Hi! Ich habe gerade schon mal gegoogelt und auf den Seiten von Neutrik nachgeguckt, aber leider nichts über die Grundlegende Funktionsweise des Speakon-Systems gefunden. Mich interessiert vor allem, wie das mit dem Durchschleifen funktioniert. Also Verstärker -> Box1 -> Box2 -> Box3 ... Eigentlich müsste doch der Widerstand, den der Verstärker bedient mit jeder Box kleiner werden, da das ja parallel geschalten wird. Letztens hab ich aber 6 Boxen parallel geschalten sehen (also jeweils "durchgeschleift"), was mit einer (angenommenen) Impedanz von 8 Ohm je Lautsprecher ja schon 1,3 Ohm "Last" ausmacht. Da jeder Lautsprecher 800 Watt geliefert hat (wären in der Summe dann ja 4800 Watt) würde ja ein Strom von rund 60 Ampere fließen. Das kann doch eigentlich gar nicht sein, denk ich mir, und deshalb muss es da irgendeinen Trick geben. Kann mir jemand von euch weiterhelfen? Oder einen Link/Literatur nennen? Lieg ich vielleicht mit meiner Vermutung falsch, und der Trick ist in der Verschaltung innerhalb des Lautsprechers zu suchen? Vielen Dank für euere Hilfe! Gruß, tobi
Hallo Tobi, kannst du nähere Angaben zu den Lautsprechern machen, die du gesehen hast? Es erscheint mir nämlich unwarscheinlich, dass es wirklich sechs Stück parallel waren. Hast du berücksichtigt, dass ein Speakon-Stecker 4 Pole besitzt, also in einer "Kette" zwei unabhängige Signale transportieren kann? Dann wären es unter Umständen nur jeweils 3 parallelgeschaltete Lautsprecher gewesen, und das ist viel eher vorstellbar. Aber genauer kann man das nur mit weiteren Angaben deinerseits zum Lautsprechersystem, idealerweise auch zu den Endstufen, sagen. Janko
Hi Janko! Nachdem ich gestern noch ein bisschen weitergesucht habe, wurde mir das mit den 4 Polen auch langsam klar. Wie sieht es dann mit der Belegung aus? Ist diese beliebig wählbar? (Ich meine jetzt in Bezug auf die Boxen. Im PA-Forum hab ich Artikel gefunden, die 1+/- für die Bassboxen und 2+/- für die Tops gewählt haben - aber auch genau umgekehrt.) Damit wären die Systeme doch nicht immer untereinander kompatibel, und man müsste beim Anschließen ziemlich aufpassen. Die Boxen waren von Acoustic Line, und zwar (je Seite) 2 Subwoofer und dann noch 4 Mittel/Hochtöner (soweit ich das richtig erkannt habe, hab sehr wenig Erfahrung auf dem Gebiet). So klingt es wirklich logisch, da die Endstufe so mit nur zwei Ohm belastet würde. *Das* klingt schon viel realistischer! Grüßle, tobi
Hi Dieter! Wenn du mal genau hinguckst, wirst du merken dass die Neutrik-Seiten (sowowhl neutrik.com als auch neutrikusa.com) sich vornehm bezüglich meiner Fragen zurückhalten. Die Crown-Seite hat mir wirklich weitergeholfen, genau sowas hatte ich gesucht! Gruß, tobi
Es gibt für den Beschallungsbereich auch Boxen mit deutlich höherer Impedanz (16 oder 32 Ohm). Da ist dann auch der beschriebene Anwendungsfall ohne Probleme möglich. Das sind vor allem kleinere Boxen für Sprachbeschallungen. Die Verteilung der 4 (oder auch 8 Aderpaare) macht wahrscheinlich wirklich jeder Hersteller, wie es ihm gerade in den Sinn kommt. Gegenbeispiel zur genannten Variante ist zum Beispiel HK-Audio mit 1 Top / 2 Sub... Gruß Christoph
