Solisten beim Chorgesang

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Antwort#21
"Genauso unsinnig ist die Behauptung, ein AB auf einem bestimmten Abstand sollte eine gewisse Basisbreite besitzen."
EINSPRUCH!
Natürlich kann ich ein 2 m von der schallquelle entferntes AB auch mit 5 cm Basisbreite haben, nur werde ich eher ein monophones ergebnis erlangen.
Ich kann natürlich auch 10 m basisbreite nehmen, werde viel Räumlichkeit haben, aber sehr wahrscheinlich ein ausgeprägtes Mittenloch.
Vielleicht klingen diese Beispiele /zu/ drastisch, allerdings verdeutlichen Sie durchaus worauf ich hinaus will: es gibt sehr wohl einen "funktionierenden" Bereich, in dem ausgefüllte Stereobasisbreite, Ortung, Konsistenz im Stereobild, etc... vorhanden sind, und dieser BEreich ist sehrwohl auch(!)vom Abstand zur Schalquelle abhängig. Ob ich damit meine gewünschte Balance Direkt/Diffusschall bekomme, das ist eine andere Frage.

"Dies ist absolut nicht die Art und Weise, wie die grossen klassischen Produktionen aufgenommen werden, und dafuer gibt es auch gute Gruende."
wie werden sie denn aufgenommen...? Totgestützt? womöglich stützen unverzögert hinzugemischt damit auch jedwege tiefenstaffelung verlorengeht...
Sorry wenn ich etwas sarkastisch bin, aber mir wurde gerade von einer Runde (alteíngesessener Rundfunk) Tonmeister erklärt, Delay, wozu, hört man doch eh nicht, und kammfilter existiert nur in der Theorie.... und genauso klingt's auch....
Aber im Ernst - WIE werden denn grosse klassische Produktionen aufgenommen? Es gibt auch hier keine einheitliche Regel, erlaubt ist was gefällt und zum gewünschten ziel führt. Nicht immer aber gefällt auch was erlaubt ist.
Manch grandiose Aufnahme wurde mit 2, 3, oder 4 Mikrofonen gemacht (letzteres zum Beispiel bei zahllosen Phillips-Klassik-Aufnahmen in den 70ern...).
Viele grandiose Aufnahmen wurden auch in Polymikrophonietechnik gemacht.
Was ich jedoch in letzter Zeit bemerken muss, ist dass oft das gefühl dafür verloren geht, welche Informationen denn nun wirklich zur Musik beitragen.
Es ist z.b. allgemein bekannt, dass Richard Strauss in seinen - durchwegs sehr langen - WErken immer wieder einfach Füll-Passagen für Instrumentengruppen eingefügt hat, damit diese sich bei einem 4 Stunden Opus nicht langweilen wenn sie 2 stunden nichts zu spielen hätten. Und es bringt nichts, dieses Füllwerk auf teufel komm raus herauszuholen, nur weil es eben da ist. Es hat keinen Ausdruck und trägt auch nicht zum Ausdruck des Gesamtwerkes bei. Und ich finde es ehrlich gesagt nervtötend, wenn ich 20 minuten lang irgendein geigengeschrammel auf 2 tönen im vordergrund habe, nur weil es eben "da" ist, im orchestergesamtklang untergehen würde und daher eben schön laut und deutlich abzubilden ist.
Vielleicht wäre es einigen Tongestaltern anzuraten (Aufnahmeleitern gleich wie Tonmeistern) sich a priori mit dem WErk zu beschäftigen, und zu erkennen, dass manche Zierde gerade durch ihr nicht Vorhandensein erst richtig zur Geltung kommt.
Mit freundlichen Grüßen
Georg



Tonzauber - einfach klassisch!
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Antwort#22
Oh, wie wahr.
Naja, mein drastischer Satz ist eben geprägt von meinen Erfahrungen und ich muss ihn schon weitgehend aufrechterhalten, auch wenn ich mir selber dabei ein wenig ins Kreuz haue: Ich habe beides gemacht und sogar ERST mit Livebeschallung angefangen. Aber irgendwie habe ich es geschafft, das auseinanderzuhalten und das Grundverschiedene zu sehen - vielleicht auch deshalb, weil die Lehrmeister jeweils andere waren.
Was mich sehr ärgert ist, daß viele Livemänner, die auch im Studio mischen, dann nichtmal bei dem Endprodukt merken, daß da was nicht stimmt: Vielfach treibt das Ergebnis schon rein klanglich seine Blüten: Da werden in Chormischungen z.T: Exciter in einem Mass reingehauen, daß man glaubt, man stünde vor einer Box direkt auf einem Jahrmarkt. Es zerrt und zischt derart schlimm, daß ich einfach nicht verstehen kann, daß das keiner merkt.
Sowieso werden auf dem Sektor manchmal Fehler gemacht, die so krass sind, daß sie eigentlich von der Logik her schon nicht passieren sollten. Das fängt bei der Position der Lautsprecher an, geht über Mikros und endet bei Abmischungen, die a) an der Realität und b) auch am Notwendigen vorbei gehen : Wer um alles in der Welt braucht bei einem Ansager eines Konzertes einen Bass, der derart knallt, daß man ausser Ploppen und BumBum nichts versteht.

