Gerade sehe ich eine Wissenschaftsendung vom BR. Inhaltlich ein toller Beitrag : Das Erdmagnetfeld sinkt derart rasch ab, daß es in 4000 Jahren verschwunden sein wird. Allein : Man kann die Sendung einfach nicht länger als 1 Minute aushalten. Grund : Der Ton der Sprecherin ist das Ekelhafteste, was ich in den letzten Jahren gehört habe. Er ist derart mit Bass angereichert, daß es einem in den Ohren dröhnt. Unerträglich !!!! Wenn ich umschalte, oder im Film ein Wissenschaftler zu Wort kommt, klingt der Ton recht normal. Fängt die Tante wieder an zu quaken, dröhnt es wieder. Fährt man den Ton auf eine erträgliches, dröhnfreies Mass zurück, ist der derart leise und dumpf, daß er kaum zu verstehen ist. Generell ist der Sprachton relativ zum Rest und auch der gesamte Filmton zu anderen Programmen lauter. Anders ist es, wenn der männliche Sprecher zu Wort kommt : Der klingt einigermassen ok, wenngleich ich auch dort etwas zuviel Bass vernehmen muss : Ich bin zu 99% sicher, daß es Axel Wostry ist und der klingt sonst durchaus auch ein wenig anders. Welche Amatuere mischen denn da ab, bei den Bayern ? Schon seit einiger Zeit fällt mir auf, daß bei einigen Fernsehproduktionen vor allem der Sprachton vollkommen unnatürlich abgemischt wird. Ist da etwa ein neues Klangverbesserungsgerät rausgekommen, daß nun mit aller Gewalt benutzt werden muss ? Nun,wir sind uns darüner einig, daß es eine gewisse Bandbreite gibt, was Abmischungen angeht - aber wenn ich umherzappe, störe ich mich generell eigentlich nicht an dem Klang. Einige fallen da aber ganz mächtig aus dem Rahmen - das eben hier war wie gesagt der Gipfel. ?
Hallo Jürgen, nur eine Vermutung: Hast Du die betreffende Sendung auch mal über Kopfhörer abgehört zum Vergleich? Ansonsten besteht nämlich durchaus die Möglichkeit, daß es ein raumakustisches Problem oder ein Problem mit Deinem Fernseher ist (schmalbandige Erhöhung eines bestimmten Bereiches im Baß), was bestimmte Stimmen im Baß unerträglich klingen läßt. Ich hatte mal so einen Fall, wo ich eine Produktion bei einem Kunden auf einem B&O-Fernseher präsentieren mußte, der unglücklicherweise auch noch in der Ecke montiert war: es dröhnte schauderhaft, und prompt kam die Diskussion auf, ob das so auf der Aufnahme sei. Ich mußte extra Abhören hinzuziehen, um das klar zu widerlegen, auf einem normalen Abhörmonitor war von Dröhnen keine Spur. Gruß, M.
Daran habe ich zuerst gedacht, bin ins Studio rübergelaufen und habe den dortigen Monitor angemacht. Dessen Ton hängt an einer Anlage dran ... - gleiches Ergebnis : Der Ton ist defintiv lauter und v.A. bassreicher, und in diesem Beitrag war es besonders extrem. Ausserdem war es ja eine Inkosistenz innerhalb eines Beitrages.
Hast du die Threads zum Thema Berufschancen für Tonprofies nicht gelesen? Beim Fernsehen sind fast nur Stümper, für alles anderer reicht das Geld nicht.
