Hallo zusammen, ich brauche Eure Meinung zur Eignung der Beyer MCE 530 Mikrofone als Stützmikrofone für Streicher und fürs Holz in einem Sinfonieorchester. Als Hauptmikrofone verwende ich 2x KM140 ORTF. Bitte redet Sie mir auch aus, wenn ich völlig danebenliege. Vielen Dank Torsten
Hallo Torsten, das Kleinmembran-Kondensatormikrofon Beyerdynamic MCE-530 mit Nieren-Richtcharakteristik und Phantomspeisung macht einen guten Eindruck. Die Empfindlichkeit ist recht hoch mit 30 mV/Pa. Die Werbung sagt: "Ein erstaunlich gutes Kleinmembranmikro zum sehr günstigem Preis von 359 Euro." Du willst es als Stützmikrofon einsetzen. Dazu muss man wissen, was du unter Stützmikrofon verstehst. Wirklich im Pegel -10 dB +/- 5 dB unter dem Hauptmikrofon eingesetzt, sollte das ganz prima gehen. Warum auch nicht? Ich kenne dieses Mikrofon nicht, weil ich als Stützen überwiegend Neumann KM 84, KM 140 und Schoeps MK 4 benutze. Gruß Malte
Hallo Thorsten, Wenn das ein kleinmembraniges Mikrofon ist, kannst Du es für Streicher ohne weiteres benutzen. Überhaupt sind bei Streichern kleinmembranige Typen den großen vorzuziehen, weil großmembranige zu sehr zu Mittenverfärbungen neigen. Für die Holzbläser spielt es weniger eine Rolle ob groß oder Kleinmembransystem. MfG Rainer
Hallo Torsten, meiner Erfahrung nach sind insbesondere Oboisten bzw. Englischhorn-Bläser sehr empfindlich, was die Klangwiedergabe ihrer Instrumente betrifft. Hab mir mal etwas nicht gerade Schmeichelhaftes anhören müssen, als ich ein AKG BlueLine (C 391 B) für die Holzbläser aufstellen wollte. Nimm das Neumann KM als Referenz (das ist über jeden Zweifel erhaben), und wenn das Beyerdynamic auch nur etwas mehr obere Mitten hat, dann vergiss es.
Hallo ThomasT, eine berechtigte Frage: "Wozu braucht man eigentlich Grossmembran-Mikrofone bei klassischer Musik?" Sicher geht man gerne vom neutralen Klang der Kleinmembranmikrofone mit Kugelrichtcharakteristik aus. Aber auch in der klassischen Musik hat man klanggestalterische Wünsche, die von den Künstlern ausgehen. Sätze, wie: "Mach' mal meine Stimme voller und gib mal den Tiefen meines Cellos noch mehr Tiefen", sind allgemein üblich. Und so zeigen sich manchmal (!) "verfärbende" Großmembranmikrofone mit Nierenrichtcharakteristik klanglich dazu recht hilfreich. Dazu muss man immer den Klang zu anderen Mikrofonen parallel vergleichen und genau hören. Der typische Fall ist doch, man hat zwei KM 140 in 25 cm AB als Gesangsstütze bei einer Sopranistin und man denkt sich, jetzt stelle ich mal ein Pärchen M149 mit warmer Röhre daneben, das muss doch deutlich der Stimme die Kälte nehmen. Und man hört und vergleicht und glaubt es kaum, weil das KM140 in diesem speziellen Falle (!) einfach besser klingt. Bei einem anderen Sänger, einem Bariton war der klangliche Fall umgekehrt. Ich finde darum die Angabe: Mikofon X ist für Sopran und Mikofon Y nur für Tenor, völlig unsinnig. Wie sagt Ebs so anschaulich deutlich auf seiner Homepage: "Es gibt keine Mikrofone für Klavier, es gibt ja auch keine Löffel für Erbsensuppe". Im Sinfonieorchester kann ich mir Großmembran-Stützmikrofone kaum interessant vorstellen, aber bei hinzugefügten Solisten jeder Art schon. Gruß Maya
ThomasT meint zu: "Es gibt keine Mikrofone für Klavier, es gibt ja auch keine Löffel für Erbsensuppe". Aber es gibt ausdrücklich Teelöffel... Mit einem Teelöffel würde ich eher meine Erbsensuppe nicht essen. Mit einem Teelöffel würde ich lieber meinen Mocka umrühren, um den Zucker zu verteilen. Gruß Maya
Über das Thema "Großmembranmikrofone" hatten wir ja schon mal vor längerer Zeit einen umfangreichen Thread. Ich stelle trotztdem nochmal die provozierende Frage: Wozu baut man überhaupt Großmembranmikrofone ? Die Firma Neumann baut sie deshalb weil es der Markt verlangt, obwohl der frühere Entwickler - Dr. Boré - persönlich für Kleinmembranmikrofone war und ganz klar die physikalischen Nachteile kannte. Die Firma Schoeps dagegen baut konsequent keine Großmembranmikrofone. Ich nehme im Sinfonieorchester durchaus auch Großmembraner (U 87, U 89 und SM 69), aber in erster Linie bei Instrumenten wo die Verfärbungen nicht störend in Erscheinung treten (z.B. bei Celli und Kontrabässe).
