein "Loch in der Mitte" und wie kommen die extrem außerstehenden Sänger rüber?
Denn die Charakteristik in der Horizontalebene ist ja nach wie vor noch nierenförmig und da erscheinen mir die Abstände der Mikrofone zueinander und zu den äußersten Sängern rein vom Gefühl her etwas weit.

Grüße
Rainer
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Antwort#3
Lieber Rainer
Das Bild gibt die Tiefe des Raumes nicht gut wieder. Die Sänger waren ziemlich rund um die Mikrofone aufgestellt. Klar, dass die Aussersten wohl etwas weiter weg waren, aber damit musste ich halt leben. Die Mitte des Chores ist tatsächlich etwas untergegangen, obwohl die Dioden in beiden Mikrofonen gut sichtbar waren, will sagen: beide Mics waren gut auf die Mitte gerichtet. Dieser Effekt ist nicht weiter schlimm, da die Mitte des Chores der Übergang von den Stimmen Alt und Tenor war. Das Panorama der KEM's wurde in der Mischung dann noch etwas verengt.
Zum Handling der KEM's: Nur schon schön die Mic's anzufassen und zu positionieren. Schöne deutsche Wertarbeit. Neben dem M930 von Microtech das zweite Stück aus dieser Schmiede, das von mir die Wertung "sexy" bekommt:-)
Grüsse aus der Schweiz
Thomas


http://www.proton-davos.ch
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