ich hab folgende Frage: warum werden bei professionellen CD-Produktionen eigentlich meistens 2 verschiedene Studios für die Aufnahme und das Mastern angegeben...? haben sich manche auf das eine spezialisiert, oder warum? besten dank, Bernhard
warum werden bei professionellen CD-Produktionen eigentlich meistens 2 >verschiedene Studios für die Aufnahme und das Mastern angegeben...? haben sich manche auf das eine spezialisiert, oder warum?
Ja, genau darum. Mastern ist eine Aufgabe für sich. Und ausserdem setzt Mastern sehr gute Monitore und Ohren voraus. (u.a. auch um die Mixfehler auszugleichen) Masterstudios sind darum auch teurer. Wenn man es "richtig" aber möglichst Kostengünstig machen will, mietet man sich für kritische akustische Sachen (z.B. Drums) ein entsprechendes Studio. Macht die unkritischeren Overdubs (Gitarren, Keys, Vocals) im billigen Projektstudio. Mixt im einem besseren Studio mit guter Ausstattung an der nötigen Peripherie (Effekte, Dynamics etc.) und geht zum Mastern in ein HighEnd-Studio.
Hi Bernie, du fragst: "Warum werden bei professionellen CD-Produktionen meistens zwei verschiedene Studios für die Aufnahme und für das Mastern angegeben?" Gruppen, die riesig viel Geld mit Aufnahmen verdienen, leisten es sich prestigemäßig, nach dem Aufnehmen und Fertigmischen in ihrem Lieblingsstudio noch in ein anderes spezielles Mastering-Studio zu gehen, um dort von einem Mastering-Guru mit anderen Ohren eine Klang-Angleichung der Album-Titel und eine Bearbeitung, die auf große Lautstärke aus ist, herstellen zu lassen. Das macht sich gut auf dem CD-Cover und man nimmt an, dass das auch den Verkauf fördert. Ist aber die Anfangsmischung nicht schon sehr gut, so kann selbst ein begnadeter Mastering-Ingenieur nichts retten. Die besten Mastering-Informationen gibt es auf der Homepage von Bob Katz. http://www.digido.com/ Siehe den Link unten. Gruß Didi
Naja, mit riesig viel Geld verdienen und Prestigegründen hat dies meiner Meinung nach relativ wenig zu tun. Es ist einfach so, daß man schlicht und ergreifend auch anderes Equipment zum Mastern als zum Recorden benötigt. Auch die Abhöre eines Masteringstudios ist völlig anders konzipiert (oder kann sich jemand vorstellen mit NS-10´s zu mastern ? ).Da wir in unserem Studio beides anbieten (Recording + Mastering , allerdings räumlich+ Equipmentmässig völlig getrennt), kann ich aus meiner Erfahrung sagen: Einige Kunden kommen nur zum Aufnehmen und Mastern woanders (eher selten) und einige Recorden selbst oder in kleineren Studios und kommen zu uns zum Mastern (relativ häufig). Manche machen auch beides bei uns (auch häufig). Der Grund, warum man beides in verschiedenen Studios macht, liegt wohl daran, daß man seine aufgenommene Musik auch mal von einer "neutralen" Person überprüfen lassen will. Dies macht auch durchaus Sinn , vorallem wenn der Recording-Engineer auch gleichzeitig als Masterering-Engineer arbeit "verdoppeln" sich quasi die (Misch-)Fehler im schlechtesten Fall. Deshalb ist getrennte Bearbeitung in jedem Fall Sinnvoll. Meine persönliche Meinung ist allerdings, daß mit zunehmend perfekter werdender Technik zukünftig auch das Mastering etwas an Bedeutung verlieren wird ( meine subjektive Einschätzung - Diskussion gerne erwünscht ! ). Es wird momentan einfach zu sehr gehyped. Wenn man einen wirklich guten Mix erhält, hat man als Mastering-Engineer eigentlich kaum noch was zu tun und beschränkt sich auf physikalische Kontrolle des Mixes (Peaks,Rauschen etc.- und auch das stimmt ja schon bei einem guten Mix). Da gilt es dann -unter uns Fachleuten gesprochen- den Musikern eigentlich nur noch das Gefühl zu geben, alles noch zu veredeln - was eigentlich nicht nötig wäre - Stichwort "verschlimmbessern". Ich z.B.weigere mich zunehmends, eine schon an sich stark komprimierte Aufnahmen nochmals "totzukomprimieren", nur um zwei dB mehr Lautheit rauszuholen - dies kann der Musik nicht zuträglich sein. Das Ziel beim Mastern sollte ein Lied sein, daß angenehm zu hören ist und jene Gefühle beim Zuhörer auslöst,welche der Künstler mit dem Song auslösen wollte - also Songdienlich. Ich sehe schon, ich schweife etwas zu weit ab.......
