In-ear-monitoring

Erstellt 9 Antworten10 Beiträge
Startbeitrag#1
Wer hat Erfahrung mit "In-ear-monitoring"?
Mich interessieren:
- Preis-Leistungs-verhältnis
- Effektivität gegenüber trad. monitoring
- eventuell auftretende spezifische Probleme


http://www.michael-sellin.de
ZitierenPost melden
Antwort#2
Hallo Michael,
ich mische regelmäßig eine Band, die nur noch mit In-Ear unterwegs ist. Alle kommen damit prima zurecht und empfinden es als große Verbesserung. Das muß aber nicht so sein. Manche Leute fühlen sich zu abgeschlossen oder brauchen einfach den "Druck" aus einem Bodenmonitor. Deshalb vorweg, wenn du mit dem Gedanken spielst, es ist eine tolle Sache (nicht nur für die Ohren), aber mach erstmal ein paar Testauftritte mit Leihequipment.
So aber jetzt zu deinen Fragen:
1. Preis- / Leistung: In jedem Fall besser als gutes konventionelles Monitoring, von der Schlepperei mal ganz abgesehen
2. Effektivität gegenüb. traditionellem Monitoring ist absolut hervorragend, WENN und nur WENN alle damit klarkommen und der Mischer keine Pappnase ist. Es erfordert einfach genaueres Arbeiten auf beiden Seiten, da klangliche Veränderungen (z.B.Lautstärkeunterschiede) mit "Knopf im Ohr" viel deutlicher wahrgenommen werden. Wenn man sich da aber mal reingefunden hat, dann ists wie gesagt unschlagbar.
3. spezifische Probleme: Tja, neben der Umstellungsphase kommts drauf an, was ihr normalerweise damit macht.
- Man sollte schon für jeden In-Ear Träger einen separaten Monitorweg haben. Wenn ihr immer mit einer eigenen (gleichen) Anlage, zumindest was das Pult angeht, unterwegs seid, ist das kein Problem.
- Bei vielen Funkstrecken die gleichzeitig benutzt werden (also neben Funk-In-Ear noch Funkmikros, Gitarren- und Basssender etc.) muß man schon auf die Frequenzaufteilung achten, sollte aber mit einmaligem Ausprobieren auch zu lösen sein.
- Man glaubt es kaum: Leere Batterien fallen jetzt störend auf. Für häufigen Gebrauch besten also auch gleich noch in eine Akkulösung investieren.
- Ein bißchen mechanisch empfindlicher ist in-Ear schon, speziell die Hörer. Sorgsamer Umgang und evtl. ein verfügbarer Ersatzhörer im Tourbetrieb vermeiden Stress und Ärger.
Es kommt vielleicht ein bißchen raus, daß ich der absolute In-Ear-Fan bin. Aber ich hoffe ich habe dir auch die möglichen Probleme deutlich genug aufgezeigt.
Vielleicht kannst du ja nochmal was über den geplanten Einsatz in deinem Fall schreiben. Dann kann man die ganze Sache auch noch genauer betrachten.

