Neumann M 582 / Netzgerät

Erstellt 20 Antworten21 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo !

Ich habe ein altes Neumann M 582 -Röhren-Mikrophon, leider aber kein Netzteil.
Ich bin Hobby-Röhrentechnik-Bastler, und wahrscheinlich ist der Selbstbau eines Netzteils nicht besonders kompliziert, wenn man einmal von Profi-Anforderungen absieht. Aber ich muß dafür die erforderlichen Spannungen und vor allem die Belegung der Kontakt-Stifte am 7-poligen Mikrophon-Anschluß wissen, und was man eventuell besonders beachten sollte.
Kann mir jemand weiterhelfen ? Vielleicht weiß jemand noch mehr über dieses Mikrophon ?
Vielleicht weiß auch jemand, wo man ein originales Netzteil am besten erhalten kann ??

Vielen Dank im Voraus für eure Antworten, falls sie denn kommen ...
Jan
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Antwort#2
Hallo Jan,
das Mikrofon M 582 ist nur quasi ein "Georg Neumann"-Klein-Mikrofon,
denn es wurde 1958 in Gefell / DDR hergestellt.
Und so sieht es aus.
http://www.micshop.com/M-582txt.htm
Historische Netzgeräte von Georg Neumann:
http://www.neumann.com/infopool/download.php?Datei=docu0041.PDF
Prüfvorschrift für Netzgeräte:
http://www.neumann.com/infopool/download.php?Datei=docu0040.PDF
Polung der Kondensatormikrofone
http://www.neumann.com/infopool/download.php?Datei=docu0024.PDF
Die 6-Pol-Pinbelegung ist:
1 = Modulation
2 = + Heizung
3 - Heizung, - Kathode
4 = + Anode
5 Modulation
6 Mittelstift für Meßzwecke
Gleichspannungsheizung 4 Volt
Anodenspannung 120 Volt
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com
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Antwort#4
Vielen Dank für Deine Recherchen und die Verweise !!
Das Mikrofon enthält eine EC 92;
Laut Tabelle ist die Anodenspannung für EC 92 = 300 V, also ich würde allerdings wie bei den üblichen Radioröhren-Schaltungen etwa 250 V nehmen. Aber ist das auch in diesem Falle möglich oder muß man aus irgendwelchen schaltungstechnischen Gründen eine niedrigere Spannung nehmen ?
Und strahlt die Wechselstrom-Heizleitung im Mikrophonkabel nicht Brummen auf das Tonsignal ab ??

Gruß,
Jan
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Antwort#5
PS:
Und ist bei Verwendung der EC92 die Anschluß-Pin-Belegung trotzdem die gleiche wie in Deinem ersten Beitrag angegeben ?
Gruß, Jan
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Antwort#6
Was spräche in dem Fall gegen eine 6.3V Gleichspannung?
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Antwort#8
Warum sollte bei einer anderen Röhre im Mikrofon die Kabelverbindung vom Netzgerät zum Mikrofon geändert werden.
Ganz gewiss hat der "Röhrensockel" der EC 92 eine ander Beschaltung als eine VF 14 oder eine AC 701.
Es steht jedem frei eine übliche Wechselspannungheizung mit Gleichstom zu machen. Aber die 6,3 Volt sollten es recht genau sein.
Gruß
ebs
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Antwort#9
Hallo Jan,
ich habe hier in Berlin einen guten Draht zur Firma Georg Neumann, die aber verständlicherweise keine Fragen beantwortet, die die Firma Microtech Gefell betreffen (Ost-Neumann).
Um die genaue Steckerbeschaltung des historischen Mikrofons M 582 zu erhalten, würde ich zur Sicherheit eine Mail-Anfrage an "Microtech Gefell" machen.
[E-Mail-Adresse entfernt]
Geschichte von Gefell:
http://www.gefell-mics.com/gefell_history_1.htm
Hauptseite von Microtech Gefell:
http://www.gefell-mics.com/nav_page.htm
Anfragen mit Zwangseingaben:
http://www.gefell-mics.com/gefell_dealer_enquiry.htm
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme un Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com



http://www.sengpielaudio.com
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Antwort#10
Hallo,
also für die M582 (DDR-Rdf.-Bezeichnung M92a) gab es einzelne Speisegeräte und Kassetten (N215). Die lieferten gut gesiebte und stabilisierte 5,8V als Heizspannung und 150V Anodenspannung.
MfG
DB
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Antwort#11
Hallo Jan,
Frage doch mal in dem "Frihu"-Röhrenforum. Dort sind z.T. recht gute Kenner dabei!


