Können Mikrofonkabel altern?

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Startbeitrag#1
Hi Folks!
Vor längerer Zeit konnte ich aus Beständen einer Kirchengemeinde Kondensatormikros mit Speisegeräten und Kabel der Fa Strässer "ergattern". Der Techniker erzählte mir, dass die Mikros ein Nachbau der Neumann KM184 sein sollen (Ähnlichkeiten mit dem Photo und der mechanischen Daten vorhanden) und in den Speisegeräten steht "Schoeps" auf der Platine.
Soweit so gut, die Dinger haben gute Dienste bei allenmöglichen Aufnahmen geleistet. Für Amateuraufnahmen sin die CD's gut hörbar!(Die Klammotten sind jetzt ca 30 Jahre alt)
Seit einiger Zeit stelle ich fest, dass ein leises "Hintergrundbrummen" entstanden ist und bei einer Aufnahme auf einer Orgelempore (bei Nacht) hatte ich plötzlich Radio drauf. Das kenne ich eigentlich nur aus der Zeit der unsymetrischen Kabel....
Ein erster Versuch, im Speisegerät die Kapazität des letzten Elko mit einem zweiten in Reihe zu erhöhen brachte nix.
Vielleicht die Kabel? Als Steckverbinder dienen 6-pol Kleintuchel, davon sind aber nur 4 beschaltet (Masse, +/-, Speisung).
Wenn's die Kabel sind, kann man die Dinger vielleicht auf normale Phantomspeisung und 3XLR-Kabel umbauen??
Wer weiß Rat (ebs?Rainer?Tonzauberer?) ?
Beste Grüße
Hartmut
P.S. Photos und Hörproben auf Anfrage!
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Antwort#2
Hallo HArtmut,

das Brummen und ungewollter RF-Empfang könnte auch evtl. von einem nicht ganz HF-festen Mikrofonverstärker stammen. Aber unabhängig davon solltest Du mal prüfen, ob die Schirme noch sauber aufliegen. Vielleicht an einer Seite abgerissen?
Eine Alterung von Kabeln gibt es prinzipiell schon. Und zwar einerseits die Isolation, weil dort im Laufe der Jahre der Weichmacher im Kuststoff ausgast, dann werden die Mäntel hart. Andererseits habe ich auch schon gesehen, daß das Kupfer schwarz geworden ist (schwefelhaltige Luft? - die Chemiker sind hier mal gefragt). Vielleicht ist dies der Fall. Dann nämlich kann schon mal ein Leiter brechen. Mehr kann ich momentan dazu nicht sagen.

MfG
Rainer
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Antwort#3
Schwefel würde bei Kupfer aber eher zu Kupfersufat führen und damit zur türkisen Patina. Schwarzes Kupfer ist einfach Kupfer nach Sauerstoffoxidation, die geht langsam, aber sicher vorsich.
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Antwort#4
Servus,
wenn diese in der Feuchtigkeit liegen geht es ruckzuck.
MfG
Hans
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Antwort#5
Ganz definitiv verschleißen Kabel bei mobilen Anlagen. Wickelt man sie ohne Verdrillung und mit genügend großen Biegeradien, geht der Verschleiß langsamer vonstatten als wenn man das Kabel achtlos über Ellenbogen und Hand wickelt.
Gerade bei gewendelten Abschirmungen leidet diese dann und bedeckt nicht mehr die Innenleiter.
Ein anderes Problem, Du hast es schon gesehen, ist die Oxidation des Kupfers. Nun gab es vor 30 Jahren noch keine OFC (Oxygen-Free Copper) Kabel, daher ist die Oxidation normal. Wenn dann das Kabel bewegt wird, schwankt der Leitungswiderstand, und das führt zu Knistern. Das erklärt aber immer noch nicht die Radio-Einstreuungen.
Tatsächlich ist das Radio-Problem spät abends sehr groß, weil Kurz- und Mittelwellen verstärkt in der Ionosphäre reflektiert werden und damit am Erdboden eine höhere HF-Belastung herrscht (was des Funkamateurs Freud' ....)
Damit haben dann etliche Geräte zu kämpfen.
Viele Grüße
Michael H.
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Antwort#6
Hallo Hartmut,
um Rainers Posting zu ergänzen, folgende Info:
Ob der Vorverstärker das Radio einfängt, kannst Du relativ einfach austeste, indem Du am mikrofonseitegen anschluß des Kabels anstatt des Mikros nur einen Widerstand mit ca 200 Ohm zwischen die NF-Leiter klemmst. Abgerschirmt wäre empfehlenswert. Ist der Radio da, kannst Du die Schuld dem Vorverstärker zuschieben, wenn nicht kommt er höchstwahrscheinlich übers Mikro, was folgendermassen vonstatten geht:
Als Antenne wirkt verm. das Kabel, von dort gelangt die HF in das Mikrofon und dort bis zum Eingangstransistor. Dieser demoduliert den Radiosender und dessen Signal gelangt völlig legal als NF vom Mikrofon in den Verstärker.
Um diesem Phänomen beizukommen kannst Du zuerst mal im Mikrofongehäuse je einen Kondensator von jeder NF-Leitung gegen Masse schalten (je nach Impedanz 20 bis 100 pF) Zusätzlich empfiehlt sich eine Verbindung in der Mikrofonanschlusskupplung zwischen der Signalmasse und dem Gehäuse.
Reicht das noch immer nicht aus, musst Du im Mikrofongehäuse direkt am Ausgangsstecker in jeder der beiden NF-Leitungen eine Drosselspule mit ca. 100 uH einschleifen.
Mehr darüber kannst Du bei der Fa. Neumenn (Link) finden, das 14. und 24. Dokument von oben.
Ich hoffe, dass ich Dir helfen konnte
Martin


Neumann Dokumente
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Antwort#7
Hallo Martin,
Danke für den Tip, werde ich morgen gleich mal ausprobieren!
Meine Frage zielte daraufhin ab, da "früher" dieses Problem nie auftauchte und ich an der gesammten Konfiguration Mics, Kabel, Speisegeräte, Adapter, Dat-Recorder nie etwas geändert habe...
Oder vielleicht eine Elko-Alterung *im* Mikro?
Gruß
Hartmut
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Antwort#8
Hi Michael,
joo, die Belastung der Kabel würde ich mal mit HOCH ansetzten. Bei jeder Aufnahme raus aus'm Koffer, durch die Kirche gezogen und zurück zu etwa "eimergroßen" Schlaufen oder 8ten augewickelt (aber schön locker).
Wenn's dann neue Kabel bringen, wer weiß Rat, wie ich die jetzige Schaltung [Masse, +/-, Speisung] von 4 Pol Klein-Tuchel auf 3pol-XLR umbaue, damit es an normalen Pults mit Phantom funnzt?? Das würde Adapter und Lötarbeit sparen!!!
Gruß
Hartmut
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Antwort#10
Hallo Hartmut,
glaube ich nicht.
Martin
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Antwort#11
Hi!
Fast getroffen!
Doch wie stricke ich 4-Pol (Masse, +/-, Phantom) auf 3-Pol um???
fragend
Hartmut
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