Hallo! Hat einer von Euch schon mal eine Kirche beschallt? Das gute Stück ist recht gross, und hat einen Nachhall von 7 sek. Ausserdem eine recht hohe Feedbackempfindlichkeit. Es spielt eine Band mit einem 20 Köpfigen Chor. Habe vor mit Zeilen zu arbeiten. Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Welche Probleme sind aufgetreten und wie habt Ihr sie gelöst? Hoffe Ihr könnt mir helfen. Gruss Petra
Hallo Frank! Es gibt Percussions und ein Drum. Eine E-Git., Bass, Keyboards. Die Musikrichtung etwa Reaggie. Ob die Kirchenakustik erhalten bleiben soll, kann. Kann ich so erst mal nicht beantworten. Es soll durch den ganzen Hall doch klar werden. Habe mal auf den Fingern gepfiffen. Denke mal das sind so etwa 4000-6000 Hz. Hier hat man genau gehört, wie sich der Pfiff hochzieht. Da ich nicht so optimistisch bin und glaube das dass die einzige Feedbackfreq. ist, wird man wohl ganz schön schrauben müssen. Gruss Petra
Soweit ich aus meinen Erfahrungen sprechen kann: Ordentlich Komprimieren (Sprache) und einen angenehmen Pegel zu erhalten. Gerade in den unteren Mitten / Bässen (je nach Größe der Kirche) sind einige stehende Wellen vorhanden. Ich mache zur Zeit technische Leitung und FOH für ein Adventspiel (mit Theater und verschiedenen Musikgruppen), bei dem die Bühne zentriert ist, und auf alle vier Bühnenkanten (also Haupt- und Seitenschiffe) Publikum sitzt (ingesamt 700 Plätze). Ich habe dafür 5 Delayzonen mit insgesamt 16 JBL Control 1 auf 8 Endstufen-Kreisen und das geht richtig gut - überall sprachverständlich und angenehmer Pegel. Starke Stehende Wellen bei 107Hz, 180Hz und 309Hz. Ein Feedback-EQing ist nicht notwendig, da man in der Kirche eher schauen sollte, so leise wie nötig zu bleiben - denn sonst regt man nur unnötig viel Raumantwort an (bei "meiner" Kirche Hall ca. 8sek). Die Vokal-Mikrofone sind "normal" komprimiert (um nicht zu laut zu werden) - die Instrumental-Mikrofone nicht (allerdings kein Rock, sondern Harfe, Zither, Gitarrentrio, Contrabass, Violinien usw. ...) Soweit zumindest meine Erfahrung. - Würde mich interessieren, welche Erfahrungen andere Personen gemacht haben. Viel Glück, Hermann
Deine Lösung ist schon als "perfekt" anzusehen, aber das Problem von Petra ist wohl, dass Rockmusik etc. schon nach kräftigen Pegeln schreit und die Percussion vermatscht. Am besten wäre eine Delay-Line für jede Reihe :) Auf alle Fälle sind hier große Mengen Lautsprechern vorzusehen. Ich für sowas nehme gern eine Batterie B300 von Behringer. Frank
Hallo Petra, du mußt einiges dafür tun, damit es keine "Feedback-Party" wird. 1. Die Tips zur Lautsprecheranordnung kann ich voll unterstützen, nimm relativ viele Boxen, verteile sie gleichmäßig und arbeite mit Delay, dann stimmt schon mal der Grundsound. Normalerweise kannst du im Bereich 150...400Hz reichlich Pegel rausnehmen, diese Frequenzen sind meist "reichlich" vorhanden. 2. Instrumente baruchst du wahrscheinlich nur einfach abzunehmen, d. h. 1oder 2 Overheads für Drums (eventuell 1x Bdr), etc.... Oberwichtig: Gesangsmikro`s möglichst Superniere und eher 10 Stck als 1 Stck. Vorher probieren damit der Chor noch einigermaßen homogen klingt. Mehr Tips sind aus der Ferne leider nicht möglich. Gruß M. Hein