Janko
bekennender Fan "leiser" Bühnen
ZitierenPost melden
Antwort#3
Wer hat Erfahrung mit "In-ear-monitoring"?
Mich interessieren:
- Preis-Leistungs-verhältnis
- Effektivität gegenüber trad. monitoring
- eventuell auftretende spezifische Probleme
(stimme Janko zu)
Leider exorbitant teurer
da auch mehr Wege nötig werden
am Ende sogar stereo erfordert neben drahtlostechnik auch große Pulte
Die Mucker fühlen sich "eingedost und einsam", so dass wir oft beides Anbieten
(Wedges und Ohrknopf)
das erfordert noch größere Pulte und der Monitorjob wird tatsächlich anstrengend, wenn man wedges und in-ear überwachen muss.
Die leise Bühne ist der absolute Bringer gerade auch für den Frontsound. (wenn man auch die anderen Lärmer, wie Gitarrenamps, unter die Bühne stellt)
Geld, Laufzeitprobleme bei großen Bühnen, bei Ausfall oder Mischfehlern totale Hilflosigkeit bei den Musikern. Man hört im in Ear jeden Pups, also auch jeden Fehler der Musiker (die das auch gern auf den Techniker schieben).
ZitierenPost melden
Antwort#4
Hallo!
Also ichhab live noch nicht mit IEM gespielt, bin selbst Drummer und hab mir jetzt die ShureE2 gekauft. Die teile habe ich bis jetzt nur zum üben benutzt also spielen zur CD. Wenn ich mein Schlagzeug komplett abnheme und mir den Sound auf die IEM´s gebe gehe ich ab wie Schmitz Katze weil es einfach nur geil ist. Du hast den puren Hifi Sound auf den Ohren, und ich denke wenn man Live noch mit Raummics arbeitet geht auch das Feeling nicht verloren. Also ich bin restlos begeistert.
MFG
$ebastian
ZitierenPost melden
Antwort#5
und ich denke wenn man Live noch mit Raummics arbeitet geht auch das Feeling nicht verloren.
...das ist krank, ich gehe... [Zitat von Bernd das Brot]
ZitierenPost melden
Antwort#7
Sich des Livefeelings durch komplettes akustisches Abgeschlossensein berauben und dann extra dafür noch Raummikros aufzustellen. Wenn das nicht pervers ist was dann?
Die Steigerung wäre nur noch im Studio zu spielen und die Session auf einer Videoleinwand in die Konzerthalle zu übertragen. Ach man kann es doch noch Steigern: gar nicht live spielen sondern Konserven abdudeln. Ups...das wird ja schon gemacht.
Ich muss zugeben ich habs noch nie probiert. Da ich aber generell keine KH mag kann ich mir nicht vorstellen, dass das geil kommt.
Ausserdem hätte ich Angst mir das Gehör kaputt zu machen. Denn bei Lautsprechern sorgt schon der gesunde Menschenverstand für Mässigung, aber so...
Und ausserdem kann man nur auf Wedges (wie das jetzt so heisst...erinnert mich immer eher an Kartoffelspalten im Steakhaus) so cool den Fuss draufstellen. Und die Liedfolge mit Gaffer ankleben.
ZitierenPost melden
Antwort#8
Also ich benutze die Teile eigentlich um mein Gehör zu schonen. Ich habe live auch noch nie mit den Teilen gespielt, aber beim Proben war es halt schon sehr nett vom Sound.
ZitierenPost melden
Antwort#9
Ich sach mal so: bei Drummern - die sonst eh nur alles über Monitore mitkriegen - mag es ok sein. Aber so würde es mich sehr stören. Zumal man sich mit seinen Kollegen nichtmal was zurufen kann ("Achtung...jetzt Refrain...").
Oder man versucht mit seinen Amps alleine den Bühnensound zu machen, so dass nur Gesang und Teile der Drums (->Bassdrum) über Monitor müssen um ebem vom Mischer unabhängig zu sein wie es geht.
ZitierenPost melden
Antwort#10
Hallo Michael !
Bin gerade auf Deinen Eintrag gestoßen und fand auch die Kommentare recht interessant. Ich mixe seit einiger Zeit den Monitorsound für ne Top 40 Coverband(komplett IEM). Mindestens zwei mal pro Woche ist die 3 stündige Show und ich kann mich nur den Worten von Janko anschließen. Als langfristiger Schutz gegen die typische "Snaresenke" im Gehör des Drummers und schwerwiegender Gehörbeeinträchtigung aller Musiker scheint mir das IEM-Konzept momentan der einzige Schlüssel (neben drastischer Pegelsenkung auf der Bühne) zu sein. Natürlich ist das auch eine nicht zu unterschätzende Umstellung für alle Beteiligten, aber die Vorteile liegen klar auf der Hand:
- maximale Bewegungsfreiheit aller Akteure
- verbesserte Pegelkontrolle durch gezieltes Monitoring
- Senkung der Bühnenlautstärke (gerade für den Monitor- und FOHmix nicht gerade uninteressant)
- extrem verbesserte Feedbacksicherheit
- kürzere Aufbauzeiten und weniger Equippment (verglichen mit der nötigen Anzahl an Wedges und Amps)
- Begrenzung des Maximalpegels im IEM durch eingebaute Limiter (herstellerabhängig!)
Aber nicht zu verachten sind auch die bereits genannten Nachteile:
- hohe Anschaffungskosten, da großes Monitorpult mit ausreichend Aux-Wegen nötig, teure Funkstrecken, Anfertigung von individuellen Ohrstöpseln (Oto-Plasten ca. 180 EUR pro Paar)
- nur noch mit separatem Monitormann umsetztbar
- hoher Batterieverschleiß oder gute Akku-Lösung (macht sich langfristig bezahlt)
- bei Auftritten auf größeren Bühnen mit anderen Musikern Frequenzen der Funksysteme beachten
Selbstverständlich muss eine derartige Anschaffung gut durchgerechnet und überlegt sein, aber wenn es dann soweit ist und funktioniert, ist es einfach klasse.
Vielleicht hilft bei Euch ja auch eine Kombination beider Varianten. Und da kann ich mich wiedereinmal nur dem Janko anschließen und sagen: Probiert es erstmal aus.
Ach so noch ganz wichtig: Wenn IEM, dann mit passenden Oto-Plasten, weil die Standardhörer beim Kopfwackeln auch mal verrutschen können oder nicht immer passend abschirmen und dann das das ganze Monitoring nicht mehr stimmt :-)
bis denne
basti
P.S. Hab gerade gesehen, dass diese Antwort an Janko´s Beitrag, naja halb so wild.
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.