Hi Volker Hempel, die maximale Länge, die du einer Mikrofonleitung geben kannst hängt vom Quellwiderstand des Mikrofons (Innenwiderstand), der Kapazität des Mikrofonkabels zusammen und wieviel dB du an Dämpfung (Verlust) der hohen Frequenzen hinnehmen möchtest. Zu empfehlen ist schon eine niedrige Quellimpedanz des Mikrofons von 50 Ohm und eine Kabelkapazität von weniger als 100 pF pro Meter. Dann kannst du problemlos einige 100 Meter Mikrofonkabel ohne auffälligen Höhenverlust anschließen. Wenn dir der Eingangswiderstand des Mikrofonverstärkers, der Innenwiderstand des Mikrofons und die Kabelkapazität bekannst sind, kannst du die Kabellänge bei z.B. 3 dB Höhenverlust problemlos ausrechnen. Gruß Didi
Hallo Vhem, Nur zur Information: Die Längen der Kabeltrommeln in den Ü-Wagen des Rundfunks betragen i.d.R. zwischen 120 und 150 Meter. Dazu kommen dann noch die Kabellängen die zwischen den Stageboxen und den Mikrofonen liegen und diese können auch je nach den entsprechenden Umständen durchaus auch noch bis 30 Meter u. mehr betragen. Also es können ohne weiteres 200 Meter zustande kommen. Die heutigen Mikrofone sind alle sehr niederohmig und lassen somit Leitungslängen bis zu mehreren 100 Metern zu, ohne daß man Höhenverluste zu befürchten hat. Hat man es mit symmetrischen Mikrofonen und Leitungen zu tun - und das ist der Normalfall aller Studioanwendungen - sind auch keine Störungen durch Einstreuungen vorhanden. Das mit den 15 Metern mag früher mal für die sog. "Heimstudiotechnik" gegolten haben, wo unsymmetrische Leitungen/Eingänge und hochohmige Mikrofone üblich waren.
Bei symmetrischer Leitungsführung, wie in der Studiotechnik üblich, können Leitungen von mehreren 100 m störungsfrei realisiert werden. Es gibt aber einige batteriebetriebene (AA-Zelle) Elektretmikrofone, die zwar symmetrisch sind, aber deren Impedanzwandler nicht in der Lage ist, mehr als ca 30 m (Multicore) verzerrungsfrei zu treiben. Aus meiner Praxis kenne ich einen solchen Fall. Bei jenem Mikrofon sank die "Aussteuerungsgrenze" dramatisch (von über 125 dB-SPL lt. Datenblatt auf schätzungsweise 80 dB), es verzerrte wie ein übersteuerter Verstärker, daher habe ich den Impedanzwandler im Verdacht. Der Wert von 15 m ist eine freie Erfindung für den Fall, dass unsymmetrische Amateurmikrofone benutzt werden. Ich selbst habe bei einem Mikrofon für Diktiergeräte (Mitschnitt eines Meetings) erlebt, dass selbst 5 m zu viel sein können. Vermutlich war es eine mangelhafte Abschirmung, denn als ich das Aufnahmegerät wieder näher ans Mikrofon brachte und dabei das Kabel in eine enge "U"-Form legte, verschwand die Brummstörung. Viele Grüße Michael
Wissensdurstiger Vhem = Volker Hempel fragte: Wie ist die maximale Länge einer Mikrofonleitung? Wir müssen hier in der PA-Technik (Public Address) und in der Tonstudiotechnik davon ausgehen, dass bei der Mikrofontechnik nur die symmetrische Leitung akzeptabel ist. Das Mikrofon hat einen Innenwiderstand Ri (Quelle) von 35 Ohm bis zu 200 Ohm und kein Ohm mehr (!) und der Mikrofonverstärkereingang Ra (Last = Abschlusswiderstand) hat einen Eingangswiderstand zwischen 1000 und 2000 Ohm (nicht mehr und nicht weniger). Wenn das so ist, gibt es mit der Mikrofonleitungslänge keine Probleme. Über die Werte seiner Anlage sollte man Bescheid wissen oder sich jetzt wenigstens mal informieren. Von anderen Gerätschaften, die diese Bedingungen nicht erfüllen (auch die noch immer beliebte (?) 600 Ohm-Technik) sollten wir unbedingt die Finger lassen. Gruß Wolfram