Digital-Pult mit Analog-Abhöre / Pegel-Problematik

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo!
Um meine Probleme verständlich zu machen (voriger Thread):
Mein Digitalpult hat bei Vollaussteuerung 0dBfs analogseitig +20dBu.
Meine Abhöre ist jedoch mit 0dBu auf Voll-Aussteuerung.
Das Problem werde ich wohl nicht alleine haben, oder?
Der Control-Room Ausgang hat einen Stereo-Poti (analogseitig) - dadurch wird das Rauschen minimal gehalten. Jedoch die BUSS-Ausgänge, die ich für 5.1 benötige, haben keine Analogen Trim-Potis. D.h. ich habe einen hörbaren Rauschpegel von den DA-Wandlern.
Spricht nun etwas dagegen, ein 20dB Pad in den XLR-Stecker einzubauen, um die Gain-Struktur zu verbessern? Vielleicht mache ich auch 30dB...
Ich habe den tollen Rechner von ebs-Seite benutzt um ein H-Pad zu berechnen. Meine Quell-Impedanz (Ausgansimpedanz) ist dabei 100 Ohm und meine Last-Impedanz (Eingangsimpedanz) ist 32000 Ohm. Der Rechner bringt mir dabei allerdings ein "negatives" Ergebnis (bei 20 und 30dB Dämpfung). Was tun?
Danke für die Erklärungen,
Hermann
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Antwort#2
Ein selbstgestricktes Excelblatt liefert (je Zweig)
für -20dB : Serie 8600, Abschluss 1000
für -30dB : Serie 10000, Abschluss 330
so als Beispiel.
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Antwort#3
Hallo Herrmann,
deine Pegel Problematik ist einfach mit einem 20 oder 30 dB Abschwächer nicht zu lösen. Du musst dir klar machen, dass Gain/Pegel Strukturen im Studio zuerst einmal überhaupt nichts mit "Abhörlautstärke" (gemessen in dB SPL) zu tun haben.
Ich würde dir empfehlen, hier den Empfehlungen des Surround Sound Forums (VDT/IRT/SRT -SSF01/98) zu folgen und dein Monitoring zu "kalibrieren".
Signal: bandpassgefiltertes Rosa Rauschen 200 Hz-20kHz (inkohärent)
Gemessener Schallpegel am Hörort (LListRef - RMS slow)= 85dBA. Aufgrund unterschiedlicher Festlegungen in Standards (für Messsignale und Bewertung der damit erzielten Schalldruckpegel) lässt sich jedoch keine einheitliche Aussage für die Zuordnung Schalldruck / elektrischer Pegel treffen. Ich habe bei mir folgendes realisiert:
Mittlerer Schalldruck am Abhörort von 85 dBA entspricht einem Aufnahmepegel von - 18dBFS (Rosa Rauschen s.o.) Damit ergibt sich für 0 dBFS ein Schalldruck von 103 dBA - also noch kein Hörschaden.
Eine "kalibrierte" Abhöre hat nach meiner Meinung den Vorteil, dass man einen Mix recht gut ohne Pegelmesser beurteilen und auch aussteuern kann.
Ein sehr gutes Hilfmittel für Referensignale zum Pegeln ist die DVD "Multichannel Universe" des Surround Sound Forums (zu bestellen über die VDT Seiten http://www.tonmeister.de/cgi-bin/masterframe.cgi?link=../cgi-bin/verweise.cgi&content=../cgi-bin/aktuelles.cgi?gruppe=start
)
Viel Grüsse
GerhardS
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Antwort#4
Hallo Herrmann,
diese H-Pad und Pi-Pad-Berechnung möchte gerne eine Anpassung an die Quelle und auch an die Last vornehmen. In unserem Fall ist das aber nicht notwendig, wenn du 100 Ohm als Quelle und über 30 KiloOhm als Last hast. Deshalb kann man diese Werte bei einer unbelasteten Spannungsteilerberechnung bei Spannungsanpassung recht gut vergessen. Du brauchst also nur zwei oder drei Widerstände für diesen einfachen Spannnungsteiler, je nachdem ob du es symmetrisch oder unsymmetrisch haben möchtest. Siehe das Bild oben.
Berechnete Werte:
R2 soll immer 150 Ohm sein.
Dämpfung 10 dB: R1 = 324 Ohm oder R3 = 162 Ohm
Dämpfung 20 dB: R1 = 1350 Ohm oder R3 = 675 Ohm
Dämpfung 30 dB: R1 = 4593 Ohm oder R3 = 2296 Ohm
Dämpfung 40 dN: R1= 14850 Ohm oder R3 = 7425 Ohm
Die Widerstände müssen nicht so genau sein, wie sie ausgerechnet wurden.
Baue ruhig ein Pad deiner Wahl in die XLR-Stecker ein.
Viele Grüße
Eberhard Sengpiel
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com


