Wir hatten vor einiger Zeit einmal einen Thread über die Kick Drum und deren Abnahmemöglichkeiten. Es wurde geschrieben, daß ein art Dach bzw. Zelt über dieser den Sound positiv beeinflussen kann. Leider finde ich mit der Suchfunktion nicht alle alten Texte dazu. Da unser Schlagzeuger die Kick sehr laut spielt und ich diese selbst bei größeren Pegeln noch von der Bühne höre, habe ich mir überlegt diesen Trick anzuwenden. Hat mittlerweile schon jemand Erfahrungen damit gesammelt? Vielen Dank, Thomas
Hallo Thomas, mein Vorschlag hat zwar nix mit Umbauten zu tun, aber da ich mir denken könnte, daß sowas auf der Bühne vielleicht nicht sooo gut aussieht, kannst du imho höchstens eines tun: Die PA um die Laufzeit des BD Direktschalls verzögern, dann hat man zwar ganz vorne etwas zuviel "Klick" (PA+Direktsch.) aber immerhin fällts nicht mehr so störend (weil zeitlich "schmierend") auf. Just my $0.02
Hi Janko! Ist nur so eine Idee und mit schwarzen Stoff dürfte das eigentlich nicht so auffallen. In dem damaligen Thread nannte jemand eine ganz bekannte Band, die solche "Zelte" baute. Der Grund war aber hauptsächlich der besser Klang "vor" der BassDrum. Das mit dem Delay ist schon so eine Sache. Vor 2 Wochen habe ich 16 Spuren Live aufgenommen und beim Abmischen ist mir der Zeitversatz von Snare (Snaremikro) und Snare (Vocalmikro) so deutlich aufgefallen, daß ich die Gesänge ca. 14ms verschieben mußte. Gruß, Thomas
Nein. Habe ich noch nicht. Der Aufwand stand bislang in keinem Verhältnis zum Nutzen. Wenn dein Drummer die BD laut spielt: freu dich dich doch! Andere tippen die nur mal an und wollten einen fetten Sound. Die Spielweise eines Schlagzeugs ist am allerwichtigsten für den Sound. Danach der Klang (Stimmung etc.) dann die Mikrofonplatzierung und dann erst die Wahl des Mikrofons.
Hallo ThomasT, du wird bei Aufnahmen genügend selbsbewusste Drummer finden, die dir erklären, wie es klingen muss und wie die notwende Reihenfolge dazu ist. 1. Auswahl des richtigen Mikrofons, das sowieso immer Schuld am Klang ist und damit auch der unfähige Tontechniker, wenn es nicht klingt. Der Techniker stellt sowieso immer die Mikrofone falsch auf. ... und dann kommt erst mal lange nichts. 2. Klang und Stimmung der Trommeln - kann man ja auch mal machen, wenn es sein muss. 3. Spielweise eines Schlagzeugs: ich bin sowieso der Größte. Ist da etwa jemand anderer Meinung? Frag' mal die Mädchen. Die schlappe Bass Drum kann doch einfach ein Begrenzer (Limiter) holen. Markus II
Genau... da muss'n Kompressor rein dann klingt es erst. Profies machen alles mit Kompressor! Und deswegen klingt es auch professionell. Ein weiteres interessantes Phänomen ist, dass je schlechter der Gesang ist, desto mehr Hall wird verlangt. Überhaupt täuschen sich viel Musiker in der Beurteilung von Hall. Professionelle Aufnahmen klingen subjektiv viel Halliger. Und bei der eigenen Aufnahme fehlt bestimmt immer noch etwas Hall damit der Gesang schön rund klingt. Es waren schon mehrere überrascht im direkten AB-Vergleich mit der Referenz-CD dass der Gesang (z.B.) eigl. recht trocken ist und die eigene Aufnahme schon im Hall versinkt...