ihr mein sicher "mixen" (mix down) nicht CD preMastern. mix down wird hier irrtümlicherweise immer als mastern bezeichnet.;-)) Es hat halt DOCH VIEL mit prestige zu tun und VIEL mit den VORLIEBEN der produzenten. erforderliches quipment ist in "diesen" dimensionen in jedem studio vorhanden. akustisch ausgemessen sind die grossen auch alle. es wird viel zu viel mystifiziert, alle kochen nur mit wasser! das WICHTIGSTE: einen guten mann an den knöpfen! viele glauben ja gar nicht, das man auch mit bescheidenen mitteln gut produktionen fahren kann. schaut mal bei bob clearmounten rein: www.mixthis.com . ganz interessant! gruss, screw
Mit dem Totkomprimieren sprichst Du mir aus der Seele. Ich tue mir teilweise recht schwer mit modernen Produktionen. Der Lautstärkepegel ist dermaßen konstant, daß ich nach kürzester Zeit die Musik abdrehe, bzw. leiser mache. Bei einem dynamischen Mix hat das Gehör Zeit sich auch auszuruhen. Ich für meinen Teil möchte bei diesem Wett-Komprimieren nicht mitmachen. Ich mische meine Aufnahmen so, daß ich sie nur noch zuschneiden muß. Falls die Band diese noch "professionell" Mastern lassen möchte, ist das OK.
Das Argument mit dem - nennen wir es "Querhören" des Mixes - ist IMHO das Entscheidende. Im Weiteren denke ich, daß es sich um Nouancen dreht : Was mit unpassend eingestellten EQs an Stimmen zusammengebastelt wurde, lässt sich ja nicht mehr vereinzeln, womit kaum Spielraum mehr verbleibt. Das gilt besonders für Produktionen mit gesampeltem oder aus verschiedenen Aufnahmen gewonnenem Material, das klanglich zunächst überhaupt nicht zusammenpasst : 95% des Angleiches ist damit VOR dem Trackbounce zu erledigen, sonst hat man verloren. Was die Dynamikgeschichten angeht, so bin ich dazu übergegangen, den Einreichern des Materials dringend zu empfehlen, nur unkomprimiertes Material abzugeben und gleich entsprechend aufzunehmen. Besonders wenn es sich um selbsterstellte Mitschnitte von (Rock-)Livekonzerten handelt, hängen in den Mikrokanälen schon eingangsseitig massenhaft Compis drin. Und auch bei unkomprimierten akustischen Aufnahmen machen 10%-20% mehr Mikrodistanz weit mehr Klangänderung, als finale EQs, oder additivem Hall : Wenn das Klavier gegen die Sängerin zu "drahtig" erwischt wurde, ist nix mehr zu machen : Jegliche nennenswerte Absenkung der Höhen wird die Gesangstimme unzulässig deformieren. Ich sehe beim Vorliegen eines fertigen Stereotracks - zumindest im akutischen Bereich - allenfalls Spielraum für 1-2dB bei der Bandmanipulation und darin liegt der Knackpunkt : Gibt man gleiches Material unterschiedlichen Bearbeitern zum Mastern, so weichen deren Ergebnisse auch in dieser Größenordnung ab. Dummerweise tut es dies manchmal sogar, wenn man testweise ein und demselben Spezialisten das gleiche Material vorlegt. Im konkreten Fall waren es 2 verschiedene Stücke eines Orchesterkonzertes vom selben Aufnahmezyklus : Gleicher Tag, gleiches Orchester, gleicher Raum, unveränderte Mikros - nur eben ein anderes Stück, eventuell 15 Minuten später eingespielt. Das Ding sollte zunächst nicht - später aber dann doch - auf die CD und wurde nachgereicht. Weil dies von einer anderen Person