Frihus Röhrenforum
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Antwort#12
Hallo,
meine Untarlagen aus 1960 besagen:
- für das M582 wurde das Netzgerät N57 verwendet
- Anodenspannung an Pin3 => +120V Gleichspannung, ca. 0,9 mA
- Heizspannung an Pin4 => +5,8V Gleichspannung, ca. 142 mA
- Pin1 => Masse
- Pin2 und Pin5 => Tonfrequenz
- Pin6 frei
Das Mikrofon ist mit einer brumm- und klingarmen EC92 bestückt.
Die Ladespannung für die Kapsel wird über Spannungsteiler aus der Anodenspannung gewonnen und beträgt 80V.
Noch eine Besonderheit: Das Gitter der EC92 besitzt keinen Widerstand nach Masse! (Elektrometerschaltung). Es ist nur die Membran der Kapsel angeschlossen.
Die Ladespannung liegt an der Gegenelektrode der Kapsel.
MfG RTh
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Antwort#13
Hallo,
ist soweit korrekt, ich glaube die alten Netzteile hatten eine Stabiröhre so um die 120V, die N215 allerdings eine StR150/30. Der Wert scheint unkritisch zu sein.
MfG
DB
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Antwort#14
Hallo DB,
die Anodenspannung von 120V wurde mit 2 in Reihe geschalteten Glimm-Stabì's vom Typ GR80 stabilisiert.
Ich würde die 120V Anodenspannung unbedingt einhalten, weil davon unmittelbar die Ladespannung der Kapsel abgeleitet wird und die ist mit 80V schon sehr hoch!
MfG RTh
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Antwort#15
Hallo zusammen,
zum Gefell-Mikrofon M 582 Kapsel M62 und eurer Diskussion über dessen Speisung drängt sich mir die Frage auf:
Benutzt noch einer von Euch diese Mikrofone, jetzt nicht nur als Liebhaber und Sammler, sondern so richtig zum produzieren?
Ich habe einige "geerbt", jedoch kein Speisegerät dazu, lohnt sich ein Nachbau oder ist die Zeit dieser Mikrofone für den "harten" Einsatz vorbei?
Bitte Erfahrungen und Meinungen. Danke.
Übrigens repariert Gefell diese Mikrofone noch (mailen, hinschicken, kostenlosen Kostenvoranschlag erstellen lassen) und wörtlich "...mit einem Netzgerät können wir auch weiterhelfen, wird aber nicht ganz billig...".
Viele Grüße
Torsten
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Antwort#16
Hallo !
Also ich als Initiator der ganzen Diskussion bin sowieso kein Profi und freue mich nur an der alten Technik. Deshalb wäre ich froh, mein Mikrofon, welches ich auf einem Dachboden in irgendeiner alten Kiste gefunden habe, im Zusammenhang mit meinen sonstigen Röhren-Basteleien wieder zu benutzen, und wenn es etwas brummt oder knistert - nun ja, eigentlich nicht so schlimm.
Wenn du schreibst, du hättest noch einige davon, bekomme ich gleich glänzende Augen und neidisches Herzrasen, denn schau nach ebay: dort sind auch welche im Angebot, und ich finde sie nicht wirklich preiswert.
Ich persönlich muß wohl deshalb auf zukünftige Dachboden-Entdeckungen hoffen ...
Gruß,
Jan
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Antwort#17
Hallo,
ich hatte die Teile bis etwa 1994 noch im Beschallungseinsatz. Die Zeiten sind aber vorbei. Das hatte vor allem praktische Gründe: Das mehradrige Kabel ist teurer und Seilzugtrommeln mit der entsprechenden Anzahl Schleifringe auch. Außerdem braucht man immer die Speiseeinheit (groß, schwer).
MfG
DB
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Antwort#18