Da ist aber etwas Wahres dran. Nur so direkt verallgemeinern sollten wir nicht. Immer mehr preisgünstige gewinnmaximierte Lösungen werden für die menschlichen Arbeitsaufgaben gesucht und wohl auch gefunden, denn für alles andere reicht ja das Geld nicht. Und solche Klang-Ergebnisse wie unter Anderen im Fernsehen ist dann das logische Resultat. Keine Zeit - kein Geld - keine Facheute - Tja! Micha
Hallo Jürgen, das selbe habe ich aber auch schon bei Sprechern im Hörfunk gehört. Baßlastig daß es einem graust. Ich kann mir das nur so erklären, daß der Sprecher zu sehr im Nahfeld des Mikrofons gesprochen hat und am Sendepult kein kompetenter Tontechnier/-in saß, sondern irgend ein Hiwi (aus Kostengründen...), der nur Regeler schieben kann aber dem jegliche Hörerfahrung und jegliches Gefühl für eine saubere Übertragung fehlt und/oder der seine Arbeit nicht ernst nimmt und kein Qualitätsverständnis hat. Schreib denen das doch mal und sag ihnen gleich daß Du vom Fach bist und auch mit hochwertigem Equipment abhörst und nicht mit einer Quäke aus dem Supermarkt.
Ja, den thread habe ich gelesen und vielleicht sollte man mal die Fernsehfritzen darauf aufmerksam machen. Ohne feedback ändert sich ja nichts. Was mich auch ärgert, ist die z.T. massive Anhebung des Pegels, wenn Werbung erscheint. In einigen Fällen scheint die sibjektive Lautstärke auf mehr als das Doppelte zu springen. Offenbar vollzieht sich hier das gleiche, wie bei dem allgemeinen Kampf um den maximalen RMS-Pegel bei Popmischungen (siehe den thread dazu) Also entweder bin ich neurdings zu empfindlich oder mein Gehör hat sich verändert, aber solche Sachen nerven ungemein.
Nicht nur bei Sprache, sondern immer häufiger auch bei Musiksendungen im Fernsehen empfinde ich etliches als grauenhaft: 1. Bei Günter Wevel (Kein schöner Land) singen Solisten in völlig freier Natur, aber mit Hall wie in einer Kirche. Hier passen doch optischer und akustischer Eindruck überhaupt nicht zusammen, ich finde das irritierend. 2. Bei Popmusik sieht man oft den Sänger dicht am Mikrofon, aber es kommt dünn gehaucht und verhallt (wie 80% "wet out" und 20% "dry out"). Auch wenn das oft playback ist: warum wird dann bei der Aufnahme derartiges gestaltet? Vielleicht weil man wegen unzureichender gesanglicher Fähigkeiten den Solisten zwar optisch, nicht aber akustisch präsent herausstellen kann? Oder haben sich Hörgewohnheiten und Publikumsgeschmack grundlegend geändert und nur ich habe das nicht mitbekommen? Wird das neuerdings so bei der Ausbildung von Toningenieuren / Tonmeistern vermittelt? -kln
Nun, der Hall in der freien Natur liegt sicher an den Hörgewohnheiten : Solche Musik wird ja extrem verhallt und der Zuschauer glaub dann sicher an ein Bergecho oder etwas aehnliches. Ausserdem nehmen die da selten etwas live ab sondern spielen (Billigproduktion) lieber die CD ab und die hat natürlich Hall -eine "Live-CD"-Mischung, welche nach Aussenaufnahme klingt, liegt meist nicht vor, weil der Produzent soweit nicht denkt, und auch generell kaum CDs in dieser Weise produziert werden. (klingt zu flach !)
Da hast Du absolut Recht. Wie oft saß ich schon vor dem Fernseher und dachte mir: Irgedwas stimmt hier nicht! Wie Du sagst, in freier Natur und 3-4 Sekunden Hall drauf. Absolut nachvollziehbar..... Gruß, Thomas
Jezt mal ohne Witz! Das ist ein Hauptgrund, warum ich nur noch sehr selten in den viereckigen Kasten reinschaue. Alle 15-20min die Fernbedienung nehmen und leiser machen, raubt mir mit der Zeit total den Nerv.
Das Problem tritt bei 2 verschiedenen Fernsehern in zwei unterschiedlichen Räumen auf. Der Ton war a) deutlich lauter, als auf den anderen Kanälen (dies war auch in der anschließenden Nachrichtensendung so !) und b) war der Bassanteil deutlich erhöht gegenüber den anderen Kanälen. Und c) war wie gesagt die Sprecherin in der Wissenschaftssendung unangenehm bassreich abgemischt. Wahrscheinlich wollte man sie klanglich Herrn Wostry angleichen, wobei der gar nicht so bassig klingt sondern eine sehr runde und angenehme Stimme hat.