geschah, konnte man das im Masteringstudio wohl nicht zuordnen und nahm keinen Quervergelich mit den bereits ausgelieferten Stücken vor. Was klanglich herauskam, war auch für den Laien deutlich hörbar anders, als die Stücke zuvor. Weil Dirigent nicht zufrieden, wanderten alle Stücke nochmal zum Mastern. Diesmal waren alle konform, boten aber nun einen wieder neuen Klang, der weder mit dem ersten noch mit dem zweiten Mix 100% passte. Ich (damals noch am Anfang) habe dann selber eine Endmischung gemacht und dem Diri beide vorgelegt. Meine! ging dann sogar in die Pressung und fortan habe ich auch alle weiteren gemacht. Es handelte sich übrigens um ein noch heute existentes Studio in Köln, das fast ausschließlich Produktionen im Bereich Klassik für alle möglichen Labels mastert - also keineswegs schlecht sein kann und die Mixes lagen objektiv auch im Rahmen. Nur: Meiner tat es aber eben auch und da stelle ich mir schon die Frage, wozu ich da noch einen Masterschritt brauche, wenn es am Ende teilweise nur noch um subjektive Feinheiten geht. (Im letzten Forum, wo ich mir diese Frage so stellte, bekam ich von den angestammten "Mastern" eins aufs Dach, mal schauen, was heute kommt) :-)
"Mit dem Totkomprimieren sprichst Du mir aus der Seele. Ich tue mir teilweise recht schwer mit modernen Produktionen." ... Und es wird immer schlimmer ! Der Hörgeschmack Vieler scheint sich schon massiv verändert zu haben, was ich persönlich auf die häufig extrem verpuzzelten MP3s schieben würde. Das "dank" MB-Compressor resultierende Dauergeplärre gerade im Höhenbereich ist schlicht nicht zu ertragen. Ich habe auch mehr und mehr den Eindruck, daß die Hörer und gfs sogar die Abmischer selber, oft bereits HF-taube Ohren haben und alles, was nicht extrem excited wurde und einem die Ohrern zersticht als "zu dumpf" einschätzen. Als Beispiel fand ich küzlich diesen Mix : Dem Beitrag Islands zuim GrandPrix. Musikalisch ist der gar nicht so schlecht, der Refrain gefällt mir sogar richtig, aber der Klang (???) : http://fortuna.is/personal/euro/snd/Birgitta_-_Open_Your_Heart.mp3 Kann natürlich sein, daß der WAV-MP3-Wandler das automatisch so gemacht hat, was aber meinen Ansatz von oben ("MP3s sind schuld") erklären würde.
Ich habe mir es nur auf den Laptop-Lautsprechern (Hornsystem) anhören können. Im Vergleich zu anderen Liedern sehr höhenlastig. Mehr kann ich da im Moment nicht dazu sagen.
Falls mir diese neue Art von Klanggeschmack mal wieder auf die Nerven geht, habe ich für die Notfälle immer eine Dire Straits bzw. Toto CD im Auto. Hier wird eine Tom nicht totkomprimiert, sondern sie klingt noch!
Ich habe auch mehr und mehr den Eindruck, daß die Hörer und gfs sogar die Abmischer selber, oft bereits HF-taube Ohren haben und alles, was nicht extrem >excited wurde und einem die Ohrern zersticht als "zu dumpf" einschätzen. Als >Beispiel fand ich küzlich diesen Mix : Dem Beitrag Islands zuim GrandPrix. >Musikalisch ist der gar nicht so schlecht, der Refrain gefällt mir sogar >richtig, aber der Klang (???) Kann natürlich sein, daß der WAV-MP3-Wandler das automatisch so gemacht hat, >was aber meinen Ansatz von oben ("MP3s sind schuld") erklären würde.
