Ton stört Bild?

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo!
Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen (hab' schon mit versch. Fachfirmen telefoniert. Da wusste außer "Das ist ja komisch" keiner etwas).
Also: ich schließe hier bei uns im Theater mittels BNC ein Video-Composite Signal an den Beamer an und verlege das Kabel durch den Zuschauerraum. Bild ist gut. Probe ist gut. Nun bei der Vorstellung hat sich jetzt bereits 2x folgender Effekt ereignet: Das Bild wird synchron zur Musik gestört; will heißen es flackert im Rhythmus der Musik. Dazu wäre zu sagen, dass es sich bei einem Fall um unverstärkte Live-Musik handelte. Also schließe ich einen Zusammenhang mit der Tonanlage aus.
Nun denke ich mir: Was ist am Abend anders als bei der Probe 2 Stunden vorher (außer dass jetzt Zuschauer da sind) ?
Die Inspizientenanlage ist jetzt an! Diese steuert neben den Einrufen auch eine 100V-Mithör für alle Gaderoben etc., sowie eine Mithörschleife für Hörgeräteträger. Also habe ich die Hörgeräteschleife in Verdacht: ändert den Effekt allderdings nicht, wenn man diese ausschaltet. Bleibt nur noch die normale 100V-Mithör.
Wenn man allerdings ein kürzeres BNC-Kabel direkt am Schaltschrank der Mithörendstufen vorbeiführt (wo ja dann, denke ich, die Störung am größten sein müsste) und nicht durch den Saal, gibt es keine Störung des Bildes.
Wie kann das sein? Und wie wird man dieses Problem los? Bei einem Gastspiel hatten wir 1x diese Strecke mit VGA-Kabel verlegt, da dort das Video mit Computer gesteuert wurde. Da fiel mir der oben beschriebene Effekt nicht auf. Sollte man per VGA übertragen?
Vielen Dank für Euere Hilfe!
Martin
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Antwort#2
Wackelkontakte hast du schon ausgeschlossen?
Klingt zumindest so, wenn du alles ausgeschaltet hast und die Musik auch nur akustisch übertragen wird. Spätestens dann dürfte es keine elektrischen Ursachen haben.
Musiker bewegt im Takt den Fuss war schon oft Ursache solcher Probleme.
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Antwort#3
Wackelkontakt ist es nicht. Das Orchester sitzt ja ferner im Orchestergraben und ist somit weit vom Gerät weg. Ach ja: der Effekt tritt erst mit Überschreiten eines gewissen Pegels auf. D.h. leise Zuspielungen bzw. Passagen der Musik beeinflussen das Signal nicht.
Gruß
Martin
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Antwort#4
Klar ist dass die horizontale Ablenkfrequnz bei 15kHz und die Vertiekale bei 50Hz liegt. Also durchaus im hörbaren Bereich und das dadurch die Ablenkung gestört wird. Hoher Pegel spricht dafür, darunter stört es nicht und die Sync-Impulse können noch klar abgetrennt werden.
Allerdings spricht hoher Pegel auch immer noch für Mechanische Schalleinwirkung.
Wenn die 100V-Anlage aus ist, gibt es dann auch noch Störungen?
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Antwort#5
Hallo Thomas !
Wenn die 100V-Mithör aus ist gibt es keine Störungen.
Gruß
Martin
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Antwort#6
moin.
Das kann ein Erdungsproblem sein. Das Videosignal ist mit seinem 1V peaktopeak genauso empfindlich für Masseschleifen und Erdungsfehler wie unsere Audiosignale.
Du hast festgestellt, dass bei kurzem Videokabel keine Störung auftritt, wie auch bei Übertragung von VGA SIgnalen.
VGA Signale können sich erheblich von composite-Signalen unterscheiden (höhere Frequenz, höherer Sync.Pegel). Wenn Ihr VGA benutzt, habt ihr ausser dem Beam praktisch alles verändert (anderer Zuspieler, anderes Kabel). Deswegen ist diese Situation kaum vergleichbar. Es sollte auch die Übertragung mit Composite (nur eine Videostrippe) möglich sein.
Es ist möglich, dass die 100V-Verstärker an Ihren Ausgangsübertragern erhebliche Störungen auf den Schutzleiter(Massepotential) ausüben, die sich dann - ähnlich wie ein Netzbrumm beim Ton - im Bild bemerkbar machen.
Gründe dafür können sein
-leicht defekte Ausgangsübertrager
-starke Übersteuerung der 100V-Amps
-Verbindung(en)der 100V-Leitung zum Netz-Schutzleiter
-Hoher Widerstand im Schutzleiter (gammlige Dreierdosen?)
Wie sieht die Störung aus?
ist das Bild stabil, hat aber waagerecht dunklere und hellere Zonen, die sich mit dem Tonsignal bewegen?
(Erdungsfehler)
oder
bricht das bild ganz zusammen und ist seitlich verzerrt (syncronisationsverlust, das heißt: Pegelverlust)?
