Re: Sicherungs-Frage

Erstellt 4 Antworten5 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo Georg,
Du scheinst ja einen richtig guten Meßpark zur Verfügung zu haben! Klasse!
Nun ja, die Messungen zeigen bislang keine Probleme auf; Schade! Einen Fehler zu finden, den man nicht messen kann, ist ziemlich schwierig! (Vor allem blind über´s Internet)
Die noch fehlende Messung könnte aussagen, ob das Netzteil intern zuviel Strom verbraucht. Diese Aussage ist nur wertvoll, wenn Du auch die Angabe der Stromaufnahme im Leerlauf hast. Sollte hier auch der Leerlaufstrom zu messen sein, dann Prost!
Also bereite ich mich gedanklich schon mal darauf vor ...
(dass das Netzteil im Leerlauf mehr als 3,15 Ampere primärseitig aufnimmt, während hinten alles normal ist, glaube ich nämlich nicht. Das käme ja einer Art Heizung mit rund 750 Watt gleich!)
... was mir dabei noch einfällt: Beim Ziehen des Netzsteckers geht die Sicherung kaputt ==> Schaltvorgang
Aber auch das erscheint mir unplausibel: Eigentlich fließt bei gezogenem Strecker weniger Strom (hihi). Selbst der Induktionsstrom ist geringer, wenngleich die dazugehörige Induktionsspannung nach Lenz nicht nur entgegengerichtet ist, sondern auch noch tückische Höhen erreicht.
Logisch ist das also alles nicht. Deshalb ein weiterer Verdacht: Gibt´s in dem Netzteil eine Abteilung für Entstörung? Diese sollte primärseitig vor dem Trafo sein. Es könnten zwei Spulen und ein Kondensator, oder 2 Kondensatoren und 1 Widerstand oder irgendeine andere Schaltung sein. Vielleicht ist hier etwas passiert und die Sicherung geht gar nicht wegen zu hohem Strom kaputt (wozu sie eigentlich gedacht ist), sondern wegen zu hoher Spannung? (Finde ich eigentlich ziemlich weit hergeholt) Ansonsten kenne ich plötzliche hohe Ströme nur von Schwingkreisen. (Der Trafo wird doch nicht mit dem Netz ... nein, dass glaube ich einfach nicht).
... by the way: Es gab mal ein Kühlhaus. Die haben dort die Leuchtstofflampen gegen Energiesparlampen gewechselt. Dadurch wurde die Firma in zwei Teile zerrissen. Die eine Seite hatte noch Leuchtstofflampen, die sich induktiv verhalten, und die andere Seite hatte schon Energiesparlampen, die sich kapazitiv verhalten (wegen des Netzteils ohne Trafo mit Gleich riecht er). Am Wochenende wurde nicht gearbeitet, es gab nur eine Notbeleuchtung. Genau dieser Zustand war derjenige, der einen akzeptablen Schwingkreis auf die Beine brachte. Und so schwang (schwingte?) die Firma hin und her - Strom wurde dabei nicht verbraucht, ist ja alles Blindleistung. Aber die Ströme auf den Leitungen waren ziemlich real und führten zum Ansprechen der Sicherung. Der Effekt war, dass nach dem Einbau der Energiesparlampen jedes Wochenende die Kühlung ausfiel.
... und da wären wir vom Netzteil beim Anwalt: Wer hat Schuld, wer zahlt?
Wenn Du den Fehler nicht findest, mail mir mal den Schaltplan herüber: Setze einfach meinen Vornamen Wolfgang und meinen Nachnamen Kockord mit einem Punkt dazwischen und mit dem Zusatz T-Online und der Länderkennung de zusammen. (Die Adresse habe ich zerrissen wegen der komischen Mails, die ich nicht mag.) Ggf. kannst Du ein Format verwenden, dass meinen "normalen" Internetanschluss nicht dicht macht - habe leider kein T-DSL.
Beste Grüße
Wolfgang
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Antwort#2
Hallo Wolfgang
... (dass das Netzteil im Leerlauf mehr als 3,15 Ampere primärseitig aufnimmt, während hinten alles
normal ist, glaube ich nämlich nicht. Das käme ja einer Art Heizung mit rund 750 Watt gleich!)
Wenn Du den Fehler nicht findest, mail mir mal den Schaltplan herüber...
Die 3,15AT ist die Sekundärsicherung. Primärseitig hat das Teil bei 220V eine 400mAT.
Du kanst dir den Plan auch von meiner HP Downladen, da ist er noch vorübergehed 'geparkt':
http://home.t-online.de/home/gerswz/X12Z4.htm
Gruß, Gerhard
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Antwort#3
Hallo,
besten Dank für den Schaltplan! Ich habe mir ihn angesehen, aber die Ursache des Problems habe ich noch nicht erkennen können. Deshalb bitte ich alle Mitlesenden, mal gerade auch in den Schaltplan zu gucken, ob ich da irgendetwas falschverstanden habe!!!