Den Verdacht hatte ich letztes Jahr auch, als ich hier im München im Theatron war (mehrmals, denn das geht ja einen ganzen Monat): Bässe, als wenn man gerade von Schlägerntypen traktiert würde und Höhen, nicht zum aushalten. Klirrendes Geschirr ist eine Wohltat dagegen. Das ganze dann auch noch unerträglich LAUT - Auf jeden Fall war das ganze nur mit Ohrpfropfen zu ertragen Meine eigene experimentelle Erfahrung mit MP3: entweder kacken die Höhen voll ab, oder sie werden schrill. Wie es wird, hängt wohl von verschiedenen Faktoren ab wie Kompressionsrate, Ausgangsmaterial und Encoder. Wenn das Ausgangmaterial schon totkomprimiert, -gelimited oder -equalized ist, macht es MP3 nicht schlimmer. In Fällen, wo in der Musik noch Details vorhanden sind, macht die Komprimierung auf jeden Fall reine Hundek... draus. Und so was hören die Leute dann und halten den "Klang" dann irgendwann (und das geht schnell) für normal. Na denn prost! CJB
Tja, da kann man offenbar wenig machen, und wenn man dem P.A.-Mann mal den Tipp gibt, mit z.B. dem Exciter etwas vorsichtiger zu sein, wird man groß angeguckt.
Na ja, da trifft wohl die Regel zu, daß der Mann (oder Frau) am FOH nichts mehr hasst als Kommentare aus dem Publikum. Allerdings ist mir bei vielen Konzerten in den letzten Monaten, bei denen ich Lichttechnik gemacht habe bzw. als Gast da war, aufgefallen, daß wahrscheinlich 99% der Tontechniker schon halb taub sind (Höhen ohne Ende, nicht zum Aushalten...) Dafür dreht Dir der Bass dreimal pro Sekunde den Magen um (schön ist anders)... Hauptsache laut :-)
"... kriegt der FOH Mixer das auch zu hören. " Richtig so, aber es wird leider nix aendern, wenn er tatsechlich halb taub ist, da er es ja nicht absichtlich macht und beim nächsten mal ja wieder zu denselben Klangeinstellungen kommt. Sollte es eventuell möglich sein, dem Problem dadurch zu begegenen, daß man als Mischer nur den Soundcheck voll hört und ansonsten mit Daempfern mischt ? - Im Bereich Klassik spielen ja selbst die Musiker nicht selten mit Ohrstöpseln. Selbstredend sollten die einigermassen klangneutral sein. Ich verwende die inzwischen permament, wobei ich inzwischen fast nur noch bei mir selber abmische. Ich habe sie auch immer dabei, wenn ich als Gast zu einem Konzert gehe. Früher benutzte ich, wannimmer ich irgendwo auftrat, sogar die ganz billigen "Viecher", welche die Höhen total abschnitten und führte einfach über den Kopfhörer entspreched Höhen zu. Trotz Dämpfer und Kopfhörer ist das alles ja immer noch riesig laut.
"vorallem wenn der Recording-Engineer auch gleichzeitig als Masterering-Engineer arbeit "verdoppeln" sich quasi die (Misch-)Fehler im schlechtesten Fall." Wieso sollte das so ein ? Welcher Bearbeitungsaspekt wäre hiervon betroffen ? Nach meinem Verständnis sind die entscheidenen, "objektivierenden" (das heisst auf die allgemein übliche-, oder sozusagen optimale Mischung hinzielenden) Schritte das Equalizing, Anpassung der Stereobreite (so noch möglich) und Zugabe von Raumklang/Hall. All dies tut der jeweilige Bearbeiter nach seinem Geschack. Wenn er meint, was aendern zu muessen, weil im irgendwo etwas zu wenig ist, wird er es vergrößern um mal allgemein zu sprechen. Beim EQ-ing wird der den Mix auf das von ihm präferrierte hindrehen. Um es auf den Punkt zu bringen, führt er das IST auf sein imaginäres SOLL hin. Wenn er also "seine" eigene Mischung mal zum Mastern bekommt, so dürfte er eigentlich nichts mehr ändern dürfen, oder ? Mastern ist ein adaptiver Vorgang, der sich nicht durch erneutes Anwenden multipliziert (???) und daher wird er auch beim Abmischen bereits auf seine Vorstellungen hinarbeiten, und was er dabei zunächst nicht macht, behält er sich eben für den letzten Schritt über. Am Ende wird sich sein (eventuell "verdrehtes") Ohr in der Mischung wiederfinden - aber nicht zweimal, oder ? Mit Bezug auf das an anderer Stelle gesagte (99% der Klangkonstellation wird VOR dem Downmix gemacht) würde ich die Frage stellen, wozu ein guter Masteringmann, der ebenfalls noch mixt, noch einen wesentlichen Masterschritt macht, und worin der besteht ?