Amateur-Beschallung eines Kinder-Fußballturniers, Turnhalle

Erstellt 12 Antworten13 Beiträge
Startbeitrag#1
Servus,
für's Wochenende hat man mich gebeten, bei einem Kinder-Fußballturnier die "Beschallung" zu übernehmen, weil die installierte Anlage viel zu schwach ist. Das darf (natürlich) nix kosten, meine Gerätschaften müssen ausreichen.
Es findet in einer Turnhalle (ach so) statt, und auf einer Längsseite werden Zuschauerbänke aufgestellt, so ca. 10 Reihen, nach oben ansteigend.
Eigentlich hatte ich gedacht, unsere zwei Endstufen jeweils zu brücken und links und rechts von der Mittellinie 3 bis 4 Monitorboxen vor die Zuschauerreihen auf den Boden zu stellen. Ein Betreuer sagte mir allerdings, das könnte Probleme mit herumspringenden und blödsinnmachenden Kindern geben. Na ja, so PA-Zeugs hält schon was aus, aber was sind die Alternativen - wohlgemerkt mit dem Zeugs, das ich habe?
Letztes Jahr sind jeweils ein Lautsprecher an den Spielfeldenden gestanden. Ich denke, es hönnte besser sein, wenn man schon nur 2 Lautsprecher aufstellt, diese an der Mitte zu postieren.
Da wir erst kurz vor Turnierbeginn in die Halle können, ist wenig Zeit zum Ausprobieren. Deshalb bin ich für Tips dankbar, die mir meine (Vor-)Entscheidung erleichtern. Denn davon hängt natürlich auch ab, was ich alles ins Auto packen muß.
redi
ZitierenPost melden
Antwort#2
Hallo Redi,
wenn man mal davon absieht, Lautsprecher in irgendwelchen Ecken aufzustellen, werden die Betreuer um "Fremdkörper" in der Halle wohl nicht herumkommen.
Ich hatte vor 6 Jahren auch so einen Fall: eine Dreifachturnhalle quer, mit Zuschauertribüne auf der einen Seite. Es war zwar kein Sportereignis sondern eine Feier der Gemeinde mit Ehrungen, Reden und Musik, aber wir hatten damals auch fast nichts zur Verfügung.
Dennoch hatten wir erstaunlich gute Ergebnisse mit nur zwei Lautsprechern (2x12" plus 1" Horn), die wir auf der entfernten Seite jeweils 10m von der Mittellinie auf Hochständer gestellt haben. Auf dein Sportereignis bezogen, würden dann auch die Spieler noch was mitkriegen.
Wenn du das auch so machen willst, nur mit evtl. 4 statt zwei Lautsprechern, bleibt die Frage, ob man alle vier über die Hallenbreite verteilt oder je zwei zu einem breitabstrahlenden "Cluster" zusammenstellt. Ich würde fast letzteres bevorzugen, dann hat man immer nur noch zwei statt vier "Punktquellen", was der Verständlichkeit zu gute kommen dürfte.
Wenn du auf der anderen Seite nichts aufstellen darfst, dann ist das wohl die einzige Möglichkeit. Sieh aber zu, daß du nen brauchbaren EQ und ein passables Mikro hast und der Ansager am besten auch nur auf der entfernten Seite und nicht vor den LS rumturnt.
Wenn du doch auf die Tribünenseite kannst, pack die LS unbedingt auf Hochständer, sonst schlucken dir die ersten Reihen alles weg - und beschweren sich darüber, daß es so laut ist. Gummimatten / Gaffa für die Kabel nicht vergessen.

Janko
ZitierenPost melden
Antwort#3
Danke Janko,
aber:
kein Sportereignis sondern eine Feier der Gemeinde mit Ehrungen, Reden und Musik,
zwei Lautsprechern (2x12" plus 1" Horn), die wir auf der entfernten Seite jeweils 10m von der Mittellinie auf Hochständer gestellt haben.
brauchbaren EQ und ein passables Mikro hast und der Ansager ... nicht vor den LS rumturnt.
auf die Tribünenseite ... sonst schlucken dir die ersten Reihen alles weg - und beschweren sich darüber, daß es so laut ist.
Gummimatten / Gaffa für die Kabel nicht vergessen.
Nun, _da_ ist Ruhe, wenn gesprochen und geehrt wird. Bei _mir_ sind vielleicht 150 Kinder in der Halle, da ist nix mit Ruhe.
Das geht auch deshalb nicht, weil diese Seite als Bande gilt, da würden Lautsprecher doch etwas störend wirken.
Das haben wir, der Ansager sitzt am Zeitnehmer-Tisch und kriegt dort sein Mikro auf einem Stativ hingestellt.
Deshalb wollte ich ja drei, lieber eigentlich vier Monitorboxen je Spielfeldseite hinstellen, da braucht man nicht so laut zu machen. Delay hab ich allerdings keins.
Vielleicht sollte ich doch noch zumindest einen LS auf Ständer für das Spielfeld mitnehmen - oder doch lieber zwei ...
