Kabelführung

Erstellt 10 Antworten11 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo !
Bedeutet symmetrische Kabelführung zwischen Mic preamp und Recording card im Gegensatz zur unsymm. auch mehr Lautheit? Fragt planlos ...
... Thimsen
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Antwort#2
Die symmetrische Kabelführung bringt (unter anderem) im Vergleich zur unsymmetrischen 6dB mehr, sprich den doppelten Pegel. Von "mehr Lautheit" zu reden, halte ich aber an dieser Stelle nicht für angebracht.
Janko
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Antwort#3
Hallo Janko,
eine symmetrische Kabelführung bringt im Vergleich zur unsymmetrischen keinen druckvolleren Sound.
Wenn du einen Sänger parallel und gleichzeitig auf zwei Spuren aufnimmst, bekommst du bei Mischen auch keinen druckvolleren Sound. Nur die beiden Regler stehen dann beide 6 dB tiefer, als einer alleine stehen würde.
Kein Witz, die Aufnahme eines großen Sängers auf große zwei Spuren einer Mehrspur forderte von mir mal ein großer Produzent. Natürlich war das Mikrofon optisch auch ein "Klopper".
Gruß
Slavko
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Antwort#4
Ich habe mir mal was überlegt: Wenn man ein Mikro über ein Analogpult 50:50 panned, dann laufen beide Signale am Ende über zwei verschiedene Vorverstärker. Deren Rauschen müsste sich statistisch um 30% reduzieren lassen, wenn man diese wieder zusammenführt, oder?
Eine andere Idee fürs "Doppelrecorden": Wenn man das panpot auf 10%:90% Pegel stellt, und danach erst wandelt, so erhält man rechts den 8fachen Pegel und damit mehr Abstand zum Wandlergrundrauschen / Quantisierungsrauschen. Man kann bedenkenlos hoch aussteuern, da man für Übersteuerungen ja den linken Kanal zur Verfügung hat um sie zu Rekonnstruieren. Könnte für 16Bit-Dat-nutzer von Interesse sein.
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Antwort#5
studio96 schrieb:
Ich habe mir mal was überlegt: Wenn man ein Mikro über ein Analogpult
50:50 panned, dann laufen beide Signale am Ende über zwei verschiedene
Vorverstärker. Deren Rauschen müsste sich statistisch um 30% reduzieren
lassen, wenn man diese wieder zusammenführt, oder?
Interessanter Gedanke. Aber das Grundrauschen der Verstärker selbst lässt sich durch diesen Trick nicht reduzieren (leider). Mal angenommen, wir haben zwei Verstärker, an deren Ausgang ein systembedingter Rauschpegel von, sagen wir mal, -100 dBu zu messen sei.
Die Summierung dieser beiden Ausgänge ergibt einen Rauschpegel von - na?
-97 dBu. (nach dem berühmten Merksatz 0dB + 0dB = 3 dB)
Aber trotzdem bleibt das interessant. Arbeiten beide Verstärker mit absolut der gleichen Dispersion (Phasenverschiebung in Abhängigkeit von der Frequenz), dann sollten zwei einander gleiche Signale auch an deren Ausgängen einander gleich bleiben. Dessen Summe liegt dann 6 dB über den jeweiligen Eingangspegeln. Damit wäre der Rauschabstand um 3 dB gestiegen. (So ähnlich wie sich beim Analogtonband die Verdopplung der Spurbreite auswirkt - oder das, was mit dem Verhältnis Direktschallanteil/Diffusschallanteil beim Grenzflächenmikrofon passiert.)
Oder in ich jetzt auch in irgendeine Gedankenfalle getappt???
Viele Grüße
Michael
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Antwort#6
Hallo studio96,
gute Überlegung: Wenn man ein Mikro über ein Analogpult 50:50 panned, dann laufen beide Signale am Ende über zwei verschiedene Vorverstärker. Deren Rauschen müsste sich statistisch um 30% reduzieren lassen, wenn man diese wieder zusammenführt, oder?
Theoretisch wird ein Mikrofonsignal, auf zwei Verstärker (Verstärkung = 1) am Eingang gesplittet und am Ausgang zusammengeführt, das Nutzsignal um 6 dB erhöhen (weil gleichphasig) und die Rauschsignale der beiden Verstärker addieren sich "Random" und ergeben daher eine Erhöhung von 3 dB, was einen über Alles-Gewinn an Rauschabstand von 3 dB bedeutet.
Vielleicht wolltest du das sagen.
Das ist das Gleiche , wie hier kürzlich gesagt wurde, wenn man einen Sänger parallel auf zwei Spuren aufnimmt. Dann hat man dadurch auch einen Gewinn an Rauschabstand von 3 dB, aber leider keinen "druckvolleren" Sound.
Gruß
Sascha
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Antwort#7
Hallo,
einen ganz besonders wichtigen Sänger - gibt es auch unwichtige? - sollte man unbedingt auf 4 Spuren einer Mehrspur parallel aufnehmen. An kohärentem Nutzsignal gewinnt man dann 12 db und an inkohärentem Rauschen gewinnt man 6 dB. Das heißt über alles gesehen hat man einen Rauschabstandsgewinn von 6 dB.
Das ist doch was. Nur den tollen Sound den der Produzent sich dadurch verspricht, wird es nicht geben. Dazu muss man dann Dieter Bohlen ranlassen :-)
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
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Antwort#8
Ist doch ein alter Hut: Die Firma Lawo (in der habe ich mal gearbeitet) baut seit Jahren ihre automatisierten Mischpulte in Gegentakttechnik auf. Dadurch vergrößert sich der Rauschabstand um 3 dB.
Nur eines noch zur Klarstellung: Ob symmetrisch oder unsymmetrisch - ein Signal mit 6 dB Pegel hat bei beiden Versionen den selben Pegel! Bei unsymmetrischer Technik sind es 1,55 V zwischen heißer Ader und Erde und bei symmetrischen Signalen zwischen den beiden Adern 1,55 V. Die Spannung von Ader zur Erde ist normalerweise - z.B. bei Trafosymmetrie - nicht definiert. Daher auch die Unabhängigkeit von Störungen auf der Masse.

MfG
Rainer
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Antwort#9
Danke Rainer,
zusätzlich möchte ich darauf hinweisen:
Wenn man mit unsymmetrischen Quellen (also einseitig geerdet) auf einen elektronisch symmetrierten Eingang oder Ausgang geht, dann wird die Spannung um jeweils 6 dB abfallen, weil beim Eingang anstatt (+) und (-) nur Minus gegen Masse benutzt wird und beim Ausgang nur einseitig ein Bein (+ oder -) gegen Masse benutzt wird. Das sind doch die üblichen Problemfälle.
Viele Grüße
ebs
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Antwort#10
Genau das Problem hatte ich heute, als ich ein Yamahe 01V96 an einen unsymmetrischen Verstärker anschließen mußte. Wunderte mich warum ich so wenig Pegel raus bekam. Mir ging es dann wie Archimedes: Er entdeckte im Bad ein physikalisches Gesetz, mir kam auf dem Ort wo sonst allzu menschliches passiert die Erleuchtung was falsch war...

Grüße
Rainer
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Antwort#11
Und hätte das Mischpult Eingangs- und Ausgangsübertrager gehabt, so würde ein Anschließen von unsymmerischen Geräten an beiden Seiten keinen Abfall an Spannung geben.
Wie schön ist es doch, wenn man ein transportables analoges Studermischpult 961/962 hat - oder auch zwei. Da gibt es keine Probleme dieser Art.
Viele Grüße
ebs
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