... es würde aber länger dauern und man hätte mehr Genuss. Um die Zeit wieder reinzuholen rührt man den Kaffee dann eben mit einem goldbedampften Großmembranlöffel - das geht schneller und ist edler. Aber um bei dem Vergleich zu bleiben : Genauso, wie es für verschiedene Weine zu verschiedenen Anlässen unterschiedliche Gläser gibt (wieso überhaupt ???) - so gibt es eben auch variante Mikros. Ich sehe daß schon so, daß die Nuancen in deren Abweichungen sie für das eine oder andere Instrument in einer definierten Situation mehr oder eben weniger prädestinieren - und das reproduzierbar ! Ooder anders : Fisch nie mit Silberlöffeln essen. Weitere Vorschläge für Kombinationen von Mikros und Instrumenten ?
juergen meint: Fisch nie mit Silberlöffeln essen. Er hätte gerne weitere Vorschläge für Kombinationen von Mikros und Instrumenten. Voilà: Snare nur mit Shure SM57 aufnehmen. Das Mikrofon ist recht preisgünstig. Das billigste ist hierbei gerade gut genug. Nie die Snare mit dem großen Neumann U 87 aufnehmen. Wenn der Schlagzeuger da draufhaut, wird es teuer. Herbert Grönemeyer nur im Regieraum aufnehmen, aber mit Shure SM 58. Das ist nicht zu toppen. Dann gibt es ein ungeschriebenes Gesetz: Kleine Mikrofone für große Sänger und große Mikrofone für kleine Sänger. Ob damit die Körpergröße gemeint ist? Und immer den Werbesprüchen folgen: "Behringer Ultravoice XM8500A Vocal Microphone - your voice will shine in a way it never has before." Green Bullet (die Fahrradlampe) für Blues Harp. Besonders skeptisch muss man sein, wenn man von Angeboten hört wie: Versatile Microphones for all Instruments and General Purpose. Das kann ja nichts sein. Die Wahrheiten haben wenig mit mit diesem Thead zu tun: "Stützmikrofone für Sinfonieorchester". Vielleicht sollte man einen neuen Thread eröffnen mit dem Titel: Welche Mikrofone klingen mit welchen Instrumenten oder Stimmen? Es gilt den Satz zu widerlegen: "Es gibt keine Mikrofone für Klavier, denn es gibt ja auch keine Löffel für Erbsensuppe". Ich suche immer noch nach dem Spezial-Löffel für Erbsensuppe, der nur dafür geht. Johnny
Wenn Du Streicher nicht laut genug im hauptsystem hast, stimmt entweder mit den Streichern was nicht oder das HS passt nicht :o)) Sollte das Blech die Streicher überdecken, mit dem Hauptsystem niedriger gehen. Laufzeiten ändern sich, die Streicher treten in den Vordergrund. Sollten die Streicher aber die Holzbläser überdecken (nehm ich mal an), einfach mit dem HS höher gehen - dadurch ändern sich die Laufzeiten (zu den Streichern vorne wierden sie länger, das weiter hintensitzende Holz bleibt rel. konstant); Holz wird präsenter. Widerspricht sich das? Durchaus, denn das Ziel ist eine optimale Balance im HS zu finden - und wenn ich das geschafft habe, kann ich stützen um die Tiefenstaffelung zu beeinflussen. Glaubenscredo der "KLassiker" - möglichst neutral arbeiten - der Sound kommt von den Musikern. In diesem Sinne sollte auch die Mikrofonwahl erfolgen. Herzliche Grüße aus Wien Georg
Diese Montageform ist gar nicht so unpraktisch. Aber taugen die denn etwas zu dem Preis ? Ausserdem steht da : "hauptächlich für Chor und Instrumentenabnahme geeignet, in Verbindung mit Windschutz ... für Sprache geeignet." ???
Ob die MCE 530 ´was taugen, kann ich noch nicht sagen - ich werde mir demnächst mal ein paar (bewusst kleingeschrieben) für Chorabnahme - allerdings Live - zulegen. Wenn die da was taugen, machen sie sich schon bezahlt, weil ich in dem Bereich bisher mit um einiges teureren Mikros arbeite... Gruß Günter
das Kleinmembran-Kondensatormikrofon Beyerdynamic MCE-530 mit Nieren-Richtcharakteristik und Phantomspeisung macht einen guten Eindruck. Die Empfindlichkeit ist recht hoch mit 30 mV/Pa. Die Werbung sagt: "Ein erstaunlich gutes Kleinmembranmikro zum sehr günstigem Preis von 359 Euro."
[...] Auf der Beyerdynamic Website finde ich da aber einen ganz anderen Wert: "Empfindlichkeit 5 mV/Pa". Wo kommt der Wert 30 mV/Pa denn her ? Für die Phantomspeisung wird als Stromaufnahme
Für den o.g. Preis 359,-- Euro würde ich als Alternative auch mal das Stereopaar Rode NT5 betrachten.
Ebenfalls gute Alternative: Studio Projects C4 (Stereopaar mit Niere- und Kugelkapsel) Der Preis liegt zwar bei 439 Eurönchen (Digital Audio Service in Hamburg) - durch die 2 Kapseln aber wesentlich flexibler - und die Mikros gefallen mir wesentlich besser als die Røde... Gruß Günter