Immer dieser Ärger mit den Musikern !

Erstellt 16 Antworten17 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo Kollegen,
Wer hat sich nicht schon oft genug über Musiker geärgert, wenn diese sich anmaßen, eigenmächtig aufgestellte Mikrofone zu verstellen. Hatte gerade vor ein paar Tagen eine Aufnahme mit einer Blaskapelle, als ein Bläser meinte, das Mikrofon stünde doch zu nahe an der Posaune und es eigenmächtig verstellte (in Höhe und Aufstellungsort). Es ist sogar schon vorgekommen, daß Musiker eigenmächtig die Richtcharakteristikumschalter am Mikrofon verändert haben, weil sich sich für besonders schlau hielten...
Was macht Ihr mit solchen 9x7 gescheiten Spezies? Von mir bekam dieser o.g. Bläser einen Anschiß. Möchte diese Leute mal sehen, was sie sagen wenn wir Tonleute an deren Instrumente herumfummeln würden...
Grüße
Rainer
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Antwort#2
Hi,
habe mal mitgemacht, dass die Konzertmeisterin eines Orchesters das Stützmikrofon in die hand nahm, um den Kollegen eine allgemeine Mitteilung möglichst verständlich und laut durchzusagen...
Nach meiner Erfahrung hilft da nur ernstes Erklären, da ja das Einhalten der Mikropositionen im Interesse der Musiker ist. Sie werden ja schliesslich aufgenommen.
Gruss,
Dirk
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Antwort#3
Hallo Rainer,
nicht nur Musiker verstellen gerne die Mikrofone, ohne etwas zu sagen. Das tun genauso gerne auch Orchesterwarte.
Einige Musiker ziehen die Mikrofone zu sich heran und andere schieben sie sogar weg. Je nach Profilsucht oder Scheu vor Mikrofonen.
Dass selbst Richtcharakteristiken umgeschaltet werden, ist mir noch nicht passiert.
Selbst im größten Stress werde ich mich bemühen freundlich zu bitten, die Mikrofone nicht zu verändern. Es ist auch gut, Musiker zu beauftragen darauf zu achten, dass die Mikrofone an einer bestimmten Stelle am Kontrabass stehen müssen. So passierte es, dass der Dirigent die Platzordnung etwas änderte und da nahm der Bassist sein Mikrofon brav mit. Es gibt Fälle, da werden einem die Platzveränderungen nicht mitgeteilt und dann sieht man zufällig in der nächsten Pause, dass ein Mikrofon irgenwo allein in der Wüste steht.
Gruß
Maya
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Antwort#4
Vor ungefähr 10 bis 15 Jahren bei einer Aufnahme mit dem Städtischen Orchester Solingen (so hieß das damals) ist mir passiert, dass ein Holzbläser das Stützmikro einfach an der XLR-Kupplung ausgestöpselt hat. Es war die Aufführung eines Brahms-Requiems unter Federführung eines Kirchenchors, und ich war von diesem Kirchenchor beauftragt. Der Kirchenchor hat zuvor noch brav die vertraglichen 300,- DM "Aufzeichnungserlaubnis" an das Orchester gezahlt, und dann sowas ....
Übrigens: Meiner Erfahrung nach werden Umplazierungen dem Tonmenschen nie mitgeteilt. Sagt man was, gibts oft als Antwort, dass jeder Mensch auch nur zwei Ohren habe und daher die zwei Mikros vor der Bühne ja ausreichen müssen ....
Viele Grüße
Michael H.
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Antwort#5
Hallo Rainer,
ich hatte bei Veranstaltungen (ich weiß, andere Sparte) zumeist mit Leuten zu tun, die panische Angst vor der Schraube am Mikrostativ hatten. Die standen lieber auf Zehenspitzen oder gebückt (wenn vorher kleine Kinder dran waren) vor dem Mikro. Da kann man nicht jedesmal ins Bild rennen, meistens wird's ja auch aufgezeichnet.
So richtige Wut hatte ich immer auf Redner, die man vor der Veranstaltung ans Mikro bittet, um es einzurichten. Geht es dann los, stellen die sich hin und drehen und zerren daran, daß es zum Schluß irgendwohin zeigt (noch etwas schlimmer: "...Pust, Puuust... klopf, klopf... ich hör mich nicht, das Mikro ist gar nicht an...").
Gegenmittel kenne ich keine, das kann man vorher zehnmal sagen.
MfG
DB
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Antwort#6
Gegenmittel kenne ich keine, das kann man vorher zehnmal sagen.
Als Gegenmittel mein Rezept:
Beim Redner immer 2 Mikros aufstellen. Da wird (meist) nur an einem manipuliert oder zu dicht daran gesprochen. Dann einfach am Mischpult das andere Mikro auswählen.
Auf verlorenem Posten aber stand ich mal bei einer Live-Aufnahme, als eine resolute Sängerin bei ihrem Auftritt erst mal das Mikro weit weg zum Rand des Podiums schleppte und stolz sagte: ich brauche so etwas nicht, ich bin laut genug.