Du hast einen großen Denkfehler begangen: Der Lautsprecher hat nicht 800W sondern man kann 800W "hineinstecken", die Leistung liefert dein Verstärker und der liefert prinzipiell erstmal nur Spannung. Der Strom entsteht bei Anschluß eines Widerstandes (kein Lautsprecher angeschlossen->sehr hoher Widerstanddadurch kein Strom; Lautsprecher angeschlossen-> relativ kleiner Widerstand,Strom fließt; mehr Lautsprecher angesclossen-> mehr Strom) Irgendwann ist das Netzteil deines Verstärkers am Ende und es kann nicht mehr Strom oder Spannung liefern. Ist die Spannungsspitze erreicht geht der Amp ins Clipping bzw der Limiter setzt ein. Ist der maximale Strom erreicht,dadurch das du z.B.zuviele Lautsprecher angeschlossen hast, also der Amp unter die minimal zulässige Impedanz (meist 2 Ohm) belastet wurde, regelt dein Verstärker ebenfalls die Leistung zurück. Dies passiert ebenfalls über den Limiter. Wichtig: Nicht die Lautsprecher geben dir an diesem Abend deine zur Verfügung stehende Leistung an, sondern IMMER die Endstufen ! Zu deinem Problem: Es kann natürlich funktionieren 6 Lautsprecher mit insgesamt 1,333 Ohm Impedanz an einen Endstufen-Kanal anzuschliessen. Benötigt man nicht viel Leistung an den Lautsprechern, kann der von der Endstufe gelieferte Strom immernoch unterhalb der kritischen Werte liegen. Zudem bekommt man bei längeren Kabelwegen locker einen Kabelwiderstand von größer 1 Ohm zusammen. Dieser liegt in Reihe zu den 1,33 Ohm, was einen Gesamtwiderstand von mindestens 2,333 ergibt. Und dieser liegt dann wieder im grünen Bereich. Speakons haben die Möglichkeit über 4 Pole 2 Kanäle zu transportieren. Theoretisch kann es sein das 3 der Boxen auf Kanal 1 und die anderen 3 auf Kanal 2 des Kabels angeschlossen waren. Soweit ich weis sind Speakons für 20A konzipiert. Grüße Leitwolfi
Hi Leitwolfi! Danke für deinen Beitrag, er hat viele Unklarheiten beseitigt. Zum Beispiel dachte ich bisher immer, dass eine Unterdimensionierung des Verstärkes schlimmer ist, als eine Überdimensionierung. Dies scheint ja nicht der Fall zu sein, in einem gewissen Leistungsbereich. Nochmals Danke! Gruß, tobi
"Durcheinanderkommen" wird nichts, wenn man nicht Systeme von zwei Herstellern mit "gegensätzlicher" Belegung mischt. Man nimmt einfach vierpolige Kabel und "gut is'". Die entsprechenden Kontakte werden in der jeweiligen Box abgegriffen, die anderen nicht, bzw. sind auf die parallel geschaltete Speakonbuchse durchgeschliffen. Janko
Doch, ich glaube in einem Szenario kommt etwas durcheinander: Zum Beispiel könnte ich vor den Verstärkern eine Frequenzweiche installieren, und dann in einen Verstärker für den Bass und in einen für den Rest gehen. Nun füge ich die vier Speakon-Anschlüsse der Verstärker auf zwei zusammen, und zwar 1 auf Bass und 2 auf Mid/High. Wenn ich nun Boxen anschließen würde, die auf 1 das Mid/High-Signal abgreifen, und auf 2 den Bass, wären die schlicht inkompatibel. Oder übersehe ich etwas? Gruß, tobi
Das ist natürlich richtig, aber das ist auch die einzige Chance. Außerdem beruht das dann immer auf "festverdrahteten" Fehlern. Man könnte ja auch beim Basteln des Anschlusspanels im Amprack versehentlich die Verkabelung "falsch herum" anschliessen. Du wirst schätze ich mal nicht ständig andere Lautsprecher anschliessen, die noch dazu immer andersherum belegt sind. Wenn also deine Anlage einmal richtig konfiguriert ist, dann kann nix mehr schiefgehen. So wars gedacht. Janko