Hallo! Danke für Eure Hilfe. Eigendlich hatte ich vor, zu den Zeilen eine mittlere PA an die "Bühne"(Altarbereich) zu stellen. Gut lasse ich das mal. Meint Ihr, es reichen 12"mit Horn? Aber was ist dann mit der Basedrum? Oder 2 Subwoover zur Bühne und dann die 12"er verteilen. 4 15" sind zu wenig, dann hätte ich nur 2 Zeilen. Oder an welchen Zeilenabstand denkt Ihr denn so? Gruss Petra
Hallo Petra, ich bin mir nicht sicher, ob eine Kirche zu viel Rock`n Roll verträgt!! Im Ernst, Glaubensfragen lassen wir außen vor, eine Kirche hat mehrere sehr ekelhafte Eigenarten: 1. Viele schallharte Flächen, d. h. Reflexionen und Frequenzgangverfälschungen, etc.. 2. Dein Job sollte es sein, möglichtst viel Direktschall an den Hörer zu bringen, sprich dezentrale Beschallung. Wenn du 12"er mit Horn hast, O.K.. Du brauchst davon aber ca. 3 Paare im Abstand von je ca. 8...10m, mit Delayverzögerung, damit die Ortung möglichst gut bleibt. Bei großen Kirchen mit mehr als 500 Plätzen vielleicht sogar noch 2 bis 4 Boxen mehr. Es muß ja nicht alles mit Volldampf gefahren werden. Alle Boxen sollten eher hoch stehen, auf ca. 2 ... 2,5m (Hochtöner) und , wenn möglich, leicht nach unten gekippt, damit das Publikum den Sound "einfängt" und nicht unnötige Reflexionen zusätzlich erzeugt werden. 3. Das mit den Subs ist so eine Sache, oder anders herum: Erwartet der Zuhörer das er mit einer satten Baßdrum in der Kirche versorgt wird? Meine Erfahrung ist, eher nein. Vielleicht solltest du an diesem Abend einfach Subs weglassen und einen sagen wir mal eher "englischen" Sound fahren, der "weich", eher mittig aber auf keinen Fall baßlastig ist. 4. Die Musiker mußt du zu äußerster Disziplin anhalten, sprich Drums müssen sauber und eher trocken gestimmt sein, alle Instrumente möglichst leise gespielt werden, damit du überhaupt die Chance hast den Sound vom Mischpult aus zu bestimmen. Monitoring auf das absolute Minimum beschränken. Auch hier liber einige, kleine direkt ausgerichtete Monitore als zwei große Kisten die alles "zubraten". Gruß M. Hein
Hallo Frank, meine Kirche - deine Kirche Kirche ist wohl für alle da, sei es beruflich oder aus Überzeugung. Ich sehr viel in Schlesiwig-Holstein unterwegs. Das Spektrum reicht von "Beschallung" bis "Chor-/Klassik-/Gospelaufnahme". Denkst du an Fusion/Zusammenarbeit oder möchtest du bestimmte Kirchen in Zukunft meiden?? Grüße M. Hein
Ich hätte nur, wenn´s in der Nähe gewesen wäre, möglicherweise mit etwas Technik ausgeholfen. Wie schon mehrfach geschrieben wurde, macht ja in der Kirche die Masse die Klasse. Ich bin übrigens in Sachsen-Anhalt. Frank
Hallo Frank, danke für das Angebot! Ich denke aufgrund der doch relativ großen Entfernung müssen wir uns wohl weiterhin darauf beschränken, uns im Forum zum Besten zu geben. Leider ist es oft so, daß genau diese sehr aufwendigen Arbeiten deutlich unter Niveau laufen, damit meine ich nicht in erster Linie die Bezahlung, sondern eher die Geringschätzung der erforderlichen Abstimmarbeit bis alles sauber läuft. Ich möchte hier nicht in Selbstmitleid verfallen. Auf der anderen Seite konnten wir mit Sicherheit schon oft ein Lächeln in viele Gesichter "zaubern", das entschädigt für vieles. In diesem Sinne "fröhliches Fest"!! Gruß M. Hein