Hallo Hendrik,
bei allen Aufnahmen mit einem Solisten und Orgel, wollte immer der Solist in der Nähe des Organisten sein - aus Spielkontaktgründen. Und dann ist da auch nicht der ideale Platz in der Mitte, sondern meistens rechts seitlich, wenn man auf die Orgel schaut. Da muss man improvisieren können. Vielleicht findet man noch eine Stellwand, die man zwischen Solist und Orgel stellen kann, um das Mikrofon etwas abzuschirmen. Aber es muss auch ohne Stellwand gehen. Üblicherweise bekommen meine Solisten zwei parallel zeigende Nierenmikrofone (etwa 25 cm AB), die selbstverständlich nur voll L und R gepannt sind. Dieses sind überwiegend Produktionen ohne Publikum.
Bei Live-Veranstaltungen ist alles etwas schwieriger, beim Kontakt mit dem Organisten und dann in der Mitte der Empore über die Brüstung nach unten zu singen und da noch Mikrofone anzubringen.
"Ein" Achtermikrofon ist für mich bei einem Solisten problematisch, überhaupt ist "ein" Solistenmikrofon bei klassischen Aufnahmen für einen Solisten selten brauchbar, denn der Solist lässt sich damit nicht bühnenmäßig in das Stereopanorama einbetten. Ein Mikrofon klingt ins Center gepannt, bei dieser Musikart, wie isoliert. Da hilft auch kein nachgeworfener künstlicher Hall.
Selbstverständlich bekommt eine Bluessängerin bei einer Jazz-Triobesetzung nur ein (!) Mikrofon (in 30 cm Entfernung) und das Signal gehört ins Center. Immer schön flexibel bleiben.
Ein Achtermikrofon (Druckgradientenmikrofon) ist für mich üblicherweise keine Solostütze mit dem starken Nahbesprechungseffekt. Ausnahmen gibt es immer wieder, zum Beispiel bei Izak Pearlman mit den Coles 4038. Ich muss das angeben, weil man mich gerne festnageln möchte und ich lasse das nicht zu. Nageln scheint ein Sport zu sein.
Sicher kannst du auch ein Achtermikrofon nehmen und es seitlich drehen, damit die Orgel weniger in das Mikrofon kommt. Wenn das geht, warum denn nicht.
*Du* warst das, der alle (!) meine Seiten gerippt hat. Tut mir Leid um deine drei Druckerpatronen :-)
Zu dem Buch möchte ich sagen, ich habe die Freiheit, ständig immer noch hinzuzulernen und die Meinung, die für mich gestern galt, kann ich heute in anderem Licht sehen. Diese Freiheit möchte ich mir behalten.
So passiert es, dass ich den Text in meinen Webseiten ändere, wenn ich neue Gedanken habe. Und das geht ja problemlos. Darum freue ich mich ja immer über Kritik.
Viele Grüße
ebs
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