Hallo, ich suche ein vielseitiges Stereopärchen für Aufnahmen in der Kirche (Orgel, Chor), zur Verwendung als Overheads etc. Welche Erfahrungen habt Ihr mit den Rode NT 4 gemacht? Was könnt Ihr zum Antesten empfehlen? Vielen Dank. Gruß Claus
Hallo, ich suche ein vielseitiges Stereopärchen für Aufnahmen in der Kirche (Orgel, Chor), zur Verwendung als Overheads etc. Welche Erfahrungen habt Ihr mit den Rode NT 4 gemacht? Was könnt Ihr zum Antesten empfehlen? Vielen Dank.
Das Rode NT 4 kann man aber nicht als "vielseitig" bezeichnen, denn es ist ja unveränderlich starr eingestellt auf X/Y und das auch noch mit einem festen Winkel von 90 Grad zwischen den Kapseln. In vergleichbarem Preisrahmen würde ich ein Stereopaar Rode NT 5 bevorzugen. Damit kann man vielseitige Variationen (Stereo NOS, ORTF, X/Y, ggf. auch A-B) aufbauen und bedarfsweise auch die Mikros einzeln benutzen. MfG -kln
Eine Warnung vor dem wirklich unflexiblen 90° X/Y Nieren-Koinzidenz-Stereomikrofon siehe den Link "Das unmögliche Hauptmikrofon für Intensitäts-Stereofonie"
Das unmögliche Hauptmikrofon für Intensitäts-Stereofonie
Ich schließe mich dem Vorredner an. Habe mit den NT5 gute Erfahrung bei Orgelaufnahmen gemacht. Jedoch immer in Verbindung mit einer Kugel für den Raum.
Es ist erstaunlich, wie Musiker ein RØDE NT4 Stereomikrofon anwenden und nicht bemerken, dass ihr Chor und ihre Orgel deutlich im Center aber nur von halblinks bis halbrechts auf der Lautsprecherbasis abgebildet wird. Auch den positiven Kritikern dazu hier im Internet fällt das nie auf. Die hören gar nicht die Aufnahme an, sondern schreiben einfach eine positve Kritik. Frage mal einen Anwender, ob er je etwas vom Aufnahmebereich eines Mikrofonsystems gehört hat. Wieso, es sind doch zwei Mikrofe zu sehen und da geht ein Signal nach links und das andere nach rechts. So höre ich das auch. Was wird eigentlich gehört? Wenig! Darum immer: Ohren auf! Micha
Darum immer: Ohren auf! BTW. Schonmal aufgefallen das "kommerziellere" Rockproduktionen (Nirvana, Bloodhound Gang und Konsorten) fast nur Mono abgesmischt sind? Lediglich die Overheads sind Stereo. Persönlich finde ich sowas nicht gelungen. Dagegen haben "Indipendent"-Produktionen oft ein besseres Stereobild. Diese Beobachtung gilt nicht absolut aber in der Tendenz. Kann es sein, dass viele Musiker und Produzenten gar keinen Wert auf Stereo legen. Vielleicht gibt es ja sogar soetwas wie Stereoblindheit. Also Leute die überhaupt wenig Richtungshören können oder nicht in der Lage sind aus zwei Schallquellen Phantomschallquellen zu "errechnen". Es gibt ja auch Leute mit zwei gesunden Augen die nicht Stereo sehen können.
HalloThomasT, ganz sicher kann es sein, dass viele Musiker und Produzenten gar keinen Wert auf Stereo legen. Demnach gibt es sicher so etwas wie Stereoblindheit. Es gibt sogar die Meinzng: "Wenn etwas aus zwei Lautsprechern kommt, so ist das doch Stereo." :-) Oder es heißt sogar "... dann muss das doch Stereo sein." Das ist sehr schade. Viele Aufnahmen müssten wirklich nicht so "monig" klingen. Jens
Der klangliche Unterschied zwischen einem ordentlich gestellten Stereomikrofon aus Einzelmikrofonen und einen festen Stereomik mit XY ist wahrscheinlich 10mal größer als der zwischen NT1 und NT5ern. Ich glaube, ich habe es schonmal hier geschrieben, aber man kann durchaus mit 2 billigen Einzelnieren einen Flügel z.B. viel schöner abbilden, als mit einem vergleichsweise teuren Stereomikro, wie sie für MDs erhältlich sind.
