Kann mir jemand dazu etwas erzählen? Wodurch entsteht diese und wie erkenne ich sie? Sollte bei jedem einzelnen Track diese entfernt werden, oder nur in der Summe? Danke, Thomas
Hi Thomas, meiner Ansicht nach sollte man Gleichspannungsanteile unmittelbar nach ihrer Entstehung eliminieren. Bei der A/D-Wandlung bewirkt ein Offset, dass die Bitbreite des Wandlers für das eigentliche Signal nicht voll ausgenutzt werden kann, ebenso in der analogen Abteilung: der Aussteuerungsbereich kann für das eigenliche Signal nicht voll genutzt werden. Abhilfe: Analog: Trennkondensator; Digital: DC-Offset-Removal-Plugin (funktioniert z.B. in tripleDAT einwandfrei, müsste es aber auch auf anderen Plattformen geben). gruß blechi
Es gibt noch eine andere Möglichkeit den DC-Offset bei Digitalsignalen zu entfernen; Lasse das ganze über einen digialen Hochpaß laufen mit 10 Hz Grenzfrequenz und einer Steilheit von 24 dB/8va. Solche Plug-Ins sind i.d.R. in den gängigen Schnittprogrammen drin. DC-Offset kann vor allem Knacken erzeugen wenn ein Track gestartet wird.
Hallo! Stimmt, diese Funktion gibt es in meinem Programm und ich weiß auch, daß bei dem Aufnahme-Start ein Gleichstrom erzeugt wird. Das dürfte allerdings nicht sonderlich stören, da hier sowieso ein Auto-Fade-In eingefügt wird. Ich wollte eigentlich wissen, ob ich nun jede aufgenommene Spur sicherheitshalber durch diese Funktion in meinem Programm "säubern" sollte.
Wenn man bei Digitalaufnahmen an der Pegel-Anzeige erkennt, dass ohne Nutzsignal schon ein fester Pegel angezeigt wird, dann sollte dieser Gleichspannungs-Offset beseitígt werden. Bei einigen Wandlern (Sony PCM 1600) gibt es es einen Schalter, da steht lustigerweise "1 Hz" dran. Alle Ton-Praktikanten rätseln, was das denn sein soll. Das ist das sogenannte 1 Hz-Filter. Dieses sollte aus Sicherheitsgründen immer eingeschaltet bleiben, weil es den Gleichspannungs-Offset wirksam beseitigt. In der Audiotechnik müssen wir keine Gleichspannung übertragen und aufzeichnen. Das sei auch für das Stammbuch der Audiophilen gesagt. Jonas
Hallo Thomas, ein geringfügiger Offset - sagen wir zwischen -10....+10 digits - kann durchaus vorkommen, allein schon durch die thermische Drift der A/D-Wandler. Das macht auch nichts. Nur wenn Größenordnungen vorkommen von 250....und mehr digits (habe ich früher bei den alten Wandlern in den PCM-Prozessoren "PCM 701" etc. gehabt), dann kann es bei der digitalen Überspielung sogar so weit kommen, daß ein DAT-Recorder gar nicht anläuft! Schlecht ist auch, wenn dieser Offset auch noch thermisch driftet. Dann ist am Ende eines Soundfiles der Offset wieder anders als am Anfang und mit den gewöhnlichen Offsetkompensationstools nur schwer zu beseitigen. Da ist es besser das erwähnte Hochpaßfilter zu verwenden. Zur Erinnerung: Ein Offset von 327 digits entspricht immerhin schon einem absoluten Digitalpegel von -46 dBfs (32768 digits entpricht ja dem Dezimalwert einer Halbwelle eines 16 bit-Sinussignals). Ein solch hoher Wert (-46 dBfs) muß natürlich beseitigt werden.
Aber ich finde Aufnahmen mit Gleichanteil klingen in den oberen Mitten n ticken crunchiger. Außerdem habe ich mal gehört dass dieser Trick in Amerika häufig zum Mastern verwendet wird. ;-)
Außerdem habe ich mal gehört dass dieser Trick in Amerika häufig zum Mastern verwendet wird. ;-)
Hab auch erst geschmunzelt aber dann noch mal nachgedacht. Das Problem ist ja bekanntlich unser beschränkter Wertebereich damit es noch lauter wird. Mehr als 0dBfs geht nich. Aaaaber: wenn jetzt die finale Waveform nicht symetrisch ist dann könnte man durch entsprechende Verschieben nach oben oder unten (==Gleichanteil addieren) noch etwas herausholen. Praktisch glaube ich kaum dass es wirklich viel bringt. Aber selbst wenn man sich z.B. die Waveform einer Bassdrum anschaut erkennt man deutlich eine unsymetrie. In den Fall geht der Peak zuerst nach oben. Es _könnte_ was bringen.
Die maximale Amplitude übertriffst Du so auch nicht. Wenn Du einseitig verschieben kannst ohne zu clippen, hattest du noch Reserve. Allerdings muss man den hierbei den gesamten Track betrachten. Mithin ist der Wunsch nach mehr Amplitudenreserve und eben nicht einseitigen Anstosses mit massenhafter Reserve "auf der anderen Seite" gerade der Grund für diese Behandlung. Am Ausgang der Soundkarte liegt keine Gleichstromkopplung vor, spätestens im Lausprecher zieht sich eine vituelle Masse hin, wo die reale liegt, ist bei minimalem Verstz Wurscht. Ich halte die Entfernung von DC-Offset für Spielerei, sofern es sich nicht gerade um 2-3dB etc handelt, besonders dann, wenn durch den plugin nur der Mittelwert gebildet wird. Was das Knacken am Start angeht, würde ein idelaer Beginn im Nulldurchgang durch einen DC-Offset-Entfernungsschritt ja nochmals verschoben. Dann hätte man überhaupt einen. Am Ende kommt es darauf an, wie die Startphase aussieht: Wenn man Samples herstellt, kann man Bässe besonders knackig bekommen, wenn man die ersten 5ms wegschneidet. So ein Sample darf nicht derart bearbeitet werden.