Hilfe, ich wollte eigentlich nicht (fast) unseren ganzen Proberaum ausräumen ...
Logisch, Gaffa hamma bzw. Gaffer hammer.
redi
ps
Eine Hauptfrage war halt (seehr wenig Zeit zum Aufbauen) auch:
2 LS auf Ständern von der Mitte nach außen (Richtung Zuschauer) oder von den Außenecken Richtung Mitte strahlen lassen?
ZitierenPost melden
Antwort#4
Mir war schon klar, daß beim Fußball mehr Krawall herrscht. Aber es bringt ja nichts, zu lamentieren, mit welcher Urgewalt man hier dagegenballern muß, wenn es wie du sagst, für kleines (kein?) Geld und mit wenigen Mitteln sein soll.
Und was die Mitte/Aussen Problematik angeht: Man kann argumentieren, daß eine Beschallung aus der Mitte sinnvoller ist, weil nur eine Quelle und evtl. die Leute vorrangig mittig sitzen. Sollte halt möglichst breit abstrahlen, daß man zumindest so tun kann, als würde man an die Aussenpositionen denken.
Für "aussen" spricht, daß es da weniger stört, was die Betreuer freut und die Zuschauer, die sich sofort wegen "geständertem Zeug" im Blickfeld aufregen.
Vernünftig abdecken können wirst du's vermutlich in keinem Fall, aber das ist dir sicher auch klar. Wie du schon sagst, es muß halt sehr schnell gehen - und wenns bisher nur die telefonige Hallenanlage gab, dann wird jede deiner Varianten als Verbesserung empfunden werden.
Janko
ZitierenPost melden
Antwort#5
Hallo,
- wenn es geht auf jeden Fall Hochständer benutzen.
- Versuche zwei Cluster zu bilden, stelle je zwei Boxen senkrecht übereinander (Spanngurtsicherung) und verdrehe die Boxen leicht gegeneinander. So erreicht du ein relativ breit abstrahlendes Boxenset, das "weit" trägt (Eineingung der vertikalen Abstrahlachse). Nachteil: Eventuell ist eine Anwinkelung auf das Publikum nötig.
- Zwei Schallquellen erhöhen die Sprachverständlichkeit deutlich.
- Entfernungen etwa "dritteln" um eine homogene Ausleichtung in horizontaler Ebene zu erzielen.
- Sprechermikro mit Kompressor versehen
- EQ muß meistens deutlich im Bereich 150...400Hz abgesenkt werden
- Vor der Anlage Hochpaßfilter ca. 70Hz setzen.
So in etwa könnte es laufen.
Gruß
M. Hein
ZitierenPost melden
Antwort#6
Sorry,
ich vergaß zu erwähnen das bei der Vertikalanordnung der Boxen die Hochtöner direkt aufeinander liegen sollten, d. h. die obere Box steht kopfüber (Upside-down)
M. Hein
ZitierenPost melden
Antwort#7
Servus und danke,
nur das mit dem Übereinanderstapeln erscheint mir etwas unsicher. Als PA-Boxen haben wir Syrincs (S3 glaub ich), und da sind die Topteile ziemlich schmal. Die stehen auf Distanzstangen, die wiederum im Baßwürfel stecken. Trotzdem werde ich das morgen oder übermorgen mal im Proberaum ausprobieren, vernünftige Spanngurte hab ich. Es fragt sich nur, ob das für die Distanzstange nicht zu schwer/hoch wird.
Und einfach nur die Monitorboxen auf den Boden stellen? Wenn ich unsere 2 Endstufen jeweils brücke, kann ich je 4 Monitore links und rechts von der Mittellinie vor die Zuschauer-"tribünen" stellen. Das wäre auch die wenigste Schlepperei.
redi
ZitierenPost melden
Antwort#8
Hallo redi,
Floor-Monitore liegen wie der Name schon andeutet auf dem Boden, also sehr weit weg deinem Zielpublikum.
Wenn du Tribünen überbrücken mußt, heißt das ca. 15m weit zu tragen.
Die unteren Reihen zugebrüllt, oben kommt nichts an.
Kompromiß: Floormonitore unten, relativ leise
Deine Syrincs MITTEN in die Tribüne für die oberen Ränge. Die Sachen wird schon niemand umlaufen. Nachteil: Sprachverständlichkeit wird darunter leiden das viele Elementarschallquellen und ohne Delay benutzt werden.
Das von vorgeschlagene "Stacking" ist wirklich sehr effektiv, vielleicht etwas unkonventionell. Ausprobieren. ACHTUNG laß dich nicht von den beengten Verhältnissen im Übungsraum täuschen! Eine Turnhalle ist verdammt groß!!
Gruß
M. Hein
ZitierenPost melden
Antwort#9
Servus und nochmal danke M. Hein bzw. m. Hein bzw. M. hein,
so, wie ich das aus Beschreibungen verstanden habe, sind das sehr kleine "Tribünen", die auch am Morgen vor der Veranstaltung erst "aufgebaut" werden müssen. Wieviel in den oberen Sitzreihen ankommt und wie weit die vom Spielfeldrand weg sind, wird sich am Samstag zeigen. Ich denke, ich werde mein Auto doch voll-laden müssen.