http://www.sengpielaudio.com
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Antwort#5
Wieso differieren Deine Angaben von ebs'?
Funktionieren beide Varianten? Vor-Nachteile?
Danke,
Hermann
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Antwort#6
Hallo Hermann,
Funktionieren beide Varianten (symmetrisch und unsymmetrisch) bei den Spannungsteilern?
Wieso differieren die Angaben der Widerstände bei den Spannungsteilern?
Bist du mit Ein- und Ausgang symmetrisch, dann bleibe das auch mit dem Spannungsteiler (3 Widerstände). Bist du irgendwie unsymmetrisch, dann kannst mit zwei Widerständen auskommen.
Jürgen von studio 96 nennt einmal einen Abschluss von 1000 Ohm und einmal 330 Ohm. Damit ist sicher der Widerstand R2 aus meiner Zeichnung gemeint. Bei mir sind bei allen Dämpfungsangaben von - 10 dB bis - 40 dB immer ein fester Wert von R2 = 150 Ohm gemeint.
Gruß
ebs
PS: Ich glaube ich muss mal ein Rechenprogramm für den belasteten Spannungsteiler herstellen, wie er für die Spannungsanpassung in der Tonstudiotechnik benötigt wird.



Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
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Antwort#7
D.h. Du hörst dann Mischungen im Mittel auch auf 85dB(A?) ab? Hm...
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Antwort#8
... nur zur Klärung: Ich habe das Beispiel nur eingeworfen, um zu verdeutlichen, daß man sich den UT leicht berechnen können sollte. Ein ebs-Blatt hatte ich dabei garnicht vor Augen (gehe es aber nun suchen).
Vielleicht solle ich ein kleines Windowsprogramm machen- wenn ich doch mal nur mehr Zeit haette :x
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Antwort#9
Das ist korrekt,ich habe keine "gehörrichtige Lautstärkeregelung" im Studio. Eine Beurteilung eines Mixdown bei vielleicht 60dBA würde ich mir nicht zutrauen.
Wir bemühen uns alle im Studio saubere Gainstrukturen zu realisieren. Beim Abhören jedoch, also dem Punkt im Prozess wo ich eine Entscheidung über gut/nicht gut treffen soll, stellen wir den Lautstärkepegel nach Geschmack oder Lust und Laune ein ?
Wuttke schreibt z.B. in seinem Vortrag "Das Mikrofon zwischen Physik und Emotion": "Das Signal mit dem höheren Pegel wird klanglich besser beurteilt.." Wie kann ich meine unterschiedlichen Mixes untereinander beurteilen, wenn ich keine Referenz für meine Abhörlautstärke habe ? Die Kurven gleicher Lautstärkepegel (DIN 45630) sehen bei 60dBA durchaus anders als bei 85dBA aus.
Einer der Verfechter eines "kalibrierten" Monitoring ist z.B Bob Katz (Digital Domain) der in seinem Buch "Mastering Audio - the Art and the Science" dieser Thematik ein ganzes Kapitel widmet.
Wie wird das bei euch Kollegen so gehandhabt ?
viele Grüsse
GerhardS
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