Solisten gesondert Regeln???

Erstellt 6 Antworten7 Beiträge
Startbeitrag#1
Guten Tag, allerseits. Im unten gelinkten Beitrag lese ich: "Damit entfällt das notwenige Regeln des Sängersolisten bei Auftakten"
Ich verstehe weder, warum man bei Auftakten den Pegel des Solisten(-mikrofones) verstellen soll (und wie überhaupt) noch verstehe ich, wieso durch die im Beitrag vorher beschriebene Technik dies entfallen soll. Erklärung?
Ich bin zwar vorwiegend mit Videoaufnahmen befasst, mache aber auch den Ton nebenbei schonmal mit. In der Regel zur Zufriedenheit des Kunden! Oft ist aber auch ein Tontechniker da. Ich habe bei der vergangenen Aufnahme diesen mal gefragt, was er selbst über das Pegeln der Solisten sagen kann, der wusste damit (Auftakte) aber auch nichts anzufangen.
Ich stelle mir das auch seltsam vor: Sitzt da einer am Pult und zuckt kurz am Solistenfader? Das ist doch garnicht reproduzierbar...
Wie gesagt, Aufklärung erbeten
Gerald Steyer, Steyer Film und Ton



Pegeln von Solisten
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Antwort#2
Lieber Ton nebenbei Mitmacher Gerald,
"Damit entfällt das notwenige Regeln des Sängersolisten bei Auftakten"
Man kann Aufnahmen machen lassen, indem man dem "Hausmeister" sagt, stelle zwei "Messmikofone" vor den Chor und das wars. Da braucht man kein Tonstudium. Den Rest machen ja die Musiker. Das nennt man recht beschönigend "authentische Aufnahme".
Bist du aber Tonmeister, dann wird dieses nicht der Fall sein, denn du musst von der Partitur ausgehend den sich ständig verändernden Klang anpassen und "helfen", wo immer es nötig ist. Dazu werden Stützmikrofone gebraucht. Zum Beipiel benötigt so etwas der Solist vor dem Chor. Seine Auftakte sind gewöhnlich tiefer als die Hauptnote und somit auch leiser in der Tongebung. Man muss den Solisten ständig hörend verfolgen und dabei und unbedingt immer helfen. Bei lauten Tönen muss man eventuell den schrillen Ton mildern, indem die Stütze im Pegel etwas zurückgezogen wird oder die Räumlichkeit erhöht wird. Da gehört kein Kompressor rein! Dieses Zeitunglesen bei der Aufnahme, was einige "Brüder" machen, zeigt großes Unverständnis.
Mit zwei Mikrofonen stehst du ganz schön auf dem Schlauch und hoffst auf:
ideale Akustik, ideale Musiker, ideale Komposition u.s.w. Es ist aber nie alles ideal.
Aus deiner grundsätzlichen Frage ist zu erkennen, dass du nicht vom "guten Ton" kommmst. Schon gar nicht von Aufnahmen von klassischen Orchestern oder von Kammermusik mit "großen" Künstlern. Wenn du da schläfst, bist du sofort weg vom Fenster. Vom Tonmeister wird eine Menge erwartet.
Urs
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Antwort#3
Hallo,

ein sehr schöner Beitrag, und diplomatisch ausgedrückt.
Letztendlich ist es eine Frage, für wen produziert wird.
Eine schnelle Aufnahme von der privaten Hochzeitsfeier stellt gewiß andere Ansprüche als eine philharmonische Aufnahme.
ciao
Siggi
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Antwort#4
Aufzeichnungen auf Kleinbühnen, meist Theater, teilweise aber auch Operette.
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Antwort#5
"ein sehr schöner Beitrag, und diplomatisch ausgedrückt."
Na, ob das wirklich so diplomatisch war ...
Der Beitrag verdeutlicht aber vollkommen den Sinn des Tonmeisters bei Aufzeichnungen. Richtig ist aber, daß heutzutage immer weniger Produktionen so laufen, daß ordentliche Experten (von Meistern will ich garnicht reden) am Werke sind. Bei Privatproduktionen mag das kein Thema sein, aber bei publikumswirksamen Darbietungen größerer Orchester, die einen Namen haben ... ?
Genauso, wie viele Produktionen im Bereich Video heute von vielen Hobbycineasten gerne selber gedreht werden (den Aufnahmeknopf werden wir schon irgendwie finden), nehmen nicht wenige Orchester kurzerhand selber den Ton auf. Vor 2 Jahren war ich mit der Erstellung eines Berichtes über die BUGA beauftragt. Im Bericht kam auch das Festorchester vor, daß wir dann auch bei zwei Abendaufführungen filmten. Komischerweise sahen alle Beteiligten ein, daß der Fernsehbericht von einem Videofachmann gefertigt werden sollte. Den zugehörigen Ton jedoch haben die sich selber im eigenen Mischpult gemixt, weil sie anlässlich dieses Konzertes gleich eine Live-CD machen wollten. Solisten hat da aber niemand eingepegelt oder irgendwie geregelt. Es gab ja auch keinen am Pult, der das hätte machen können und spezielle Solistenmikrofone habe ich auch keine in Erinnerung. Die Anordnung war eher typisch für Liveübertragungen.
Für den abschließenden Bericht haben wir in Absprache dann auch den von mir angefertigten Tonmix benutzt. (Ich weiss schon, warum ich mich auch mit Tontechnik befasse und selbst was Eigenes mitschneide)
Objektiv gesehen, hätten sie es daher lieber umgekehrt machen sollen: Einfach eine stationäre DV-Kamera hingeklatscht und unbeaufsichtigt aufnehmen lassen, und dafür im Gegenzug einen Tonmeister engagiert, der für einen ordentlichen Klang sorgt. Aber unser filmender Gerald scheint nicht der einzige zu sein, der der Ansicht ist, daß das Bild wichtiger ist. Was solls? Mir kann's Recht sein.
P.S. Ich verwende für jeden Solisten einen Extrascheinwerfer. Wenn er Dank mangelnder Tontechnik nicht zu hören ist, soll er wenigsten gut zu erkennen sein. :-)
Schönes Neues Jahr an alle!
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Antwort#6
Aber unser filmender Gerald scheint nicht der einzige zu sein, der der Ansicht ist, daß das Bild wichtiger ist.
Deswegen haben auch viel Enthusiasten (meine ich nicht negativ!) daheim ein gute Surround Tonanlage geben sich aber immer noch mit den läppischen 720x576 Bildpunkten (eigl. ja weniger) zufrieden. Voher hat ihnen auch VHS (*würg*) gereicht...das kommt ja Bildtechnisch gleich nach den Olympiaübertragungen von 1936...
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Antwort#7
"und dafür im Gegenzug einen Tonmeister engagiert, der für einen ordentlichen Klang sorgt. "
Der Punkt ist leider der, das selbst bekanntere Orchester oft Geldsorgen haben und versuchen, Ausgaben einzusparen. Eigene Tonaufnahmen sind da der erste Punkt, und ich wette, daß die Musiker in Deinem Falle bei privaten Veranstaltungen auch die Videoaufzeichnung selbst durchführen.
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