Was helfen kann:
besseres Video Kabel nehmen (möglichst geringer Schirmwiderstand)
Das kurze Kabel ist immer das bessere Kabel.
Wo kommt das Bild her (Kamera, Player)? Diese sind meist nur mit Eurostecker ausgerüstet und daher nicht geerdet. Der Rechner (bei deinem VGA-Versuch) war mit sehr großer Wahrscheinlichkeit über den Schukostecker mit Erde verbunden.
Das wäre ein Riesen-Unterschied. Ist vom Videozuspieler auch eine Leitung zur Tonanlage gezogen?
Mit einem Wort: Prüfe und säubere die Erdungssituation genauso, wie du es beim Ton machst (oder brummts bei euch auch noch? :-)).
Liegt die Hülle eines Videosteckers irgendwo auf Metall? (Heizung, Geländer, Mischpult) Isolieren!
Der Beamer hat wahrscheinlich einen Schukostecker.
Versuche mal den Strom für den gesamten Videoaufbau nur aus der Steckdose des Beamers zu ziehen, bei Verbindungen zur Tontechnik: DIBox mit Groundlift dazwischen!
Es gibt auch für Videosignale Übertrager, die Masseschleifen verhindern.
Videosignale lassen sich auch mit billigem Kabel über mehrere 100m übertragen.
Kritisch sind dabei allerdings Steckverbinungen (Pegelverlust, BNC geht leicht kaputt).
ich glaub es reich erstmal, oder?
schöne Grüße
Opa
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Antwort#7
Hallo Tonopa!
Vielen Dank für Deine ausführliche und hilfreiche Antwort. Also unser Ton ist frei von Brummen. Wir haben auch eine komplett eigene Potentialschiene für Tonstrom. D.h. die Tonanlage selbst ist o.k..Beamer kriegt auch Tonstrom.Ich habe ja die 100V Mithör bereits als Übeltäter ausgemacht. Allerdings wird diese regelmäßig gewartet und ich wies den Servicetechniker bereits mehrfach auf dieses Problem hin.
D.h. Unser Problem ist das 2. von Dir genannte, also Synchronisationsverlust.
Das mit den Übetragern für Videosignale ist ein guter Tipp. Da werde ich mich mal umhören.
Danke und Gruß
Martin
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Antwort#9
guck mal:
http://www.jensen-transformers.com/datashts/vb1bb.pdf
solche gibts aber von vielen Herstellern. Wahrscheinlich musst Du eher nach
Video transformers oder Video isolators suchen.
Das von Dir beschriebene Gerät ist eher was für Raubkopierer, es rekonstruiert durch Kopierschutz verstümmelte Synchronsignale.
Die von dir beschriebene Störung klingt nach einer heftigen hochfrequenten (steilflankigen) Störung. Da müssen richtig Funken fliegen, damit sich das durchsetzt, wenn sonst alles i.O. ist. Oder das Videosignal kommt sehr schwach am Beamer an.
Das klingt eher nach zu wenig Erde als zu viel (daher nützt dann der Übertrager wahrscheinlich nix).
Prüfe mal, ob der beamer wirklich Kontakt zur Schutzerde hat. Auch Kaltgerätekabel gehen mal kaputt.
Du sagst, der Beam hängt mit am Tonstrom. Wie lang ist die Netzleitung insgesamt bis zur Dose in der Wand? Kürzer machen! Mal ganz andere Dose probieren. Wer weiß schon, wo der findige Tontechniker im Jahre 1985 einen Schutzleiter abgeklemmt hat. Du kannst versuchen, die Videoleitung am Zuspieler zusätzlich mit dem Schutzleiter zu verbinden, wenn der Zuspieler keinen Schukostecker hat.
Wenn die Störung aufhört, wenn Du die 100V-Amps um 50% Prozent leiser drehst, sind sie tatsächlich übersteuert oder defekt. Schmeiß sie raus (blöder Vorschlag, aber sie klingen doch eh scheiße).
Zuspieler:
Manche neuen Consumer-DVD-Player liefern nur sehr flache Synchron-flanken (ebenfalls als Kopierschutz gedacht) probier mal, ob irgend ein alter Videorecorder oder so besser funktioniert. Dann kann so ein Stabilisierer nützen. Es gibt aber auch simple Videoverstärker, die allzuweiche Ausgangsstufen aufpäppeln können. Die gehören dann direkt hinter den Zuspieler. Kannste auch selber basteln (TEA 5114).
Tja, und denn kannste nur noch einen Monitor statt Beamer nehmen und gucken, ob da alles stabil bleibt, denn auch die Eingangsbuchse vom Beamer kann überdreht werden, so dass sie nur noch schlecht Massekontakt hat.
Checke auch das Videokabel nochmal, indem Du es ersetzt. Du kannst ein HF-Kabel nicht mit dem Multimeter prüfen.
und mehr weiß ich auch nich
schnauf
opa
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