Da fällt mit ein, wir haben noch ein paar ziemlich alte und sauschwere, passiv getrennte JBL PA-Boxen, die seit Jahren fast nur noch rumstehen. Die Baßboxen laß ich daheim, und auf den "Tops" hätten die Syrincs _bequem_ Platz ... aber da bräuchte ich dann doch auch noch den Anhänger ...
Floormonitore unten, relativ leise
Deine Syrincs MITTEN in die Tribüne für die oberen
Ränge. Nachteil: Sprachverständlichkeit wird
darunter leiden, dass viele Elementarschallquellen
ohne Delay benutzt werden.
Das vorgeschlagene "Stacking" ist wirklich sehr
effektiv
ACHTUNG laß dich nicht von den beengten Verhältnissen
im Übungsraum täuschen!
Ja, aber soo werde ich es probieren - mal sehen, wieviel Zeit zum Aufbauen bleibt. Die Tribünen müssen ja auch noch aufgestellt werden.
Ich denk halt für die, die da nahe dran sitzen auch ziemlich laut.
Nee, das bezog sich nur aus das Testen der Stabilität des "Stacks"
redi,
der das nur macht, weil sein Sohn bei dem betreffenden Verein Fußball spielt.
ZitierenPost melden
Antwort#10
Schreib mal auf jeden Fall, wie es geworden ist. Würde mich sehr interessieren.
ZitierenPost melden
Antwort#11
Servus Carsten und alle anderen,
die Zuschauertribünen (voll besetzt) waren nicht sehr groß. Das waren Gestelle mit 5 ansteigenden Bankreihen, die herausgerollt und an die eine Hallenlängswand gefahren werden. Jede Sitzreihe liegt genau im Abstrahlbereich der Monitorboxen, es wird auch nichts durch vor einem sitzende Leute abgeschattet.
So 3 bis 4 Meter vor diesen Tribünen standen für jede Spielfeldhälfte 4 bzw. 3 Monitorboxen (unterschiedliche Fabrikate, 100 bis 300 Watt, immer abwechseld). Die Lautsprecherkabel lagen unter einem Fliesteppich, der den Hallenboden schützen soll, bzw. unter den Auswechselbänken - so Langbänke, wie man sie halt aus dem Turnunterricht kennt. Was sonst noch an Kabel hervorspitzte, war durch (Schmutzfang-)Matten abgedeckt. Direkt hinter diesen Langbänken standen die Monitore, sodaß die Kabelstecker durch die Bänke geschützt waren. Und das war auch meine einzige Sorge, daß irgend jemand einen Stecker aus der Buchse bricht ...
Mit einem Syrincs-Top auf einem Ständer in Höhe der Mittellinie habe ich das Spielfeld beschallt.
Das Mikro - ein uraltes Monacor, das einen Ein-/Ausschalter hat, und das ich normalerweise als Talkback-Mikro (ja, ich hab da reinsabbern lassen) benutze, lief über einen DBX-286. Ein Kompressor ist auf jedenfall hilfreich, denn man hat es u.U. mit unerfahrenen und evtl. wechselnden Sprechern zu tun.
Alle Durchsagen (und die Musik) waren _nirgends_ zu laut und _überall_ sehr gut verständlich, obwohl die Durchsagen meistens der Sohn eines Betreuers (sehr gut übrigens) gemacht hat, der noch keinen Stimmbruch hat, dementsprechend also noch eine "dünne", nicht sehr durchsetzungsfähige Kinderstimme.
Weder mit Feedback noch mit Hall bzw. Delay zwischen den Lautsprechern hat es Probleme gegeben. Ich hätte noch __deutlich__ lauter machen können ...
Auch größere Hallen müßte man so beschallen können, wobei dann natürlich der Abstand zwischen den Monitorboxen nicht zu groß werden dürfte.
redi
ZitierenPost melden
Antwort#12
Hallo Redi,
klingt doch gut! Freut mich das alles streßfrei gelaufen ist.
Das waren ja wirklich Idealbedingungen, kommt ja selten genug vor.
5 Reihen ist wirklich sehr klein, ich hatte mit mindestens 10 Reihen gerechnet.
Gruß
M. Hein
ZitierenPost melden
Antwort#13
Ja, ich hatte auch mit größeren/höheren Tribünen gerechnet. Allerdings so 10 Reihen wären bestimmt auch gegangen. Probleme hätte es gegeben, wenn die Halle zusätzlich länger gewesen wäre, wenn also der Abstand der Monitorboxen größer hätte werden müssen. Dann hätte man einfach - für's gleiche Ergebnis - mehr gebraucht.
Und noch eine Ergänzung:
Die 100-Watt-Boxen sind schon ziemlich schwach. In "meiner" Halle hat's so gereicht, wenn es aber (deutlich) größer wird ...
redi,
der sich _inzwischen_ auch nicht mehr über Papierschnipsel ärgert
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.