MfG -kln
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Antwort#7
In meiner Anleitung/AGB steht drin, daß nur ich an den Mikros fummeln darf! Weiterhin ist beispielhaft erwähnt, daß der Ersatz eines defekten Mikros so teuer kommen kann, wie der Neukauf eines Instrumentes.
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Antwort#8
"so etwas nicht, ich bin laut genug."
Eine weit verbreitete Haltung vieler klassischer SängerInnen und Schauspieler. Vor ein paar Jahren gab Maria Schell ein Schauspiel im hiesigen Theater in Bad orb / Spessart. Es hiess "die leise Dichterin". In der Nachbetrachtung der Lokalpresse wurde anschließend gewitzelt, daß sie in der Tat "sehr leise" gewesen sei. Frau Schelle hatte es trotz zweifacher Aufforderung abgelehnt, ein Mikrofon zu benutzen. Aus Protest gingen die hinteren Reihen schon in der Halbzeitpause.
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Antwort#9
Wenn ich mich mal hier einschalten darf (als einer dieser störenden Menschen-sprich Musiker)
Ich hatte einen Open Air Gig mit einer Big Band, nur hatte der Tonmensch so etwas noch nie in seinem Leben vorher gesehen, geschweige denn gehört.
Für ihn war die Bass Drum DAS wichtigste Instrument, und wir sind fast verrückt geworden, und baten ihn, doch etwas die Bass Drum in der Lautstärke zu reduzieren, was er aber einfach ignorierte. Darauf stellten wir das Mikro etwas weiter von der Bass Drum weg, was er aber mit dem Lautstärkeregler zu kompensieren wusste.
Da half nur die Brutalmethode: XLR Kupplung raus.
So, jetzt könnt ihr eure Meinung sagen.
Gruß
Dietmar
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Antwort#10
Hallo Dietmar,
du hast völlig Recht: man sollte diese ohrverbogenen Bass-Drum-Fetischisten nicht an die Verstärkung einer Big-Band lassen, geschweige denn sie eine Tonaufnahme fahren lassen.
Da hilft wirklich nur: unplugged = Stecker raus!
Urs
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Antwort#11
Das ist ein ganz allgemeines Problem.
Dass a) Tonmenschen gibt die eine Death Metal Band nicht von einer Bigband unterscheiden und ordentlich mixen können und b) sich sowas nicht eingestehen, dass sie es nicht können und kein Gespür für das Genre haben. Und ganz schlimm: Scheuklappen haben und gar nicht lernen wollen ("haben wir schon immer so gemacht").
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Antwort#12
Das ist ein ganz allgemeines Problem.
Dass a) Tonmenschen gibt die eine Death Metal Band nicht von einer Bigband unterscheiden und ordentlich mixen können und b) sich sowas nicht eingestehen, dass sie es nicht können und kein Gespür für das Genre haben. Und ganz schlimm: Scheuklappen haben und gar nicht lernen wollen ("haben wir schon immer so gemacht").
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Antwort#13
Eigentlich sollte es doch so sein, daß der Kunde bestimmt, wie es klingen soll. Ich habe in solchen Fällen kein Problem, nur verbal zu argumentieren und mich dann letztlich dem Kundenwunsch zu beugen. Mit Bezug auf den anderen Beitrag (Musiker stellt Mikro weg) erlaube ich es mit aber im Nachhinein, dem Musiker im Falle eines verunglückten Mixes SEINEN Denkfehler auf CD vorzuspielen.
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Antwort#14
Hallo,
habe letztens eine Live-Veranstaltung in einer halligen Halle übertragen. Für die Reden war ein Rednerpult aufgestellt, Mikrofonierung: SM58. Aufgrund früherer Probleme habe ich alles anders als gewohnt gemacht.
Ich habe einen Mitarbeiter ans Pult gebeten und mich selbst in Bühnennähe aufgehalten. Bei jedem Redner bin ich mitgegangen, habe das Mikrofon individuell eingestellt und ihm dann die Freigabe gegeben. Resultat: Kein Pusten, kein Klopfen, freundliche Gesichter. Das schien den Rednern übrigens auch etwas die Spannung zu nehmen, und mir hat es einige neue Kontakte eingebracht.
Bei den Vortragenden auf der Bühne stand ich ebenfalls immer in Sichtkontakt neben der Bühne, ich brauchte aber nicht einzuschreiben. (Bis auf das eine Mal, als ich mich doch ans Mischpult gestellt hatte. ==> Besten Dank an Murphy!)
Beste Grüße
Wolfgang
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Antwort#15
hmm, einfach immer fragen ob die mic-position für den musiker auch okay ist, ob er sich damit wohlfühlt und dann eben im zweifelsfalls eine weniger ideale position wählen damit sich der mensch wohlfühlt und gut spielt. dann gibts auch eigentlich keine probleme mit verstellten mics
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Antwort#16
Hi,
natürlich kann jeder mal einen Denkfehler machen, auch Musiker.
Aber in meinem Fall war es wirklich kein Denkfehler unsererseits, sondern ein Hörfehler des "Heavy Metal Tonmenschen"....
Gruß
Dietmar
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Antwort#17
So hatte ich es auch aufgefasst.
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