"... nur bei ausgeglichenem Chorsatz ... sehr gut ausgeglichen singendem Chor .. dazu notwendigen guten Raumakustik. Wann haben wir denn das zusammen?"
Bin gerade dabei das zusammenzustellen: Der Chor ist ein preisgekrönter, die Besetzung homogen und die Akustik haben wir eben ausgesucht : Eine Kirche auf dem Berg, weit weg von den Autos, mit dicken Mauerwerk und Doppeltüren, erstaunlich wenig Nachhall da Dach mit einer Akustikdecke versehen und sogar Rockkonzerttauglich !!!, im Weiteren viel Platz im Frontbereich, da elektrisch wegfahrbarer Altar und somit Rangiermöglichkeit für den Chor.
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Antwort#23
Es muss nicht sein, daß der Chor linear steht. Die meisten Chöre, die ich kenne, proben schon sowieso halbkreisförmig und öffnen live nur soweit, wie es wegen des Bildes auf der Bühne notwendig ist. im HK kann man sich viel besser hören und darauf kommt es besonders in halligen Umgebungen an. Man muss nun nur wissen, daß eben genau dies positiv genutzt werden kann, um eine gute Aufnahme zu erzielen - notfalls auch mit einem 90er XY. "flach" nannte ich es übrigens deshalb, weil der Räumlichkeitseindruck trotz etwas Zusatzhalles nicht so ausgeprägt ist. Chorfreunde hören ja gern mit Kopfhörern ab! Im Ürbigen lässt sich mit einem in der Mitte verflachten/vertieften Bereich und an den Seiten geknickten Chorrand die Intensitätskurve manipulieren. Die bei näherem Rand resultierende Deutlichkeitsüberhöhung wird mit der horizontalen Winkelstellung gegen die Mikros kompensiert : Die Randsänger singen etwas mehr nach aussen, als sie von ihrer Position im Halbkreis her muessten. Auch mit der Höhe lässt sich diesbezüglich etwas operieren.
Hier zeigt sich auch eine von mehrern Gegensätzlichkeiten zwischen Aufführung und Aufnahme.



Studio96- Tonproduktion
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Antwort#24
Ist es tatsaechlich ein fixiertes System? Manche XY-Stereomikrofone haben einen beweglichen Oberkorb, sodas der Winkel eingestellt werden kann. (Und manche Nutzer wissen das gar nicht :-)).
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Antwort#25
Hallo Rolf,
erschreckt stellst du fest, dass du ein X/Y-Mikrofon mit kleinem Achsenwinkel hast und fragst dich: "In welchem Winkelbogen wäre der Chor quasi halbkreisförmig aufzustellen, um keine Klangdeformation zu erhalten?
So ganz richtig als Teil-"Kreis" ist die "Kurve gleicher Näheabbildung" um das X/Y-Mikrofon nicht. Es gibt aber Polar-Diagramme von mir, auf der die Kurven zu sehen ist, wenn man ein X/Y-Mikrofon Niere/Niere hat und der Achsenwinkel (das ist der Winkel zwischen den Mikrofonen) verändert wird. Diese Abbildung findest du in keinem Tonstudio-Lehrbuch. Schau mal in den Link unten rein. Wenn du dazu noch Fragen hast, dann frage.
Viele Grüße
ebs


Aufnahmebereich von X/Y-Mikrofonen Niere/Niere
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Antwort#26
Hallo Rolf,
Korrektur zu meinem vorigen Posting. Da geht der wichtige Link nicht.
Erschreckt stellst du fest, dass du ein X/Y-Mikrofon mit kleinem Achsenwinkel hast und fragst dich: "In welchem Winkelbogen wäre der Chor quasi halbkreisförmig aufzustellen, um keine Klangdeformation zu erhalten?
So ganz richtig als Teil-"Kreis" ist die "Kurve gleicher Näheabbildung" um das X/Y-Mikrofon nicht. Es gibt aber Polar-Diagramme von mir, auf der die Kurven zu sehen sind, wenn man ein X/Y-Mikrofon Niere/Niere hat und der Achsenwinkel (das ist der Winkel zwischen den Mikrofonen) verändert wird. Wenn noch Fragen hast, dann frage.
Viele Grüße
ebs
Jetzt mit richtigem Link: "Aufnahmebereich von X/Y-Mikrofonen Niere/Niere bei verschiedenen Achsenwinkeln"
http://www.sengpielaudio.com/AufnahmebereichVonXYMikrofonenNiere.pdf


Aufnahmebereich von X/Y-Mikrofonen Niere/Niere bei verschiedenen Achsenwinkeln
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