Also ich möchte mich nur mal ganz kurz einmischen zu den Spannungen:
Laut Unterlagen von Neumann`/Gefell wird das 582 mit 5,8 Volt Heizspannung (ca. 140mA) und 120 Volt Anodenspannung (ca. 0,7 mA) betrieben. Beides Gleichspannungen. Das weicht zwar von den Spezifikationen der EC92 ab und führt vermutlich auch zu kürzerer Lebensdauer, hat aber vermutlich auch seine Gründe. Daher würde ich versuchen, diese Werte einigermaßen präzise zu generieren.
Zur Steckerbelegung:
Da gab es drei unterschiedliche Belegungsmöglichkeiten:
M582H : 7-poliger Stecker
M582 : 5-poliger Stecker
M92a (Rundfunkausführung) : 5-poliger Tuchelstecker (mit flachen Kontakten)
Am verbreitetsten ist aber M582 und der ist wie folgt belegt:
1 : Masse
2 : Modulation
3 : Anodenspannung
4 : Heizspannung
5 : Modulation
Christian
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Antwort#19
P.S. Wenn Du die Hinweise von 'ebs' beachtet hast, dürfte Dein Mikrofon mittlerweile vermutlich kaputt sein...
Chris
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Antwort#20
Chris schreibt: Wenn Du die Hinweise von 'ebs' beachtet hast, dürfte Dein Mikrofon mittlerweile vermutlich kaputt sein...
Darum wiederhole ich die Postings vom November 2003 mit meinen beiden damaligen Antworten, bei der ich von einem 6-Pol-Stecker und der Röhre EC92 ausging.
Mache sich jeder sein eigenes Bild über den unfairen Angriff von Chris. So bitte nicht!
Geschrieben von Jan am 08. November 2003 20:01:35:
Ich habe ein altes Neumann M 582 -Röhren-Mikrofon, leider aber kein Netzteil.
Ich bin Hobby-Röhrentechnik-Bastler, und wahrscheinlich ist der Selbstbau eines Netzteils nicht besonders kompliziert, wenn man einmal von Profi-Anforderungen absieht. Aber ich muß dafür die erforderlichen Spannungen und vor allem die Belegung der Kontakt-Stifte am 7-poligen Mikrofon-Anschluß wissen, und was man eventuell besonders beachten sollte.
Kann mir jemand weiterhelfen ? Vielleicht weiß jemand noch mehr über dieses Mikrofon ?
Vielleicht weiß auch jemand, wo man ein originales Netzteil am besten erhalten kann.
Geschrieben von ebs am 08. November 2003 20:54:20:
Hallo Jan,
das Mikrofon M 582 ist nur quasi ein "Georg Neumann"-Klein-Mikrofon,
denn es wurde 1958 in Gefell / DDR hergestellt.
Und so sieht es aus.
http://www.micshop.com/M-582txt.htm
Historische Netzgeräte von Georg Neumann:
http://www.neumann.com/infopool/download.php?Datei=docu0041.PDF
Prüfvorschrift für Netzgeräte:
http://www.neumann.com/infopool/download.php?Datei=docu0040.PDF
Polung der Kondensatormikrofone
http://www.neumann.com/infopool/download.php?Datei=docu0024.PDF
Die 6-Pol-Pinbelegung ist:
1 = Modulation
2 = + Heizung
3 - Heizung, - Kathode
4 = + Anode
5 Modulation
6 Mittelstift für Meßzwecke
Gleichspannungsheizung 4 Volt
Anodenspannung 120 Volt
Geschrieben von ebs am 09. November 2003 00:24:26:
Warum sollte bei einer anderen Röhre im Mikrofon die Kabelverbindung vom Netzgerät zum Mikrofon geändert werden.
Ganz gewiss hat der "Röhrensockel" der EC 92 eine andere Beschaltung als eine VF 14 oder eine AC 701.
Es steht jedem frei eine übliche Wechselspannungheizung mit Gleichstom zu machen. Aber die 6,3 Volt sollten es recht genau sein.
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