Du schreibst auf Deiner HP: "Je nach Verwendeter Kombination von Rohling und Recorder klang ein und dasselbe Master vollkommen unterschiedlich" Dieser Sachverhalt würde mich schon näher interessieren. Was verstehst Du unter "vollkommen"? Gruß, Thomas
Der Ton der Sprecherin ist das Ekelhafteste, was ich in den letzten Jahren gehört habe. Er ist derart mit Bass angereichert, daß es einem in den Ohren dröhnt.
Mir fällt grad noch ne Theorie ein: es könnte Absicht sein. Bekanntlich werden tiefe Stimmen ernster genommen. Sie klingen ruhiger. Hohe Frauenstimmen klingen unbewusst immer aufgeregt (Männer sprechen im aufgeregten Zustand auch 1Oktave höher). Deswegen sind und waren Nachrichtensprecherinnnen fast ausschliesslich Altstimmen. In einer Fachzeitung für Werbung und Postproduction war mal ein ausführlicher Artikel darüber drin. So und mit diesem Wissen angereichert, leider mangels tontechnisches Wissen versuchte vielleicht der Techniker durch Bassanhebung aus Sopran einen Alt zu machen. Zumindest aber die Stimme weniger schrill klingen zu lassen.
Jawohl, dieser Umstand ist allgein bekannt und daher raten Fachleute z.B. auch dazu, am Telefon gezielt tiefer zu sprechen : Das klingt angenehmer. Aber im Fall der Fernsehsendung war die Frauenstimme eigentlich recht tief, in jedem Falle Alt-lage, nur eben hat man offenbar mit dem "Bassanreichern" zuviel des vermeintlich Guten getan. Zu den Fernsehsprecherinnen : Ruft man sich mal Dagmar Berghoff oder Eva Herrmann ins Gehör, so sind die auch keineswegs sonderlich basslastig, sondern besitzen einfach eine tiefere und vor Allem gut ballancierte Stimmlage. Im Gegenteil : die Formantenausprägung - sei es nun reines Talent oder antrainiert - führt sogar zu einem erhöhten Obertonanteil gegenüber Normalstimmen, der die Stimme jeweils klarer und deutlicher erscheinen lässt - und eben jenen Obertonanteil, den man bei weniger interessanten Stimmen durch Exciter einzuschärfen versucht. Dieser Obertonanteil ist aber dynamisch, d.h. auf die Worte und Laute angepasst , tritt also kontrolliert mal weniger mal mehr in Erscheinung und ist nicht etwa pauschal, wie es abmischtechsisch erzielbar ist und abseits der reinen Klangproblematik muss einfach einmal festgestellt werden, daß gute SprecherInnen ihre Stimme im Griff haben, auch was die Artikulation angeht - man achte mal auf das oft so problematische "s". (Dabei hilft denen natürlich auch die Herkunft - die Tageschausprecher sind fast ausnahmslos Nordlichter :-)) Nun kann man diskutieren, ob für eine Natursendung eine nüchterne Nachrichtenstimme oder eher eine warme, runde Stimme zu bevorzugen ist, aber dröhnen darf sie in keinem Falle, sei es nun Formantenhülle oder Abmischung. Übrigens : Gerade die Auswahl der o.g. Damen als Sprecherinnen beweisst, dass zumindest in früheren Zeiten auf Stimmqualität und Klang stark geachtet wurde - Frau Berghoff selbst hat dies einst in einem Interview sehr ausführlich beschrieben. Und auch beim BR muss es Leute geben, die Stimmklang einschätzen können : Eva Hermman hat nämlich einst beim BR angefangen.
hm, wenn die Monis des Abmischenden basslastig waren, muesste der klan für uns dünner klingen, oder ? Ausserdem nochmal : Der Beitrag war in sich klanglich inkosistent und zwar sehr deutlich !