oh ja, so isses! Ich führe diese Aussagen darauf, zurück, dass den Künstlern das Vokabular fehlt. Einfaches Beispiel aus dem Live-Bereich: "Mach' die Stimme im Monitor lauter!" Dies ist eigentlich zu "Ich höre mich nicht deutlich genug" zu übersetzen. Und von da an gibt es plötzlich viel mehr Möglichkeiten, als nur den Aux-Sendregler der Stimme zu betätigen (andere leiser machen, Frequenzen, Kompression etc.). Ebenso ist es mit dem Hall in Aufnahmen IMHO. "Da muss mehr Hall auf die Stimme." Schon allein: was heißt denn mehr? Länger, dichter, kürzer, heller usf. Hier bin ich mir aber mit der Übersetzung nicht so sicher. Soll die Stimme über dem Rest schweben? Soll sie weiter hinten stehen? Soll der gesamte Raumeindruck so beschaffen sein, dass ein größerer Raum simuliert wird? Hat jemand Ideen für eine Übersetzung der Forderung nach mehr Hall? Ich habe auf meiner Seite vor einiger Zeit mal ein Formular zur Verfügung gestellt, mit dem Auftraggeber ihre Vision vom Sound eines Stückes anhand von Begriffen beschreiben können, die scheinbar nur wenig mit der Tontechnik zu tun haben (s.u.). Das gibt mir dann einen besseren Eindruck von den Vorstellungen des Gegenübers. Yoda
Die Geschichte mit dem Hall ist schon richtig. Wenn ich sage daß Hall eigentlich erst auffallen sollte wenn er gemutet ist, schaut so manch einer schon komisch drein. Die andere Geschichte mit dem Schlagzeugstimmen ist noch viel frustrierender. Ich hätte nie gedacht, daß so wenig Schlagzeuger das überhaupt richtig beherrschen! Absolut unglaublich... Gruß, Thomas PS: Klar bin ich froh daß er laut in die Kick haut, wenn Du allerdings den ganzen Abend diese leicht von der Bühne hörst, ist es auch nicht soooo schön.
Hallo Yoda! Also jetzt interessiert mich schon wie du Wetter in Sound übersetzt? Thomas, der findet dass die besten Ergebnisse bei trüben, nicht zu kalten Wetter entstehen.
Beipiel zum übersetzen von Wetter in Sound: klares Wetter: Jedes der Musikalischen Elemente (Stimmen, Instrumente usw. deutlich voneinander zu unterscheiden. nebliges Wetter im Ggs. dazu könnte bedeuten, dass es ein oder mehrere Elemente gibt, die herumwabern, zum Beispiel eine Synthi-Fläche. Stürmisch verbinde ich mit hoher Dynamik und wenigstens stellenweise hoher Lautstärke, böig ist ein Stück, wenn es viele kleine, eher fahrige Höhepunkte in z.B. Klangfarbe oder Lautstärke hat usw. Das ist sicher keine exakte Wissenschaft, und jeder versteht Wetter vielleicht anders, in der Summe ergibt sich jedoch ein deutlich reichhaltigeres Vokabular, das auch zum normalen Vokabular des Künstlers gehört. Und viel wichtiger: Es ist ein *gemeinsames* Vokabular, d.h. sowohl der Tontechniker wie auch der Künstler verbinden weitgehend ähnliche Konzepte mit den Worten.
Stelle dir eine verschneite Szene in der Stadt vor. Hör mal hin, da ist alles viel ruhiger und gedämpfter, die spitzen, schepperigen, schmerzvollen Geräusche fehlen......
Black Metaller füllen keine esoterisch anmutenden Formulare aus... ;-) aber ich nehme an, bei denen könnte Winter was mit Kälte zu tun haben, also evtl. haben sie was gehen "warme" 300-500Hz. :-D
Stimmt ! Ein durchaus guter Vergleich, hast mich überzeugt. Es ist in der Tat ein ganz besonderer, ruhiger Klang, wenn man durch stark verschneite Gebiete kommt. (Waldweg mit dem Mountainbike ist sehr empfehlenswert). Bleibt die Frage, was man unternehmen/unterlassen muss, um einen solchen Klang zu erzeugen ?
Wenn ich ehrlich bin, habe ich Dein Soundformular zunächst auch als esoterisch eingestuft. Ganz allgemein ist ja der Versuch, Klang mit Worten zu beschreiben immer etwas schwammig bzw. interpretierbar und damit eigentlich vollkommen untauglich, da jeder etwas anderes sieht und meint. Aber nun, da Du einiges erklärt hast, sehe ich das als absolut sinnvoll an und die Begriffswahl ist durchaus einleuchtend. Man müsste sowas nur richtig breit etablieren.
Da habe ich nichts dagegen einzuwenden. Verwendet es, empfehlt es weiter, was immer ihr damit tun wollt. Vielleicht haben wir einige einflussreiche Autoren unter uns, die das in ihre Veröffentlichungen aufnehmen :-) Natürlich interessieren mich auch eure Kommentare, gerne nehme ich Anregungen auf. Hier der Link auf die Seite, von der aus man die deutsche und englische Version herunterladen kann:
haben bekanntlich mehrere hundert wörter für schnee. sollten also eskimos an aufnahmen beteidigt sein ... schwingt euch auf zu interpretatorischen höchstleistungen!