Hallo juergen, deine Aussage finde ich schon richtig: Mit billigen Einzelnieren kann man einen Flügel viel schöner abbilden, als mit einem vergleichsweise teuren Stereomikrofon, wie das für MDs erhältlich sind. Nur steht das nie in der Werbung dieser schlecht ausgeführten Stereomikrofone. Für Aufnahmen mit Koinzidenzmikrofonen stehen kleinere, aber dafür laute Gruppen, wie die Surround-Sound Discussion Group http://mail.music.vt.edu/mailman/listinfo/sursound Man ist ganz fest der Meinung, dass allein das Sampeln des Schallfelds an einem (!) Punkt "Wahres Stereo" ist. Der Aufruf "We support Real Stereo", also es lebe nur "Wahres Stereo" http://www.tnt-audio.com/topics/realstereo_e.html geht auch ernsthaft in diese Richtung mit der Behauptung: Wir brauchen nur Pegeldifferenzen zur Richtungslokalisation, wie uns Alan D. Blumlein 1930 predigte. Das ist fast wie religiöser Wahn. Man sollte diese lauten Gruppen schon beachten. Auch die AES - Audio Engineering Society, deren Tagung (Convention) vom 8. bis 11. Mai 2004 in Berlin stattfindet, gibt den Bestrebungen von Ambisonic und Ambiophonics beim Surround-Sound viel Raum. Man merke sich diese beiden Namen. Gib doch mal Ambisonic in Google ein. Wir sehen uns in Berlin! Gruß Slavko
Wie bereits gesagt, hat die Konfiguration Niere/90°/"onepoint" einen zu großen Aufnahmebereich. Wenn es doch einen Hersteller gäbe, der statt der Nieren dort Hypernieren einbauen würde!! (Das würde, nebenbei gesagt, bei Dolby ProLogic-Surrond-Decodern auch eine brauchbare Information im rückwärtigen Kanal geben.) Um auf einen wenigstens halbwegs brauchbaren Aufnahmewinkel zu kommen, würde ich Dir einen Achsenwinkel von 120° (2x 60°) empfehlen, der ist in den Mikrofonen AudioTechnica AT822 und AT825 verwirklicht. Oder Du nimmst gleich Mikrofone mit MS-Konfiguration, z.B. das Sony ECM-MS957, oder wenns was teurer sein darf, mit optional echtem MS-Ausgang, das VP88 von Shure oder das ... wie heisst es noch ... AT835ST (das kostet dann gute 1000 EUR). Übrigens, der äquivalente Rauschpegel ist bei diesen drei Mikros fast gleich (24 dB bei Shure und AT, 25 dB bei Sony), genauso wie die untere Grenze des Nenn-Übertragungsbereiches (40 Hz bei Shure und AT, 50 Hz bei Sony). Wenn Du mit Deinem Mikro etwas Abstand vom Chor / Orgel halten willst, dann tu' Dir selbst einen Gefallen und lass die Finger weg vom NT4 und anderen so konfigurierten "Stereo"-Mikros. Michael
Hallo, vielen Dank für Deine Hinweise. ich hab mich hier doch nur verschrieben und meinte das Pärchen NT5, nicht NT4. Interessant aber die Diskussion, die ausgelöst wurde. Gruß Claus
"Wenn es doch einen Hersteller gäbe, der statt der Nieren dort Hypernieren einbauen würde!! (Das würde, nebenbei gesagt, bei Dolby ProLogic-Surrond-Decodern auch eine brauchbare Information im rückwärtigen Kanal geben" Zur Information: Im "Soundfield" mic, dass ja gelebte ambiophonie ist, gibt der Hersteller als Richtcharakteristik "sub-cardioid" an, also in Richtung Hyperniere ... Gruß Georg
Aha, damit outen sich die "Sektierer". :-) Nur geben die Mikrofonfirmen - wenn überhaupt - dazu nur kümmerliche Hinweise. Die Ahnungslosigkeit ist groß, wie immer wieder festzustellen ist. Urs
Hallo Michael E., für 120 Euro ist so ein russisches Kondensator-Kleinmembran-Nierenmikrofon sehr preisgünstig. Es kommt doch darauf an, was man damit aufnehmen möchte. Ein direkter Klangvergleich bei einer Streichquartettaufnahme als ORTF-Hauptmikrofon ließ mich dann doch schnell zu den KM 140 von Neumann oder den MK4 von Schoeps zurückkehren. Das sind Feinheiten, die aber in diesem Falle deutlich hörbar sind. Vor einen Gitarrenverstärker gestellt macht das sicher nichts im Klang aus. Viel Spass mit deinen Oktava-Mikrofonen bei deiner Musik. Mirjam
Hallo Mirjam ! Natürlich hast Du Recht, aber es wurde doch über die Rode NT5 geredet ... obwohl ich keinen Direktvergleich habe, denke ich, daß die Oktavas wahrscheinlich ähnliche Qualitäten aufweisen. Deswegen die Frage. Viele Grüße ! -michael-