Chormikrofonierung einmal ganz anders

Erstellt 4 Antworten5 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo Kollegen,
das das Thema "Choraufnahme" wieder mal dran ist, möchte ich mal eine andere Alternative zur Diskussion stellen. Leute wie Jürgen und ebs sind vor allem gefragt. Aber auch andere dürfen gerne ihre Meinung dazu äußern.
Den Chormikrofonierung-Artikel von mir im "Stageaid-Magazin" haben ja sicher schon viele hier gelesen. Daher kennt Ihr auch "meine" Chormikrofonierung. Das heißt aber nicht, daß ich grundsätzlich bei jeder Choraufnahme so mikrofoniere, sondern ich weiche auch davon ab, wenn es die jeweilige Aufnahmesituation erfordert oder sinnvoll erscheinen läßt.
Hier aber möchte ich mal eine Mikrofonanordnung zur Diskussion stellen, die ich vor einigen Jahren mal bei einem Kollegen vom Rundfunk gesehen habe, als dieser einen Chor in einer Kirche aufgenommen hat (war ein Live-Konzert):
Der Chor stand nahezu in einem halb- bis zweidrittel-Kreis. Im Mittelpunkt dieses Teilkreises standen 4 Mikrofone (KM 84) die etwa im Layout eines Trapez angeordnet waren, wobei die Ecken des Trapez die Mikrofone darstellten. Die äußeren waren ca. 30 cm auseinander und 180° zueinander gerichtet (und damit auf die äußersten Sänger ausgerichtet) und die mittleren beiden ca. 15 cm und 90° zueinander und auf die mittleren Sänger gerichtet.
Mich würde mal Eure Meinung dazu interessieren. Ich habe da nämlich gewisse Bedenken.

MfG
Rainer
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Antwort#2
Wo ist der prinzipielle Unterschied zu einem flachen 4er-System? Ich bekomme auch hier wieder eine Mischung zwischen Lautzeit- und Lautstärkeaspekten in die Mikros hinein, nur sind die Überlappungen, die speziell die Sänger beträffen, die mittig zwischen zwei Mikros stehen, nicht so homogen, wie bei einem flachen System. Ob das besser klingt, hängt vom Chor ab. Ich würde mal schätzen, daß hier eine Registerbetonung vorliegt, die dem Chor zutraäglich war. Und :
So, wie Du das beschreibst, könnte es ein guter Kompromiss zwsischen Aufnahme und Beschallung sein. Mikros eng zu sammen (im Idealfall nur 2) ist speziell bei weit aussen stehenden LS leichter zu handhaben.
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Antwort#3
Lieber Rainer,
deine Bedenken gegen diese 4 Nieren = 15 cm vorne und 30 cm hinten Trapez-Mikrofon-Anordnung teile ich. Ein schönes Beispiel, wie man es nicht machen sollte. Da sind selbst weitere Fragen, ob die Pegel der vier Mikrofone gleich waren und ob die zwei vorderen Mikrofone mit dem Panpot auf halblinks und halbrechts gestellt wurden schon überflüssig.
Die beiden vorderen 15 cm Nieren könnte man ja auch auf eine Center-Niere reduzieren und dann haben wir die immer wieder aufs Neue bei der Surround-Sound-Aufnahme als stolze Eigenerfindung angepriesenen engen Systeme, die klanglich unbrauchbar sind: Siehe im Link: "Wie sich die Bilder gleichen"
http://www.sengpielaudio.com/Surround-Hauptmikrofone.pdf
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com


Wie sich die Bilder gleichen
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Antwort#4
Hallo Eberhard,
Meine Bedenken gegen diese Anordnung gehen dahin, daß es Mehrfachabbildungen gibt, weil ja das äußerste linke Mikrofon mit dem Halblinks Phantomschallquellen bildet und auch das äußerste Linke mit dem Halbrechts und diese liegen dann anders. Das gleiche auch dann auf der anderen Seite. Letztendlich führt das auf das selbe Problem wie ein in eine ORTF-Anordnung eingebautes Mittenmikrofon um die Mittenabbildung besser zu stabilisieren. Das aber ist ein Fehlschluß.

Grüße
Rainer
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Antwort#5
Lieber Rainer,
die Probleme der unsäglichen "Trapez-Anordnung" empfinde ich gleichermaßen. Das ORTF mit dazwischen gezwängtem Center-Mikrofon, das ein Kollege aus Salzburg propagiert, sehe ich auch als Unfug an. Etwas anderes ist die Stereo+C Anordnung mit größerem Abstand des Center-Mikrofons:
http://www.uni-koeln.de/phil-fak/muwi/ag/tec/stc.pdf
Viele Grüße
ebs
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