Links ist T4, der Eingangstrafo mit einer "Multiwicklung" für unterschiedliche Primärspannungen. Die rechte Seite des Trafo´s ist die Sekundärseite mit zwei parallel geschalteten Wicklungen. Danach folgt ein Brückengleichrichter mit D1-D4. Dieser lädt die Glättungselko´s C1 und C2. Die geglättete Spannung liegt über die sekundäre Sicherung F2, 3,15A SB, sowohl an dem Transistor MJ2955 (wurde früher u.a. in Hifi-Endstufen eingebaut) als auch über einen Widerstand R3 mit 0,27 Ohm (das könnte auch eine Drahtbrücke sein) am Triac Q2 an.
Nach meinem Verständnis ist Q1 (MJ2955) der "Längsttransistor", der die Ausgangsspannung regelt. Die Regelung wird über zwei Regelkreise vorgenommen:
+ IC4 als Strombegrenzung
Strombegrenzungswiderstand = R11 mit 0,1 Ohm an Pin 1 und 10
Spannungsreferenz via Z-Diode D7, Pin 6, Pin 7 von IC4,
und dem Spannungsteiler R9, R8, R2
+ D5, D6, R5, R4, Q2 als Emitterspannungsbegrenzung für Q1
Die Spannung wird über eine Triac beeinflusst, der einfach einen Kurzschluss über einen 0,27 Ohm Widerstand R3 zwischen + (nach der Sicherung) und - (an der Masse) hervorruft!!! Wenn dieser Triac nur ein einziges Mal aufmacht, wird der nur durch R3 begrenzte Entladestrom der 9400 mikroFarad aus C1 und C2 die Sicherung treffen. Bei angenommenen 20V an den Elko´s sind das bis zu 70A, die da fließen. Die Zeitkonstante tau=RC beträgt zwar nur 2,5 ms, nach 10ms ist der Strom also fast schon wieder Null. Kann dadurch eine 3,15A-Sicherung kaputt gehen? Zusätzlich wird der Trafoausgang über D1-D4 zur selben Zeit auch noch kurzgeschlossen. Hier könnte ebenfalls bis zu 10ms Strom fließen (=eine 50Hz-Halbwelle). Könnte hierdurch die Sicherung zerstört werden? 50-100 A für 10ms? reicht das einer 3,15A-SB-Sicherung? Ja, ich denke schon. Aber die D5 ist eine ZPD15, zusammen mit D6 muss dazu die Ausgangsspannung des Netzteils mindestens 15,6V betragen. Erst dann sorgt der Q2 für ein Auslösen der Sicherung. Vermutlich, um im Fehlerfall die angeschlossenen Geräte zu schützen. Und die Langzeitmessung zeigt nicht, dass die Spannung außerhalb des Toleranzbereichs gerät. Und damit wird das nicht die Ursache für die Sicherung sein.
Also zurück zum Problem. Die Sicherung F2 geht beim Herausziehen des Netzsteckers kaputt, wenn das Gerät vorher nicht mit dem Netzschalter ausgeschaltet wurde. War das so?
Wenn ich mir das Schaltbild ansehe, dann sehe ich den Schalter S1 genau da, wo ich den Netzstecker P1 sehe. Ob nun der Stecker gezogen oder der Schalter betätigt wird, ist nach Schaltplan völlig egal. Es gibt auch keinen Entstörkreis, ... Selbst ein langsameres "Ausschalten" des Netzteils durch das Ziehen des Steckers (Lichtbogen, ...) dürfte keine Auswirkungen haben, weil die Elektronik mit den Ladeelko´s solange die Spannung halten sollte.
Wo soll der Unterschied zwischen Schalter- und Netzsteckerbetätigung sein? Ich sehe ihn nicht. Wer kann mir helfen?
ps: Der Netzstecker ist doch nicht das mit Connection Board bezeichnete Ding? Dann könnte natürlich der Sekundärausgang vor dem Netzeingang getrennt werden. Dieses könnte eine kleine sekundärseitige Spannungsspitze >15,6V zur Folge haben, wodurch der Q2 für die gesamte Halbwelle zünden könnte. Das wär´s dann wohl für die Sicherung. Wenn das so wäre, würde ich mal den C4 auf Blindheit prüfen (Kapazitätsmessung: hat er noch 1000 mikroFarad?). MIt 1000 mikroFarad sollte der C4 solche Ausgangsspannungsspitzen durch Abziehen des ConnectionBoards sicher sicher verhindern können.
Tut mir leid, dass ich so nicht mehr herausfinden konnte!
Wer hat noch Hinweise?
Beste Grüße
Wolfgang
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Antwort#4
Hallo,
in der Anleitung steht:
"Crowbar": Oberhalb ca. 16V Ausgangsspannung leiten D5 und D6 und triggern den Triac Q2. Der entstehende Kurzschlussstrom schmelzt die Sicherung F2
Hey, dass habe ich also richtig erkannt. Es ist also vorgesehen, dass bei höherer Ausgangsspannung die Sicherung "geschmelzt" wird. OK, jetzt also die Frage, wie es bei Ziehen des Steckers zu einer solchen Spannungserhöhung kommt, während es beim Ausschalten mit dem Netzschalter nicht passiert!
Wer hat eine Ahnung?
... spannend bis zum Schluss!
Wolfgang
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Antwort#5
Liebe Kollegen,
vor einem Monat habe ich alle Elkos getauscht, seitdem funktioniert das Netzteil einwandfrei und macht keinerlei Probleme mehr.
Herzlichen Dank für Eure unterstützung,
Georg


Tonzauber - einfach klassisch!
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